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AKTUELLE MELDUNGEN2026-10-24 20:30 Europa und seine FreiheitWer schweigt, kapituliertVon der Hidschra zum „Allahu akbar“ an Europas Grenzen: Warum der Islam eine historische Kontinuität ist – und der Westen sie geflissentlich ausblendetDavid Berger
Der Autor legt den Finger in die Wunde: Der Islam braucht keine Bomben, um zu siegen – Missionierung, Unterwanderung und die Berufung auf westliche Freiheitsrechte reichen ihm. Wer das ausblendet, verkennt die größte Gefahr, der Europa derzeit ausgesetzt ist. Eine schonungslose Abrechnung mit dem Islam-Appeasement – und ein Weckruf an ein Europa, das seine Freiheit offenbar vergessen hat.Die islamistische Bedrohung Europas wird gewöhnlich als Folge einer Radikalisierung dargestellt, die mit dem eigentlichen Islam wenig zu tun habe. Doch diese Erklärung lässt eine historische Tatsache außer Acht: Der Begründer des Islams war nicht nur religiöser Verkünder, sondern vor allem politischer Herrscher, Gesetzgeber und Kriegsherr. Der Aufstieg seiner Bewegung begann mit einer Auswanderung, die im islamischen Geschichtsverständnis bis heute eine herausragende Stellung einnimmt. Wer den Zusammenhang zwischen Migration, Dschihad und islamischem Herrschaftsanspruch verstehen will, muss deshalb beim Leben Mohammeds selbst beginnen. Im Jahre 622 verließ Mohammed Mekka und zog nach Medina. Diese Hidschra gilt als so bedeutendes Ereignis, dass sie den Ausgangspunkt der islamischen Zeitrechnung bildet. In Medina entstand eine politische Ordnung, in der Mohammed religiöse und weltliche Autorität vereinigte. Er führte Kriege, schloss Bündnisse, sprach Recht und bestimmte die Regeln des Zusammenlebens bis hin zur richtigen Verrichtung des täglichen Geschäfts. Acht Jahre später nahm er Mekka ein. Aus einer zunächst bedrängten religiösen Bewegung war eine militante Macht geworden, deren Nachfolger innerhalb weniger Jahrzehnte große Teile des Nahen Ostens und Nordafrikas eroberten. Von der Auswanderung zur Herrschaft Die Hidschra war zunächst die Flucht einer bedrängten Gemeinschaft aus Mekka. Ihre Bedeutung erschöpft sich jedoch nicht in diesem Schutzmotiv. In Medina entstand ein Gemeinwesen, dessen Ordnung auch die Beziehungen zu anderen Stämmen und Religionsgemeinschaften regelte. Das sogenannte Gemeindeabkommen von Medina ist ein frühes Zeugnis dieser Entwicklung. Darin liegt ein grundlegender Unterschied zwischen den Lebensgeschichten Jesu Christi und Mohammeds. Christus führte keine Armee, gründete keinen Staat und eroberte keine Städte. Seine Botschaft ist eine der zärtlichen Liebe Gottes zu den Menschen, die diesen selbst heldenhafte Formen der Nächstenliebe ermöglicht. Mohammed hingegen vereinigte religiöse Verkündigung und politisch-kriegerische Führung mit aus heutiger Sicht menschenverachtenden Praktiken in seiner Person. Sein Handeln besitzt innerhalb der islamischen Tradition besondere Autorität, weil die Sunna des Propheten neben dem Koran eine wesentliche Quelle religiöser und rechtlicher Normen bildet. Die spätere islamische Expansion beruhte auch auf militärischen, wirtschaftlichen und machtpolitischen Voraussetzungen. Sie konnte jedoch an ein Herrschaftsmodell anknüpfen, dessen Grundlagen bereits in Medina gelegt worden waren. Der politische Islam ist deshalb keine bloße Erfindung der Neuzeit. Die Verbindung von Unterwerfung unter religiöse Autorität, Recht und Herrschaft gehört zur Entstehungsgeschichte des Islams selbst, ja hat ihm seinen Namen gegeben. Besonders deutlich tritt der politische Anspruch in Sure 9,29 hervor. Dort wird zum Kampf gegen bestimmte Nichtmuslime aufgerufen, bis diese die Dschizya entrichten. Diese besondere Abgabe wurde in der klassischen islamischen Rechtsordnung von bestimmten nicht-muslimischen Untertanen erhoben. Der Vers wurde zu einer wichtigen Grundlage des sogenannten Dhimmi-Systems. Juden und Christen konnten unter islamischer Herrschaft ihre Religion behalten, erhielten jedoch einen besonderen rechtlichen Status, der mit der Gleichberechtigung moderner Staatsbürger nicht zu verwechseln ist. Je nach Epoche und Herrschaftsgebiet waren damit steuerliche, rechtliche und gesellschaftliche Einschränkungen verbunden. Religionszugehörigkeit entschied damit nicht nur über persönliche Glaubensüberzeugungen, sondern auch über Rechte, Pflichten und gesellschaftlichen Rang. Der Dschihad und der Schrecken Der Begriff Dschihad wird häufig mit der allgemeinen Anstrengung auf Gottes Weg erklärt. Diese Bedeutung existiert, doch der bewaffnete Dschihad hat bereits in der klassischen islamischen Rechtslehre einen hervorragenden Platz eingenommen. Die mittelalterlichen Rechtsschulen behandelten ausführlich militärische Unternehmungen, Friedensverträge, Kriegsbeute und die rechtliche Stellung unterworfener Bevölkerungen. Dabei spielte die Ausweitung islamischer Herrschaft mit allen vorstellbaren Schrecken eines Krieges als legitimes Ziel eine wichtige Rolle. In Sure 8,12 ist davon die Rede, den Ungläubigen Schrecken einzujagen. Sure 3,151 enthält eine entsprechende Ankündigung. Der Hadith Sahih al-Bukhari 2977 überliefert Mohammeds Aussage, ihm sei durch den Schrecken seiner Gegner zum Sieg verholfen worden. Sie zeigen, dass die nach Charlie Hebdo u. a. Terrorakten äußerst erfolgreiche Einschüchterung des Gegners in den islamischen Quellen ausdrücklich religiös gedeutet und empfohlen wird. Heutige Dschihadisten greifen auf solche Überlieferungen zurück, um ihre Gewalttaten zu legitimieren. Hidschra und Dschihad: Auswanderung als religiöse Tat Mehrere Koranstellen verbinden Auswanderung und Kampf auf Gottes Weg unmittelbar miteinander. Sure 8,72 nennt diejenigen, die glaubten, auswanderten und mit ihrem Vermögen und ihrem Leben für Gottes Sache kämpften. Sure 9,20 hebt ebenfalls diejenigen hervor, die glaubten, auswanderten und sich mit ihrem Besitz und ihrem Leben auf Gottes Weg einsetzten. Auswanderung bzw. Migration und Kampf werden dabei als fast identisch betrachtet. In Sure 4,95 wird den Kämpfenden ein höherer Rang zugesprochen als denjenigen, die ohne entsprechenden Grund zurückbleiben. Die Hidschra erscheint damit als religiös heldenhafte Handlung, die im historischen Zusammenhang mit dem Einsatz für die islamische Gemeinschaft steht. Kurzum: Der politische Islam braucht nicht immer Bomben und Messer. Während Dschihadisten ihre Herrschaftsansprüche mit Terror durchsetzen, setzen andere Islamisten auf Missionierung, gesellschaftliche Unterwanderung und politischen Einfluss. Die Daʿwa dient ihnen nicht bloß der Glaubensverbreitung, sondern der langfristigen Durchsetzung islamischer Normen. Muslimische Einwanderung soll solchen Strategien neue Möglichkeiten eröffnen. Wo Islamisten Moscheevereine, Bildungsstätten und Verbände kontrollieren, können sie diese als Instrumente politischer Einflussnahme nutzen. Besonders brisant ist dabei die Berufung auf westliche Freiheitsrechte, um Forderungen durchzusetzen, die mit eben diesen Freiheiten kollidieren. Der gewaltfreie Islamismus ist deshalb nicht schon harmlos. Wo er dieselbe religiöse Herrschaftsordnung anstrebt wie militante Islamisten, unterscheidet er sich von ihnen vor allem in der Wahl seiner Mittel: Die einen setzen auf Terror, die anderen auf langfristigen politischen Einfluss. Dass sie dabei die Linken als dumme Steigbügelhalter benutzen ist kein Geheimnis und die Geschichte des Iran veranschaulicht es eindringlich. „Allahu akbar“-Schlachtruf bei Grenzübertritt Eine besondere Bedeutung besitzt der bei islamistischen Anschlägen wiederholt verwendete Ruf „Allahu akbar“. Die Formel bedeutet sinngemäß „Gott ist der Größte“, gehört zum täglichen Gebet der Muslime und besitzt zugleich eine lange Geschichte als militärischer Schlachtruf. Wenn ein dschihadistischer Attentäter diese Worte während seiner Gewalttat ruft, liegt darin ein ausdrückliches religiöses Bekenntnis. Der Täter stellt seine Handlung damit aus seiner Sicht unter göttliche Autorität. Bei Anschlägen, deren Täter sich auf den Dschihad berufen, ist diese religiöse Dimension ein wesentlicher Bestandteil ihrer Motivation. Aufhorchen lassen deshalb auch die Bilder von den massenhaften Grenzübertritten in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla im Sommer 2026. Aus Melilla wurden „Allahu akbar“-Rufe beim Überwinden der Grenzanlagen gemeldet, aus Ceuta bei anschließenden Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Derselbe Ruf, der islamistische Anschläge begleitet, erschallte damit auch bei diesen gewaltsamen Grenzkonflikten. Kann man noch offensichtlicher die Motivation dieser Invasion zum Ausdruck bringen? Terrorismus und Migration: Europas Sicherheitsproblem Dass dschihadistischer Terrorismus eine reale schwerwiegende Bedrohung für Europa darstellt, ist kein Geheimnis und das belegen die Berichte der Sicherheitsbehörden. Europol registrierte für 2024 insgesamt 24 dschihadistische Anschläge und Anschlagsversuche innerhalb der EU, darunter sechs vollendete und 18 vereitelte. Bei den vollendeten Anschlägen wurden fünf Menschen getötet und 18 verletzt. Zu den dokumentierten Fällen gehört der Anschlag von Solingen am 23. August 2024, bei dem drei Menschen ermordet wurden und zu dem sich der sogenannte Islamische Staat bekannte. Als Merkel vor Jahren behauptete, über ihre offenen Grenzen sei kein einziger IS-Terrorist nach Deutschland gekommen, belog sie das Parlament und damit die deutsche Bevölkerung wider besseres Wissen. Um uns später schulterzuckend zu sagen: „Jetzt sind sie halt da!“ Aber das ist nur die Spitze eines Eisbergs der Islamisierung: Mohammeds Hidschra, die Entstehung seiner politischen Herrschaft in Medina und die anschließende islamische Expansion bilden einen historischen Zusammenhang, der für das Verständnis des politischen Islams grundlegend ist. Die klassische Rechtslehre entwickelte daraus Vorstellungen über Krieg, Herrschaft und die Stellung der Nichtmuslime, auf die sich islamistische Bewegungen bis heute berufen können. Für Europa ergibt sich daraus ein enormes Problem, das über die Bekämpfung terroristischer Anschläge hinausgeht. Auch gewaltfreie islamistische Bewegungen verfolgen politische Ziele, die mit der Gleichberechtigung der Bürger, der Freiheit des Religionswechsels und der Geltung einer gemeinsamen staatlichen Rechtsordnung unvereinbar sind. Nicht jede muslimische Migration ist Dschihad. Doch Migration ist innerhalb islamistischer Strategien zum Instrument religiöser Expansion und politischer Einflussnahme geworden. Die historischen Grundlagen dafür reichen bis zu Mohammeds Hidschra und der Verbindung von Glauben, Recht und Herrschaft in der Frühgeschichte des Islams zurück. Wer diese Zusammenhänge ausblendet und den politischen Islam ausschließlich als moderne Fehlentwicklung betrachtet, verkennt einen wesentlichen Teil seiner historischen und theologischen Grundlagen. Und übersieht in seinem Islam-Appeasement die größte Gefahr, die Europa derzeit droht. Wo bleibt der neue Karl Martell, wo ein neuer Richard Löwenherz, ein El Cid, ein Don Juan de Austria, wo Herrscher wie Johann III. Sobieski und ein Heiliger wie Bernhard von Clairvaux? [Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.] Zuvor veröffentlicht in PHILOSOPHIA PERRENIS, mit freundlicher Genehmigung von David Berger übernommen. David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch „Der heilige Schein“. Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u. a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European). Artikel als PDF-File | Kommentare Zum Anfang2026-10-21 18:15 Humanisten sehen Massenmanipulation„Schülerproteste“ in DeutschlandEin Hashtag, ein Eichhörnchen, ein Netzwerk: Warum hinter „Gen Z regelt“ mehr steckt als spontaner JugendzornEkaterina Quehl
Was wie ein Schülerprotest aussieht, ist eine Kampagne aus dem linksextremen Milieu: Unter dem Hashtag „genzregelt“ und mit einem Eichhörnchen-Logo bereitet ein Netzwerk um die Internationale Jugend den 31. Oktober vor. In Frankreich brannten Rathäuser, in Deutschland soll der Herbst heiß werden.Was schon seit vielen Tagen in Frankreich passiert und von den großen Medien hierzulande hartnäckig als Randerscheinung dargestellt wird, mündet in landesweite Gewaltproteste, Barrikaden, Brandstiftungen und Angriffe auf Polizei und öffentliche Gebäude. Das französische Innenministerium zählte über 550.000 Teilnehmer. Über 1.200 Menschen wurden festgenommen, rund 150 Polizisten verletzt. Mehrere Städte sind verwüstet oder liegen in Trümmern. In Limoges brannten maskierte Randalierer das historische Rathaus nieder, in Lyon wurde eine Touristenzentrale in Brand gesetzt. Nun formiert sich seit einigen Tagen auch hierzulande eine Kampagne, die die gewaltsamen Proteste aus Frankreich nach Deutschland holen will. Unter dem Hashtag „genzregelt“ (Gen Z regelt) und mit einem Eichhörnchen-Logo organisieren sich aktuell Tausende in Gruppen, die am 31. Oktober (Halloween) in unterschiedlichen Städten auf die Straße gehen wollen. Auf Reddit, Instagram und Telegram sind wie Pilze nach dem Regen mehrere Kanäle und Posts entstanden, die gerade mal ein paar Tage alt sind und in denen die Organisatoren die „Proteste“ in unterschiedlichen Städten planen und zu Demonstrationen aufrufen. Auf Reddit steht in der Kanalbeschreibung: „Gen Z regelt – eine friedliche politische Bewegung, die sich mit Transparenz, politischer Verantwortung und den Zukunftsfragen unserer Generation beschäftigt.“ Auf zahlreichen Telegram-Kanälen mit einem läuft die Vorbereitung der sogenannten „Halloween Demos“ auffällig einheitlich und sehr strukturiert ab. So schreibt der Hauptkanal „Gen Z regelt“ den anderen Kanälen vor, wie diese die Demos zu organisieren haben: „Was jetzt in den Stadt-Gruppen ansteht: und weiter:
„Wir sehen alle die Bilder aus Frankreich, Belgien,
Spanien und anderen Ländern: Demos, die in Zerstörung,
brennenden Barrikaden und Gewalt eskalieren. Auf Instagram existiert ebenfalls ein gleichnamiger Account – und das erst seit sechs Tagen –, in dem täglich unter Mottos wie „Gegen Uni-Kürzungen & gegen Rechtsruck“, „Streiken wie die Jugend in Frankreich“ und „Sozialkürzung, Überwachung, Rechtsruck, kaputte Schulen, Wehrpflicht“ zu Protesten aufgerufen wird. Die Bewegung Gen Z organisiert sich auffällig einheitlich, ordentlich und strukturiert. Und selbst wenn ständig zum Vergleich mit „Schüler“-Protesten in Frankreich gegriffen wird, merkt man schon jetzt, dass es zumindest in der jetzigen Phase eine andere Art der Formierung ist. Entweder glauben die Organisatoren der deutschen Bewegung, dass in Frankreich tatsächlich Schüler und Studenten auf die Straßen gehen, oder sie nutzen die andauernden gewaltsamen Randalen für ihre eigene Agenda. Wer steckt nun hinter „Gen Z regelt“? Hinter der „Gen Z regelt“-Bewegung steckt offensichtlich die Organisation Internationale Jugend (IJ). Auf ihrer Seite steht unter anderem: „…Solange wir in einer Welt leben in der Profite über Menschen gestellt werden, werden unsere Interessen immer zweitrangig bleiben. Solange es den Plänen der Reichen dient, werden Kürzungen, Wohnungsnot und Aufrüstung immer wieder auf der Tagesordnung stehen und Krisen und Kriege auf unserem Rücken ausgetragen werden! Gerade rechte Kräfte, die sich weltweit im Aufschwung befinden, versuchen sich als Alternative und Lösung für diese Probleme und dieses System darzustellen. Uns muss klar sein: der Kampf gegen Sozialkürzungen, ein kaputtgespartes Bildungs- und Gesundheitssystem, Aufrüstung und Wehrpflicht muss immer auch ein Kampf gegen den wachsenden Rechtsruck sein…Für unsere Zukunft kämpfen wir nicht nur an einem Tag, sondern müssen uns langfristig zusammen schließen. Gegen dieses System, für eine Welt in der nicht nach Profit entschieden wird sondern in unserem Interesse — GenZ regelt!“ Hinter der Internationalen Jugend steht ein verzweigtes, linksextremistisches Netzwerk. Die IJ fungiert als spezifische Jugendorganisation innerhalb der Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO), die vor allem durch Basisarbeit an Schulen und Universitäten aktiv ist. Zudem organisiert sie propalästinensische Proteste und gegen die „rassistische und imperialistische Politik Israels“, weshalb es niemanden wundern sollte, wenn auch bei uns auf „Schülerprotesten“ wie in Frankreich Palästina-Fahnen zu sehen sein werden. Laut Angaben in offiziellen Verfassungsschutzberichten der Landesinnenministerien (NRW, Sachsen, Sachsen-Anhalt und BaWü) wird dieses gesamte Geflecht strategisch vom Kommunistischen Aufbau (KA) gesteuert und ist als linksextremistisch eingestuft. Was also als „eine friedliche politische Bewegung“ dargestellt wird, die Schüler eigenständig organisieren sollen, ist – zumindest in Deutschland – nichts anderes als eine auf Hochtouren organisierte Kampagne der Internationalen Jugendorganisation, die Teil eines linksextremistischen Netzwerks ist. Unter dem Motto „Gen Z regelt“ und mit einem harmlosen Eichhörnchen-Logo erweckt sie aber den Eindruck einer reinen Schülerbewegung, die sich spontan im Internet formiert hat, angesteckt von den angeblichen „Schüler“-Protesten in Frankreich. Das Schlimme dabei ist, dass viele Schüler hierzulande tatsächlich daran glauben und sich dadurch für Linksextremisten instrumentalisieren lassen. Was erwartet uns am 31. Oktober? [Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.] Zuvor veröffentlicht in Achgut.com, mit freundlicher Genehmigung von Ekaterina Quehl übernommen. Ekaterina Quehl, geboren in St. Petersburg und seit mehr als 20 Jahren in Deutschland, ist Journalistin, Redakteurin und Grafikdesignerin. Sie leitete jahrelang die Redaktion eines großen kritischen journalistischen Portals und schreibt heute auch auf ihrem eigenen Blog Querblick. Artikel als PDF-File | Kommentare Zum Anfang2026-10-20 15:15; ergänzt 2026-10-21 00:10 Humanismus als GegengiftWenn Ideen tötenWarum lebensgefährliche Memkomplexe entstehen – und was der Mensch ihnen entgegensetzen kann. Der Islam als FallYuna Mons
Ideen verbreiten sich wie Erreger – aber sie infizieren niemanden gegen dessen Willen. Der Mem-Begriff erklärt, warum sich Geltungsdoktrinen über Generationen halten, und er zeigt, wo die Gefahr sitzt. Die Gefahr eines Memkomplexes bemisst sich nicht an der Frömmigkeit seiner Träger, sondern an sechs Eigenschaften, die man vorher festlegen kann. Der Islam erfüllt sie in ungewöhnlicher Vollständigkeit. Wer ihn bekämpfen will, darf trotzdem nicht nur den Inhalt attackieren: Entscheidend sind soziale Bindungen, praktische Perspektiven und die Kunst, im Dialog zu bleiben.Richard Dawkins prägte den Begriff des Mems als kleine, im Gehirn gespeicherte Informationseinheit, die sich durch Nachahmung von Mensch zu Mensch verbreitet – analog zum Gen in der Biologie. Ein Mem ist ein kulturelles Vervielfältigungselement: eine Idee, ein Ritual, ein Glaubenssatz, der kopiert, variiert und weitergegeben wird. Ob eine solche Einheit harmlos oder höchst gefährlich ist, ändert nichts an ihrem Charakter als Mem. Der Begriff beschreibt, er bewertet nicht. Genau deshalb taugt er als Messinstrument. Gefährlichkeit wird messbar, sobald man sie definiert. Ein Memkomplex wird für Menschen außerhalb seiner Grenzen gefährlich, wenn mehrere Merkmale zusammenkommen:
Prüfen wir den Islam an diesen sechs Punkten. Der Totalitätsanspruch ist ungewöhnlich stark ausgeprägt. Der Islam bleibt nicht Religion im engeren Sinne. Er beansprucht die Ordnung des Diesseits: Recht, Wirtschaft, Ehe, Erbe, Strafrecht. Wo andere Religionen sich auf das Heil der Seele beschränken, liefert dieser Komplex zugleich eine Verfassung. Der Sendungsauftrag ist universal. „Ihr seid die beste Gemeinschaft, die je unter den Menschen hervorgebracht wurde“ (Sure 3:110) – das ist kein Selbstlob, das ist eine Rangordnung. Der Anspruch endet nicht an der Gruppengrenze: Der Gesandte sei gekommen, „damit er ihn über alle Religionen siegen lässt“ (Sure 9:33). Nicht eine Religion neben anderen, sondern über ihnen. Die Nicht-Gegenseitigkeit ist der härteste Punkt und
in der öffentlichen Debatte am wenigsten präsent.
Wer zum Islam gehört, genießt andere Rechte als wer
nicht dazugehört. Die klassische Formel steht in
Sure 9:29: Die Schriftbesitzer (Juden und Christen)
sind also gerade die Gruppe, die laut diesem Vers
die Abgabe entrichten soll, solange sie unter
islamischer Herrschaft lebt und nicht zum Islam
übertritt. Das ist der zentrale Beleg für die
Nicht-Gegenseitigkeit der Regeln. Die Austrittskosten sind entsprechend hoch. Verlassen heißt nach der klassischen islamischen Rechtslehre nicht einfach, seine Meinung zu ändern. Es berührt Status, Ehe, Erbrecht und Familienfrieden. Ein Memkomplex, den man billig betreten und teuer verlassen kann, ist besonders stabil. Die Resistenz gegen Korrektur besitzt eine eigene Technik. Die Lehre der Abrogation besagt, dass spätere Offenbarungen frühere aufheben können. Das geschah während der Offenbarungszeit Mohammeds: Spätere Verse konnten frühere rechtliche Regelungen außer Kraft setzen. Zugleich gilt Mohammed als „Siegel der Propheten“. Nach ihm darf es keine neue Offenbarung mehr geben. Der Text ist damit abgeschlossen. Wer kritisieren oder korrigieren will, argumentiert deshalb nicht nur gegen einzelne Aussagen, sondern gegen ein System, das interne Widersprüche bereits vorgesehen und externe Einwände kategorisch ausgeschlossen hat. Die Übertragungstreue sucht ihresgleichen: fünf Gebete am Tag, auswendig gelernter Text, Rezitation in einer Sprache, die als unübersetzbar gilt und deren Übersetzung nur Deutung sein darf. Das ist eine memetische Firewall. Der Inhalt bleibt stabil, weil er in einer Sprache gespeichert ist, die die meisten Träger nicht vollständig beherrschen – und die Deutungshoheit damit bei einer kleinen Schicht liegt. Sechs von sechs. Das ist der Befund. Daraus folgt ein Gedanke, der die übliche Abwehrhaltung erledigt. Der Einwand „mein muslimischer Nachbar ist aber ganz entspannt“ trifft nicht. Meme brauchen keine Überzeugung, sie brauchen nur Wirte. Ein Memkomplex wirkt auch dann, wenn der Einzelne kaum glaubt. Er wirkt über Geburtenrate, über Austrittskosten, über Institutionen, über den Kalender. Man kann die Träger für sympathisch halten und den Code trotzdem für gefährlich – das ist kein Widerspruch, das ist der Kern der Sache. Dazu kommt eine Asymmetrie, die man kennen sollte: Der Komplex nutzt die Freiheiten der Gastgesellschaft – Meinungsfreiheit, Sozialstaat, Minderheitenschutz – als Wachstumsmedium, ohne die eigene Regelordnung zur Disposition zu stellen. Solange er Minderheit ist, ist Toleranz die günstigste Strategie. Was geschieht, wenn er Mehrheit wird, bleibt die offene Frage. Was lässt sich dagegen tun? Ein Patentrezept gibt es nicht. Sinnvoll ist eine Gliederung nach Reichweite. Auf breiter Ebene geht es um Prävention. Prebunking wirkt: Menschen werden vor der Begegnung mit dem Narrativ über dessen Mechanik aufgeklärt, sodass sie die Technik erkennen und nicht nur den Inhalt. Dazu gehört konkret das Wissen um Abrogation, um die Trennung von Text und Tradition und um die Rhetorik der „besten Gemeinschaft“. Ergänzend wirkt früher, selbstverständlicher Kontakt über Gruppengrenzen hinweg: Wer in Jugendjahren Freundschaften jenseits der eigenen Blase lebt, entwickelt weniger Anfälligkeit für Wir-gegen-sie-Denken. Medienkompetenz allein bleibt zweischneidig – sie macht auch gegenüber seriösen Quellen kritischer. Bei gefährdeten Personen und ihrem Umfeld setzen wirksame Ansätze am sozialen Nahfeld an: erst die emotionale Beziehung, dann die praktische Lebensregelung, erst danach die ideologische Distanzierung. Das ist kein Umweg, sondern Voraussetzung. Wer Ausbildung und Wohnung nicht geklärt hat, diskutiert nicht über Theologie. Bei tief Involvierten kommen psychologische und pädagogische Mittel zum Einsatz: kognitive Verhaltenstherapie, Emotionsregulation, traumasensible Ansätze, motivierende Gesprächsführung. Bewährt hat sich vor allem eines – die Trennung von Person und Ideologie. Die Person wird respektiert, die Einstellung nicht. Gesprächsführung fragt nach Gründen und unerfüllten Bedürfnissen, statt Glaubenssätze frontal zu bestreiten. Wer die Person zum Schweigen bringt, verliert den Zugang. Eine ehrliche Einschränkung gehört dazu. Menschen übernehmen solche Komplexe nicht wie Viren, sondern weil sie an bestehende Überzeugungen, Identitäten und soziale Bedürfnisse anknüpfen. Wer nur den Inhalt attackiert, verstärkt oft die Abwehr. Wirksamer ist es, die Anschlussfähigkeit zu verringern: alternative Bindungen anbieten, praktische Perspektiven eröffnen, die Technik durchschaubar machen – und den Dialog auch dort aufrechterhalten, wo er mühsam ist. Genau hier liegt die humanistische Antwort. Sie setzt nicht auf die Auslöschung des Gegners, sondern auf den Menschen hinter der Überzeugung. Sie nimmt die Person ernst, ohne ihre Ideologie zu teilen. Und sie hat einen Vorteil, den der Memkomplex nicht hat: Sie darf sich korrigieren. [Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.] Yuna Mons ist freie Publizistin und beobachtet die deutsche Politik aus humanistischer Perspektive. Sie schreibt hier unter einem Pseudonym. Artikel als PDF-File | Kommentare Zum Anfang2026-10-16 21:10 Humanismus und BauernopferDer geopferte BauerKiew schweigt, Warschau mauert, Berlin zahlt: Ein Verbündeter beschert Deutschland den größten Sabotageakt seit dem Krieg und erntet dafür noch LobOlli Garch
17 Milliarden Euro kosteten die Pipelines, 100 Milliarden Hilfsgelder flossen nach Kiew – und der Anschlag auf das deutsche Eigentum kam ausgerechnet vom Verbündeten. Der Hamburger Prozess bringt die Bundesregierung in Verlegenheit, doch Merz redet weiter von Solidarität. Wer schuldig ist, wer schweigt und wer die Rechnung trägt: eine Abrechnung mit der deutschen Ukraine-Politik.Über vier Jahre nach der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines hat vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg nun der Prozess gegen den Ukrainer Serhin Kusnetzow begonnen, der der Kopf des verantwortlichen Sprengkommandos gewesen sein soll. Laut Bundesanwaltschaft habe Kusnetzow, der einst den ukrainischen Spezialkräften angehörte, am 8. September 2022 mit sechs Mittätern auf Rügen die Segelyacht „Andromeda“ für mehrere Wochen übernommen und dann Sprengsätze an den Pipelines befestigt. Bei deren Explosion wurden drei der vier Leitungen zerstört. Eine amerikanische logistische oder militärische Undercover-Beihilfe ist wahrscheinlich. 17 Milliarden Euro kosteten die Pipelines, die günstiges Gas aus Sibirien nach Deutschland pumpten. „Vor der Sprengung wurde durch Nord Stream 1 im Jahr 2021 etwa die Hälfte des zur Energiegewinnung benötigten deutschen Erdgases geleitet“, erklärte der Vertreter der Generalbundesanwaltschaft bei der Anklageverlesung. Seit der Sprengung fließe kein Gas mehr. Nord Stream 2 ging nie in Betrieb. Kusnetzow, der die Aussage verweigert, wird von drei Verteidigern vertreten, von denen einer, der Italiener Nicola Canestrini, den deutschen Justizbehörden in filmreifer Theatralik vorwarf, die italienischen Kollegen absichtlich getäuscht zu haben, als sie die Auslieferung Kusnetzows beantragten. Die italienischen Richter hätten die deutschen Ermittlungsakten nie gesehen, so Canestrini. Ansonsten hätten sie der Auslieferung niemals zugestimmt. Er forderte eindringlich, „dass dieser Senat dem Recht die Kraft wiedergibt, die ihm genommen wurde“. Weiter sagte er, es gebe an den Prozess Erwartungen, „die mit dem Recht nichts zu tun haben“: wirtschaftliche und politische Interessen, die aus dem Prozess eine Bühne gemacht hätten und aus seinem Mandanten „einen Sündenbock, einen Bauern, der auf einem Schachbrett geopfert werden soll, auf dem andere die Figuren bewegen“. Ansonsten lautet die Verteidigungsstrategie, dass Kusnetzow nicht aussagen dürfe, weil es ihm von seinen beiden unmittelbaren Vorgesetzten nicht erlaubt worden sei, nicht einmal gegenüber seinen Verteidigern. Da er sich nicht äußern könne, könne er sich auch nicht verteidigen. Wer sich aber nicht verteidigen könne, könne in einem Rechtsstaat auch nicht verurteilt werden. Würde er gegen die Schweigepflicht verstoßen, drohten ihm in der Ukraine signifikante Strafen. 100 Milliarden Belohnung für Staatsterrorismus Dies wirft natürlich sofort die drängende Frage auf, warum seine Vorgesetzten ihm jede Aussage verbieten, wenn die ukrainische Regierung, wie von Präsident Wolodymyr Selenskyj immer wieder vehement behauptet, doch absolut nichts mit diesem größten Sabotageakt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg zu tun hat? In Wahrheit deuten alle Indizien eindeutig auf das Gegenteil hin: Der Anschlag geschah mindestens mit stillschweigender Billigung, wenn nicht auf direkten Befehl Selenskyjs – und Polen, das immer gegen den Bau der Pipelines war, die nicht durch sein Territorium liefen, hat höchstwahrscheinlich den Anschlag unterstützt, danach die Auslieferung eines Verdächtigen an Deutschland verweigert und ihm möglicherweise sogar noch bei der Flucht in die Ukraine geholfen. So stellt der Fall sich dar, und bringt die Bundesregierung in gigantische Verlegenheit. Denn das Land, in das sie nach offiziellen Angaben seit Kriegsbeginn bereits 100,9 Milliarden Euro deutschen Steuergeldes gepumpt hat und dem Bundeskanzler Friedrich Merz` – neben dem Machterhalt – einzige Sorge gilt, hat Deutschland hier unermesslichen Schaden zugefügt. Es ist ein in der Geschichte wohl beispielloser Vorgang, dass ein Land bereit- und freiwillig ein anderes Land, vom dem es selbst angegriffen wurde, mit Hilfsgeldern und Waffen zum massiven Schaden des eigenen Volkes zuschüttet. Die ewige Schuldkonditionierung und ein sich mit zunehmender zeitlicher Entfernung vom NS-Höllenbrand vergrößernder Nationalmasochismus machen dies möglich. Dabei war die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines war nichts anderes als ein kriegerischer Akt durch einen vermeintlichen Verbündeten, und jedes Land mit Selbstachtung müsste und würde daraufhin jeglichen Kontakt zur Ukraine abbrechen und, statt weiter Geld dort zu verbrennen, umgekehrt eine Gegenrechnung präsentieren und die Ukraine vor sämtlichen internationalen Gerichten verklagen. Stattdessen überbietet sich der deutsche Ukrainekanzler Merz mit Solidaritätsadressen an das – noch dazu völlig korrupte – dortige Regime. Es bleibt dabei: Was diese Bundesregierung praktiziert, ist (zumal im Lichte der Erkenntnisse der eigenen Justizbehörden und der internationalen Presse) nichts anderes als Landesverrat. ZDF-Slomka: Aus vermeintlichem „russischen Terroranschlag“ wird eine „legitime“ ukrainische Kriegshandlung Den Gipfel der Volksverdummung und Verhöhnung erklimmt diesbezüglich wieder einmal die Berichterstattung der deutschen Staatsmedien. Als im September 2022 die Anschläge stattfanden, gehörten ARD und ZDF zu denen, die das Narrativ eifrig mittrugen, der kriegerische Akt der Zerstörung sei höchstwahrscheinlich von Russland verübt worden. Nach Jahren des Verleugnens steht nunmehr gesichert fest, dass es die Ukraine war – und siehe da, plötzlich wird aus dem Terrorakt eine zulässige Kriegshandlung. Im ZDF bei Mariella Slomka wurde die Pipeline quasi zum „legitimen Kriegsziel“ umgedeutet, das die Ukraine selbstverständlich hätte angreifen dürfen, um Russland zu treffen – verbunden mit der sublimen Einordnung, Kusnetzow und seine weiteren Komplizen stünden im Prinzip zu Unrecht vor Gericht. Auf diese perverse, deutsche Interessen völlig ausblendende Apologetik muss man erst einmal kommen. Vermutlich lachen sie sich in Kiew schlapp über soviel deutsche Ehrlosigkeit, Dummheit und Selbstbetrug. Und auch darüber, dass die Zahlungen an die Ukraine natürlich kein Ende nehmen werden. Selbst dann nicht, wenn im Prozess herauskäme, dass Selenskyj persönlich den Sprengbefehl erteilt hätte. Anderswo hat man das Spiel durchschaut und die taktische Kriegsverschleppungstaktik der Kiewer Bonzokraten, die prächtig von den nicht enden wollenden Hilfsgeldzahlungen profitieren, zum Anlass für einen Kurswechsel genommen: Die US-Regierung, von den Kollateralschäden und Folgen für die eigene Energieversorgung restlos bedient, arbeitet an einem Friedensplan, der vorsieht, dass Russland und die Ukraine wirtschaftliche und sicherheitspolitische Vorteile erhalten, um ihnen im Gegenzug Kompromisse bei der Gebietsfrage zu erleichtern. Parallel dazu soll ein Rahmen für den Wiederaufbau der Ukraine gesetzt werden, den die Weltbank und der Vermögensverwalter BlackRock – der (wirklich ehemalige?) Arbeit- und Auftraggeber von Friedrich Merz – zu Deutschlands Lasten – schaffen wollen. Die ukrainische Führung wurde bereits aufgefordert, detaillierte Kostenschätzungen vorzulegen und zu garantieren, dass die Gelder „nicht von Kriegsgewinnlern veruntreut“ würden. Schon das ist allerdings absolut unrealistisch, weil die ukrainische Regierung selbst aus Kriegsgewinnlern besteht und das gesamte Land auf allen Ebenen von Korruption durchsetzt ist. Merz-Deutschland, größter Idiot der Weltpolitik Außerdem soll die Ukraine eine Zusage der USA und europäischer Staaten erhalten, im Falle eines erneuten russischen Angriffs „militärisch zu reagieren“; dies wäre dann allerdings ein NATO-Bündnisfall mit allen Konsequenzen. Um einen Ausgleich zu schaffen, solle auch Russland mit Europa Vereinbarungen über seine Sicherheitsinteressen treffen. Weiterhin sollen Russland, die Ukraine und Europa über ein Energieabkommen wirtschaftlich verflochten werden, etwa durch eine Pipeline für russisches Öl und Gas nach Europa, deren Gewinne sich Moskau und Kiew teilen. Zugleich solle festgelegt werden, wie und wann die Sanktionen gegen Russland aufgehoben würden. Und schließlich soll ein sofortiger Waffenstillstand entlang der aktuellen, 1.200 Kilometer langen Frontlinie geschlossen werden, was Russland Kontrolle über die besetzten Gebiete – einschließlich der umkämpften Teile des Donbass – sichern würde. Als zentrale Vorbedingung für all das müssten beide Seiten jedoch ihre Angriffe auf Raffinerien einstellen, so die Idee der Amerikaner. Das Weiße Haus hat einen entsprechenden Bericht der „Washington Post“ über diese angeblich vorgeschlagenen Details noch nicht bestätigt. Deren Erfolgsaussichten scheinen jedoch sehr gering, da Selenskyj den Gebietsabtretungen kaum zustimmen wird – umso weniger, da nur der Krieg ihn und seine Kamarilla an der Macht hält, an der sie sich bereichern können, und die er ohne demokratische Wahlen (seit fast zweieinhalb Jahren) diktatorisch ausüben kann. Sollte der Plan aber dennoch umgesetzt werden, wäre Merz einmal mehr blamiert. Erst dieser Tage weigerte sich der Kanzler der Lügen wieder einmal rundheraus, die Russland-Sanktionen aufzuheben. Außerdem behauptet die Regierung, man sei unabhängig von russischem Öl. Das mag stimmen, allerdings ist man damit auf viel teureres Öl aus anderen Ländern angewiesen. Dass auch Deutschland die Ukraine militärisch verteidigen müsste, wenn Russland erneut angriffe, wäre zwar zweifellos im Sinne von irren Kriegstreiberm wie Roderich Kiesewetter und Marie-Agnes Strack-Zimmermann, würde zugleich aber den ultimativen Selbstmord Deutschlands bedeuten. Und natürlich würde Deutschland als größter europäischer Geldgeber der Ukraine den Wiederaufbau des ohnehin völlig bankrotten Landes zum größten Teil auch noch bezahlen. Dieser Krieg und die desaströse und verräterische Politik seiner Regierung ist für Deutschland also eine einzige Katastrophe – und lässt unser Land abermals als größten Idioten der Weltpolitik dastehen lässt, der nicht nur ungestraft mit sich machen lässt, sondern seine Feinde und Parasiten auch noch belohnt. [Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.] Zuvor veröffentlicht auf ANSAGE!, mit freundlicher Genehmigung von Daniel Matissek übernommen. Artikel als PDF-File | Kommentare Zum Anfang2026-10-15 00:20 Humanismus statt HerdentriebBevor sich einer in die Hose macht, geht die CDU lieber geschlossen aufs Klo…Eine kleine Sittenlehre des Wegduckens, für Freie Säkulare HumanistenMeinrad Müller
Es gibt Sitzungen, da zählt nicht der Antrag, sondern der Fluchtweg. Meinrad Müller beschreibt, wie die Union aus dem gemeinsamen Verschwinden eine Methode gemacht hat: Wer den Saal im Kollektiv verlässt, muss sich hinterher an nichts erinnern. Eine Glosse über Fraktionsdisziplin, Fraktionsflucht und die stille Örtlichkeit als Regierungstechnik.In Sachsen-Anhalt hat die von einst 40 auf nur noch 15 Abgeordnete geschrumpfte CDU-Fraktion eine neue Methode entdeckt, um ihre Mitglieder vom falschen Wählen abzuhalten. Bei der Ministerpräsidentenwahl im Dezember sollen alle geschlossen den Saal verlassen. Alice Weidel nennt das „Kindergarten allererster Sahne“. Es erinnert sehr an den DDR-Kindergarten. Die Erzieherin klatscht in die Hände, alle Kinder stehen auf und marschieren gemeinsam aufs Klo. Keiner bleibt zurück, keiner macht sich selbstständig. Und wehe, einer läuft in die falsche Richtung! Alle Kinder müssen aufs Klo! So ähnlich soll es im Dezember 2026 im Landtag von Sachsen-Anhalt zugehen. Die CDU-Fraktion hat am 13. Oktober beschlossen, dass ihre 15 Abgeordneten bei der Wahl von Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten geschlossen den Saal verlassen. Der Grund für den gemeinsamen Ausflug ist pikant. Bei der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten erhielt dieser mindestens vier Stimmen mehr, als AfD und BSW zusammen Sitze haben. Die CDU verdächtigt, dass einige ihrer Abgeordneten heimlich mitgeholfen haben. Das darf nicht noch einmal passieren! Also lieber alle gemeinsam aufs Klo. Mit Durchzählen vor der Tür. 15 freie Abgeordnete mit kastrierter Stimme Die 15 CDU-Abgeordneten sind vom Volk gewählt worden. Sie besitzen das verfassungsmäßige Recht, bei der Wahl des Ministerpräsidenten ihre Stimme abzugeben. Auch gegen den Willen der eigenen Partei. Frei, geheim und nur ihrem Gewissen verpflichtet. Aber eine geheime Wahl ist schließlich eine gefährliche Angelegenheit. Da könnte einer plötzlich nach seinem Gewissen abstimmen. Und damit womöglich die Brandmauer zum Einsturz bringen. Das „Versehen“ vom 9.11.1989 Das erinnert an Günter Schabowski, der am 9. November 1989 beinahe beiläufig verkündete, die neue Reiseregelung gelte „sofort, unverzüglich“. Wenig Minuten später war die Mauer offen. Ein zweites „unverzüglich“ will man diesmal bei der CDU offenbar nicht riskieren. Die Brandmauer muss stehen bleiben! Sachsen-Anhalts CDU durch KI ersetzen Vielleicht sollte die CDU ihre Abgeordneten gleich durch künstliche Intelligenz ersetzen. Die lässt sich bequem ein- und ausschalten. Keine Gewissensbisse, keine heimlichen Kreuzchen, keine Abweichler. Ein Knopfdruck genügt, und alle 15 sind abgeschaltet. Das spart sogar den Toilettengang. Fraktionsdisziplin auf Knopfdruck! Feigheit vor dem Feind! In früheren Armeen verstand man bei Feigheit im Gefecht keinen Spaß. Wer vor dem Feind davonlief, musste im Kaiserreich nach dem damaligen Militärstrafgesetzbuch unter bestimmten Umständen sogar mit der Todesstrafe rechnen. Zum Glück sitzt die CDU nicht im Schützengraben. Eine Armee, die vor der Schlacht geschlossen das Feld räumt, hätte zumindest ein Problem mit ihrem militärischen Auftrag. Im Landtag nennt sich das heute parlamentarische Strategie. Nicht einmal eine weiße Fahne muss noch genäht werden. Die CDU bringt ihre eigene Brandmauer mit und versteckt sich dahinter. Onkel Merz durfte zweimal Erinnern wir uns an den 6. Mai 2025. Friedrich Merz fiel bei seiner Wahl zum Bundeskanzler im ersten Wahlgang durch. Doch niemand schickte die Bundestagsabgeordneten nach Hause. Im Gegenteil! Sogar die Linken halfen mit, damit Merz noch am selben Tag einen zweiten Versuch bekam. Sie stimmten einer Änderung des parlamentarischen Verfahrens zu. Und siehe da, Onkel Friedrich wurde doch noch Bundeskanzler. In Berlin dürfen sogar die Linken helfen, wenn ein CDU-Mann durchgefallen ist. In Magdeburg dagegen sollen die eigenen CDU-Abgeordneten vorsichtshalber aus dem Saal verschwinden, damit sie bloß keinem AfD-Mann helfen können. Fünf BSW-Stimmen könnten alles ändern In Mecklenburg-Vorpommern mit 4,8 Prozent aus dem Landtag geflogen, in Sachsen-Anhalt immerhin noch mit fünf Abgeordneten vertreten. Dort hat die Partei eine Gelegenheit, ihre Ernsthaftigkeit unter Beweis zu stellen. Dann könnte die CDU geschlossen aufs Klo gehen und bei ihrer Rückkehr feststellen, dass Sachsen-Anhalt bereits einen Ministerpräsidenten hat. Ganz ohne ihren Segen! Noch hat das BSW keinen Kurswechsel angekündigt. Aber die fünf Abgeordneten besitzen dasselbe freie Mandat wie ihre Kollegen von der CDU. Ob sie es nutzen, um einen eigenen politischen Kurs zu zeigen, bleibt ihre Entscheidung. CDU macht die Rechnung ohne den Wirt In Artikel 65 der Landesverfassung steht: Scheitern beide Wahlgänge und beschließt der Landtag anschließend keine Neuwahl, folgt ein dritter Wahlgang. Und dort genügt ausdrücklich die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Und jetzt kommt der Clou: Bleiben die 15 CDU-Abgeordneten auch im dritten Wahlgang draußen und enthalten sich die fünf BSW-Abgeordneten, stehen 39 AfD-Stimmen nur noch 24 Gegenstimmen gegenüber. Siegmund wäre Ministerpräsident. Ganz ohne eine einzige CDU-Stimme! Allerdings müsste Siegmund dafür über seinen eigenen Schatten springen. Bisher wollte er nur im ersten Wahlgang antreten. Würde er auch im dritten kandidieren, könnte er die CDU mit ihrer eigenen Trickserei aufs Kreuz legen. Wenn die Wahl längst gelaufen ist… Die CDU hat bislang nur den Auszug für die ersten beiden Wahlgänge beschlossen. Vielleicht wird bis zum dritten Wahlgang sogar die Toilettenordnung geändert. Man stelle sich das Bild vor: Drinnen wird Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten gewählt, während draußen 15 CDU-Abgeordnete brav vor der Toilettentür warten. Wenn sie wieder in den Plenarsaal zurückkehren, ist die Wahl längst gelaufen. Sachsen-Anhalt hat einen neuen Ministerpräsidenten, und die CDU hat ihre Anwesenheitspflicht wenigstens auf dem Flur erfüllt. Mit freundlicher Genehmigung von Meirad Müller übernommen aus jouwatch. Artikel als PDF-File | Kommentare Zum Anfang2026-10-14 16:00 Humanismus ist IdeologiekritikSozialisten: Wie parasitäre Massenmörder, Kirche und Islam gemeinsam salonfähig werden konntenVon der Reformation bis zum 7. Oktober – warum der kleinste gemeinsame Nenner gefährlicher ist als die Ideologie selbstSascha Rauschenberger
Der Sozialismus braucht einen Vorwand, und er findet ihn immer. Erst lieh ihm die Kirche die Moral, heute leiht sie ihm der Islam. Beide halten die Schwachen für Schafe: Die einen hüten ihren Geist, die anderen scheren sie. Sascha Rauschenberger folgt dieser Spur von Marx' Dienerin Helene Demuth bis zum 7. Oktober – und zeigt, wie aus dem kleinsten gemeinsamen Nenner eine Allianz wird, die den Antisemitismus wieder salonfähig macht.Die Überschrift tut weh – und das soll sie. Denn der Zusammenhang, der hier freigelegt wird, ist für unsere Zeit zentral. Zwei Anläufe Der Sozialismus/Kommunismus kommt nicht aus dem Nichts heraus und wurde mitnichten durch die Kirche auch nur ansatzweise gefördert oder hofiert. Geschichtlich haben die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und die Französische Revolution eine Tür geöffnet, die die Aufklärung intellektuell-theoretisch schon aufgestoßen hatte. Und das war der zweite Versuch. Der erste Versuch muss fast dreihundert Jahre früher gesucht werden, als aufwieglerische Mönche (z. B. Luther) und Kirchenfürsten intellektuell den Grundstein für den „freien Christenmenschen“ legten; der dann auch folgerichtig seine Freiheit suchte (z. B. Thomas Müntzer). Nicht von Kapitalisten, wohl aber von der Kirche, die sich Staat und Ordnung untertan gemacht hatte und via Inquisition uneingeschränkt über alles herrschte. Mit dieser Erkenntnis in der Tasche war es für das einfache Volk auch ohne hochwissenschaftlich-ideologische Debatte leicht, Unrecht, Willkür und Unterdrückung zu erkennen. Der Indikator war nicht der Kontostand, die Inflation oder Wahlausgänge. Es war schlicht und einfach das, was auf dem Teller war und wie viele der eigenen Kinder überlebten, um die Lebenserwartung von 50 zu erreichen. Wo Arbeit nichts zählte, es sei denn als Gewinn für die herrschende Klasse. Den Eliten, die schon immer herrschten und durch die ergänzt wurden, die zu Reichtum kamen. Wer reich war, aber null Talent hatte, wie zum Beispiel Friedrich Engels, der aus einer bedeutenden und reichen Unternehmerfamilie aus Barmen stammte, konnte vortrefflich das Leid um sich herum anprangern, solange die Familie zahlte. Engels hat damalige Arbeiterquartiere wohl gesehen, aber nie zur Neige gekostet. Etwas, was er mit den meisten Kommunisten seiner Zeit gemein hatte. Auch die SPD wurde nicht von zerlumpten, halbverhungerten und geknechteten Gestalten gegründet. Solche Ideen kommen immer aus dem Mittelstand, der auf dem Sprung ist, weiter hochzukommen und in der Masse seine Chance sieht, über sie aufzusteigen. Das verstand Julius Caesar schon, als er die Popularen (Bürgerlichen) im Senat und auf der Straße für sich und seine Ambitionen entdeckte. Caesar wie auch Lenin verstanden das Volk als Druckmittel, Motor und Spielmasse für ihre Politik. In der Industrialisierung wurde der Sozialismus augenscheinlich, weil riesige Arbeiterheere auf engem Raum sichtbar wurden. Tausende von Arbeitern schufteten und lebten auf engstem Raum wie Sklaven des Altertums. Ohne Rechte und vollkommen vom Fabrikbesitzer abhängig, der wie ein Feudalherr agieren konnte. Inklusive „Steigernacht“ und anderen Spielchen modernisierter mittelalterlicher Willkür und kirchlicher Duldung. Denn man hatte sich im Unrecht arrangiert. Natürlich war diese Massierung von möglicher Dynamik ein Faustpfand für jeden Agitator. Manche, wie Engels, wollten das, waren aber ungeeignet, ihre wilden Ideen in Worte zu fassen, die das (dumme) Volk versteht. Dafür sponserten sie dann Leute, die das besser konnten, aber nicht die Mittel hatten, das zu tun. So kam Engels, den seine Familie außer Sichtweite nach London verbannt hatte, an Karl Marx, der fortan für Engels das war, was später dann Wagner für Ludwig II. wurde. Marx und Helene Demuth Karl Marx hat sein Leben damit verbracht, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen anzuprangern. In drei Bänden „Das Kapital“. Doch unter seinem eigenen Dach handelte der Prophet des Klassenkampfs genau wie jene bürgerlichen Bosse, die er verurteilte. Mehr als vierzig Jahre lang war Helene Demuth die Hausdienerin der Familie Marx. Sie wusch die Wäsche, kochte die Mahlzeiten und zog die Kinder groß. All das, ohne jemals (!!!) einen regelmäßigen Lohn zu erhalten oder gar einen Arbeitsvertrag zu haben. Die Dienerin wurde lediglich einquartiert und verpflegt. Belastbar und abrufbar nach Gutdünken. Wie auch schon auf den Baumwollplantagen des US-Südens üblich; dort aber als Sklaven bezeichnet. 1851 überschritt der Autor des „Kommunistischen Manifests“, das vermutlich von einem ehemaligen Piraten namens Lafitte gesponsert worden war, eine weitere Grenze: Er schwängerte seine Dienerin hochfeudal mit Frederick. Für Marx war die Existenz dieses unehelichen Sohnes eine Katastrophe. Sie bedrohte sein öffentliches Image und seine Ehe mit einer preußischen Aristokratin. Der große Verteidiger des Proletariats weigerte sich damals kaltblütig, sein eigenes Kind anzuerkennen; schlimmer noch: Er inszenierte eine elende Lüge, um seine Reputation zu wahren, und überredete seinen treuen Freund, den reichen Industriellen Friedrich Engels, öffentlich die Vaterschaft anstelle seiner zu übernehmen. Der kleine Frederick wurde seiner Mutter entrissen und diskret in eine Pflegefamilie in den Armenvierteln Londons gesteckt. Marx hat ihn nie anerkannt und hat ihm nie auch nur einen Pfennig gezahlt. Jahrelang, wenn der Junge seine Mutter besuchte, verbot Marx ihm, durch den Vordereingang des Hauses zu gehen. Er musste durch den Dienstboteneingang kommen, auf der Küchenseite. Das Geheimnis wurde von den Vätern des Kommunismus eisern bewahrt. Erst 1882, ein Jahr vor seinem Tod, gestand er es seiner Tochter Eleanor – die Angst im Nacken, dass es Gott doch geben könnte. Die Herren und ihre Herde Warum das alles in dieser Deutlichkeit? Es soll zeigen, wessen Geistes Kind diese Freunde der Armen sind, wenn sie auf intellektueller Ebene über die reden, die sie angeblich vertreten. Engels, Marx und auch Lenin waren ihrem Klientel stets eine Nasenlänge voraus und hielten sie auf eine Armlänge Abstand. Sagten sogar offen, dass man dem geheiligten Proletariat nicht die Macht anvertrauen konnte, da durch Unbildung und Abhängigkeit der gemeine Arbeiter das „Große und Ganze“ nicht sehen oder gar verstehen könnte. Heute versucht uns auf ähnlicher Ebene ein Robert Habeck, eine Ulrike Herrmann und andere Gestalten „Ein MEHR des WENIGER“ zu verkaufen … Also ein Mehr für sie und ein Weniger für den Rest. Und das wird anders als damals nicht mit einer besseren Überlebensgrundlage der Werktätigen und Bauern begründet, sondern mit einer kollektiven höheren Moral, die sich selbst erklärt – so man denken kann oder so denken will … Während Marx seine Zeit vortrefflich analysierte und beschrieb, sein Werk die beste jemals gefertigte Beschreibung einer Epoche ist, begnügen sich nachfolgende Protagonisten auf ein fernes Ziel, das durch Opfer zu erreichen ist. Abschaffung des Kapitals (alter Eliten), der Verwirklichung des Kommunismus (Bevormundung von allen durch wenige) bis hin zum Elysium der höheren Moral und im Einklang mit Gaia oder sonst was, solange es unerreichbar ist. Der Trick am Sozialismus ist, dass wenn der Kommunismus erreicht ist, kein Feindbild mehr existiert und dann die proletarisch gebildete und lauernde Masse möglicherweise einen neuen Luther, Kant oder Mohammed findet. Warum? Weil irgendwas der Menge immer fehlt, was die herrschende Elite nicht liefern kann oder will. Daraus entstehen Revolutionen. Seit jeher. Der Vorwand Der Weg zum kommunistischen Paradies erfolgt immer über notwendige (!) Opfer, die aber via einem die Masse bewegenden Thema – quasi als Katalysator – fokussiert werden müssen. Sozialismus braucht einen PR-Aufhänger, der ein Ziel nutzt, das alle haben. Das man so dem einfachen Volk besser verkaufen kann. Über das man begeistern kann. Hitler erkannte das recht schnell. Ein gedemütigtes Nationalvolk, das seinen Stolz am Boden sah, brauchte keine ideologischen Strukturen aus Russland, wo völlig andere Strukturen, Prozesse und Methoden nötig waren als im ex-Kaiserreich. Hier wurde der Nationalsozialismus geprägt und mit dem Rahmen der deutschen Arbeiterschaft als Partei definiert: NSDAP! Selbstverständlich passt das aktuellen Sozialisten nicht ins Konzept, obwohl in Ton, Bild und Schrift Goebbels wie Hitler immer wieder betonten, dass sie die einzig wahren Sozialisten wären und links von ihnen nichts mehr Platz hätte. Und das stimmte: Wer gab den Arbeitern ihren über Jahrzehnte geforderten Feiertag, den „Tag der Arbeit“? Wer schuf ein Arbeiterferienwerk? Wer anerkannte die Leistung der Mütter? – Alles Themen, die von der SPD seit Bebel auf dem Tisch lagen. Dass man hier den Schulterschluss zur Kirche suchte und einen Vertrag mit Rom unterschrieb, das Reichskonkordat, war folgerichtig. Religion ist Opium fürs Volk, wie es im Sozialismus stets hieß. Für die Kirche schuf das Rechtssicherheit für Vermögenswerte, die anderswo durch Sozialisten geraubt wurden. Mao rief zur Kulturrevolution auf, als sein anfänglicher Kurs ins Stocken geriet und man die größte selbstverschuldete Hungersnot der Menschheitsgeschichte verursacht hatte. Er rief die Jugend auf, als Inquisition den wahren Sozialismus umzusetzen und alles Alte abzuschaffen. Die Roten Khmer in Kambodscha ließen sich dazu herab, jeden, der nicht mit seinen Händen arbeitete, manchmal auch nur Brillenträger (!) war, hinzurichten. Ein Fünftel bis ein Drittel der Bevölkerung wurde abgeschlachtet. Und diese Schlachtfeste sind Eigenarten jeder sozialistischen Idee: Der politische Gegner muss ausgerottet werden. Opposition wird stigmatisiert, kriminalisiert und dann verfolgt und ausgerottet. Egal ob weißrussische Bevölkerungsteile in der UdSSR, Oppositionelle/Juden unter Hitler, Konterrevolutionäre unter Stalin oder die asiatischen Varianten. Am Ende lagen immer Millionen unter der Erde. Solche Maßnahmen und Bürgerkriege werden geschichtlich nur von Religionskriegen getoppt, wenn Verbrechen gegen Menschen, Recht und Menschlichkeit mit Belohnungen im Jenseits vergolten werden können. Man also zweifach profitiert mitzumachen. Hier auf Erden und im Nirwana. Die Kirche als Trittbrettfahrer Und hier kommt die Kirche ins Spiel. Kirche als Staatsform hat das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wie einen Stier am Nasenring durch die Manege gezerrt. Drei der sieben Kurfürsten, die den Kaiser wählten, waren Erzbischöfe. So wie Sozialisten sich als Interessenwahrer der Arbeiter sehen, so sieht sich die Kirche als Hirte der Gläubigen. Beide sehen sie gern als Schafe. Die einen hüten ihren Geist und die anderen scheren sie. Wer was macht, wechselt dabei. – Unter dem Strich predigen sie die gleichen Texte: Sie haben den Anspruch an sich selbst, den Schwachen, Ausgebeuteten und Bedürftigen zu helfen. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Und den kann man spielen. Zumindest als Sozialist in Richtung Kirche, denn die ist anfällig für diese Argumentation, zumal ihr Klientel auf das Jenseits fokussiert wird, das es für eingefleischte Sozis natürlich nicht gibt. Genau so wenig wie einen Gott, den Himmel, Engel und Wunder. Das einzige Wunder, das Sozialisten in der Kirche sehen, ist, dass man sie immer wieder zur Kooperation bewegen kann, obwohl gescheiterte sozialistische Experimente mit Millionen von Toten bei der Kirche nie auch nur eine Spur von Verunsicherung auslösen, so man sie erneut für Arme gewinnen will. Solange man der Kirche ihr Vermögen garantiert, macht die Kirche alles mit. Muss sie auch, denn die Macht, Kreuzzüge zu entflammen, entfällt. Anders als im Islam. Die Kirche ist also ein Trittbrettfahrer, der eher Sozialisten beischläft, als mit Kapitalisten ins Bett zu steigen. Thematisch liegt man sich näher – denn es geht ja um Bedürftige, Arme und Schwache … Der Teufel kann keine bessere Spielkarte ziehen. Warum Linke zu Antisemiten werden Doch wie schafft man es – gerade hier in Deutschland –, Linke zu Antisemiten zu machen. Wo die genialgebildeten dieser Gestalten reflexartig Angriffe auf Juden ablehnen, aber keinerlei Probleme haben, danach sofort mit Judenhassern Partys zu feiern, so sie nicht national-völkischen Kreisen angehören. Kreisen, die gern als Nazis betitelt werden und aufgrund des sozialistischen Erbes neudeutsch als Faschisten bezeichnet werden. Gemeinhin auch, weil die Nazi-Keule durch unüberlegten massenhaften Fehlgebrauch stumpf geworden ist. Sozialisten hatten schon immer das Großkapital im Visier: Industrielle und Bankiers! Bedingt durch den Umstand, dass im christlichen Abendland Juden als Christusmörder angesehen wurden, war ihnen die Mitgliedschaft in Handwerksgilden untersagt. Sie wurden auch in den Städten in Straßen (siehe Judengasse) und Vierteln unter sich gehalten und durften auch nur begrenzt Handel treiben. So verlegten sie sich auf den Geldverleih, der im Mittelalter nach der Auslöschung der Tempelritter (hierher stammt der Begriff „Schwarzer Freitag“) unter Christen verboten war. Dass mit der Industrialisierung die gut vernetzten jüdischen Bankiers auch überproportional profitieren konnten, ist selbsterklärend. Zumal sie in den USA, wo die aus Europa durch die Inquisition verdrängten Glaubensströmungen die Mehrheit stellten, frei walten und an Einfluss gewinnen konnten. So sehen Sozialisten, wenn sie vom Großkapital reden, gedanklich immer auch Juden in der Täterrolle. Deshalb gab es in Europa auch in linken Kreisen wenig Widerspruch, als Hitler seinen Sozialismus mit Klärung dieser offenen Frage versah. Darum auch keine groß angelegten Hilfen, Juden ein Entkommen zu ermöglichen, und breite Kollaboration mit NS-Häschern in vielen europäischen Ländern. Wer es nicht glaubt, möge sich einmal mit diesem Teil der Geschichte befassen. Die Stille sprach damals Bände und schreit heute geradezu nach Aufklärung. Der Islam als Verbündeter So rutscht auch der letzte Komplex ins Bild: der Islam und die ständige Intifada samt Dschihad. Warum solidarisieren sich Sozialisten mit dem Islam, gern auch mit dem radikalen und militanten Islam? Nach 1945, dem Holocaust und den Millionen von Toten, die dem Nationalsozialismus im Weg gewesen waren, ließ man die Juden gewähren, ihr seit 1900 Jahren gehegten Wunsch, die Diaspora zu beenden und in ihr heiliges Land zurückzukehren. Keiner wollte die Überlebenden und von KZ gezeichneten Menschen zurückweisen, aufhalten oder gar zurückschicken. Leon Uris beschrieb es sehr gut in seinem Buch „Exodus“, das die Ursachen und die Entwicklung zum Staat Israel aufzeigt. – Und nein, den Film „Exodus“ gesehen zu haben reicht nicht! Allerdings vergaß man damals, dass dieser Landstrich sich in 1900 Jahren etwas verändert hat, dort nun schon Menschen lebten und das Land osmanisch geprägt war. Es gab da weder ein Land Israel noch ein Land Palästina. Es gab ein paar ehemalige osmanische Provinzen, die unter Völkerrechtsmandat standen. Mehr nicht! – sic! Was folgte, war eine ungeregelte, ignorierte bis hin tolerierte und zum Teil auch gesponserte Masseneinwanderung von Millionen Menschen in kürzester Zeit. Alles Menschen mit dem Traum, dort wieder den Staat Israel zu gründen, der durch die Römer im Jahre 70 n. Chr. komplett samt Tempel ausgelöscht worden war. Wenn man ehrlich sein will, so war dieser Vorgang bestenfalls illegal. Und das in jeder denkbaren juristischen Hinsicht. Allein das schlechte Gewissen der Siegermächte und der Welt, die Scham, nicht gehandelt zu haben, und auch eigenes Verschulden zu vergessen, ermöglichte den Juden, den Staat Israel gegen den erbitterten Widerstand der „Ureinwohner“ zu gründen. Man tat sich schwer, Israel im Westen anzuerkennen, aber die USA waren die ersten Gratulanten nach der Gründung – per Telegramm an die Versammlung! Damit waren die Rollen im aufkommenden Kalten Krieg verteilt. Die USA als Garantiemacht für Israel konnten nur die UdSSR auf den Plan rufen, die entrechteten Menschen vor Ort zu unterstützen. Als ersten von vielen Proxy-Kriegen, die bis zum Untergang der UdSSR die Welt umspannten. Die gesamte „Arabische Liga“ war das politisch-militärische Gegenstück zum israelischen Staat an sich. Hier tauchte dann zum ersten Mal die Bezeichnung Palästina auf. Die Hilfe ging natürlich auch mit straffer ideologischer Führung einher, die ähnlich gut verfing, wie es mit der Kirche möglich war. Der kleinste gemeinsame Nenner funktionierte auch hier. Und komischerweise, obwohl der Sozialismus ein kulturell eher europäisch-christlich determinierter Geisteskomplex ist, fand er im arabischen Raum die gleichen Menschentypen, die sofort erkannten, wie gut und schön das für sie werden konnte. Parasiten wie Marx, die von anderen lebten und schöne Sprüche klopften. Ausbeuter des eigenen Klientels. Leute, die Gelder unterschlugen, betrogen und stahlen und schlussendlich ihre Macht mit Waffengewalt auch gegen innere Feinde verteidigten. Milizen hießen diese Hilfsorgane, und sie würden sich zerfleischen – ähnlich den sozialistischen Denkrichtungen in Russland anno 1917 –, so da nicht Israel wäre. Der weiße Elefant im Raum, den jeder hasst und der den internationalen Geldsegen begründet. – Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Zumindest, solange sich nicht etwas Besseres finden lässt. Exakt das bedeutet das Wort „Salam“, das im Westen gern als „Friede“ bezeichnet wird. Ein Treppenwitz der Geschichte! Die UdSSR ging unter, aber die Strukturen samt hinterlegter Ideologie blieben gleich. Die DDR samt SED gingen unter, aber die Protagonisten verschwanden nicht, sondern breiteten sich unterschwellig weiter aus. Anders als die NSDAP wurde die SED nicht verboten. Ihre Mitglieder auch nicht verfolgt und entnazifiziert. Letzteres war auch schon nach dem Krieg ein besserer Witz. 1990 fand es aber noch nicht mal mehr statt. Man benannte sich dreimal um. Das war es. Man stelle sich vor, aus der NSDAP wäre erst „Die Partei des Nationalen Fortschritts“ und dann „Die Rechte“ geworden. Und würde wieder Ministerpräsidenten stellen. Und genau dieses Personal setzte hüben wie drüben seine Arbeit fort. Alte Hilfen mit neuen Namen in gleicher Absicht. Nur durfte man es so nicht mehr sagen. Öffentlich. Es gibt kein palästinensisches Brudervolk mehr. Und sozialistische Genossen sind da auch nicht mehr. Nur noch Kämpfer für die Freiheit. Und wie die für ihre Freiheit kämpfen, ist egal, weil es ihre Freiheit ist. Ein 7. Oktober stört da wenig. Entführungen von Zivilisten, Vergewaltigungen, Verstümmelungen und die brutalste Ermordung von Kindern sind hinnehmbar, weil man sie ignoriert und/oder an anderen Dingen relativiert. Exkurs: Woher kommt im Nahen Osten diese Brutalität? Sie ist geschichtlich-traditionell determiniert und geht auf die Kriegsweise in Arabien zurück. Dort war es schlichtweg ein Kriegsakt, wo der Feind nicht nur geschlagen werden muss, sondern auch erniedrigt, unterworfen bis hin ausgelöscht wird. Krieg in der Wüste war immer ein Krieg um Ressourcen, die man nicht mit dem besiegten Feind teilen wollte. Mitunter auch nicht konnte. Darum war es auch ein Kriegsziel, diesen zu vertreiben. Darum waren Gräueltaten Mittel zum Zweck und fanden auch Zugang in den Koran, der in dieser Region geschrieben wurde! – sic! Der Burgfrieden Und so findet sich zusammen, was nie zusammengehört hat, sich intellektuell-ideologisch auch beißt oder gar widerspricht, aber auf dem jeweiligen kleinsten gemeinsamen Nenner verträgt. Egal ob es um Wirtschaft, Finanzen, Familie oder Verteilungsfragen geht. Am Ende zählt der gemeinsame kleinste Nenner. Der Rest wird konsequent ausgeblendet, und keiner tangiert diesen Burgfrieden, solange es noch andere Gegner gibt. Hier passt die Migrationsfrage genauso rein wie die Israelfrage. Oder die Beziehungen zur organisierten Kriminalität aus arabischen Räumen. Wer sind denn diese Kriminellen, die in ihren Ländern zum Teil noch nicht mal als wirkliche Kriminelle gesehen werden? Mit denen man politische Verträge schließt, die man finanziert und die man hofiert? Genau eben diese Beziehungen aus dem Kalten Krieg, der dann ideologisch subventioniert weitergeführt wurde und via Migration zu uns kam. Erst aus dem Libanon, dann aus Syrien und der Türkei bis hin zu kurdischen und bald auch afghanischen und nigerianischen Banden, die Lücken nutzen, wo man sie für sie geschaffen hatte. In bester Absicht und guten Glaubens. So kann es sein, dass auf einer Demo militante Palästinenser und Radikalislamisten neben woken Teilnehmern herlaufen und Öko-Kindern freundlich die Schulter klopfen, so es gegen Israel, Leistungskürzung oder Verteilungsfragen geht. – Die gemeinsame intellektuelle Grundlage ist der Sozialismus als Utopia der Zukunft, der gern noch christlich mitfühlend und islamisch-progressiv vereinnahmt wird. Als Rahmen für ein Konstrukt mit mehr Rissen, als Kitt jemals verfügbar sein wird, so der Burgfriede bricht. Und der Mangel an zu verteilenden Leckerlis könnte genau dieser Auslöser sein. Dass hier Kinderehen für Linke bereichernd wirken können, ist der kulturellen Vielfalt geschuldet, die der internationale Sozialismus nicht anzustreben gedenkt, aber als Übergangsphase akzeptiert. Zumal in eigenen Reihen immer wieder Leute hochkommen, die es als höchst erregend ansehen, wenn kleine Kinder sich auszuziehen beginnen, so ein grüner EU-Abgeordneter [Daniel Cohn-Bendit 1982, Red.]. Andere sehen hier religiös zu akzeptierende Fragestellungen, die komischerweise von unseren Kirchen nicht heftigst kommentiert werden. Kaum verwunderlich, denn das, was die Kirche diesbezüglich so zu vertuschen hat, reicht aus, um mehr als Unmut hervorzurufen. Ergo schweigt man. Gern auch zu Kirchenschändungen und anderen Dingen, die der Burgfrieden auf der unteren Aktionsebene möglich macht. Was die Bibel als Text zu Homosexuellen zu sagen hat, ist genauso eindeutig, wie es vom Papst verdreht wurde. Wer die Bibel so als lex generalis liest, kann dem Papst nur alles Gute für das Jüngste Gericht wünschen. Der Sozialismus sieht sich als ein die Welt umspannendes Konstrukt für die Menschheit unter gleichen Rechten wie Lebensbedingungen für alle an. Als Bindeglied, Katalysator und schlussendlich auch als ein anzustrebendes Utopia. Unter dem Wunsch agierend, es allen (ge)recht zu machen, mischen sich Leute zusammen, deren kleinster gemeinsamer Nenner immer kleiner wird, was den inneren Dialog oder gar Disput schnell ausarten lassen würde. Darum unterlässt man das, diskutiert in Neigungsbereichen und beäugt alle anderen. Haltung zeigen heißt hier, den Status quo nicht zu gefährden. Um ihn nicht zu gefährden, bedarf es harter Kompromisse, von denen nicht wenige aus konsequentem wie ideologischem Wegsehen bestehen. Tabubrüche der „Genossen“ werden dabei genauso ignoriert wie mangelnde Gesetzmäßigkeit einzelner oder ganzer Gruppen, so sie „ins linke Bild“ passen. Dabei ist der Zugang zum und Aufstieg im System für seine Akzeptanz entscheidend. Dumme, aber engagierte Genossen müssen genauso zum Zuge kommen können wie die, die durch Fleiß und Leistung beeindrucken können. Daher ist Minderheitenschutz – egal welcher Minderheit – Programm. Bis hin zur Protektion von eben diesen Minderheiten gegenüber Majoritäten. All das schützt den Burgfrieden, ohne den der moderne und real gelebte Sozialismus nicht mehr funktioniert. Der seine Bruchlinien immer weiter vertieft und den Grundkonsens nach Kommunalität zunehmend gefährdet. Das leere Füllhorn Diese Gefährdung wird umso ausgeprägter, wie die Tendenz, nicht mehr genug für alle bereitstellen zu können, erkennbarer wird. Der Sozialismus ist auch eine Art Versorgungswerk für seine Mitglieder. Jeder soll immer alles haben. Und wer sich profiliert, darf auch mehr haben. Ein Gedanke, der zunächst charmant erscheint, aber eine finanzierbare Grundlage haben muss. Das Geld muss schlicht erwirtschaftet werden, bevor es verteilt werden kann. Hier schuf die Loslösung des harten Währungskerns vom Gold eine Möglichkeit, die 50 Jahre alles möglich machte, bis eine Grenze erreicht und überschritten wurde, die als „Point of no Return“ angesehen werden kann. – Es geht nicht mehr. Und hier liegt die Gefahr für linke Politik: 50 Jahre Verteilung ohne Leistung hat Menschen hervorgebracht, die ein hohes Anspruchsdenken haben, aber so gut wie keine Leistungsbereitschaft mitbringen. Das Füllhorn ist leer, und die Menge der Nutznießer wird ständig größer; zumal die Ansprüche auch wachsen. Das bringt jede Ideologie, egal ob weltlich oder geistig determiniert, an ihre logische Grenze. Und eine Ideologie, die auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner ihrer Anhänger basiert, hat keine Grenze, sondern nur Bruchlinien, die mehr oder weniger filigran sind. Da westlicher Sozialismus allein auf Wohlstand beruht und nicht mehr auf Entbehrungen wie noch in der Arbeiterschaft von 1870–1900, ist der Bruch garantiert. Gehen die linken Eliten mit gutem Beispiel, anders als Marx und Engels, voran? Nein, mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil. Sie kennen nichts anderes als die gesicherte und risikolose Debatte in Chats und Foren, wo Andersdenkende eh ausgeschlossen sind. Sie wohnen in Milieus und Stadtquartieren, die die Risiken ihrer Politik bisher nicht erreicht haben. In homogenen Umfeldern, die blasengleich ein Zerrbild der Realität sind. Eine heile Welt, die nicht mehr überall existiert. Die Ausnahme darstellt. Und hier schlagen alle in die gleiche Kerbe: Politik, Medien, Kirche, Verbände, Schule … So ist es möglich, dass Antisemiten salonfähig werden, so sie nicht vor Ort ihre Meinung zu deutlich und/oder zu öffentlich verbalisieren. So ist es möglich, die Existenz Israels als Staatsräson zu bezeichnen und hintenherum NGOs zu finanzieren, die Israel hassen und solche Dinge wie am 7. Oktober zelebrieren. Einen Krieg anfangen, der folgerichtig zurückkommt und Gaza eingeäschert hat, was natürlich ein No-Go ist, da es Unbeteiligte traf … So der gemeinschaftliche Sprechtext offizieller Art. Haltung als Grundelement des linken Burgfriedens ist moralisch gesehen pervers, juristisch gesehen kriminell und politisch eine sehr bald endende Einbahnstraße ohne Wendehammer, aber mit Hammer! Heuchlerisches Moralgesabbere verbunden mit opportunistischer Abzocke und willkürlichem Machtmissbrauch schaffen keine Grundlage für eine Kommunalität, wo alle gleich sind. Im Gegenteil. Es schafft erst Unsicherheit, dann Angst und schließlich Wut. Letztere hängt am Grad der eigenen Betroffenheit. So viele betroffen sind, wird Masse zu einer eigenen Klasse. Einer Klasse, die der Sozialismus ursprünglich als Zielgruppe hatte und nun zu seiner größten Gefahr wird, wie Wahlergebnisse europaweit zeigen. Die Protagonisten haben es bemerkt und reagieren, je nach Bildungsstand und Erfahrung, nervös, ängstlich bis besorgt. Die dümmsten Gestalten unter ihnen rennen jetzt schon Amok und haben Forderungen, die das ganze System ad absurdum führen würden. Nur merken sie es nicht. Und keiner kann es ihnen sagen, ohne Bruchlinien zu öffnen. Der Absturz Der globale sozialistische Westen ist gescheitert. Er ist innerlich so morsch und marode wie das Kaiserreich, das Scheidemann 1918 auf dem Fensterbrett stehend eloquent und selbstsicher beendete. Er verkündete das Moderne und den Aufbruch in eine neue Zeit. Diese scheiterte schon 15 Jahre später an einem sozialistischen Experiment nationaler Art, weil es nur so in Deutschland funktionieren konnte. In Griechenland versuchte man es auch, und die EU haftete dafür. Der gesamte Ostblock versuchte es auch und ging unter. Dass der Westen es auch versuchte, verblüfft, da er doch genau diesen Ostblock bekämpfte. Andererseits war es für Eliten schon immer einfacher, das Volk mit in den Gehörgang hineinschleichenden Floskeln wie Gleichheit zu ködern, anstatt ihnen Leistung abzuverlangen. So kann man auch ruhiger den Staat für sich nutzen und genehme dumme Leute positionieren, die den Staat zur Beute machen. Insoweit hat das sozialistische Experiment im Westen sehr gut funktioniert. Man nannte es Klimawandel, Feinstaub und höhere Moral. Alles sehr lukrative Geschäftsfelder, wie wir nun wissen. Die Geschichte wird das alles einmal analysieren und beurteilen. So wie wir heute den Ausbruch des Ersten Weltkrieges sezieren. Halt ex post und ohne die Möglichkeit, noch etwas zu verändern. Doch das werden wir nicht mehr erleben. Den Absturz schon, nicht aber die wissenschaftliche Bewertung. Eine Bewertung, die wir alle aktuell scheuen. Die Gründe wurden beschrieben. Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf! – Der treudoofe Bürger aber mit Sicherheit auch nicht. – sic! Sascha Rauschenberger, geboren 1966 in Wattenscheid, ging nach dem Abitur zur Bundeswehr, wo er als Panzeraufklärer und Nachrichtenoffizier Dienst tat. Er diente, unter anderem auch als Reservist, in vier Auslandseinsätzen, zuletzt als Militärberater in Afghanistan. Als Analyst im Bereich Sicherheitspolitik schrieb er diverse Artikel u. a. auch zum Ukrainekonflikt und zur inneren Sicherheit. Seit 2000 ist er als Unternehmensberater im Bereich strategisches Projektmanagement und Arbeitswelt der Zukunft (Demographie / Future Work) tätig und Autor diverser Romane und Fachbücher. [Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.] Mit freundlicher Genehmigung von Sascha Rauschenberger übernommen aus Alexander Wallasch. Artikel als PDF-File | Kommentare Zum Anfang2026-10-11 00:30 Humanisten nennen sie sichDie Steinmeierkraten und ihr VolkDreißig Berufspolitiker demonstrieren gegen ein Wahlergebnis – und erklären die Mehrheit kurzerhand für unzuständigAlexander Wendt
Demokratie heißt: Wer die Mehrheit hat, regiert. Klingt harmlos, ist aber offenbar Vulgärdemokratie. Wer das anders sieht, heißt Steinmeierkrat und schickt dreißig Abgeordnete los, damit sie gegen den Wählerwillen protestieren. Der Publizist Alexander Wendt legt den Finger in die Wunde: Die Parteispitzen begreifen den Wähler nicht mehr als Chef, sondern als Schüler – und sich selbst als Lehrer, der Noten verteilt.Seit der Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Jubiläumsfeier des Bundesverfassungsgerichts, in der er die „Vulgärdemokraten“ verdammte, rätseln viele: Was muss man sich unter einem Vulgärdemokraten vorstellen? Nach seinen Worten jemand, der „sich auf Mehrheiten beruft“. Liegt genau darin nicht ein Kerngedanke der Demokratie? Die noch interessantere Frage lautet: Wie sieht eigentlich das Gegenteil der steinmeierschen Vulgärdemokratie aus? Das beantworteten am vergangenen Dienstag dreissig Bundestagsabgeordnete der SPD, als sie vom Parlament zum Bebelplatz in Berlin zogen, um gegen die Wahl eines AfD-Vertreters zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt zu protestieren, insbesondere dagegen, dass der Kandidat vier Stimmen mehr erhielt, als AfD und BSW gemeinsam aufbringen. Das sei ein „Dammbruch“, so Verteidigungsminister Boris Pistorius, der den Marsch anführte; diejenigen, die dem AfD-Mann mutmasslich aus der CDU-Fraktion ihre Stimmen gaben, hätten sich, so der Regierungspolitiker, „an der Demokratie vergangen“. Manöver funktioniert nicht mehr Dass das Parlament einen Abgeordneten aus der stärksten Fraktion zum Präsidenten wählt, galt in der alten Bundesrepublik als normale demokratische Übung. In der Ära, die Politiker wie Steinmeier und Pistorius besitzanzeigend «unsere Demokratie» nennen, gilt dies nicht mehr. In Thüringen änderten die Parteien der „demokratischen Mitte“ noch vor der konstituierenden Sitzung schnell die Geschäftsordnung des Parlaments, um einen AfD-Landtagspräsidenten zu verhindern, der nach den Kräfteverhältnissen der Partei dieser eigentlich zugestanden hätte. In Sachsen-Anhalt funktionierte dieses Manöver nun nicht mehr, da das BSW sich nicht an das Brandmauer-Dogma hält. Mit anderen Worten: Das Bundesland kehrte zum alten, vulgärdemokratischen Usus zurück. „Vulgär“ leitet sich von dem lateinischen vulgaris ab, also „allgemein, üblich, altbekannt“. So viel zu dem Gegenstand des SPD-Protestes. Interessanter in politisch-stilistischer Hinsicht erscheint die Kundgebung der SPD-Funktionäre selbst. Was die Abgeordneten in Berlin veranstalteten, gab es in der Bundesrepublik seit 1949 nie: eine Demonstration, an der ausschliesslich Berufspolitiker teilnahmen. Nach eigenen Angaben brachen sie wegen der Schreckensnachricht aus Sachsen-Anhalt spontan dazu auf; spontan führten sie vorgedruckte Parolenschilder und eine blaue Wasserkiste mit, auf die sich Pistorius später stellte. Ganz spontan fand sich auch ein Kamerateam des ARD-Hauptstadtstudios ein. Parteifunktionäre spielen also nicht nur Demos, sie ersetzen das Volk praktischerweise. Demonstrationen dienen gemeinhin denjenigen als Mittel, um Aufmerksamkeit zu erhalten, die nicht über einen ständigen Zugang zu Kameras und Podien verfügen. Demonstrierende Spitzenpolitiker stellen das Demokratieprinzip auf den Kopf, noch dazu, wenn sie gegen das Ergebnis einer Volkswahl protestieren. Denn die machte nun einmal die AfD in Sachsen-Anhalt zur mit Abstand stärksten Kraft. Genau das bedeutet offenbar nichtvulgäre Demokratie: Sie steht kopf. Ihre Spitzenpolitiker verstehen sich nicht als Ausführende des mehrheitlichen Volkswillens, sondern als Auftraggeber, die dem Volk (und den eigenen Abgeordneten) Weisungen und moralische Lehren erteilen. Bertolt Brecht fragte noch: „Wäre es nicht besser, die Regierung löste das Volk auf und wählte sich ein neues?“ Die antivulgären Funktionäre des Parteienstaats sind schon weiter. Ihr Credo lautet: Wir treten an die Stelle des vulgären Volks. Denn das neigt zu völlig unberechenbaren Entscheidungen. Zeiten der Steinmeierkratie Wie sich SPD und Grüne die wahre Demokratie vorstellen, zeigte sich schon nach der Nichtwahl der linken Verfassungsgerichts-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf: Die Politiker reagierten mit heller Wut, die SPD drohte mit Koalitionsbruch. Ihr Kampfschrei lautete: Aber das war doch anders abgesprochen! Dass Abgeordnete frei und ohne Weisung entscheiden, steht zwar in einem vulgären Buch namens Grundgesetz, Artikel 38. Aber Schnickschnack dieser Art passt nicht mehr in die Zeiten der Steinmeierkratie. Hier haben Abgeordnete so abzustimmen, wie es der Führungszirkel vorgibt, die Unionsparteien haben ausschliesslich mit linken Parteien zu koalieren, und wenn sie dabei untergehen. Wähler haben gefälligst so zu votieren, dass der linke Parteienblock seine dominante Stellung behält. Halten sie sich nicht daran, bleiben die Steinmeierkraten nicht untätig: Dieser Tage fordern sie wieder besonders laut, ein Verbotsverfahren gegen die AfD einzuleiten, die mittlerweile im Bund in Umfragen so stark ist wie Union und SPD zusammen. [Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.] Mit freundlicher Genehmigung von Alexander Wendt übernommen aus DIE WELTWOCHE. Artikel als PDF-File | Kommentare Zum Anfang2026-10-10 14:00 Humanismus und westliche ZivilisationDie Verteidigung der westlichen ZivilisationUS-Außenminister Marco Rubio ruft den Westen auf, zu den Werten von Heroismus, Ehre und nationaler Pflicht zurückzukehren – und warnt vor Verkümmerung und NiedergangMarco Rubio
Am 7. Oktober 2026 hielt US-Außenminister Marco Rubio auf dem historischen Pnyx-Hügel in Athen, mit dem Parthenon im Hintergrund, eine Grundsatzrede zur Lage der westlichen Zivilisation. Er verknüpfte antike griechische Ideale mit dem „America First“-Ansatz, kritisierte die Scham vor der eigenen Geschichte und forderte Europa auf, aus dem „langen Schlaf“ zu erwachen. Hier die Rede im deutschen Wortlaut.Überall auf der Welt gibt es große Ruinen. In vielen Fällen sind es Orte, an denen die Geschichte sich scheinbar erschöpft hat: Überreste ferner Kulturen, die längst aus dem lebendigen Gedächtnis verschwunden sind. Doch die Akropolis ist anders. Seit Jahrtausenden fesselt die Zivilisation, die das errichtet hat, was hinter mir steht, die Vorstellungskraft der westlichen Welt. Generationen unserer Staatsmänner, Künstler und Philosophen haben auf sie geblickt – mit Staunen und Ehrfurcht. Die Zeit neigt dazu, die Sinne abzustumpfen: Große Siege und katastrophale Niederlagen schrumpfen zu einer Fußnote in einem Lehrbuch, zu einer weiteren Tatsache, die unsere Schulkinder auswendig lernen und wieder vergessen. Doch die Griechen der Antike scheinen eine fast mystische Macht über unser Gedächtnis zu haben. Sie rufen uns immer wieder zu sich zurück. Im Jahr 480 vor Christus erreichten die Heere des Xerxes diese Stadt und steckten ihre Heiligtümer in Brand. Die meisten Athener waren bereits mit Schiffen auf eine nahegelegene Insel evakuiert worden. Doch eine Handvoll von ihnen weigerte sich, ihre Heimat zu verlassen. Stattdessen verschanzten sie sich in der felsigen Festung der Akropolis und leisteten einen außergewöhnlichen letzten Widerstand: Sie warfen riesige Steine die Klippen hinab auf die persischen Angreifer und hielten das mächtigste Reich jener Zeit tagelang in Schach. Schließlich wurden sie überwältigt. Die Perser plünderten die Tempel, brannten die Heiligtümer nieder und legten die Akropolis in Schutt und Asche. Doch als die Athener zurückkehrten, sammelten sie die zerbrochenen Überreste der alten Akropolis und begruben sie in dem Hügel, auf dem sie gestanden hatte. Und Jahrzehnte später errichteten sie unter Perikles den Parthenon. Seit fünfundzwanzig Jahrhunderten steht der Parthenon nun dort. Reiche sind in seinem Schatten aufgestiegen und untergegangen. Und die Nachkommen der Männer, die ihn erbauten – die Söhne Athens und Roms – haben ihre Zivilisation bis an die Enden der Erde getragen. Zweieinhalb Jahrhunderte nach der Gründung der amerikanischen Republik, auf der anderen Seite der Welt von dem Ort, an dem ich jetzt stehe, stehe ich heute hier als Außenminister dieser Republik und als Urenkel von Siedlern, die aus Spanien in die Neue Welt kamen. Ich stehe hier, um Zeugnis abzulegen von einer Schuld, die weder der Lauf der Zeit noch räumliche Entfernung jemals tilgen können. Die Geschichte Amerikas, die Geschichte meines Landes, ist von den Fingerabdrücken der Antike geprägt. Griechenland ist buchstäblich in die Architektur unserer Regierung eingemeißelt: in die hoch aufragenden Säulen, die Kuppeln und die Monumente unserer Hauptstadt. Die Stadt, in der unsere Verfassung geboren wurde – Philadelphia – trägt selbst einen griechischen Namen. Die Männer, die mein Land gründeten, waren fasziniert von dem Erbe, das wir von Ihrem Land übernommen hatten. Sie waren außergewöhnlich belesen in der Geschichte und sich ihres einzigartigen Platzes darin lebhaft bewusst. Doch kein anderes Zeitalter der Vergangenheit fesselte ihre Aufmerksamkeit und ihre Vorstellungskraft so sehr wie die Antike. Viele Menschen sind überrascht zu erfahren, dass der in den Federalist Papers am häufigsten zitierte Autor kein Philosoph der Aufklärung und kein politischer Theoretiker war. Nein – der am häufigsten zitierte Autor in den Federalist Papers war Plutarch, der griechische Biograf der großen Männer Griechenlands und Roms. Viel ist geschrieben und gesagt worden über den Einfluss des antiken Griechenlands auf die Ideen der amerikanischen Gründerväter – und übrigens auch auf alle westlichen Philosophen und Staatsmänner, die ihnen vorausgingen. Die meisten von uns kennen die grundlegenden historischen Zusammenhänge: Athen gab uns die Demokratie. Platon und Aristoteles gaben uns die westliche Philosophie. Unsere Vorstellungen von Recht, Tugend, Bürgerschaft und republikanischer Regierung wurden in den griechischen Stadtstaaten geprägt. Sogar ein großer Teil unseres politischen Vokabulars – Wörter wie Demokratie, Tyrannei und das Wort „Politik“ selbst – hat hier seinen Ursprung. All das ist wahr. Doch was wir diesem Ort als Amerikaner und als Menschen des Westens verdanken, reicht tatsächlich weit, weit tiefer. Diese Institutionen und Ideen waren der äußere Ausdruck grundlegenderer Eigenschaften, die wir bei den alten Griechen finden – Eigenschaften, die sich nicht auf ein bestimmtes politisches System oder eine bestimmte Theorie reduzieren lassen. Hier in Athen fanden wir die erste vollständige Verwirklichung all jener wesentlichen Merkmale, die den Westen später prägen sollten: ausgeprägte Individualität und unerbittlicher Ehrgeiz; kühne Erforschung und Erfindung; eine Sehnsucht nach Entdeckung, Abenteuer, Risiko und Ruhm. Eine unstillbare Neugier auf die Welt und die Prinzipien, nach denen sie funktioniert, ein Hunger danach, die Geheimnisse der Natur zu ergründen und die Geheimnisse des Kosmos zu entschlüsseln. Eine Ungeduld gegenüber dem Gedanken des Unmöglichen, das Aufbegehren gegen alle Grenzen und Beschränkungen, das Streben danach, in die Tiefen des Unbekannten vorzudringen. Dies waren nicht nur die Formeln oder Grundsätze einer bestimmten philosophischen Schule. Es waren die Eigenschaften eines Volkes – ausgedrückt in seinen Traditionen, seinen Geschichten, seiner Vorstellungskraft; in den Eigenschaften, die es von seinen Bürgern verlangte; in den Dingen, für die es lebte, kämpfte und starb. Sie zu kennen heißt, uns selbst zu kennen. Was hier an diesem Ort erblühte, war das westliche Bestreben, all das ans Licht zu bringen, was Unwissenheit, Dunkelheit und Entfernung dem menschlichen Geist verborgen gehalten hatten. Die Griechen haben nicht nur die Geschichte geprägt; die Griechen haben uns die Geschichte selbst geschenkt. Vieles von dem, was wir über zahlreiche antike Zivilisationen wissen, stammt fast ausschließlich aus den Aufzeichnungen griechischer Entdecker und Historiker, die nicht nur die Geschichte ihres eigenen Volkes festhielten, sondern hinauszogen, um die Geschichten fremder Völker und Kulturen überall auf der Welt zu beobachten und aufzuzeichnen. Während andere nach innen blickten, waren die Griechen die Ersten, die ihren Blick nach außen richteten, um den Nervenkitzel und den Ruhm zu erleben, all das zu sehen, was fremd und neu war. Es war diese Eigenschaft, die den Westen dazu antrieb, Dinge zu erschaffen und zu errichten, zu denen andere nicht fähig waren, und die uns von so vielen anderen Kulturen und Zivilisationen abhob, in denen Stabilität und bloßes Überleben die höchsten Ziele des Lebens waren. Doch wir haben von den Griechen nicht nur den Ehrgeiz geerbt, das Unbekannte zu erforschen; wir haben die Überzeugung geerbt, dass das Unbekannte erkannt werden kann. Das Vertrauen darauf, dass die Welt vermessen, kartiert, erfasst und verstanden werden kann – und dass es im Kosmos eine rationale Ordnung gibt, die von bestimmten grundlegenden Gesetzen beherrscht wird, Gesetzen, die der Mensch beobachten und der Verstand begreifen kann. Dies war das Fundament des westlichen Denkens: unserer Mathematik, unserer Wissenschaft, unserer Medizin. Unserer Philosophie, Ethik und Religion. Es ebnete den Weg dafür, dass das Evangelium Jesu Christi in Europa fruchtbaren Boden fand und zum Reich der Christenheit erblühte. Es war die Grundlage für den Reichtum der christlichen Theologie – für Augustinus und Thomas von Aquin und die gesamte Tradition des Naturrechts. Daraus entstand eine Zivilisation, die nicht nur durch eine gemeinsame Kultur geprägt war, sondern auch durch eine gemeinsame Anthropologie – eine gemeinsame Sichtweise auf den Menschen und seinen Platz im Universum. Deren Nachkommen teilten nicht nur die Vorstellung einer natürlichen Ordnung, sondern auch ein ganz eigenes Verständnis von Tugend, von Schicksal und Vorsehung, von Wahrheit, Güte und Schönheit, von einem Kodex, der vorschreibt, wie Menschen leben sollten, sowie von objektiven Maßstäben und Idealen, nach denen man streben sollte. Für die Griechen der Antike war das Streben nach Vortrefflichkeit das eigentliche Prinzip der menschlichen Existenz. Sie richteten das gesamte gesellschaftliche Leben auf Wettstreit, Ehrgeiz und Konkurrenz aus: in der Philosophie und Dichtung, in der Bildhauerei und im Theater, im Sport und in der Kunst, im Krieg und in der Staatskunst. Die klassische griechische Stadt war eine Arena, in der sich große Männer auf die Probe stellen und beweisen konnten, in der sie ihr Potenzial durch ständigen Kampf verfeinerten – um die Besten, die Stärksten, die Schönsten zu sein und sich anzustrengen, der Vollkommenheit immer näher zu kommen. Nun weiß ich, dass das, was ich gerade beschrieben habe – diese Lebensweise –, für moderne Ohren seltsam klingen mag; es mag sogar grausam klingen. Das Ideal vieler Ideologien unserer Zeit ist, offen gesagt, eine Welt vollkommener Sicherheit geworden, frei von Risiken und Misserfolgen, ohne den Ruhm des Sieges und ohne die Schande der Niederlage. Allzu oft bauen wir heutzutage nach unten. Wir gestalten unsere Maßstäbe so, dass niemand verliert; wir kümmern uns mehr um das Wohlbefinden der Schlechtesten als um das Potenzial der Besten. Wir machen die außergewöhnlichsten Dinge unter uns zu Geiseln des Durchschnittlichen, des Gewöhnlichen, des Mittelmäßigen. Die Männer, die den Parthenon erbauten, bauten nach oben. Sie waren der Ansicht, dass das höchste und edelste Streben im Leben darin bestand, alle anderen zu übertreffen, danach zu streben, in allen Dingen der Beste zu sein. Die antiken griechischen Stadtstaaten waren erfüllt von intensiver Leidenschaft, Rivalität, Fraktionskämpfen und Konflikten. Doch aus diesem ständigen Streben nach Vorrang entstand die große Blütezeit der Kunst und Philosophie sowie der politischen und intellektuellen Energie, die eine Gemeinschaft von Städten im Mittelmeerraum zum Geburtsort der größten Zivilisation der Welt machen sollte. Der „Thymos“, wie die alten Griechen es nannten – das Feuer der Leidenschaft, der Stärke, des Mutes, des Stolzes – ist das Herzstück einer großen Zivilisation. Und ohne ihn? Ohne ihn verlieren Nationen ihren Kampfeswillen, ihren Strebsamkeitswillen, ihren Überlebenswillen. Heute hat ein zu großer Teil des Westens diese Eigenschaft vergessen. Im Laufe der Zeit begannen wir im Westen, uns gerade für jene Dinge zu schämen, die uns außergewöhnlich machten. Es war uns peinlich, dass uns unsere Errungenschaften vom Rest der Welt abhoben. Unser Wohlstand wurde irgendwie zu einer Quelle von Schuldgefühlen. Wir glaubten nicht mehr daran, dass wir unsere Größe verdient und uns erarbeitet hatten. Das Wort „Nationalismus“ wurde zu einem Schimpfwort. Und so rissen wir unsere Denkmäler nieder; wir verurteilten unsere eigene Geschichte. Und an allzu vielen Orten lehrten wir unsere Kinder, sich für die Länder zu schämen, die sie einmal erben würden. Dabei öffneten wir unsere Grenzen, verlagerten unsere Industrie ins Ausland und ließen zu, dass unsere Streitkräfte verkümmerten und verfielen. Und mit jedem Jahr schienen wir immer mehr von unserer Souveränität auszulagern und unsere Entscheidungen an globale Bürokratien zu übertragen, die weit außerhalb unserer Kontrolle lagen. Doch andere waren nur allzu bereit, das Vakuum zu füllen, das wir hinterließen – das Vakuum, das unsere Schwäche hinterlassen hatte. Und während das Selbstvertrauen des Westens schwand, wurden seine Gegner und Rivalen immer selbstbewusster und bauten an unserer Stelle ihren eigenen Wohlstand und ihre eigene Macht aus. Und nun stehen wir heute an einem Scheideweg. Denn das kommende Jahrzehnt und die Entscheidungen, die wir treffen, werden die Geschichte des kommenden Jahrhunderts schreiben. Der Kurs, den wir einschlagen, wird bestimmen, ob der Westen seinen Platz an der Spitze der Welt behauptet oder sich einer Zukunft aus Verkümmerung, Knechtschaft und Niedergang ergibt. Entweder entscheiden wir uns jetzt zu handeln – oder wir verlieren überhaupt die Möglichkeit, noch handeln zu können. Unter Präsident Trump haben die Vereinigten Staaten ihre Entscheidung getroffen. Wir entscheiden uns für das unverhohlene, selbstbewusste Streben nach nationaler Macht: die Kontrolle über unsere kritischen Lieferketten zurückzugewinnen, unsere Wirtschaft zu reindustrialisieren, unsere Verteidigung wieder aufzubauen und um die Vorherrschaft bei den Technologien und Industrien der Zukunft zu kämpfen. Wir entscheiden uns dafür, nach neuen Grenzen zu greifen: in der fortgeschrittenen Fertigung und bei der Superintelligenz; bei Drohnen, Waffen und Kriegsführung; bei Chips, Rohstoffen, im Cyberbereich und in jedem anderen Bereich menschlicher Möglichkeiten. Unsere Energie zu entfesseln, unsere Fabriken wieder aufzubauen, unsere Astronauten auf den Mond zurückzubringen und ein neues Zeitalter der Erforschung des Weltraums einzuleiten. Trotz all ihrer hohen Ideale waren die alten Griechen nicht naiv. Sie verstanden, dass Nationen Interessen haben. Sie verstanden, dass Staatskunst Klugheit und Diplomatie erfordert, aber auch die Fähigkeit, Gewalt einzusetzen, wenn Klugheit und Diplomatie versagen. Sie verstanden, dass Macht nicht nur die Mittel zur Verteidigung voraussetzt, sondern auch die Glaubwürdigkeit, sie einzusetzen. Dies ist das klassische Verständnis von Politik und Staatskunst, das die Trump-Administration zurückgewinnen will – nicht nur für unser Land, sondern für unsere gesamte Zivilisation. Wir glauben, dass Europa aus seinem langen Schlaf erwachen und das Feuer neu entfachen kann, das hier vor Jahrtausenden entzündet wurde. Es gibt bereits Anzeichen dafür. Auf diesem Kontinent erleben wir, was wir hoffen, der Beginn eines Generationenwandels sein wird: steil ansteigende Verteidigungsausgaben, eine Fülle neuer Partnerschaften und Programme, ausgeweitete Industrieproduktion – im Anschluss an die historischen Verteidigungszusagen vom vergangenen Jahr in Den Haag. Griechenland steht im Zentrum dieses Wandels. Das Volk dieser Nation hat sich erneut als unverzichtbarer Freund Europas und der Vereinigten Staaten erwiesen – in allem von Energie über Migration bis zur Verteidigung, wo Griechenland ein vorbildlicher Verbündeter gewesen ist. Und es ist unsere aufrichtige Hoffnung, dass ganz Europa Ihrem Beispiel folgen wird. Auch wenn Leidenschaften die Bande der Zuneigung zwischen den Vereinigten Staaten und Europa zeitweise auf eine harte Probe gestellt haben mögen, darf nicht zugelassen werden, dass sie diese Bande zerreißen. Gemeinsam müssen wir ein Bündnis stärken, das in der Lage ist, den Bedrohungen unserer Zeit die Stirn zu bieten. Und das können wir. Denn wir glauben nicht, dass die transatlantische Freundschaft ein Nullsummenspiel sein sollte. Ganz im Gegenteil: Unsere Vision ist ein Bündnis, dessen Stärke größer ist als die Summe seiner Teile. Diese Vision haben wir erst letzten Monat in der Praxis erlebt, und zwar in Form eines beispiellosen neuen Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten, Dänemark und Grönland& – einem Abkommen, das die Arktis neu gestalten und die Sicherheit der gesamten NATO stärken wird. Alle drei Partner dieses Abkommens gingen als Gewinner hervor. Ganz Europa – ebenso wie die NATO und die Vereinigten Staaten – ist dadurch sicherer, stärker und geschützter geworden. Wir wollen gemeinsam gewinnen. Wir müssen gemeinsam gewinnen. Heute ist es Mode geworden zu glauben, eine aufgeklärte Außenpolitik bedeute, die „globale Gemeinschaft“ über das eigene Volk zu stellen. Und ich denke, auch hier haben wir viel von den Männern des antiken Griechenlands zu lernen. Sie wussten, dass nichts Egoistisches oder Falsches an der Loyalität zur eigenen Nation liegt und nichts Egoistisches oder Falsches daran, für die Verteidigung ihrer Interessen vor allem anderen zu kämpfen. Sie glaubten – leidenschaftlich – an das Ideal des großen Mannes: den außergewöhnlichen Einzelnen, der durch seine eigenen Taten Unsterblichkeit erlangt. Doch sie glaubten, dass Ruhm und Ehre durch Streben, Opfer und große Leistungen für etwas Größeres als sich selbst errungen werden. Der wiederkehrende Held der antiken griechischen Welt war der Mann, der bereit war, jeden Preis für eine Sache zu zahlen, die seiner Loyalität würdig war. Wir sehen dies bei Sokrates, der die Suche nach der Wahrheit selbst um den Preis seines eigenen Lebens nicht aufgab. Wir sehen es in dem legendären Widerstand der 300 Spartaner – umzingelt und hoffnungslos unterlegen den gewaltigen Armeen Persiens –, die die Chance, sich zu retten, ausschlugen und lieber bis zum letzten Mann kämpften, als ihren Posten oder ihre Pflicht zu verlassen. Und wir sehen es im epischen Mythos des Achilles, dem die Wahl geboten wird, nach Hause zurückzukehren und ein langes, friedliches Leben zu führen – der aber stattdessen beschließt, vor Troja zu bleiben und im Streben nach ewigem Ruhm unterzugehen. Dies – dies sind die Qualitäten, die die westliche moralische Vorstellungskraft prägen sollten. Vom christlichen Märtyrer, der seinen Glauben nicht verriet, bis zum Patrioten, der sein Leben für sein Land gab; von Thomas More bis zur Schlacht von Alamo, durchziehend die unsterblichen Schlussworte der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, die lauten: „Wir geloben einander gegenseitig unser Leben, unser Vermögen und unsere heilige Ehre.“ Von den Griechen erbte der Westen seinen Sinn für Pflicht – eine unzerbrechliche Loyalität zu seinem Kodex, seiner Sache, seinem Land. Unsere Helden, die Helden des Westens, sind jene, die genau dann treu zu ihrer Pflicht stehen, wenn es am schwierigsten und schmerzhaftesten ist: der Mann, der an sein Wort gebunden ist, der Soldat, der seinen Posten nicht verlässt, der Kapitän, der sprichwörtliche Kapitän, der mit seinem Schiff untergeht. Dies ist gänzlich anders als das, was wir selbst heute zum Beispiel bei Fanatikern wie den radikalen Mullahs des Iran sehen, deren Todeskult Kinderselbstmordattentäter als nationale Helden preist und das Martyrium als Selbstzweck darstellt. Unsere Helden – unsere Helden mögen bereit sein, für ihre Sache zu sterben; aber unsere Helden beten den Tod nicht an. Gerade weil wir das Leben schätzen, erkennen wir den Heroismus in jenen, die es eher opfern würden, als ihre Prinzipien zu verraten. Heute nehmen wir die westliche Auffassung von diesen Dingen – Heroismus, Ehre, Pflicht – als selbstverständlich hin. Wir gehen davon aus, dass sie irgendwie universell für alle Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten gelten. Das tun sie nicht. Sie sind das Produkt eines besonderen Charakters, eines besonderen Charakters, der hier entstand und die gesamte Geschichte der Zivilisation formte, die ihm folgte. Eine Zivilisation, die wir heute mit derselben Leidenschaft verteidigen müssen, wie es unsere Vorväter taten. Die Männer, die den Parthenon erbauten, wurden von den Architekten des europäischen Christentums abgelöst, die die Kathedralen von Mailand, Köln und Florenz errichteten. Das Streben nach der Vervollkommnung der menschlichen Gestalt, das die antiken griechischen Bildhauer bewegte, fand einen neuen Ausdruck in Michelangelo. Die Suche der griechischen Philosophen nach der Struktur des Universums wurde von Kopernikus übernommen, dann von Galilei, dann von Kepler und von Newton. Der Hunger nach neuem Wissen – das ist es, was Magellans erste Expedition um die Welt hervorbrachte, Kolumbus’ Entdeckung der Amerikas und schließlich die Reise von Apollo 11 zum Mond. Und die Qualitäten, die Alexander dazu führten, die gesamte bekannte Welt zu erobern, tauchten wieder auf in Cäsar, dann in Karl dem Großen und in Cortés. Und in Amerika fand dieselbe Tradition sich aufs Neue. Ein offenes und wildes Land wurde zum Schauplatz einer großen Wiederbelebung westlicher Imagination und Ambition. Das griechische Streben nach neuen Horizonten wurde zum amerikanischen Frontier-Geist. Die Zivilisation Athens und Roms verwandelte eine junge Küstenrepublik in ein kontinentales Imperium. Die größten Amerikaner jeder Generation trugen die unverkennbaren Züge ihrer Vorväter – geboren in Athen, geformt von Rom, getauft im Christentum, gestählt im Feuer des mittelalterlichen Europas, ausgestattet mit dem englischen Genius für Freiheit und dann über den Atlantik getragen, um an den Küsten einer neuen Welt wiedergeboren zu werden. Gemeinsam müssen wir diesen Geist nun wiederentdecken. Wir stehen an einem Wendepunkt – einem Wendepunkt nicht nur in der Geschichte meiner Nation, sondern einem Wendepunkt in der gesamten Zivilisation. Die Bedrohungen, denen wir heute gegenüberstehen, sind genauso real wie auf der dramatischen Bühne der Antike. Nationale Interessen verschwanden nicht angesichts internationaler Institutionen. Der Krieg verschwand nicht einfach, weil wir den Frieden bevorzugten. Andere Staaten rüsteten weiter, suchten Einfluss, konkurrierten um Territorium und Technologie und Ressourcen und Märkte und Energie und Macht. Und nun gibt es wieder Krieg. Es gibt wieder neuen Wettbewerb zwischen Großmächten. Es gibt Verwundbarkeit, Aggression, Terrorismus, ein ganzes Universum neuer Bedrohungen und Angriffe. Und so müssen wir unsere Institutionen und unsere Bündnisse neu aufbauen, um diesen Bedrohungen gemeinsam zu begegnen – im Verständnis, dass der Zweck dieser Dinge nicht darin besteht, die Souveränität der Nationen, die sie bilden, abzuschaffen; er besteht darin, sie zu verteidigen. Und dass Nationen ihre eigenen Identitäten nicht aufgeben müssen, um ihre gemeinsamen Interessen anzuerkennen. Wir haben mit unseren Partnern hier in Griechenland ein Modell dafür geschaffen. In unseren Verteidigungspartnerschaften, in Energie und Technologie, in unserem gemeinsamen Bestreben, Europas Grenzen vor den Bedrohungen der Massenmigration zu sichern. Unsere Freundschaft reicht bis in die frühesten Jahre meiner Nation zurück. Als Griechenland 1821 aufstand, um nach Jahrhunderten osmanischer Herrschaft seine Unabhängigkeit wiederzuerlangen, erkannten Amerikaner in diesem Kampf etwas Vertrautes. Drei Jahre später hielt der große amerikanische Staatsmann Daniel Webster eine berühmte Ansprache vor dem Kongress und half damit, die Sache der griechischen Revolution vor die Vertreter der jungen amerikanischen Republik zu bringen. Und er begann damit, ihre Aufmerksamkeit auf alles um sie herum zu lenken. Das sagte er in seiner Rede: „Diese freie Regierungsform, diese Volksversammlung… diese Praxis freier Debatte und öffentlicher Erörterung, der Wettstreit von Geist mit Geist… selbst das Gebäude, in dem wir uns versammeln, diese proportionierten Säulen, diese verzierte Architektur, alles erinnert uns daran, dass Griechenland existiert hat und dass wir, wie der Rest der Menschheit, ihm in hohem Maße verpflichtet sind.“ Diese Worte sind heute ebenso wahr wie damals, als er sie sprach. Und wir alle – nicht nur Amerikaner, sondern Europäer und unsere Freunde im gesamten Westen – müssen die Lektionen neu lernen, die unsere Vorväter von diesem Ort und aus seiner Geschichte zogen. Die Geschichte Griechenlands – die Geschichte Griechenlands bietet uns nicht nur einen Blick – sie bietet keinen Blick auf unsere Institutionen in ihren frühesten Formen. Die Geschichte Griechenlands zeigt uns ein Bild von uns selbst. Sie zeigt uns, dass uns das Erbe großer Helden zuteil geworden ist und dass wir stolz sein sollten – dass wir intensiv stolz sein sollten – auf unseren Ursprung. Wir sollten staunen über das, was unsere Vorväter aus diesem Land herausmeißelten. Die Geschichte unserer Zivilisation ist die größte Geschichte, die dem Menschen je bekannt wurde. Und sie begann hier, mit den ersten Männern und Frauen des Westens. Von ihnen – von ihnen – können wir die Tugenden, den Mut und die Stärke wiederentdecken, um den Gefahren unserer Zeit entgegenzutreten. Vielen Dank! Artikel als PDF-File | Kommentare Zum Anfang2026-10-08 15:15 Humanismus heißt, den Wähler beim Wort zu nehmenDie SPD und der Marsch gegen die WirklichkeitEin AfD-Landtagspräsident bringt die Berliner Koalition aus dem Tritt – und die SPD sucht den Schuldigen lieber in der CDU als bei sich selbstVera Lengsfeld
Die Autorin weist darauf hin, dass mindestens vier Abgeordnete in Magdeburg nur von ihrem freien Mandat Gebrauch machten, als sie einen AfD-Mann zum Landtagspräsidenten mitwählten. Vera Lengsfeld erinnert an Artikel 38 des Grundgesetzes und an die Empörung von Verteidigungsminister Pistorius – und fragt, warum die SPD den Schuldigen in der CDU sucht statt bei sich selbst.Am Dienstag, dem 6. Oktober, wurde in Magdeburg ein Landtagspräsident der AfD gewählt, mit vier Stimmen mehr, als AfD und BSW zusammen aufbringen. Sofort verfiel die woke Linke in Schnappatmung. Was hatten „unsere“ Demokraten erwartet? Dass ein Wunder geschieht, wenn man nur weiter die Augen fest vor der Realität verschließt, das Votum der Wähler nicht anerkennt und nur „Brandmauer! Brandmauer!“ schreien muss, damit alles wie gewohnt weitergeht? Dabei hat es die SPD auf die absurde Spitze getrieben. Die bei der letzten Bundestagswahl stark geschrumpfte Bundestagsfraktion entschloss sich im Anschluss an ihre Sitzung an diesem Dienstag zu einem „spontanen“ Protestmarsch vom Reichstag durch das Brandenburger Tor bis zum August-Bebel-Platz. Manche Abgeordnete trugen das Grundgesetz unter dem Arm. Anlass der Kundgebung war die Vermutung, dass vier CDU-Abgeordnete den AfD-Parlamentspräsidenten mitgewählt haben könnten. Den Grundgesetz-Trägern ist offensichtlich nicht bewußt, dass laut Art.38 Abs. 1 der Abgeordnete ein freies Mandat hat und nur seinem Gewissen verpflichtet ist. Es hilft eben nicht, das GG mit sich herumzuschleppen, man sollte ab und zu auch hineinschauen. Am Denkmal für die von den Nazis verbrannten Bücher fand Verteidigungsminister Pistorius starke Worte: „Das ist der Tag von Wut, das ist der Tag von Enttäuschung darüber, dass Demokratinnen und Demokraten offenbar nichts gelernt haben aus der Geschichte und die Geschichte sich wiederholen lassen. Wer das zugelassen hat, hat sich an der Demokratie unseres großartigen Landes vergangen….Der Tag, den wir heute erlebt haben, ist ein einzigartiger Tabubruch der parlamentarischen Demokratie, den wir in dieser Form in 90 Jahren nicht erlebt haben. Demokraten haben Faschisten als Steigbügelhalter gedient, liebe Freunde.“ Zur Erinnerung: Es geht um vier unbekannte Abgeordnete, die von ihrem freien Mandat Gebrauch gemacht und den Wählerwillen respektiert haben. Zum Schluss stimmte Pistorius die Nationalhymne an. Alle sollen mitgesungen haben, obwohl die SPD weder Schwarz-Rot-Gold, noch das Lied der Deutschen sonderlich schätzt. Mehr Heuchelei geht kaum. Es handelt sich um die Partei, die im Koalitionsvertrag für die Koalition im Bund sich verpflichtet hat, mit keiner extremistischen Partei zu koalieren. Aber in Berlin führt die SPD neben den Grünen „Vorgespräche“ mit der SED-Linken, um irgendwie mit der Partei, die offenbar so gute Kontakte ins Berliner Clan-Milieu hat, dass sich Clanchef Remmo „unterstützt“ fühlt, auf einen Nenner zu kommen. Freuen können sich alle Kriminellen über den von der Linken geplanten Kahlschlag bei der Polizei. Vor allem aber gehören Teile der Linken zum antisemitischen propalästinensischen Mileu, das seit dem 7. Oktober 2024 sich auf Berlins Straßen stimmstark und gewaltbereit breit macht. Am Jahrestag des Massakers in Israel endeten die dritten „Vorgespräche“ ergebnislos, aber man will weiter verhandeln. Linker Extremismus und Antisemitismus scheint kein Problem für die SPD zu sein, die aus der Geschichte der zweiten Diktatur in Deutschland nichts gelernt zu haben scheint. Die Öffentlichkeit soll nur nicht mitkriegen, mit wem man unbedingt ins Koalitionsbett will. Es war übrigens die SPD-geführte Ampelregierung, die ihre Außenministerin äußern ließ, sie würde den israelischen Staatschef Netanyahu als Kriegsverbrecher verhaften lassen, sollte er deutschen Boden betreten. Mehr als ihre angebliche Sorge um die Demokratie scheint die SPD anzutreiben, ihren Koalitionspartner im Bund klein zu machen. Als Kanzler Merz vor wenigen Tagen seine Regierung dazu aufrief, zusammenzustehen, um Deutschland durch Reformen wieder fit zu machen, tönte es aus der SPD, man lasse sich nicht drohen. Nun verlangt sie kategorisch einen Kniefall der CDU wegen vier vermuteter Abweichler, die es ebenso bei den Grünen, den Linken oder der SPD gegeben haben kann. Die Partei steht inzwischen im Bund bei 15%. Statt dies als Signal zu nehmen, über die Ursachen dieses Wählerverlustes nachzudenken, betreibt sie Machtspielchen. Dabei hat sie nichts mehr zu verlieren als ihre Privilegien. Während ich dies schreibe, tagt im Kanzleramt der Koalitionsausschuss, den Kanzler Merz als Krisensitzung einberufen hat, um „Vertrauen“ wieder herzustellen. Merz hat immer noch nicht begriffen, dass die SPD kein Vertrauen will, sondern seinen Sturz. [Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.] Mit freundlicher Genehmigung von Vera Lengsfeld übernommen aus Vera Lengsfeld. Vera Lengsfeld, Jahrgang 1952, ist Politikerin und Publizistin. Sie war Bürgerrechtlerin und Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR. Von 1990 bis 2005 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages, zunächst bis 1996 für Bündnis 90/Die Grünen, ab 1996 für die CDU. Seitdem betätigt sie sich als freischaffende Autorin. 2008 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Artikel als PDF-File | Kommentare Zum Anfang2026-10-08 00:00 Humanismus und DemokratieGöring, Stalin und die nackte MachtDer Streit um den Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt verrät mehr über die etablierten Parteien als über die AfDVolker Boehme-Neßler
Demokratie lebt von zwei Regeln: Jeder streitet mit jedem, und jede Meinung gilt. In Magdeburg bricht der Landtag nun mit der Brandmauer und wählt erstmals einen AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten. Ein Grund zur Aufregung ist das nicht – im Gegenteil.Vorgestern [Di., 2029-10-06] haben wir den Untergang des Abendlandes erlebt. Jedenfalls dann, wenn man zahlreichen Medien und vielen Parteipolitikern glauben darf. Was ist passiert? Mit Tobias Rausch ist in Magdeburg das erste Mal ein AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten gewählt worden. Teile der Medien und Teile der Politik haben darauf – man kann es nicht anders sagen – hysterisch reagiert. Es war die Rede davon, dass erstmals seit Hermann Göring ein Rechtsextremist zum Präsidenten eines deutschen Parlaments gewählt worden sei. Die Abgeordneten, die Tobias Rausch gewählt haben, hätten sich zu „Steigbügelhaltern des Faschismus“ gemacht. Die SPD-Bundestagsfraktion hat in Berlin einen Protestmarsch veranstaltet. Sie spüre die Pflicht, Flagge zu zeigen, sagte ihr Fraktionschef Miersch. Boris Pistorius hat eine Wutrede gehalten. Natürlich musste er von Faschisten und ihren Steigbügelhaltern sprechen. Wahl in Magdeburg Auch im Parlament in Magdeburg war die Hölle los. Schon vor einigen Tagen hatte die Grünen-Fraktionschefin in Magdeburg an Hermann Göring erinnert. Sollten die Abgeordneten Rausch in das Amt wählen, gäbe es „erstmals seit Hermann Göring einen rechtsextremen Landtagspräsidenten“. In ihrer Eröffnungsrede sprach die Alterspräsidentin Eva von Angern dann nicht nur von Hape Kerkeling, sondern auch von Clara Zetkin. Die überzeugte Kommunistin und Stalinistin eröffnete 1932 den neu gewählten Reichstag als Alterspräsidentin. Ihre Eröffnungsrede schloss sie damals mit der Hoffnung, sie werde auch noch „das Glück […] erleben, als Alterspräsidentin den ersten Rätekongreß Sowjetdeutschlands zu eröffnen.“ Unsägliche Nazi-Vergleiche und eine Stalinistin als historisches Vorbild – das sind Magdeburger Abgründe, die sich hier auftun. Aber darf man diesen Reden glauben? Natürlich nicht. Es geht hier nicht um den Kampf gegen den Faschismus, der immer wieder beschworen wird. Das ist natürlich Unsinn. Die AfD ist keine faschistische Partei. Das immer wieder zu behaupten, zeugt von Dummheit, von historischer Unkenntnis und von bösartiger Perfidie. Und die Zeiten, in denen wir leben, lassen sich noch nicht ansatzweise mit Weimar vergleichen. Allen hehren Worten zum Trotz: Es geht um die nackte Macht. Ein guter Tag für die Demokratie Gestern war ein guter Tag für die Demokratie. In Magdeburg ist wieder ein Stück Normalität in den parlamentarischen Alltag eingezogen. Über viele Jahrzehnte war es in den Parlamenten der Bundesrepublik üblich, dass die stärkste Fraktion den Parlamentspräsidenten stellt. Mit guten Gründen hatte man das für eine faire parlamentarische Praxis gehalten. Und natürlich spricht vieles dafür, der stärksten Fraktion das Amt des Präsidenten zuzusprechen. Auch im Parlament und den damit verbundenen Ämtern muss sich die Wahlentscheidung der Bürger widerspiegeln. Mit dieser Praxis haben die etablierten Parteien gebrochen, als die AfD so stark wurde, dass ihr ein Recht auf das Amt eines Landtagspräsidenten zugestanden hätte. Demokratie in Gefahr: Die Regierung demonstriert das Volk nieder Aus machtpolitischer Perspektive muss man das Amt des Landtagspräsidenten nicht überschätzen. Seine Macht ist begrenzt. Er repräsentiert den Landtag nach außen, und er organisiert den Ablauf der Parlamentsdebatte im Inneren des Parlaments. Das sind seine wichtigsten Aufgaben. Echte Macht ist damit nicht verbunden. Aber er ist natürlich ein Symbol. Er symbolisiert die Einigkeit eines Parlaments, das sich – trotz aller großen politischen Unterschiede – auf faire Umgangsregeln einigen kann. Auch wenn sie aus verschiedenen Richtungen kommen, haben Parlamentarier doch eines gemeinsam: Sie sind von den Bürgern gewählt, um politische Lösungen im Interesse des Landes und der Bürger zu finden. Diesen jahrzehntelangen Grundkonsens hatten die anderen Parteien aufgekündigt, als der AfD in den Parlamenten erstmals repräsentative Funktionen zugestanden hätten. In allen Landtagen – außer jetzt in Magdeburg – und im Bundestag sind AfD-Abgeordnete weiter von repräsentativen Aufgaben ausgeschlossen. Auch das hat symbolische Bedeutung – wenn auch eine negative: Es steht für die Weigerung der etablierten Parteien, die vom Bürger gewählten AfD-Abgeordneten als legitime Parlamentarier anzuerkennen. Es ist das Symbol einer zutiefst antidemokratischen Haltung, die das Votum von immer mehr Wählern respektlos missachtet. Gestern ist der unsägliche Konsens der Anti-Demokraten das erste Mal deutlich aufgebrochen worden. Der AfD-Politiker Tobias Rausch erhielt nicht nur die Stimmen seiner Fraktion. Er bekam auch die Stimmen der BSW-Fraktion und weitere Stimmen, von denen man nicht weiß, woher sie kamen. Es ist ja eine geheime Wahl. Was bedeutet das? Es gibt inzwischen auch in den etablierten Parteien Abgeordnete, die den unfairen und antidemokratischen Ausschluss der AfD-Abgeordneten nicht mehr mitmachen. Sie haben wieder Respekt vor den Wählern und ihrer Wahlentscheidung. Grundregeln der Demokratie Der Anfang der Amtszeit von Tobias Rausch war durchaus vielversprechend. Er hat – man muss es so sagen – eine eindrucksvolle Rede gehalten. Er betonte: „Ich werde dieses Amt nicht als Präsident einer Fraktion führen, sondern ich werde es als Präsident des gesamten Landtages von Sachsen-Anhalt führen.“ Genau das ist der Anspruch, den die Demokratie an einen Parlamentspräsidenten stellt. Tobias Rausch steht damit in erfreulichem Kontrast zur Rede der Alterspräsidentin Eva von Angern. Sie hat ihr Amt missbraucht, um eine polemische, anmaßend-belehrende und sehr parteipolitisch-einseitige Rede zu halten. Ganz anders der neue Landtagspräsident: „Gerade deshalb müssen wir Regeln schaffen und bewahren, die wir auch dann noch für richtig halten, wenn sie unseren politischen Gegnern nutzen und zugutekommen. Diese parlamentarischen Gepflogenheiten dürfen nicht aus Partei- oder Fraktionskalkül außer Kraft gesetzt werden. Das ist für mich eine entscheidende Maßgabe der parlamentarischen Fairness.“ Diese parlamentarische Fairness fehlt in den deutschen Parlamenten. Gestern war ein guter Tag für die Demokratie, weil die Wahl den Abbruch der unsäglichen Brandmauer beschleunigen wird. Die Brandmauer war – und ist – das Gegenteil von Demokratie. Sie schließt – mit Gewalt möchte man sagen – einen Teil der Bürger vom politischen und gesellschaftlichen Diskurs aus. Das ist demokratiefeindlich. Denn Demokratie beruht auf zwei Grundregeln. Die erste lautet: Jeder redet und streitet mit jedem. Die zweite: Jede Meinung ist legitim und gleichwertig. Selbstverständlich kann man unterschiedlicher Meinung sein. Wie sollte das auch anders sein? Aber Demokraten müssen eines im Hinterkopf haben: Es kann auch sein, dass die Meinung des anderen die fundiertere, die durchdachtere, die bessere ist. [Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.] Zuvor veröffentlicht in Tichys Einblick. Mit freundlicher Genehmigung von Volker Boehme-Neßler übernommen. Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler, Jahrgang 1962, ist seit 2014 Prof. für Öffentliches Recht, Medien- und Telekommunikationsrecht an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Studium von Rechts- und Politikwissenschaft in Berlin und Heidelberg. Dr. iur.utr. 1993 (Heidelberg), Dr. rer.pol. 1997 (Berlin), Habilitation 2008 (Kassel). Von 1993 bis 1998 Rechtsanwalt in Berlin und Wiesbaden; von 1998 bis 2014 Prof. für Europarecht, öffentliches Wirtschaftsrecht und Medienrecht an der Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW) in Berlin. Artikel als PDF-File | Kommentare Zum Anfang2026-10-05 09:30 Humanismus ist religionsfrei!So geschah es – Der 7. Oktober als islamische OffenbarungWie der Islam am 7. Oktober 2023 sein wahres Gesicht zeigte – und Europa weiterhin vor der Religion kapituliert, die den Judenhass zur Tugend erhebtRoger Letsch
Der 7. Oktober 2023 war kein politischer Konflikt, sondern die konsequente Anwendung islamischer Lehre. Roger Letschs Rezension dokumentiert, wie Hamas-Terroristen ihre religiöse Pflicht erfüllten: Juden zu töten, zu vergewaltigen, zu verstümmeln – alles im Namen Allahs. Die systematische Natur der Gräuel entlarvt die Lüge vom „gemäßigten" Islam. Wer die religiösen Texte kennt, weiß: Es gibt keinen politischen Islam, es gibt nur den Islam – und der verlangt den Untergang des Judentums.Grundstürzende Ereignisse – die guten wie die schrecklichen – haben die Angewohnheit, sich tief ins Gedächtnis einzugraben und unsere ganze räumliche Umgebung gleich mitzunehmen. Jeder, der auch nur ein Fünkchen Sympathie für Israel hat, weiß deshalb, wo er war, als die ersten Nachrichten über die Terroranschläge der Hamas am 7. Oktober 2023 eintrafen. Unterwegs auf der Autobahn zwischen Magdeburg und Berlin sagte ich zu mir selbst „das kann nicht sein!“ Mit der Meldung im Radio konnte einfach etwas nicht stimmen! Die IDF würde doch nie zulassen, … die haben doch sicher … die werden doch … aber die Nachrichten verschlechterten sich von Stunde zu Stunde. Erste Bilder tauchten auf Handys auf. Blut und Bangen, blasse und tränengequälte Gesichter, die sich über Nachrichten von Kindern, Enkeln, Neffen und Nichten in Israel beugten. Noch nie in meinem Leben habe ich mich so nutzlos gefühlt wie an jenem Abend, an dem wir eigentlich das jährliche Achse-Fest feiern wollten, gemeinsam mit einigen Autoren jenes Buches, das Gegenstand dieses Textes ist. Statt Freude folgte vor drei Jahren eine schlechte Nachricht auf die andere, und ich konnte nicht mal mit ein paar lumpigen Papiertaschentüchern aushelfen, weil ich keine dabei hatte. Die sechzehn Autoren des Buches „So geschah es. 7. Oktober. Vor aller Augen.“, herausgegeben von Simone Schermann und Chaim Noll, legen nicht nur den Finger in noch offene Wunden, sie gehen auf die Suche auch nach den Ursachen unserer Verwunderung und unserer ungläubigen Rufe, dass „so etwas“ doch gar nicht sein könne. Denn wie so oft nach Ereignissen jenseits aller Vorstellungskraft schießen die Verschwörungstheorien ins Kraut. Umso schneller, wenn sie sich an die Mutter aller Verschwörungstheorien ansaugen können, an die Legende „vom Juden“, der bei allem, was passiert, die Fäden zieht, selbst dann, wenn es vor allem Juden sind, die zu Opfern werden. Die Frage nach dem Wie und Warum des Terrors vom 7. Oktober ist jedoch beantwortet, und damit die Gewissheit nicht den Relativismen, Verdächtigungen und spitzfindigen Theorien zum Opfer fällt, muss es Bücher wie dieses geben. „Sie haben uns überrascht, und jetzt zahlen wir den Preis für unsere Selbstzufriedenheit und die inneren Spaltungen. […] Im Gegensatz zur Vergangenheit des jüdischen Volkes wird dieses Massaker seinen Preis haben“, schreibt Jonatan Shay, einer der Autoren, der über seinen Wiedereintritt in die Armee berichtet. Zum ersten Mal nach vierzehn Jahren trägt er wieder Uniform. Wer mag sich vorstellen, welchen Preis er zahlen musste, dessen Einheit mit der Bergung der Opfer der Raketenangriffe der Hisbollah im Norden Israels befasst war? Aus jeder Zeile spricht ein neuer israelischer Realismus gegenüber den Bedrohungen. Eine nüchterne Betrachtung ohne Wunschdenken, zu der man in Europa derzeit gar nicht fähig ist. Überraschung und Spaltung verfliegen nämlich schnell, wenn die Bedrohung, von der man dachte, sie sei berechenbar und auszuhalten, plötzlich die Tür eintritt. Während man im Westen gern vom „Frieden“ spricht, sagt Shay lieber „ruhige Zeiten“, denn das Wort Frieden werde in der Region als Schwäche interpretiert. Und noch etwas Erstaunliches liest man zwischen den Zeilen, nicht nur in Shays Beschreibung, sondern in denen aller Autoren, die im Buch eine israelische Innenansicht wiedergeben: Eine böse Vorahnung oder Furcht ist verschwunden. Die Befürchtung, einem drohenden gleichzeitigen Angriff von Hamas, Hisbollah und dem Iran trotz aller selbstbewussten Erklärungen der Armee vielleicht doch nicht gewachsen zu sein. Der 7. Oktober und die folgenden Militäroperationen, die iranischen Raketen, die Raketen der Hisbollah, die Raketen der Huthi, die Hinterhalte der Hamas bewiesen das Gegenteil. Israel hielt stand, der Vorhang der Ungewissheit ist weggezogen worden, und es war der Iran selbst mit seinen Hamas-Helfern, der ihn weggezogen und für Klarheit gesorgt hat. Nur lief das ganz anders, als in Teheran beabsichtigt. Kein Entkommen, kein Erbarmen, kein Verhandeln oder Erklären Einen Vorhang ganz anderer Art zieht Simone Schermann mit ihrem Beitrag zum Buch weg, den des Verdrängens. Viele der Schilderungen der Gräuel der Hamas in den Kibbuzim, den Armeestützpunkten und dem Nova-Festival-Gelände, zu Protokoll gegeben von Überlebenden und Rettungskräften, sind bekannt. Sie so komprimiert und sachlich hintereinander weg zu lesen, überfordert mich fast. Viele Schilderungen kenne ich vom Hören, gefiltert und aufbereitet von Journalisten oder der Armee. Bilder und Videos der Ermordeten – sofern sie nicht von den Mördern selbst stammten – waren aus Respekt vor Opfern und zur Schonung des Betrachters verpixelt. Worte lassen sich aber nicht verpixeln. Immer wieder ertappe ich mich beim Lesen dabei, ganze Absätze zu überspringen. Ich muss mich zwingen, all das zu lesen und den Horror im Kopf zu Bildern werden zu lassen. Die Namen, die Grausamkeiten, die irrsinnige Freude der Täter. Es sind Schilderungen, die man dem Leser nicht ersparen kann. Schermann schildert sehr plastisch, wie sich die Terroristen an den möglichen Fluchtrouten positioniert hatten, um so systematisch Jagd auf die vom Nova-Festival fliehenden Menschen machen zu können. Sie schildert die überall nach gleichen Mustern und systematisch ablaufenden bestialischen Vergewaltigungen und Verstümmelungen, die offensichtlich als Kriegswaffe angewendet wurden. Hier, wie im Delirium des Hasses, fand er tatsächlich statt, der Auftakt zum Genozid, den die Hamas-Versteher heute in der Antwort Israels sehen wollen, als die Armee zur Befreiung der verschleppten Geiseln in den Gaza-Streifen einrückte. Unterschiedslos alle Bewohner der Kibbuzim, alle Besucher des Nova-Festivals und alle Besatzungen der überrannten israelischen Wachposten waren Ziel des Angriffs. Frauen, Kinder, alte Menschen. Kein Entkommen, kein Erbarmen, kein Verhandeln oder Erklären. Keine Menschlichkeit weit und breit. Doch all der Bilder und Berichte zum Hohn dauerte es keine 24 Stunden, bis sich auf europäischen und amerikanischen Straßen und Plätzen und in Universitäten die ersten „das kann doch nicht wahr sein“ in „es ist nie geschehen“ gewandelt hatten. Wer jemanden kennt, dem in dieser Weise der Kopf verdreht wurde, der schenke demjenigen dieses Buch. Die von Schermann beschriebene Systematik des Terroranschlags macht deutlich, dass wenn die Munition der Hamas am 7. Oktober gereicht hätte, wenn ihre Kräfte nach all der Mordbrennerei nicht erlahmt wären, wenn nicht zahlreiche Israelis auf eigene Faust und schlecht bewaffnet sich ihnen freiwillig in den Weg gestellt hätten und wenn die israelische Armee nicht nach endlos langen Stunden die Initiative zurückerlangt hätte … die Hamas hätte es an diesem Tag nicht nur bei dem Versuch belassen, einen weiteren Genozid an den Juden zu vollenden. Hätte es dann wohl Worte der Rührung und des Bedauerns gegeben an den Universitäten des Westens, statt sich nach dem Terroranschlag schnell auf die Seite der Mörder zu schlagen, denen Israel zur Belohnung für tausendfachen Mord einen Staat geben solle – am liebsten auch noch den eigenen dazu? „In der ‚guten‘ Gesellschaft ist es wieder möglich geworden, sich als Antisemit zu outen.“ „Mit der Hinnahme des Hamas-Terrors erfolgt der Abstieg des Westens in die Barbarei, die Abkehr von Humantität und allen höheren Werten.“ Ich teile die Diagnose im Buch, frage mich allerdings, ob von dieser Humanität außer in Sonntagsreden noch viel übrig war, schon bevor die Mordbanden der Hamas Teile Israels überrannten. Unsere „Humanität“ ließ uns 1972 die Olympischen Spiele nach dem Anschlag auf das israelische Olympiateam einfach fortsetzen, und auch wenn mal ausnahmsweise keine Juden betroffen sind, setzten unsere „Humanisten“ seltsame Prioritäten: Auch die Journalisten, die 1988 beim „Gladbecker Geiseldrama“ in der Kölner Fußgängerzone das Fluchtauto der Geiselnehmer umtanzten, interessierten sich mehr für die Ziele der Verbrecher als für das Befinden der vor Angst zitternden Geisel Silke Bischoff. Im Westen wird Humanität gern mit Äquidistanz verwechselt und unsere Unterstützung erhält, wer am glaubhaftesten seine Waffen auf uns richten könnte. Das Buch spricht aber nicht nur über Opfer und Täter, Eldad Beck steuert eine umfangreiche Dokumentation über die Lage jüdischer Gemeinden in Europa bei, die so ausführlich wie deprimierend ist: „In der ‚guten‘ Gesellschaft, bei den ‚Eliten‘, unter den politisch Korrekten ist es wieder möglich geworden, sich als Antisemit zu outen – wenn man das Wort ‚Jude‘ durch ‚Zionist‘ oder ‚Israeli‘ ersetzt.“ Eskalation und Feigheit ziehen sich leider wie ein roter Faden durch die Stationen in Becks Interviews. Da gibt es nach dem 7. Oktober plötzlich „Komplikationen“ bei der Einrichtung eines Holocaust-Museums in Bosnien-Herzegowina, wo man mit dem Museumsbau warten will, „bis sich die Lage beruhigt“ habe. In Belgien will ein Gericht keine Straftat erkennen, wenn ein Schriftsteller schreibt, „jedem Juden, dem er begegnet, ein scharfes Messer in die Kehle rammen“ zu wollen, während über 80 Prozent der antisemitischen Vorfälle dort nicht einmal der Polizei gemeldet werden. Die Betroffenen wissen, dass eine Anzeige sinnlos ist. Wiederholt begegnet man in Becks Berichten dem Phänomen, dass ihre Lage von jüdischen Gemeinden zwar als schlimm beschrieben wird, aber irgendwie sei sie noch nicht sehr schlimm. Was für feine Abstufungen! Es ist die Fähigkeit (oder der Fluch) der Diaspora, sich wachsendem Druck durch Verhaltensänderungen irgendwie anzupassen, selbst wenn man weiß oder ahnt, die Lage dadurch langfristig eher zu verschlechtern. „Es war perfekt, ein toter Jude zu sein, aber es ist schlecht, wenn ein Jude zurückschlägt.“ In Israel hat der 7. Oktober solche Tendenzen zur Selbsttäuschung offenbar hinweggefegt. Zu lange hatte man Raketenalarme mit Technologie, Routine, Schutzräumen und dem Langmut des „Es könnte schlimmer kommen“ überspielt. Selbstzufriedenheit nennt es Jonatan Shay im Buch. Ich nenne es die Reste eines übergestülpten eurozentrischen Pazifismus, der sehr generös und bequem ist, wenn man ihn sich leisten kann. Also wenn das Schlimmste, was man als Land von seinen Nachbarn zu befürchten hat, eine Rauferei auf dem Oktoberfest oder ein schiefer Nazivergleich als ultimativer Fluch ist. Während ich mich im Buch durch die O-Töne und Milieu-Studien lese, finde ich eine alte Regel bestätigt: Antisemitismus entzieht sich jedem quantifizierbaren Maßstab und kommt sogar ganz ohne Juden aus. Und ist es mit dem institutionalisierten „Kampf gegen Antisemitismus“, der gern gegen die Dämonen der Vergangenheit geführt wird, nicht ebenso? Unsere Politiker beweinen die Toten und fühlen sich von der Angewohnheit der Lebenden gestört, bei der Interpretation der Geschichte und der Lehren, die daraus zu ziehen sind, ein Wörtchen mitreden zu wollen. Oder um Roland Kahns aus den Niederlanden im Buch zu zitieren: „Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Welt sah, was in den Konzentrationslagern geschah, schämten sich die Niederländer zu sehr, um ihren Antisemitismus zu zeigen. Als die Juden an Macht gewannen, kehrte der alte Antisemitismus zurück. Es war perfekt, ein toter Jude zu sein, aber es ist schlecht, wenn ein Jude zurückschlägt.“ „Was uns erschreckt, ist ihr Hass. […] Und dass sich dieser Hass nicht besänftigen lässt. […] Die gnadenlose Vernichtung des Gegners wird trainiert, von klein auf. Natürlich veranlagte Regungen wie Mitgefühl mit Menschen, ganz gleich, ob sie eigene Leute sind oder Fremde, werden durch eine religiös motivierte Verachtung erst delegitimiert und dann adressiert. Grausamkeit gilt als Bestandteil der Kriegs- und Lebenskunst des muslimischen Mannes“, schreibt Chaim Noll über die palästinensischen Nachbarn, und es folgt eine akribische Darstellung der Strukturen und einer Ideologie, die Monster hervorbringt. Der Optimismus ist zurück in Israel Drei Jahre nach den beispiellosen Terroranschlägen zeichnet „So geschah es. 7. Oktober. Vor aller Augen.“ von Schermann, Noll und sechzehn weiteren Autoren eine sehr ambivalente Einschätzung der Lage. In Europa und den USA ist der Antisemitismus wieder auf dem Vormarsch, und es ist nicht der plumpe Prügelnde von Rechtsaußen, vielmehr kleidet er sich in akademische Sprache, definiert Geschichte um, bildet Solidaritätskomitees und führt ständig das Menschenrecht im Munde. Doch der 7. Oktober hat auch Israel und den Nahen Osten verändert. Aus Jerusalem schaut man nicht mehr nach Europa, um zu erfühlen, ob man dort Bauchschmerzen mit der Art und Weise hat, wie man die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet. Unterstützung ist von dort nicht zu erwarten und auch die der USA ist nicht mehr so bedingungslos wie früher. Angesichts der Bedrohung durch den Iran für die ganze Region tun sich jedoch plötzlich Wege der Kooperation mit den Nachbarn auf, die vor wenigen Jahren noch völlig utopisch klangen. Der Optimismus ist zurück in Israel und er richtet sich auf das Land selbst und seine Stellung in der Region. Die Aussichten für Europa mögen im Moment trüb erscheinen, die für Israel sind es nicht. Dem Horror folgte nicht die Verzweiflung, sondern der Realismus. Oder um mit den Worten von Artur Abramovych zu enden: „Solange Israel konsequent gegen seine Feinde vorgeht, wird es die einstige Gunst der vom Selbsthass befallenen Linken nicht zurückerobern können. Einen Verzicht auf militärische Erfolge ist diese fragwürdige Gunst schlechterdings nicht wert.“ Mögen wir alle ruhigere Zeiten erleben als die im Buch beschriebenen! Unbedingte Leseempfehlung! [Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.] Zuvor veröffentlicht in Unbesorgt.de, mit freundlicher Genehmigung von Roger Letsch übernommen. Roger Letsch, Baujahr 1967, aufgewachsen in Sachsen-Anhalt, als dieses noch in der DDR lag und nicht so hieß. Lebt in der Nähe von und arbeitet in Hannover als Webdesigner, Fotograf und Texter. Sortiert seine Gedanken in der Öffentlichkeit auf seinem Blog unbesorgt.de. Artikel als PDF-File | Kommentare Zum Anfang |
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