Ich halte die
grüne Bundestagsabgeordnete Lamya Kaddor nicht erst
seit gestern für eine islamische Fundamentalistin.
Ihr über die Grünen-Fraktion ins deutsche
Parlament eingebrachter 24-Punkte-Plan soll
angeblich „muslimisches Leben“ stärken, betreibt
aber realiter die Islamisierung Deutschlands.
Schon zwei Mal wurde der grüne Antrag auf die Tagesordnung
gesetzt und anschließend von der Grünen-Fraktion selbst
wieder zurückgezogen: Zum ersten Mal unmittelbar
vor der Landtagswahl in Baden Württemberg, ein
zweites Mal vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz,
woraus man schließen darf, dass er den Grünen selbst
nicht ganz geheuer ist und eine berechtigte Furcht
vor dem Verlust von Wählerstimmen besteht. In dem Antrag
gefordert werden unter anderem Freistellungen von Muslimen
an islamischen Feiertagen und Kopftücher im Öffentlichen
Dienst. Ein veritabler Angriff auf das staatliche
Neutralitätsgebot. Jetzt hat auch noch ein als
parlamentarischer Abend verkauftes Fastenbrechen mit
150 Gästen, geschlechtergetrenntem Gebet und großem Buffet
im Bundestag stattgefunden –
natürlich auf Kosten aller Steuerzahler, die entweder
keine Muslime sind oder ein Problem mit dem
fundamentalistischen Islam haben. Die Organisatorin
Kaddor feiert es auf ihrem Instagram-Account als
historisches Ereignis in der deutschen
Parlamentsgeschichte (vgl.
https://www.youtube.com/watch?v=h13jybOsAD4).
Postwendend gab es Kritik von der türkischstämmigen
Journalistin Canan Topcu im Autorenblog „Starke Meinungen“
(https://starke-meinungen.de/blog/2026/03/18/fastenbrechen-im-bundestag-muslimische-landnahme/).
Es wäre wünschenswert, wenn noch viel mehr Einwanderer und
Einwandererkinder aus islamisch geprägten Ländern öffentlich
das gleiche tun wie Topcu. Denn die meisten von ihnen
haben mit solchen „Landnahme“-Versuchen, wie Kaddor und die
Islamverbände sie regelmäßig unternehmen, nichts am Hut.
Soeben hat der Journalist Hasnain Kazim in einem Buchessay
sein Verhältnis zum Islam geklärt und gibt darüber
hörenswerte Interviews
(https://frei-heraus.podigee.io/21-neue-episode;
https://www.youtube.com/watch?v=iu3jd2wyY7w).
Zum Fasten während des Ramadan, das an öffentlichen Schulen
offenkundig für handfesten Konfliktstoff sorgt, der
bundesweit hohe Wellen schlägt
(https://www.youtube.com/watch?v=SfIg0PxE_Hw),
ist zu sagen, dass Kinder wie auch kranke oder alte Menschen
davon ausgenommen sind. Es dürfte an deutschen Schulen also
überhaupt keine diesbezüglichen Probleme geben. Dass es sie
aber gibt, beweist, dass Lehrer, Schulleitungen und
Bildungspolitiker nicht verstanden haben, worum es beim
Fasten in der Schule geht. Schüler, die fasten, benötigen
Schutz vor fundamentalistischen Elternhäusern und
Moscheegemeinden!
Das deutsche Grundgesetz garantiert jedem Individuum
das Recht auf eine selbstgewählte Religion, aber auch das
Recht, sie zu wechseln oder gar keine Religion zu haben.
Es ist ein Abwehrrecht gegen den Staat, der niemandem eine
bestimmte Religion vorschreiben oder verbieten darf,
aber auch niemanden dazu zwingen darf, überhaupt einer
Religion anzugehören. Das besagt die berühmte positive
und negative Religionsfreiheit. Darauf hat jeder hier
lebende Muslim als einzelner Mensch ein verbrieftes
Anrecht. Eine vollkommen andere Frage ist die nach dem
Gewicht, das der Islam in Deutschland haben kann und
haben sollte. Er kann nicht das gleiche Gewicht wie das
Judentum und das Christentum besitzen, da er bis vor
wenigen Jahrzehnten auf dem Gebiet des heutigen
Deutschland überhaupt keine Rolle gespielt hat. Aus der
bloßen Anwesenheit von Muslimen lässt sich weder ein
Recht auf eine besondere Relevanz des Islam ableiten
noch das Recht auf eine Förderung durch den Staat. Die
Staatsverträge, die Deutschland mit den Kirchen und den
jüdischen Gemeinden unterhält, haben historische Gründe,
die für den Islam – wie übrigens auch für
Buddhisten oder Hindus etc. – entfallen, weshalb
der Islam dem Judentum und dem Christentum nicht
gleichgestellt werden darf. Muslime haben jetzt schon
das Privileg, völlig uneingeschränkt und unbeschwert
ihre Feste feiern zu können, während Juden Feier-
und Ruhetage nur unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen
begehen können und Christen ihre Weihnachtsmärkte durch
Poller – das berüchtigte Merkel-Lego – vor
islamistischen Anschlägen schützen müssen. Vom Judentum
und vom Christentum unterscheidet den Islam, dass er in
seinem Einflussgebiet beide Religionen unterdrückt hat,
diese umgekehrt aber nicht ihn, da er noch gar nicht
existierte, als sich beide Religionen herausbildeten.
Das Märchen von der Unterdrückung des Islam durch Juden
und Christen einschließlich der angeblichen Opferrolle
von Muslimen im Westen ist ein durchsichtiges Manöver,
um mehr Macht und Einfluss zu gewinnen.
Falls Muslime tatsächlich die Minderwertigkeitsgefühle
haben, die Canan Topcu in ihrem Beitrag anspricht,
sollten sie sich fragen, wo sie tatsächlich herrühren.
Kommen sie daher, dass sie erstmals in einem Land leben,
in dem Muslime eben nicht die erste Geige spielen? Der
Verlust der Vorrangstellung kann schmerzlich sein,
gewiss, aber dann wäre die allererste Frage, ob es für
sie nicht vielleicht besser wäre, ein islamisch
geprägtes Land als Heimat zu wählen. Kommen sie daher,
dass Muslime an der Erfindung und Entwicklung von
moderner Technik, Wissenschaft, Forschung, Demokratie
und säkularer Rechtsstaatlichkeit keinen Anteil hatten,
stellt sich die Frage nach überfälliger, weil zumindest
kollektiv ausgebliebener Religionskritik. Seit über
drei Jahrhunderten üben sich Juden und Christen –
sowie einzelne Muslime – in dieser Disziplin,
ohne die sie die Moderne nie gestemmt und bewältigt
hätten, für die sie sich von islamischen
Fundamentalisten, die sich all diese Errungenschaften
gern gefallen lassen, aber als dekadent, verworfen,
verkommen, irregeleitet, ungläubig und religiös inferior
beschimpfen lassen müssen. Das nimmt man in Kauf, so
lange diese Fundamentalisten ihre Finger von den
säkularen und liberalen Muslimen, den Atheisten und
Agnostikern aus islamisch geprägten Ländern lassen,
mit denen die meisten Leute hierzulande gerne
zusammenleben.
Dr. Sylke Kirschnick hat über Orientalismus,
deutsche Kolonialgeschichte, jüdische Schriftsteller
und Judenfeindschaft geschrieben. In ihrer
Doktorarbeit ging es um Else Lasker-Schülers
Orientphantasien und die Berliner Alltags- und
Populärkultur um 1900. Ihr Buch „Manege frei!" ist
eine „Kulturgeschichte des Zirkus“.
Mit freundlicher Genehmigung von Sylke Kirschnick
übernommen aus
Silke Kirschnick.
Verbreiter sogenannter
schädlicher Informationen können mit eingefrorenen Konten
sowie dem Verbot von Erwerbstätigkeit und Grenzübertritten
bestraft werden. Angeblich um eine neue „nicht-lineare
Kriegsführung“ Russlands zu bekämpfen. Jedoch: Nicht
Unterdrückung und Lenkung von Meinungen als Abwehr
sogenannter schädlicher Information schützt die Freiheit,
sondern diese kann sich nur selbst schützen. Oder sie ist
verloren.
In den Jahren 2014 und 2015 erfolgte der Startschuss zum Kampf
gegen sogenannte „Desinformation“ – eine sowjetische Wortprägung,
die noch unter Lenin 1923 für ein Büro des Geheimdienstes
(„Dezinformbjuro“)
geprägt worden war. In Riga wurde das Strategische
Kommunikationszentrum für Exzellenz der NATO (StratCom COE)
gegründet, das sich seit 2015 explizit der Bekämpfung von
russischer Propaganda und Desinformationskampagnen widmet.
2015 wurde die Strategische Kommunikations-Task Force für den
Osten am Europäischen Auswärtigen Dienst (EEAS) eingerichtet
und eröffnete als „Flaggschiffprojekt“ die Plattform EUvsDisinfo.
Sie soll, wie das US-amerikanische Globale
Engagement-Zentrum,
die Desinformation durch Russland
„besser prognostizieren, aufzeigen
und darauf reagieren können“.
Anlass zur Einrichtung
dieser Plattformen in EU und NATO waren der „Euromaidan“ und
die Annexion der Krim durch Russland. Am 17. März 2014 –
also am Tag nach dem Referendum und vor der Annexion –
waren auch erstmals EU-Sanktionen aufgrund dieses Konflikts
ausgelöst worden.
Das Thema der Bekämpfung russischer Desinformation und
Propaganda wird ab 2015 zentral; zuvor taucht es nur
vereinzelt auf. Seine Relevanz erhielt es durch ein
prominentes Missverständnis: die Rezeption der sogenannten
„Gerasimov-Doktrin“, die es aber – gar nicht gibt. Sie
ist Fiktion: Am 6. Juli 2014 publizierte der britische
Russland-Analyst Mark Galeotti seine Übersetzung
eines Aufsatzes des russischen Generalstabschefs Valery
Gerasimov aus dem Jahr 2013. Galeotti versah die Übersetzung
mit ausführlichen Kommentaren und überschrieb sie
„Die ‚Gerasimov-Doktrin‘
und der nichtlineare Krieg Russlands“.
Mit diesem Titel verbreitete sich die Annahme, Russland
habe eine neue militärische Doktrin geschaffen, die im Rahmen
des Ukraine-Konflikts zur Anwendung komme. 2018
entschuldigte sich Galeotti,
„die Gerasimov-Doktrin geschaffen zu haben“, und versah
den Artikel von 2014 mit einem Disclaimer, er habe nur einen
„knackigen Titel“ formulieren, nicht aber behaupten wollen,
es gebe eine neue russische Kriegsdoktrin.
Der Militäranalyst und EU-Sanktionsopfer Jacques Baud wies
übrigens immer wieder darauf hin, dass die Rede von einer solchen
„Doktrin“ einer Realitätsbasis entbehre und Russlands hybrider
Krieg ebenso, wie seine angepriesene militärische Schwäche, nur
„ein im Westen sorgsam gehätschelter Mythos“ sei
(siehe hier,
S. 34, 33, u.a.O.). Die Annahme dieser fiktiven Doktrin besagt laut
Galeotti,
dass Russland „ohne direkte, offene und groß angelegte
militärische Interventionen“ oder „nichtmilitärische Instrumente“
„Staaten zu unterwandern und zu zerstören“
beabsichtige und seine Kriegsführung nicht nur gegen die
Ukraine, sondern auch gegen den Westen richte.
Tatsächlich sind solche
„nichtmilitärischen Instrumente“
keineswegs neu, sondern Teil – heute sogenannter –
„hybrider Kriegsführung“. Das ist ein Begriff, der eine lange
Geschichte unter verschiedenen Namen hat, deren Wechsel die
Illusion fördert, es gebe immer neue Formen. In Wirklichkeit
ist der Ansatz aber so alt, wie der Krieg beziehungsweise die
Menschheit. Nur die Anwendung ändert sich unter anderem durch
neue technologische Werkzeuge – wenn zum Beispiel
im ersten Weltkrieg demoralisierende Flugblätter in
Schützengräben befördert wurden, treiben heute Trolltruppen
in sozialen Medien ihr Unwesen.
Die Verwischung der Grenze zwischen Frieden und Krieg
Galeotti knüpft mit seinem Titel an einen früheren Artikel
von Peter Pomerantsev an, der den Ausgangspunkt für die
Verbreitung der Annahme einer neuartigen
„nicht-linearen Kriegsführung“
Russlands bildet. Russland könnte als „geopolitische
Avantgarde“ den „in alten Wegen“ steckengebliebenen Westen
überholt haben. Die „nichtlineare Kriegsführung“ führt
Pomerantsev auf eine unter Pseudonym veröffentlichte
Erzählung des russischen „grauen Kardinals“ und Beraters
(und 2012-13 Stellvertreters) Putins Vladislav Surkov aus
dem März 2014, also der Zeit der Krim-Annexion,
zurück. Pomerantsev beschreibt die „nichtlineare“ als
„hybride“ Kriegsführung, zu der auch geheimdienstlich
gesteuerte Guerilla-Desinformationstaktiken im Inneren des
Feindeslandes gehören. Der Kreml erschaffe sich durch
verdeckt gesteuerte und finanzierte Akteure „eine
kumulative Echokammer der Unterstützung“ (ebenda).
In Surkovs
Erzählung
meint der Begriff jedoch etwas ganz Anderes: nämlich die
seit den 1990er Jahren entwickelte Interpretation von
Clausewitz durch Alan Beyerchen im Sinne von
„Nichtlinearität und Unvorhersehbarkeit des Krieges“,
die alsbald auch in Russland rezipiert und dort
geläufig wurde.
Schon viele Jahrzehnte früher, prominent etwa 1989, wurde
ein Konzept entwickelt, das ziemlich genau dem entspricht,
was heute unter hybrider Kriegsführung verstanden wird
und was Russland als angeblich neue gefährliche
Militärdoktrin durch besagte populärmilitärische
Diskursadaptionen buchstäblich zugeschrieben wurde:
„Medien- und Informationsinterventionen“ würden als
„Waffe“ eingesetzt, um die „öffentliche Meinung im Inland
und weltweit so zu beeinflussen, dass … der Einsatz von
Streitkräften überflüssig wird“, indem die Bevölkerung
selbst den Feind unterstützt und auch der angegriffene Staat
„innerlich zersetzt wird“.
So würden die Werte der Demokratie gegen diese selbst
gewendet und, wie es 2007 formuliert wird, „der Willen
des bestehenden Staates untergraben, dieser
delegitimiert und ein innerer sozialer Zusammenbruch
stimuliert“
(siehe hier,
S. 18).
Durch hybride Kriegsführung im Inneren des Feindeslandes
entstehe eine „Grauzone“, in welcher „die Grenze zwischen
Krieg und Frieden“ und die „Unterscheidung zwischen 'zivil'
und 'militärisch'“
verwischt würden.
Auf diese Verwischung hatte Gerasimov in seinem Artikel
hingewiesen, was zum Ansatzpunkt für die Entwicklung der
sogenannten neuen russischen Militärdoktrin beziehungsweise
„Gerasimov-Doktrin“ wurde.
Die Idee, dass eine solche Grauzone eigens zu adressieren
sei, forderte aber bereits ein
US-Memorandum von 1948:
„Wir wurden jedoch durch eine weit verbreitete Bindung an
das Konzept eines grundlegenden Unterschieds zwischen
Frieden und Krieg behindert, durch eine Tendenz, Krieg
als eine Art sportlichen Kontext außerhalb jeglichen
politischen Kontexts zu betrachten, …“. Daher seien
„verdeckte Operationen wie die heimliche Unterstützung
‚befreundeter‘ ausländischer Elemente, ‚schwarze‘
psychologische Kriegsführung und sogar die Förderung
des Untergrundwiderstands in feindlichen Staaten“ zu
betreiben. Direkte, geheimdienstlich gesteuerte
Eingriffe in eigene Medien – und die Nutzung
US-akkreditierter Journalisten für
Spionage – wurden in den USA 1977 nach dem
Skandal um die sogenannte „Operation Mockingbird“ verboten,
auch wenn Ausnahmeregelungen eingerichtet wurden. Eine
informelle Zusammenarbeit des CIA mit eigenen Medien
sowie eine Zusammenarbeit mit ausländischen Journalisten
und Eingriffe in ausländische Medien
blieben hingegen erlaubt
und bilden das Äquivalent zu entsprechenden
sowjetischen beziehungsweise russischen Geheimdiensttaktiken.
„Auf dem Schlachtfeld unbesiegbare NATO“
Den Durchbruch verschaffte der Idee, dass Russland eine
neue Angriffsstrategie gegen die Ukraine und den Westen
anwende, welche die Liberalität der Demokratie als deren
Schwachstelle ausnutze, um sie von innen her zu zerstören,
jedoch erst eine andere Publikation, in der Peter
Pomerantsev seinen Artikel aus dem Mai 2014 zusammen
mit Michael Weiss weiterentwickelte. Die am 22.
November 2014 erschienene Schrift mit dem Titel
„Die Gefahr der Unwirklichkeit“
führt aus, der Kreml habe „systematisch gelernt, die
Prinzipien liberaler Demokratien gegen diese selbst zu
verwenden, indem er sie für die ‚Instrumentalisierung
von Informationen, Kultur und Geld‘ nutzt“ (Seite 4).
Peter Pomerantsev verfasste, wie er zwecks Transparenz
betont, diese Arbeiten mit der Finanzierung durch die
Familie des Erzfeindes Putins Michail Chodorkowski
(Seite 37) an deren 2010 in New York eröffnetem
„Institute of Modern Russia“.
Peter Pomerantsev ist Sohn einer Dissidentenfamilie aus
Kiew, der nach seinem Philologiestudium in Edinburgh
ein Jahrzehnt in Russland verbrachte. Der Maidan habe
für ihn, so sagt er in einem Interview,
„neue Möglichkeiten geschaffen,
sich in der Ukraine zu engagieren“.
International bekannt wurde er durch sein Buch über
Putins damaligen Stellvertreter Vladislav Surkov und
vor allem durch die besagte Schrift über Russlands
neue hybride Kriegstaktik, welche seine militärische
Unterlegenheit gegenüber der, so Pomerantsev,
„auf dem Schlachtfeld unbesiegbaren NATO“
(siehe hier,
Seite 5) kompensieren soll.
Der Durchbruch erfolgte für die Annahme einer neuen
russischen Kriegsdoktrin der Desinformation mit der
Einladung
„eines der Autoren“ der Schrift über die „Gefahr der
Unwirklichkeit“ zum NATO Public Diplomacy Forum am 16.
Februar 2015 nach Brüssel und Pomerantsevs Auftritt
als Experte am 15. April 2015 im Ausschuss für
auswärtige Angelegenheiten des US-Repräsentantenhauses
in einer Anhörung zum Thema
„Sich Russlands Verwendung von
Information als Waffe stellen“.
Die Publikation wurde infolge dieser Rezeption zu einem
Schlüsseltext, welcher eine auch heute nicht abebbende
Flut an Studien in namhaften Think-Tanks,
darunter zum Beispiel die
RAND Corporation,
politischen wie akademischen Projekten und Institutionen
auslöste, welche sich mit der Herkunft und Anwendung von
Desinformationsstrategien aus dem sowjetischen
Geheimdienst, ihrer Transformation und Weiterentwicklung
im digitalen Zeitalter und ihrer aktuellen Anwendung
durch Russland befassen sowie Strategien entwickeln, wie
diese Kampftechnik abgewehrt werden könnte.
Von der Überinterpretation zum Digital Services Act
Pomerantsev gab nicht nur die Begründung für den Kampf
gegen Desinformation vor, sie nutze die Schwachstellen
liberaler Demokratie, sondern auch das Mittel –
die Demokratie müsse zu ihrer Verteidigung ihre
Liberalität einschränken, das heißt Maßnahmen zur
Kontrolle der öffentlichen Meinung durch Internet und
Medien, einschließlich der konventionellen, ergreifen.
Er stellte auch klare Forderungen auf, wie speziell der
„Injektion von Desinformation in die Gesellschaft“
(siehe hier,
S. 5) sowie der Verbreitung „prorussischer Positionen“
(S. 21) zu begegnen sei: Neben einem Ratingsystem für
Desinformation gehört hierzu eine
„Desinformations-Charta“,
welche für Medien, aber analog auch für Blogger und
„andere Online-Influenzer“ einen
Maßstab für „akzeptables und inakzeptables Verhalten“
festlegen und den „Ausschluss aus der Gemeinschaft“
ermöglichen soll, wenn sie „bewusste Täuschung
praktizieren“ (S. 41). Diesen Forderungen entsprechen
in der EU der „Code of Practice on Disinformation“ von
2018, der 2025 in den „Digital Services Act“ von 2022
integriert wurde,
sowie der Medienstaatsvertrag (EU-AVMD-Richtlinie von
2018, 2020 in Deutschland umgesetzt). Auch sollen laut
Pomerantsev Nachrichtenorgane Prüfinstanzen gegen
Propaganda beziehungsweise Faktencheck
installieren – im Oktober 2015
gründete das Poynter Institute das International
Fact-Checking Network (IFCN), welches sich gemeinsame
Richtlinien gab und Zertifikationen durchführt. Bis
Sommer 2025
verzeichnete
das IFCN 182 verifizierte Faktenprüfer in 57 Ländern.
Der Digital Services Act sieht ebenfalls eine
Institutionalisierung des Faktchecks durch Trusted
Flagger vor.
Von der RAND Corporation stammt in ihrem an Pomerantsev
und Weiss anknüpfenden Artikel 2016 der Vorschlag, die
„russische ‚Flutwelle‘“ („Russian Firehose“) an
Falschinformationen und Propaganda durch die „aggressive
Durchsetzung von Nutzungsbedingungen mit
Internetprovidern“ zu
bekämpfen –
eine Taktik, welche der Digital Services Act verwendet,
um über den Umweg über das Privatrecht einen –
zumindest formal gesehen – legalen Eingriff in die
Meinungs- und Informationsfreiheit
durchführen zu können.
Und nicht zuletzt ruft die Schrift von Pomerantsev und
Weiss dazu auf, dass „Netzwerke und Influenzer, die
Desinformation verbreiten, adressiert und vom Kreml
unterstützte Sprecher, Beamte und Intellektuelle zur
Rechenschaft gezogen werden“
(siehe hier,
Seite 41), das heißt Sanktionen erfahren. Sanktion gegen
Desinformation wird in einer Publikation von 2017, an
der Pomerantsev mitgewirkt hat, dann auch
ganz explizit eingefordert:
„Die Androhung von Sanktionen kann ein wirksames Mittel
sein, um gegen Desinformation vorzugehen und sie
einzudämmen.“
Die Vorschläge Pomerantsevs und seiner Kollegen, die aus
einer phantasievollen Überinterpretation einer russischen
Erzählung und eines russischen Militäraufsatzes zur
nichtlinearen Kriegsführung als neuer russischer Doktrin
entstanden, hatten durchschlagenden Erfolg:
Die EU hat über den Digital Services Act und den Ausbau
einer Art Iron Dome der Information, des
„Demokratieschildes“,
die legale Basis und Infrastruktur für ein ganzes System
geschaffen, welches die Löschung von als „schädlich“
eingestufter, aber legaler Information – sogenanntem
Grenz- oder Grauzoneninhalt –
ermöglicht. Das Europäische Zentrum für demokratische
Resilienz, die zentrale Einrichtung des Demokratieschilds,
nahm nicht zufällig am vierten Jahrestag des Kriegsbeginns
in der Ukraine, dem 24. Februar 2026,
den Betrieb auf.
Und auch der Vorschlag, Sanktion als Instrument zur
Erziehung beziehungsweise Abschreckung der Bürger
anzuwenden, kommt seit 2025 auch innerhalb der EU zum
Einsatz.
Die Zerstörung liberaler Demokratie
Eine
Studie aus dem Jahr 2025,
welche die Desinformationstaktiken des Kreml samt ihrer
NGO-gestützten Umsetzungsstruktur erforscht,
regt zu Korrektur und Umdenken an: Die
Desinformationstaktiken des Kreml könnten als
„Gegenmaßnahme“ betrachtet werden (S. 15), welche sich
gegen „Gegenmaßnahmen“ westlicher Mächte wende, wobei
Russlands PR-Fähigkeiten gegenüber westlichem Niveau noch
„um fünf bis sieben Jahre“ (S. 118) zurückbleiben würden.
Von der 2014 durch Pomerantsev verkündeten „Avantgarde“
Russlands mit hybrider Kampftaktik bleibt also nicht viel
übrig, wie angesichts der neuartigen,
atomar bestückbaren Hyperschallwaffen
auch nicht von seiner viel beschworenen militärischen
Rückständigkeit – ein Narrativ, welches
unter anderem die Fortsetzung des Kriegs mithilfe
westlicher Unterstützung legitimiert
(siehe hier,
S. 201) und alle, die sich für Friedensverhandlungen
einsetzen und damit der Niederlage Russlands mit Abdankung
Putins entgegenwirken, zu Feinden macht, da sie aus dieser
westlichen Sicht Russland zuarbeiten.
Ferner ergibt die Studie, dass die russischen
Desinformationsaktivitäten an sich selbst wenig Wirkung
zeitigen, aber dass sie durch eine unsachgemäße Übertreibung
in ihrer Darstellung und medialen Verarbeitung durch den
Westen Effektivität erzielen, also mithilfe ihrer
Fiktionalisierung. Denn der Kreml betrachte vielmehr
„den westlichen Diskurs über die russische
Informationsbeeinflussungsfähigkeit als wirksamer als
die eigentliche Propaganda“, da dieser Diskurs
„psychologische Abnutzungserscheinungen hervorrufen“ könne
„wie z. B. verstärkte Spaltung, Vertrauensverlust und
Hoffnungslosigkeit“
(siehe hier,
S. 37).
Auch wenn diese Studie das entwickelte System zur Bekämpfung
für Desinformation begrüßt, macht sie doch einen
entscheidenden kritischen Punkt deutlich: Die Art und Weise,
wie der Kampf gegen Desinformation im Westen geführt wird,
verkehrt sich gegen sich selbst und spielt durch seine
Selbstzerstörung dem Feind erst richtig zu. Denn ein
Informationskontrollsystem mit der Beschneidung und
Verletzung der Grundrechte wie an erster Stelle der
Freiheit der Meinung, Information und Medien zerstört die
Demokratie von innen her.
Die Erosion liberaler Demokratie weckt den Widerstand
freiheitlicher Bürger. Regierungen, welche die
Grundfreiheiten unverhältnismäßig beziehungsweise
menschen- und verfassungswidrig beschneiden, werden
delegitimiert. Die delegitimierende Opposition wiederum
wird politisch repressiert. Das soziale Klima der
Gesellschaft vergiftet sich. All dies beobachten und
erleiden wir aktuell, auch und gerade in Deutschland.
Für die Lösung dieser Krise gibt es drei Wege: Die
Repression setzt sich durch und aus liberaler Demokratie
wird eine mindestens im Informationsraum und sensible
Themen betreffend autoritär gelenkte (1); die Regierung
zerbricht am Widerstand und die Freiheit könnte
wiederkehren (2) oder aber die Regierung selbst ändert
den Kurs (3). Russland hat den ersten Weg schon vor
vielen Jahren eingeschlagen und seitdem seinen
Informationsraum
weitgehend unter Kontrolle gebracht.
Die EU folgt diesem Kurs, wenngleich noch mit einem
vergleichsweise niedrigeren Grad an Repression als
Russland, aber mit Beschleunigung.
Die USA dagegen haben mit Trump den Kurs abrupt gewechselt.
Sie haben 2025 die Entwicklung systematischer
Informationskontrolle im Zeichen ausländischer
Desinformationsbekämpfung beendet. Die USA versuchen, die
EU, welche den ersten Weg weiterverfolgt, ebenfalls zu
einem Kurswechsel zu bewegen, und legen offen, dass die
Legitimierung der Informationskontrolle als Abwehr
ausländischer Einmischung nur zum Vorwand dient, um
nicht nur innenpolitisch, sondern sogar „weltweit“ die
Diskurshoheit erhalten beziehungsweise herstellen zu
können. Die EU setze Gesetze und Maßnahmen mit dem
Ziel ein, „Kontrolle über die weltweite
Online-Meinungsäußerung zu etablieren,
um Narrative, die die Macht der Europäischen Kommission
bedrohen, umfassend zu unterdrücken“
(siehe hier,
S. 1).
Appell zur Freiheit
Der aktuelle westliche Zensurkomplex stammt, wie ich zu zeigen
versuchte, zum einen aus dem Krieg – seine Herkunft ist
militärisch. Zum anderen aber wurzelt er in der Welt der
Fiktion – mit der Fehldeutung einer Erzählung und
folgenden medialen Schleifen. Paradoxerweise hat sich die
von Pomerantsev beschworene „Gefahr der Unwirklichkeit“
durch den Einsatz von Information gegen sich selbst
verkehrt: Die Möglichkeiten zur Selbstkorrektur der
Diskurse schwinden rasant. Die regelbasierte, auf dem
Naturrecht aufbauende Ordnung und damit die freiheitliche
Demokratie drohen zu erodieren.
Gerade in der Selbstkorrektur durch Widerspruch und
Falsifikation aber liegt der Vorzug der freiheitlichen
Demokratie gegenüber einem System, welches den
Informationsraum politisch steuert und begrenzt und dabei
die Grundrechte einschränkt oder sogar verletzt. Zwar
mag das autoritäre System eher handlungsfähig sein, da
es Akzeptanz und Durchsetzbarkeit seiner Maßnahmen erzwingt.
Kriege fördern daher autoritäre Strategien. Wenn jedoch
die Selbstkorrektur ausgeschaltet wird, baut ein solches
System notwendig auf dem Treibsand der Illusion, der
nicht nur bei denkenden und freiheitsliebenden Bürgern
Widerstand weckt, sondern der irgendwann auch vom Meer
der Realität eingeholt beziehungsweise weggespült wird.
So ist eine Kernthese des sanktionierten Schweizer
Militäranalysten und langjährigen Osteuropaexperten Jacques
Baud – die wahrscheinlich zu den eigentlichen, aber
nicht offen vorgebrachten Gründen für seine Sanktionierung
zählt –, dass die westlichen „Narrative“ über die
Hintergründe des Kriegs in der Ukraine sowie auch die
westliche militärische Unterstützung der Ukraine
wesentlich auf der Ausblendung, der Verzerrung oder
Überschreibung tatsächlich nachweisbarer Vorgänge, also
auf „Narrativen“ und „Fake News“ beziehungsweise medial
verstärkten Illusionen beruhen: „Die Ironie der westlichen
Darstellung besteht darin, dass sie weitgehend für die
Niederlage der Ukraine verantwortlich ist.“
(siehe hier,
Seite 223).
Jacques Baud büßte bereits 2020 nach dem Einritt in den
Ruhestand mit seinem ersten Buch über „Regieren durch
Fake News“ sein Renommee ein. Wie er wurden auch andere
kritische Stimmen „zum Schweigen gebracht“
(siehe hier,
Seite 47), in alternative Diskursräume abgedrängt und als
sogenannte Putin-Versteher zu Staatsfeinden
diskreditiert, gegen die eine Anwendung harter Maßnahmen wie
die EU-Sanktion von Politik und Öffentlichkeit toleriert
wird.
Es wird Zeit, sich zurückzubesinnen auf einen Beschluss des
Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2009: „Das Grundgesetz
vertraut auf die Kraft der freien Auseinandersetzung als
wirksamste Waffe auch gegen die Verbreitung totalitärer
und menschenverachtender Ideologien.“
(1 BvR 2150/08,
Beschluss des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts
vom 4. November 2009, Absatz 50). Keine Regierung, keine
Institution, kein Unternehmen sollte uns die eigene
Urteilskraft streitig machen, uns den Zugang zu
Informationen versperren, diese filtern oder flaggen
dürfen. Alle seit 2015 neu installierten Maßnahmen und
Strukturen zur Regulierung von Meinungsäußerungen,
Informationen und Medien in der EU sowie in Deutschland
sind abzuschaffen und die vollumfängliche Freiheit ist
wiederherzustellen. Ihre Grenzen sollte die Freiheit nur
in der Wahrung der Freiheit des Anderen finden. Nicht
Unterdrückung und Lenkung von Meinungen als Abwehr
sogenannter schädlicher Information schützt die Freiheit,
sondern diese kann sich nur selbst schützen. Oder sie
ist verloren.
Prof. Dr. phil. Henrieke Stahl lehrt slawische
Literaturwissenschaft an der Universität Trier. Sie ist Erste
Vorsitzende des Vereins für Interdisziplinäre Forschung in
Medizin und Ethik für die Gesellschaft (Methig.org), Mitglied
des Leonhard-Kreises, wo sie diesen Beitrag am 27. Februar
2026 als Vortrag hielt.
Mit freundlicher Genehmigung von Henrieke Stahl
übernommen aus
Achgut.com.
In Deutschland
kann jeder sagen, was er will – bis die Polizei morgens
um sechs an der Tür klingelt. Politiker schüchtern Bürger
ein, die ihre Meinung sagen – und spannen ganze Armeen
von NGO für ihre Zwecke ein.
In der Diplomatie sagt man oft: Bündnisse beruhen auf
Interessen und Werten. Interessen ändern sich. Werte
sollten Bestand haben. Meinungsfreiheit gehört zu diesen
Werten – sie ist in jeder Gesellschaft, die sich «frei»
nennt, nicht verhandelbar. Im heutigen Deutschland geht die
Hauptgefahr für die Meinungsfreiheit nicht mehr primär von
privaten Plattformen aus, sondern vom Staat – und von
einem wachsenden Ökosystem staatlich finanzierter
Stellvertreter.
Ich beginne mit einer Szene, die jeden beunruhigen sollte,
der in einem Rechtsstaat gross geworden ist. Ein älterer
Mann bei Bamberg wird morgens um sechs von der Polizei
geweckt, weil er den Wirtschaftsminister im Internet als
«Schwachkopf» bezeichnet hat. Hausdurchsuchung in aller
Frühe – wegen einer angeblichen Beleidigung. Fragen
Sie sich: Was ist das für eine politische Ordnung, in der
es vor dem Frühstück zu Hausdurchsuchungen wegen blosser
Meinungsäusserungen kommt? «Bei uns kann jeder sagen, was
er will», hören wir von Regierungsvertretern in Deutschland.
Ja – bis es klingelt.
Strafen wie in einer Diktatur
Ein zweites Beispiel geht weit über Lappalien hinaus. Anfang
2025 wurde ein Journalist zu einer zur Bewährung
ausgesetzten Freiheitsstrafe von sieben Monaten
verurteilt – wegen eines Memes mit dem Text
«Ich hasse die Meinungsfreiheit», das als satirische Kritik
an der Innenministerin zu verstehen war. Das Bild zeigte sie
mit einem Schild in der Hand, als Kommentar zu ihrer Haltung
zur Meinungsfreiheit, die sich unter anderem in dem nach
Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts rechtswidrigen Verbot
einer rechtsextremen Zeitung manifestierte. Lesen Sie das ruhig
zweimal. Diese Strafe, die in eine Diktatur passt, wurde als
Verteidigung der Demokratie verkauft. Die Staatsanwaltschaft
hat Berufung eingelegt – sie will eine härtere Strafe. Wer
wissen will, wie ein «Chilling Effect»
aussieht: genau so.
Im Zusammenhang mit dem Bamberger Fall habe ich auf X Folgendes
geschrieben: «Der für dieses Urteil verantwortliche Bamberger
Richter heisst Martin Waschner. Wer solche Urteile spricht,
sollte in einem freien Staat kein Richter sein – und nicht
die Macht haben, freie Bürger wegen rechtmässiger
Meinungsäusserungen ins Gefängnis zu bringen.» Daraufhin
leitete die Hanseatische Rechtsanwaltskammer ein berufsrechtliches
Verfahren gegen mich ein. Die Vorwürfe sind absurd. Ich habe
sie energisch zurückgewiesen – und ich
werde mich durchsetzen.
Drittens: Das Bundesinnenministerium unter Nancy Faeser liess
ein Gutachten erstellen, das den renommierten Journalisten
Henryk M. Broder diffamierte. Wir sind dagegen vor Gericht
gezogen. Das Oberverwaltungsgericht
Berlin-Brandenburg hat dem Ministerium untersagt,
das Gutachten weiter zu verbreiten; es wurde offline genommen,
die verbliebenen Druckexemplare wurden eingestampft. Die FAZ
fasste das Ergebnis trocken zusammen: «Broder blamiert
Innenministerium.» Das war keine knappe Entscheidung. Es war
eine Erinnerung daran, dass eine Regierung kein Grundrecht
darauf hat, von Spott verschont zu bleiben – und schon gar
kein Recht, Kritiker zu verleumden.
Diesen Punkt hat – viertens – das
Bundesverfassungsgericht in einem Verfahren bekräftigt, das wir
für Julian Reichelt gegen die Bundesregierung geführt haben.
Reichelt ist Journalist und ehemaliger Chefredaktor der
auflagenstärksten deutschen Tageszeitung. Eine Bundesministerin
versuchte, seinen Tweet zu unterbinden, in dem er Hunderte
Millionen sogenannter Entwicklungshilfe für Afghanistan als
«Geld für die Taliban» bezeichnete. Die Bundesregierung ging
gegen den Journalisten vor und erwirkte ein Verbot. Das
Bundesverfassungsgericht wies die Regierung in die Schranken,
hob die einstweilige Verfügung auf und stellte eine Verletzung
der Grundrechte des Journalisten durch diese Entscheidung fest.
Politische Rede – insbesondere scharfe,
verstörende Rede – steht im Kernbereich
des Artikels 5 unseres Grundgesetzes.
Schliesslich zeigt mein eigener Fall mit dem Bundesamt für
Justiz – einer Behörde im Geschäftsbereich des
Bundesjustizministeriums –, wie weit staatliche Stellen
gehen, um einem Kritiker das Leben schwer zu machen. Nachdem
ein Gericht das Amt verpflichtet hatte, mir Akteneinsicht zu
gewähren, hat die Behörde verzögert, neue Hürden aufgebaut und
dann bei der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer Sanktionen
gegen mich angeregt, weil ich die zuständige Beamtin dafür,
dass sie die Gerichtsentscheidung ignorierte, als untergeordnet
und inkompetent bezeichnet habe. Eine Staatsbehörde, die eine
verbindliche gerichtliche Entscheidung als unverbindliche
Empfehlung behandelt, verteidigt nicht den Rechtsstaat –
sie untergräbt ihn. Mein Antrag auf Erlass einer einstweiligen
Anordnung gegen die Bundesregierung wegen dieses
Sanktionsbegehrens liegt seit Januar 2025 beim
Oberverwaltungsgericht.
Massenhaft Strafanzeigen
Das sind keine Anekdoten. Diese Fälle ergeben ein Muster.
Führende deutsche Politiker, insbesondere aus dem Lager der
Grünen, haben es zur Normalität werden lassen, massenhaft
Strafanzeigen wegen Kritik einzureichen, die oft rechtlich
zulässig, aber politisch unbequem ist. Die Ressourcen der
Polizei werden zum Schutze der Gefühle der Mächtigen
verschwendet. Und wenn der Staat vor Gericht verliert, zuckt
er zu oft nur mit den Schultern und versucht das nächste
Manöver.
«Führende deutsche Politiker, insbesondere aus dem Lager
der Grünen, haben es zur Normalität werden lassen, massenhaft
Strafanzeigen wegen Kritik einzureichen, die oft rechtlich
zulässig, aber politisch unbequem ist»
Ein Rentner wurde zu einer Geldstrafe von 800 Euro
verurteilt – wegen eines Kommentars über die damalige
Aussenministerin Baerbock. Er hatte geschrieben: «Beim
Trampolinspringen wohl zu oft an die Decke gestossen.» Ich
kommentierte auf X: «Das ist ihr wahres Gesicht, die hässliche,
halbtotalitäre Grimasse der Grünen. Humorlos, gnadenlos, kalt.
Widerlich!» Die Folge: ein Strafverfahren gegen mich.
Paragraf 188 des deutschen Strafgesetzbuches regelt Beleidigung,
üble Nachrede und Verleumdung gegenüber Personen des politischen
Lebens. Die Norm sieht einen erhöhten Strafrahmen vor, wenn
ein Politiker beleidigt wird. Alle Tiere sind gleich, aber
manche sind gleicher.
Es gibt eine zweite, strategischere Front: die Auslagerung von
Repression. Nach unserer Verfassung hat der Staat im politischen
Meinungskampf neutral zu bleiben. Also finanziert er sogenannte
NGO, die das tun, was er selbst nicht offen tun darf: überwachen,
melden, legitime Äusserungen stigmatisieren, Lawfare betreiben
und die öffentliche Debatte konditionieren. Das ist keine
Politik. Das ist mit Steuergeld eingekaufte Propaganda. Sie
simuliert Konsens, indem sie den Chor finanziert.
Hinzu kommt der Digital Services Act (DSA) der EU – das
Betriebssystem der europäischen Inhaltskontrollindustrie.
Der DSA gilt für jeden Dienst mit Nutzern in der Union und
wird durch Bussgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten
Umsatzes abgesichert. Er stattet «vertrauenswürdige Hinweisgeber»
mit Sonderrollen aus, privilegiert staatliche und para-staatliche
Meldungen und setzt Plattformen unter den Druck, möglichst
schnell zu reagieren – oder zu zahlen. «Illegale
Inhalte» werden nach dem jeweils strengsten Meinungsrecht in
irgendeinem EU-Mitgliedstaat definiert. In «Krisen»
kann die Kommission «Risikominderungsmassnahmen» anordnen –
elastisch genug, um zu bedeuten, was immer die Panik des Vortags
verlangt, einschliesslich der Drosselung legaler Debatten unter
dem Banner der «Desinformation». Das vorhersehbare Ergebnis sind
nicht nur Löschungen des tatsächlich Illegalen. Es sind das
Overblocking des Legalen, Shadowban für das Unbequeme und das
leise Einschüchtern von Dissens durch Complianceabteilungen,
die Angst vor Brüssel haben. Das ist keine Rechtsprechung. Das
ist administrative Zensur im industriellen Massstab.
Der Staat hat keine «Ehre»
Ein kurzer dogmatischer Einschub, weil Prinzipien zählen. Das
Bundesverfassungsgericht sagt seit Jahrzehnten: Der Staat muss
scharfe, auch verletzende Kritik aushalten; die Grenze zur
Schmähung ist eine enge Ausnahme, kein Regelfall. Bei
Mehrdeutigkeit ist die nichtsanktionsbewehrte Deutung zu wählen.
Und der Staat – anders als der Bürger – hat keine
«Ehre», die er mit dem Strafrecht schützen lassen könnte. Das
sind keine Zitate für Sonntagsreden, sondern funktionale
Leitplanken des freiheitlichen Rechtsstaates. Sie dürfen nicht
eingerissen werden. Aber wir haben eine Bürokratie, die Satire
verfolgt, und eine Politik, die Widerspruch pathologisiert.
Manche greifen dann zur Textbausteinschublade: «Es geht doch
um Hass und Hetze.» Seien wir ehrlich: Das ist in weiten Teilen
banale Floskelware. Eine Hausdurchsuchung im Morgengrauen wegen
«Schwachkopf»? Sieben Monate Freiheitsstrafe für ein Meme? Ein
ministerieller Bericht, der eingestampft wird, nachdem damit
versucht worden ist, einen Journalisten zu beschädigen? Eine
Ministerin, die das Bundesverfassungsgericht bemüht, um eine
politische Äusserung zu verbieten? Das hat nichts mit dem
Schutz von Minderheiten oder der Verhinderung von Gewalt zu tun.
Es geht darum, die Macht vor Blamage und Demütigung zu schützen.
Es gibt auch einen juristischen Aspekt. Meinungsfreiheit ist
kein Gnadenakt von Herrschenden gegenüber folgsamen Untertanen.
Sie hegt die Herrschenden ein, sie ist das Fundament von
Machtkritik – durchsetzbar vor Gerichten und
durch Bürger. Wenn man Beamten erlaubt, diesen Unterschied
einzuebnen, schafft man eine Kultur der permanenten
Überempfindlichkeit, mit dem Strafrecht als Erfüllungsgehilfen.
Das ist das Spiel, das in Deutschland derzeit gespielt wird:
die Ausweitung der Liste von Sprach-Tabus, die Aufblähung
vermeintlicher «Schäden», die Auslagerung der Kontrolle an
willfährige NGO und Plattformen – und das alles im Namen
von «Sicherheit».
«Es geht darum, die Macht vor Blamage und Demütigung zu
schützen.»
Die Regulierer disziplinieren
Was ist zu tun?
Erstens: Die Meinungsfreiheit muss entkriminalisiert werden.
Das Strafrecht ist für echte Bedrohungen und klar umrissene
Fälle von Volksverhetzung da – nicht für unhöfliche
Adjektive oder Memes. Wer seine Gefühle von Staatsanwälten
schützen lassen muss, ist im öffentlichen Amt womöglich falsch.
Zweitens: Die Stellvertreterarmeen trockenlegen. Steuergelder
dürfen nicht dazu verwendet werden, politischen Kampf durch
NGO als Proxys betreiben zu lassen. Was der Staat nicht direkt
rechtmässig unterbinden darf, darf er auch nicht finanzieren,
damit Dritte es für ihn tun – sei es durch «Hinweise», «Ratings»
oder «Risikominderung».
Drittens: Die Regulierer disziplinieren. Der Ausnahmezustand
darf über den DSA nicht zum Dauerzustand werden. Jede
Notfallkompetenz muss zeitlich eng befristet, von Gerichten
überprüfbar und strikt auf illegale Inhalte im Sinne von
Gesetz und Rechtsprechung begrenzt sein. Der Status des
«Trusted Flagger» muss an justiziable Standards geknüpft
sein – einschliesslich Haftung für missbräuchliche oder
grobfahrlässige Meldungen.
Ich begrüsse – ohne Einschränkung – die Schritte der
US-Regierung, dem regulatorischen Abenteurertum der
EU im Bereich der Meinungsfreiheit entgegenzutreten,
einschliesslich der Bereitschaft, Sanktionen oder Zölle zu
prüfen, wenn extraterritoriale Digitalregulierung Zensur
exportiert. Das ist kein blosser Handelsstreit; es ist die
Verteidigung einer zivilisatorischen Norm. Wenn Europa
unbedingt ein Compliancepanoptikum bauen will, darf es nicht
erwarten, die Redestandards für die gesamte freie Welt zu
bestimmen.
Lassen Sie mich mit einem positiven Punkt schliessen.
Meinungsfreiheit garantiert nicht die Wahrheit. Sie
garantiert die Möglichkeit, sie gemeinsam zu finden. Sie
gibt Bürgern das Recht, sich zum Narren zu machen, und
die Pflicht, die Dummheit anderer zu ertragen. Sie
konfrontiert Regierungen mit der Wahrheit.
Allein im vergangenen Jahr haben deutsche Gerichte gezeigt,
dass diese Instrumente noch funktionieren: ein
Innenministerium, zurechtgewiesen und blamiert; eine
Bundesministerin, der bescheinigt wird, dass sie einen
Kritiker nicht mundtot machen darf; eine Justizbehörde, der
die Regeln des Rechtsstaats vor Augen geführt werden, und
ja – selbst nach Hausdurchsuchungen um sechs Uhr
morgens und «Anti-Hass»-Theater gilt weiterhin der
Grundsatz, dass der Spott der Bürger über den Staat
verfassungsrechtlich geschützt ist. Dieser Grundsatz ist
es wert, laut und ohne Zurückhaltung verteidigt zu werden.
«Meinungsfreiheit garantiert nicht die Wahrheit. Sie
garantiert die Möglichkeit, sie gemeinsam zu finden. Sie
gibt Bürgern das Recht, sich zum Narren zu machen, und
die Pflicht, die Dummheit anderer zu ertragen. Sie
konfrontiert Regierungen mit der Wahrheit.»
Meinungsfreiheit ist keine Gefälligkeit der Mächtigen an
die Bürger. Sie ist der Schutzschild der Bürger gegen die
Mächtigen. Wenn Europa das vergisst, sollten die Vereinigten
Staaten es daran erinnern – nicht mit Predigten, sondern
mit Politik. Und wir auf unserer Seite des Atlantiks müssen
unseren Teil beitragen: durch Prozesse, durch Gesetzgebung
und dadurch, dass wir uns vom neuen Klerus der «Sicherheit»
nicht einschüchtern lassen.
Dieser Beitrag basiert auf einer Rede, die im September
2025 an einer Konferenz des Global Liberty Institute in Zürich
gehalten wurde.
Joachim Steinhöfel ist Anwalt mit Spezialisierung auf
Medienrecht und Meinungsfreiheit. Sein Buch «Die digitale
Bevormundung» (Finanzbuch-Verlag, 2024) war in Deutschland
ein Nummer-1-Bestseller.
Mit freundlicher Genehmigung von Joachim Steinhöfel und
Schweizer Monat übernommen aus
Schweizer Monat.
Großbritanniens
Premierminister Keir Starmer hat bei einer Rede im
Rahmen eines muslimischen Fastenbrechens angekündigt,
Islamophobie auszurotten. Das klingt nach Inquisition.
Aber der ist es auch nicht gelungen, die Angst vor dem
Christentum auszurotten.
„Also lassen Sie mich glasklar sein: Ich bin immer
entschieden gegen anti-muslimischen Hass in all seinen
Formen. Ich werde Islamophobie ausrotten: Ich werde
dagegen vorgehen. Meine Regierung wird meinen Worten die
Taten folgen lassen, die sie verdienen.“ Das hat
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer bei einer
Rede im Rahmen eines muslimischen Fastenbrechens gesagt.
Damit hat Starmer eine neue Inquisition angekündigt,
diesmal eine britisch-islamische.
Allein das Wort, das Keir Starmer benutzt, ist irreführend.
Das Wort Islamophobie unterstellt nämlich, die Angst vor
dem Islam sei irrational und unbegründet, eine Phobie
halt. Die Angst vor dem Islam ist jedoch mehr als begründet.
Religionen sind nicht moderat. Sie sind immer radikal.
Sie sind eine Manifestation des Glaubens an einen
allmächtigen Gott. Das ist nicht moderat. Deshalb kann
es auch keinen moderaten Islam geben. Es kann nur moderate
Muslime geben. Sie zeichnen sich dadurch aus, den Koran
nicht wörtlich zu nehmen. Man darf Angst haben, wenn
jemand erklärt, es gäbe ein Buch, das Gottes Wort
verkündet. Man muss besonders Angst haben, wenn diese
Religion nach staatlicher Macht greift. Manche Menschen
nennen es Islamophobie; ich nenne es Aufklärung.
Kritik an Religionen ist nicht geisteskrank
Islamophobie bedeutet nicht, Muslime zu hassen. Islamophobie
ist vielmehr die Angst vor der Ideologie Islam, und diese
Angst ist berechtigt. Rassismus ist die Verurteilung eines
Menschen aufgrund seiner Herkunft. Die Beurteilung eines
Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse
jedoch nennt sich Kritik. Kritik ist kein Rassismus. Kritik
war und ist der Motor der Aufklärung. Wer einen Moslem
verurteilt, weil er Araber ist, betreibt Rassismus. Wer
einen Araber jedoch beurteilt, weil er Muslim ist, betreibt
Aufklärung. Wer das Judentum als „patriarchale, überholte
Wüstenreligion“ bezeichnet, übt Kritik. Wer jedoch einen
Juden verurteilt, weil seine Mutter jüdisch ist, ist ein
Antisemit.
Das Christentum wurde in den letzten Jahrhunderten arg
kritisiert und beleidigt. Heute nennen wir es Aufklärung.
Im Jahr 1927 erschien das Werk „Warum ich kein Christ bin“
von Bertrand Russell. Im Jahr 1950 bekam der Autor den
Nobelpreis für Literatur verliehen. Er schrieb „mit vollster
Überzeugung, dass die in ihren Kirchen organisierte
christliche Religion der Hauptfeind des moralischen
Fortschritts in der Welt war und ist“.
Heinrich Böll bekam ebenfalls den Nobelpreis. Er schrieb,
der deutsche Katholizismus sei „mies bis dreckig, in seinen
Methoden dumm bis dreist“. Albert Camus, ebenfalls
Nobelpreisträger, schrieb: „Unmoralisch ist das
Christentum.“ Friedrich Nietzsche nannte „das Christentum
den einen großen Fluch, die eine große innerlichste
Verdorbenheit, den einen großen Instinkt der Rache, dem
kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug
ist – ich heiße es den einen unsterblichen Schandfleck
der Menschheit.“
Der aufgeklärte Mensch jedoch geht gegen Überzeugungen
und Ideologien
Gelten Russell, Böll, Nietzsche und Camus deshalb heute
als rassistisch? Nein! Das Christentum ist keine Rasse,
ebenso wenig wie der Islam. Obwohl sie gegenüber Christen
deutliche Worte gefunden haben, von „Schandfleck der
Menschheit“ bis „mies und dreckig“, gelten sie heute als
Leuchttürme der Aufklärung. Wer Kritik am Islam als
rassistisch brandmarkt, fällt damit der Aufklärung in
den Rücken.
Ein Rassist geht gegen den Menschen selbst. Der
aufgeklärte Mensch jedoch geht gegen Überzeugungen und
Ideologien. Diese kritisiert und hinterfragt er. Ein Moslem,
der von sich selbst sagt, ein gläubiger Mensch zu sein
und nicht zur Gewalt gegen Ungläubige, Homosexuelle oder
Juden aufruft oder diese Gewalt toleriert, stellt für
einen aufgeklärten Menschen kein Problem dar. Im Gegenteil,
ein aufgeklärter Mensch wird sogar sein Recht verteidigen,
diese Form der Religion ausüben zu dürfen, ohne dabei
von staatlicher Seite diskriminiert zu werden. Es wird ihn
aber nicht davon abhalten, die Religion zu kritisieren.
Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich Witze über seinen
Glauben mache, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen.
Der Mensch aber ist mehr als die Summe seiner Ideen. Wenn
ein Terrorist bei der Tat „Allahu Akbar“ ruft, dann nimmt
ein aufgeklärter Mensch diesen Terroristen ernst und kritisiert
die Religion, in deren Auftrag der Täter glaubt zu handeln.
Das Mittel der Aufklärung ist Kritik. Wer sie unterbinden
will, betreibt anti-aufklärerische Gesinnungstyrannei.
Religionen sind Ideologien. Viele Menschen können sich zwar
nicht aussuchen, im Sinne welcher Religion sie erzogen
werden, aber sobald sie erwachsen sind, können sie ihre
Vernunft nutzen und entscheiden, ob und wie sie in diesem
Glauben weiterdenken wollen.
Wenn eine Ideologie nicht mehr kritisiert werden darf, wird
sie totalitär. Egal ob Islam, Christentum oder
Kommunismus – das Recht, Überzeugungen
zu kritisieren und zu verarschen, sorgt dafür, dass sie
menschlich bleiben. Wer sagt, der Feldherr Mohammed, der
vor eineinhalb Jahrtausenden gelebt hat, dürfe nicht karikiert
werden, jedoch schweigt, wenn ein Bäcker aus Mekka
hingerichtet wird, weil er Christ geworden ist, der ist
ein fundamentalistischer Fanatiker.
Es ist völlig verständlich, Angst zu haben vor einem Moslem,
der den Koran wörtlich nimmt und sein Leben nach einem
mordenden Feldherrn aus der Mitte des ersten Jahrtausends
ausrichtet. Die Welt braucht geistige Hämmer, die so auf
den Islam schlagen, wie einst Nietzsche auf das Christentum
eingeschlagen hat. Ist das islamophob? War die Aufklärung
christophob?
Gerd Buurmann schreibt und inszeniert als
Theatermensch in diversen freien Theatern von Köln
bis Berlin. Er ist Schauspieler, Stand-Up Comedian
und Kabarettist. Im Jahr 2007 erfand er die
mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow
„Kunst gegen Bares“. Mit seinen Vorträgen über
Heinrich Heine, Hedwig Dohm und den von ihm
entwickelten Begriffen des „Nathan-Komplex“
und des „Loreley-Komplex“ ist er in
ganz Deutschland unterwegs. Seit April 2022 moderiert
er den Podcast „Indubio“ der Achse des Guten. Sein
Lebensmotto hat er von Kermit, dem Frosch: „Nimm,
was Du hast und flieg damit!“
Zuvor veröffentlicht in
Achgut.com, mit
freundlicher Genehmigung von Gerd Buurmann übernommen.
Der einzig relevante
Rohstoff, den Deutschland noch hat, ist die Bildung und
Qualifikation seiner Bürger, besonders der heranwachsenden
Kinder und Jugendlichen. Dieser Rohstoff wird seit Jahren
von Politikern leichtfertig verspielt. Dass sie das tun,
geschieht aus Inkompetenz, Dummheit oder ideologischer
Verblendung. Inzwischen ist es sogar wichtiger, dass die
Schüler aufsagen, dass es mehr als zwei biologische
Geschlechter gibt, der Islam die Religion des Friedens ist
und dass ihre eigene Generation die letzte ist, die den
Klimawandel aufhalten kann. Diese „Erkenntnisse“ sind
jedoch nur Ausdruck woker, linksgrüner Ideologie und nicht
Resultat kritischen, reflexiven Denkens. Wer sie hinterfragt,
wird abgestempelt, zum Schweigen gebracht oder auf andere
Weise ausgegrenzt.
Aufklärung und humanistische Bildung
Nur die Erziehung zum kritischen Denken, die Liebe zu
Literatur, Kultur und Philosophie und das Verständnis der
Naturwissenschaften kann eine tragfähige und tiefe Bildung
erzeugen, die durch ein ganzes Leben in einer sich schnell
wandelnden Welt trägt. Inzwischen sind in führenden
Positionen der Politik so viele Bildungsversager und
-abbrecher und außerdem Promotionsbetrüger, dass
naheliegend ist, dass diese den Wert echter, tiefer Bildung
nicht verstehen, geschweige denn anstreben. Dafür herrscht
bei all diesen Figuren zu viel innerliche Ablehnung.
Dass Naturwissenschaften, Mathematik, Musik und Kunst schon
seit Jahren heruntergefahren oder inhaltlich ausgehöhlt
werden, ist ein Kernsymptom dieser Bildungsverarmung.
Schüler der 4. Klasse sollen in Niedersachsen nicht mehr
dividieren lernen. Weitere Bundesländer werden schnell folgen.
Dafür werden Gendersprache und Islamisierung hochgefahren.
All dies zeigt den Irrsinn der Bildungsentwicklung in
Deutschland. Alleine schon die Tatsache, dass die
humanistische Bildung, die zu kritischem Denken und
vertiefter Reflexion führen kann, vor Jahren abgebaut
wurde, ist falsch und selbstzerstörerisch und damit
widersinnig. Es braucht eine Renaissance der aufklärerischen
humanistischen Bildung, um das Land zu retten.
Die kleine, zerstörerische Schar linksgrüner Politiker
Einige wenige, von absurden Ideologien besessene
Bildungs- und Kulturpolitiker und die ihnen blind
folgenden Beamten und Parteifreunde ruinieren so die Zukunft
des Landes. Die Linke will das Mittelmaß, weil ungebildete
oder schlecht gebildete Menschen leichter manipulierbar
sind, weil sie nicht selbst denken, sondern denken lassen.
Betreutes Denken ist der Untergang jedes aufklärerischen
Ansatzes. Das Land entwickelt sich damit um Jahrhunderte
zurück.
Am Beispiel von Baden-Württemberg, das vom Spitzenland
unter der grün-sozialistischen Führung eines Herrn
Kretschmann zum Bildungsnotfall geworden ist, lässt sich
der Niedergang besonders nachdrücklich illustrieren.
Von auswendig gelernten Plattheiten linksgrüner
Ideologien wird Deutschland keinen Wohlstand erwirtschaften
können. Aber genau darum geht es: Degrowth, Klimaangst
und Abhängigkeit vom großen Bruder Staat sind angesagt.
Die entstehende Massenarbeitslosigkeit und die zunehmende
Armut passen den Ideologien gerade ins Konzept, weil sie
damit die Menschen gefügig machen können. Andere Meinungen
oder gar konstruktiver Widerstand können so im Keim
erstickt werden.
Die Äußerungen des Merkel-Adepten Daniel Günther aus Kiel
(Ministerpräsident oder Privatmann?) zeigen, wohin die
Reise gehen soll. Alles, was von der regierungskonformen
Linie abweicht, wird stigmatisiert und am Ende verboten,
so die Träume dieser gefährlichen Big-Brother-Fraktion.
Widerstand dagegen ist jetzt angesagt, nicht in fünf oder
zehn Jahren. Dann kann es nämlich schon zu spät sein.
Geballte Fäuste in der Tasche
Viele Lehrkräfte leiden unter dieser Entwicklung, die im
Übrigen Hand in Hand mit der unverantwortlich überbordenden
illegalen Migration einhergeht. Dass es besonders viele
Politiker ohne Hochschulabschluss oder Berufsqualifikation
waren, die diesen Zustand des Landes billigend
herbeigeführt oder in Kauf genommen haben, unterstreicht
die gefährliche Rolle der Mittelmäßigkeit.
Die Lehrer, denen an Qualität und Kindesentwicklung gelegen
ist, ballen inzwischen verzweifelt die Fäuste in der
Tasche, fühlen sich aber völlig hilflos und ohnmächtig
in Anbetracht der überbordenden Bildungs- und
Kontrollbürokratie.
Die Bildungspolitik ist schon seit Jahrzehnten überwiegend
in der Hand von Hyperideologen und Laien. Seitdem die
universitäre Linke die Bildung entdeckt und
Bildungswissenschaft als eigene Disziplin etabliert hat,
geht es mit der realen Bildung bergab. Die Folgen sind
katastrophal.
Mediokre Politiker vermögen nichts anderes zu vollbringen
als minderwertige Politikqualität. Die Entwicklung braucht
niemanden zu verwundern. Nicht nur im chinesischen
Sprichwort stinkt der Fisch vom Kopfe her, in der
Realität tut er es auch und zeigt so auf die Verursacher
der Malaise.
Ist eine Wende in der rasanten Abwärtsentwicklung des
Landes und seiner Bildungspolitik möglich? Die Antwort
lautet: Nur mit äußerster gemeinsamer Anstrengung aller
verantwortlich denkenden und zu Recht besorgten Bürger.
Also: eher nicht. Das ist kein Pessimismus, sondern aus
Erfahrungen gespeister Realismus.
Sozialistische Bildungspolitik
Im Bereich der Bildung wird es durch die verfehlte
sozialistische Bildungspolitik zu einer immer tieferen
Spaltung der Gesellschaft kommen. Eltern, die es sich
leisten können, schicken ihre Kinder immer häufiger auf
hochwertige Privatschulen. Die öffentlichen Schulen
werden – auch dadurch – schlechter
und schlechter.
Der Anteil von Migrantenkindern ohne ambitionierte Eltern
(dafür gibt es das schreckliche Wort „bildungsfern“) und
von Kindern aus Prekariatsfamilien (auch hier wird mit
Bildungsferne stigmatisiert) wird in diesen Schulen immer
mehr steigen und schließlich weit über der
Zweidrittel-Marke liegen. Dadurch werden
Anspruch und Qualität dauerhaft abgesenkt. Schon jetzt
dominieren gewalttätige Gangs mit Migrationshintergrund
die Realität an vielen weiterführenden Schulen.
So wird der wichtigste Rohstoff des Landes, Klugheit,
kognitive und soziale Intelligenz, verschleudert und
einer linken Ideologie geopfert, obwohl er natürlich
auch in vielen Migranten- und Arbeiterkindern zu wecken
wäre. Eine verfehlte und letztlich einfach dumme
Bildungs-, Migrations- und
Sozialpolitik, die Bequemlichkeit und Leistungsunlust
fördert, hat schon lange die Oberhand gewonnen.
Durchschnittlichkeit ist das neue Ideal. Anstrengungslos
Ziele zu erreichen, wie Abitur und Bachelor, ist
heutzutage an vielen Schulen und Hochschulen möglich.
Die kontinuierliche Herabsenkung der Bildungsstandards
führt zu immer schlechteren Leistungen, dumpfem Wohlgefühl
bei Durchschnittlichkeit und der Herrschaft der Mediokren.
Selbstermächtigung an der Basis
Selbstbildung und Selbstermächtigung bleiben als Wege
für diejenigen übrig, die dessen mächtig sind. Dazu
braucht es geistige Klarheit und Selbstdisziplin. So
war es schon immer. Nicht umsonst standen die meisten
der antiken griechischen Philosophen dem übermäßig
dekadenten Leben ihrer Zeitgenossen abgewandt gegenüber.
Mittelmäßigkeit und Leistungsunlust darf nicht länger
das Ideal der Gesellschaft insgesamt und Bildungspolitik
im Besonderen sein. Mittelmaß erzeugt noch mehr Mittelmaß
und damit auf Dauer eine Spirale nach unten, weil die
Exzellenz immer mehr fehlt oder sich bis zu
Unkenntlichkeit absenkt. Es braucht mutige
Bildungsinitiativen vor Ort, auch von und mit
Migranteneltern. Der Bildungskanon muss neu definiert
werden mit Zielrichtung nach oben und zu mehr Anspruch
und Schwierigkeit.
Prof. Dr. Michael Klein studierte von 1973 bis
1980 Psychologie an der Universität Trier und an der
Georgetown University in Washington, D.C. Im Jahr 1980
erhielt sein Diplom in Psychologie an der Universität
Trier. Dort promovierte er auch zum Dr. rer. nat. mit
der Dissertation "Klassifikation von Alkoholikern durch
Persönlichkeits- und Suchtmerkmale". Von
1980 bis 1983 war er Klinischer Psychologe an der
Fachklinik Daun/Eifel in Darscheid und danach bis 1991
Leitender Psychologe an der Fachklinik Thommener Höhe
ebenfalls in Darscheid. Anschließend war Klein bis 1994
Leitender Psychologe an der Fachklinik Altburg in
Schalkenmehren. Im Jahr 1994 wurde er Professor für
Klinische und Sozialpsychologie an der „Katholischen
Fachhochschule Nordrhein-Westfalen“ (KFH NW), Abteilung
Köln. Die Hochschule heißt heute Katholische Hochschule
Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW)[2]. Seit 1999
ist Klein Leiter des Forschungsschwerpunktes Sucht und
seit März 2005 Leiter der Kompetenzplattform Suchtforschung
an der KatHO NRW. Diese Plattform wurde 2009 in ein Institut
umgewandelt, das Deutsche Institut für Sucht- und
Präventionsforschung (DISuP). Michael Klein ist Mitherausgeber
der Fachzeitschrift "Suchttherapie". (Wikipedia 2026-03-10)
Zuvor veröffentlicht in
Der Sandwirt, mit
freundlicher Genehmigung von Michael Klein übernommen.
Joana Cotar hat das mit Abstand
wichtigste Buch des Jahrzehnts
geschrieben. Es macht Hoffnung, dass es
von Tag 1 an auf Platz 3 der
Spiegel-Bestsellerliste
landete, hoffentlich noch klettern und sehr lange
dort bleiben wird. Im Grunde sollte es jeder Bürger
gelesen haben. Man weiß danach, wo wir gelandet sind,
macht sich keine Illusionen oder falschen Hoffnungen
mehr und erkennt, dass man selbst handeln muss, um
der Gefahr, dass aus einem bisher weichen ein
harter Totalitarismus wird, zu entkommen.
Cotar verkündet keine Insider-Geheimnisse. Fast alles,
was sie beschreibt, ist schon veröffentlicht worden,
aber schnell aus dem öffentlichen Bewusstsein wieder
entschwunden.
Cotars Verdienst ist es, den leisen, aber hemmungslosen
Demokratieabbau ohne Skandalisieren zu beschreiben und den
Leser immer wieder aufzufordern, sich selbst ein Bild
zu machen, statt ihm zu sagen, wie er was zu finden hat.
Sie präsentiert die Fakten, die durch ihre Zurückhaltung
in der Kommentierung ihre volle Wirkung entfalten.
Ich habe, als ich 1990 Mitglied des Hohen Hauses wurde,
noch wirkliche Parlamentarier erlebt, die wussten, dass
sie die Regierung zu kontrollieren hatten, selbst wenn
sie der Regierungskoalition angehörten, die
Parlamentsgeschichte aus dem Effeff kannten und niemals
akzeptiert hätten, lediglich Vorlagen aus dem Kanzleramt
abzustimmen. 1990–1994 gab es Willy Brandt, Herbert Wehner
und Otto Schily, heute gibt es Lars Klingbeil, Saskia Esken
und Michael Miersch. Welche Fallhöhe!
Damals gelang es unserer kleinen Parlamentariergruppe
Bündnis 90/Grüne trotz zahlreicher Hürden, Kollegen aus
anderen Fraktionen zu gewinnen, damit sie ihre Stimme für
die Öffnung der Stasiakten gaben, die vom Bundestag
durchgesetzt wurde, obwohl die Regierung das nicht wollte.
Heute absolut undenkbar. Zwar setzten die Veränderungen, die
zum heutigen Zustand führten, schon vor der Regierungszeit
von Merkel ein, nahmen aber mit Merkel immer rasanter werdende
Fahrt auf.
Als sich die erste Regierung Merkel bildete, waren sich
Union und SPD so fremd, dass man sich gemeinsames Regieren
schwer vorstellen konnte. Also wurde der Koalitionsausschuss
ins Leben gerufen und beschlossen, dass im Bundestag nur noch
Vorlagen aus dem Kanzleramt abgestimmt werden sollten. Das
war eine handstreichartige Entmachtung des Parlaments, die
aber von der Öffentlichkeit unbemerkt blieb, weil die Medien
sie nicht thematisierten. Als ich damals darauf hinwies, dass
vor unseren Augen aus dem Bundestag eine Volkskammer gemacht
wurde, hat man mich zur Idiotin erklärt.
Um diejenigen zu besänftigen, die das kritisch sahen, wurde
die Zahl der Parlamentarischen Staatssekretäre, der
Regierungsbeauftragten, der Fraktionspöstchen und für den
Rest der Truppe die Zahl der Reisen stark erhöht. Am Rande
bekam ich mit, dass sich eine Art interfraktionelle
Parlamentariergruppe bildete, die sich vornahm, möglichst
viele Länder zu bereisen.
Nach und nach vergaßen die Bundestagsabgeordneten ihre
eigentliche Aufgabe und widmeten sich den ihnen gebotenen
Privilegien. Die Diäten steigen inzwischen automatisch von
Jahr zu Jahr, haben inzwischen 11.833,47 € erreicht und
sollen in dieser Woche wieder um 600 € steigen. Die
steuerfreie Kostenpauschale obendrauf beträgt
5.467,27 €, die Kosten für Wahlkreisbüro und Unterkunft
decken soll. Außerdem verfügt ein einfacher Abgeordneter über
28.696,00 € pro Monat, um Mitarbeiter zu bezahlen. Weder
die Kosten- noch die Mitarbeiterpauschale werden kontrolliert.
Auch die Abgeordneten der AfD lernten schnell, wie es geht.
Einer kaufte sich sofort eine Kaffeemaschine für 1.000 €, die
er nach den vier Jahren mit nach Hause nahm. Das zeigt, wie
schnell das entstandene System korrumpiert.
Leistung für das viele Geld wird von den Hinterbänklern nicht
verlangt. Cotar bringt Beispiele, dass Abgeordnete, die in
vier Jahren keine Rede gehalten haben, trotzdem wieder auf
die Parteiliste für den nächsten Bundestag gelangten. Solche
Abgeordneten sind mir bis 2005, als ich aus dem Bundestag
ausschied, nicht begegnet.
Cotar listet auch auf, welchen steuerfinanzierten Luxus sich
die Regierung leistet.
Als Angela Merkel seinerzeit überzeugt wurde, ihr Aussehen
zu optimieren, beschloss sie, dass ihr Frisur und
Make-up bezahlt werden müssten. Daran hält sie auch als
Ex-Kanzlerin fest. Innerhalb von zwei Jahren nach
ihrem Ausscheiden wurden ihr rund 55.000 € dafür zur
Verfügung gestellt. Das ist vergleichsweise bescheiden.
Frau Annalena Baerbocks Visagistin kostete allein im Jahr
2022 136.500 €. Dazu kommen, eine
Ampel-Erfindung, persönliche Fotografen, wie
für Robert Habeck und Baerbock. Das hat die Regierung Merz
gern übernommen. Sowohl die Visagisten als auch die
Fotografen. Außenminister Wadephul, der darauf bestand,
dass in jeder deutschen Botschaft ein Foto von ihm hängen
soll, suchte kürzlich ein Videoteam zur Erstellung
„qualitativ hochwertiger“ Foto- und Videodienstleistungen,
so wie sein Amtskollege Finanzminister Klingbeil, der dafür
rund 600.000 € ausgeben möchte. In der Opposition
hatte die Union die Visagisten- und
Fotografensucht der Ampel noch scharf kritisiert und wollte
sie abschaffen. In Zeiten angeblich knapper Kassen trotz
hoher und höchster Steuereinnahmen sollen alle sparen. Nur
die Regierung spart an sich selbst nicht.
Trotz angeblichen Bürokratieabbaus werden immer neue Posten
geschaffen. Nicht nur die Ministerien, auch der Bundestag
bläht sich immer mehr auf. Cotar liefert all die Zahlen
dazu, die man sich sonst mühsam zusammensuchen muss. Ein
Beispiel?
Das Bundeskanzleramt ist schon jetzt das größte
Regierungsgebäude der Welt. Trotzdem soll es von 25.000
auf 50.000 Quadratmeter, inklusive Hubschrauberlandeplatz,
erweitert werden, damit man vom BER sich nicht per Auto
durch die Stadt quälen muss. Kostenvoranschlag: 45 Millionen,
Stand 2025: 777 Millionen.
Die an den Feudaladel erinnernde Verschwendungssucht ist
aber nur eine Seite der Medaille.
Hinter dem Rücken der Bürger hat die Politik inzwischen ein
System aufgebaut, das den Wähler vollkommen entmündigt.
Es ist Cotars größtes Verdienst, das für alle transparent
gemacht zu haben.
Ausgerechnet
die EU-Kommission schwingt sich dazu auf, dafür zu
sorgen, dass die öffentliche Debatte in Europa
„offen und fair“ bleibt? Über das Europäische
Zentrum für „demokratische Resilienz“ werden
demnächst regierungsnahe NGOs unterstützt, um
regierungskritische Stimmen zu unterdrücken.
Am 24. Februar teilte die EU-Kommission mit,
dass das neue „Europäische Zentrum für demokratische
Resilienz“ (European Centre for Democratic Resilience,
ECDR) ab sofort seine Arbeit aufnimmt. Es soll als
Anlaufstelle für den Austausch zwischen
EU-Institutionen,
Mitgliedstaaten und der „Zivilgesellschaft“ fungieren,
um „starke und widerstandsfähige Demokratien“ in der
gesamten EU zu fördern. Zum Startschuss des neuen
Zentrums sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von
der Leyen: „In einer Welt, in der Informationen
zunehmend als Waffe eingesetzt werden, um unsere
Demokratien zu untergraben, handeln wir. Mit dem
Europäischen Zentrum für demokratische Resilienz
werden wir unsere kollektive Fähigkeit stärken, gegen
ausländische Informationsmanipulation und Desinformation
vorzugehen. Dies wird unsere Resilienz stärken, dafür
sorgen, dass die öffentliche Debatte in Europa offen
und fair bleibt, und die Bürgerinnen und Bürger
befähigen, am demokratischen Leben teilzunehmen.“
Ausgerechnet die EU-Kommission schwingt sich dazu
auf, dafür zu sorgen, dass die öffentliche Debatte
in Europa „offen und fair“ bleibt? Angesichts ihrer
Zensurbestrebungen etwa über den
Digital Services Act
klingt das wie ein schlechter Scherz. Doch sie knüpft
damit nahtlos an den „Europäischen Schutzschild für
die Demokratie“ an, den sie bereits im vergangenen
November vorgestellt hat (achgut
berichtete)
und zu dem das neue Zentrum nun als ein
„Kernbestandteil“ gehören soll. Vorgeblich geht es
der EU-Kommission darum, Einflussnahme aus
dem Ausland sowie „Desinformation“ insbesondere vor
Wahlen zu verhindern. Dazu sollen etwa „gut
koordinierte Konzepte für Frühwarnungen und Stärkung
der Krisenreaktionsfähigkeit“ entwickelt werden.
In Wahrheit baut sie jedoch ein europaweites Netzwerk
sogenannter „Faktenchecker“ auf, die über Meldestellen
unliebsame Meinungen im Internet entfernen lassen
können, ohne dass die Kommission selbst einen Finger
krümmen muss.
Der Auswärtige Dienst (EAD) soll ein
„Schnellwarnsystem“ verwalten
Mit anderen Worten: Regierungsnahe NGOs werden von
der EU-Kommission darin unterstützt,
regierungskritische Stimmen zu unterdrücken. Dabei
spielen selbstverständlich nicht zuletzt großzügige
finanzielle Zuwendungen eine Rolle. Auch Denkfabriken,
Forscher, Hochschulen und Medienorganisationen will
das neue EU-Zentrum zusammenbringen. Außerdem sollen
ausgewählte EU-Bürger über zwei „Bürgerforen“
einbezogen werden, die die EU-Kommission zum Thema
„Vorsorge und Aufbau demokratischer Resilienz“
organisieren will. Die Gründung des „Europäischen
Zentrums für demokratische Resilienz“ stellt laut
Kommission einen weiteren Schritt dar, um die
„Integrität der öffentlichen Debatte“ zu schützen
und das „Vertrauen in die demokratischen Systeme
Europas“ zu stärken. Dabei soll der Auswärtige Dienst
(EAD) ein „Schnellwarnsystem“ verwalten. Auf der
eigenen
Website
des Europäischen Zentrums für demokratische Resilienz
findet sich zudem der Hinweis, dass nicht nur eine
Beteiligung der EU-Einrichtungen und der
EU-Mitgliedstaaten vorgesehen ist,
sondern auch die EU-Kandidatenländer, potenzielle
Kandidatenländer und weitere „unabhängige
Interessenträger“ miteinbezogen werden sollen.
Einen Strich durch die schönen Zensur-Pläne
der EU-Kommission könnte allerdings noch die
US-Regierung machen. So
vermeldete
die Nachrichtenagentur Reuters vor wenigen Tagen,
dass das US-Außenministerium derzeit ein
Online-Portal entwickelt, über das
EU-Bürger Inhalte einsehen können, die in der
EU entfernt worden sind. Die Webseite wird unter
„freedom.gov“
gehostet, und die Aktivitäten der Nutzer sollen
darauf nicht verfolgt werden. Ein Sprecher des
Außenministeriums sagte gegenüber Reuters, die
US-Regierung habe kein speziell auf
Europa ausgerichtetes Programm zur Umgehung von
Zensur entwickelt. Digitale Freiheit stelle jedoch
eine Priorität für das Außenministerium dar und dazu
gehöre auch die Verbreitung von Technologien zum
Schutz der Privatsphäre und zur Umgehung von Zensur.
Gut möglich, dass die Diskussion um Klarnamenpflicht
im Internet, für die sich etwa Bundeskanzler Merz
derzeit vehement
stark macht,
durch die Initiative des
US-Außenministeriums
ebenfalls ins Leere laufen wird. Dann könnte es auch
langfristig noch ein freies Internet geben.
Martina Binnig lebt in Köln und arbeitet u. a.
als Musikwissenschaftlerin (Historische Musikwissenschaft).
Außerdem ist sie als freie Journalistin tätig.
Mit freundlicher Genehmigung von Martina Binnig übernommen aus
Achgut.com.
Kürzlich
beklagte US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.
die Verfolgung von Ärzten in Deutschland, die sich
gegen Corona-Maßnahmen und für ihre Patienten
engagierten. In einer Antwort bestritt die deutsche
Gesundheitsministerin Nina Warken (Foto), dass es
eine solche Verfolgung gegeben hätte. Eine zu einer
Haftstrafe verurteilte Ärztin hatte ihr daraufhin
geantwortet.
Der amerikanische Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.
ermahnte Anfang dieses Jahres seine deutsche Amtskollegin
Nina Warken in Aufsehen erregender Weise, die Autonomie
deutscher Ärzte und Patienten zu achten. In einem
Video
sagte er, er habe erfahren, dass „mehr als 1.000 deutsche
Ärzte und Tausende ihrer Patienten“ derzeit strafrechtlich
verfolgt und bestraft würden, weil sie während der
Corona-Pandemie Ausnahmen vom Tragen
von Masken und von Impfungen gegen Covid-19 gewährt hätten.
„Die Berichte aus Deutschland zeigen, dass die Regierung
die Autonomie der Patienten beiseite schiebt und die
Möglichkeiten der Menschen einschränkt, bei medizinischen
Entscheidungen nach ihren eigenen Überzeugungen zu handeln.“
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken
antwortete
auf der Seite ihres Ministeriums wie folgt:
„Die Einlassungen des US-amerikanischen
Gesundheitsministers entbehren jeglicher Grundlage,
sie sind faktisch falsch und zurückzuweisen. Das
erläutere ich ihm gerne auch persönlich.
In Deutschland gilt grundsätzlich die
verfassungsrechtlich geschützte ärztliche
Therapiefreiheit. Ärztinnen und Ärzte entscheiden
selbstständig und eigenverantwortlich über die
Behandlung von Patientinnen und Patienten. Der
Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung
basiert auf nachgewiesener wissenschaftlicher Evidenz
und wird nicht von der Politik festgelegt. Ebenso
sind Patientinnen und Patienten frei in ihrer
Entscheidung, welche Therapie sie in Anspruch nehmen.
Während der Corona-Pandemie gab es zu keiner Zeit
eine Verpflichtung der Ärzteschaft, Impfungen gegen
COVID-19 durchzuführen. Wer aus medizinischen,
ethischen oder persönlichen Gründen keine Impfungen
anbieten wollte, machte sich weder strafbar, noch
mussten Sanktionen befürchtet werden. Es gab kein Berufsverbot oder Geldstrafe, wenn nicht geimpft wurde.
Strafrechtliche Verfolgung gab es ausschließlich
in Fällen von Betrug und Urkundenfälschung, etwa bei
der Ausstellung falscher Impfpässe oder unechter
Maskenatteste.“
Frau Warken nimmt es dabei mit der Wirklichkeit nicht
so genau. Angezeigt wurden Kollegen bezüglich
Masken- oder Impfatteste wegen Ausstellung
falscher Gesundheitszeugnisse, nicht wegen
Urkundenfälschung. Auch wurden selbstverständlich
viele Ärzte und Patienten angeklagt und verurteilt
nur deswegen, weil sie solche Atteste nach ihrem
besten Wissen und Gewissen ausgestellt hatten oder
sie verwendeten. Das ist nichts anderes als das,
was Kennedy anmahnt: Die Regierung schiebt die
Autonomie der Patienten beiseite und schränkt die
Möglichkeiten der Menschen ein, bei medizinischen
Entscheidungen nach ihren eigenen Überzeugungen zu
handeln. Ein Armutszeugnis für eine rechtsstaatliche
Demokratie.
Wie die Nicht-Verfolgung kritischer Ärzte konkret
aussieht, das beschreibt ein Offener Brief von einer
am schlimmsten betroffenen Kollegin, Dr. med. Bianca
Witzschel, an Frau Warken. Sie wurde zu einer
Haftstrafe von 2 Jahren und 8 Monaten verurteilt,
nur deshalb, weil sie ihre Patienten nach bestem Wissen
und Gewissen vor dem willkürlichen und gefährlichen
Masken- und Impfwahn schützen wollte. Sie sitzt
derzeit im Gefängnis und straft damit Nina Warken
Lügen.
„Meine Sicht Ihrer Antwort an Robert Kennedy jr.“
Offener Brief von Dr. med. Bianca Sabine Witzschel
an Nina Warken, MdB, Bundesministerin für Gesundheit
Sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin Warken,
ich darf mich kurz vorstellen: Ich bin Dr. med.
Bianca Sabine Witzschel, Fachärztin für Pharmakologie
und Toxikologie und Fachärztin für Allgemeinmedizin
und ich habe zum Thema Nachweis von Primidon in Blut
und Speichel promoviert. Ich muss diese Woche für 1
Jahr und 4,5 Monate (meine Strafe: 2 Jahre und 8
Monate, wovon ich bereits 476 Tage in U-Haft war) in
die JVA Chemnitz.
Mit Interesse, da es mich ja persönlich betrifft, habe
ich sowohl das Schreiben des amerikanischen
Gesundheitsministers Robert Kennedy jr. als auch
Ihr Antwortschreiben darauf gelesen. Vielleicht
wissen Sie es nicht, und deswegen ist es mir ein
Bedürfnis, Sie davon in Kenntnis zu setzen, aus
welchen Gründen ich verurteilt wurde.
Ich habe in den Jahren 2020 und 2021 Maskenatteste,
PCR-Test-Unfähigkeitsbescheinigungen und
Impfunfähigkeitsbescheinigungen für Menschen
ausgestellt, die alle – jeder
persönlich – bei mir waren.
Jeder hat einen kompletten Anamnesebogen ausgefüllt
(für Kinder deren Eltern) und unterschrieben, ich
habe diesen im persönlichen Gespräch zum Teil noch
ergänzt und die Patienten beraten. Danach erfolgte
für/von jedem eine umfangreiche
Bioresonanz-Analyse, und im
weiteren Gespräch kam es zur Klärung des
AttestInhaltes und dessen/deren Übergabe.
Zum 1. Februar 2022 wurde meine Approbation ruhend
gestellt und ein Jahr später, am 28. Februar 2023
früh 6.00 Uhr, – zum 5. Mal in der
Corona-Zeit – erfolgte ein sehr
unsanftes Wecken durch viele Bedienstete mit
erneuter (die 5.)
Haus-/Grundstücks-Durchsuchung.
Am 28.02.2023 wurde ich sofort verhaftet, einem
Haftrichter zugeführt und später in die JVA Chemnitz
gefahren. Im November 2023 begannen geplante 40
Verhandlungen im Hochsicherheitstrakt in Dresden.
Auf den Fahrten zwischen der JVA Chemnitz und dem
Hochsicherheits-Gerichtsgebäude
in Dresden, Hammerweg wurden mir Hand- und Fußfesseln
angelegt. Im Hochsicherheitstrakt wurde ich mit
Handschellen und gekettet an einen mich führenden
Bediensteten von A nach B bewegt und erst an meinem
Stuhl im Gerichtssaal zwischen meinen beiden
Verteidigern von den Handschellen befreit. Ich saß
476 Tage in Untersuchungshaft. Nach dem Urteilsspruch
am 17.06.2024 durfte ich zunächst – mit massiven
Auflagen – nach Hause.
Meine Revision vor dem Bundesverfassungsgericht
wurde im August 2025 abgelehnt. Am 22.01.2026
erhielt ich von der Staatsanwaltschaft Dresden die
Aufforderung zum Haftantritt in der JVA Chemnitz
innerhalb von 2 Wochen nach Posteingang, sodass
ich nun in dieser Woche meine Haftstrafe antreten
muss. Mir drohen auch weitere Verurteilungen, da
noch Gerichtsverfahren mit gleichen Vorwürfen
anhängig sind.
Neben der Tatsache, dass ich die oben genannten
Bescheinigungen ausgestellt habe, wurde mir unterstellt,
rechtsradikal zu sein, und nachdem bei einer
Hausdurchsuchung noch eine (lt. Gutachten nicht
funktionstüchtige) Taschenlampe gefunden wurde, die man
in Notfällen auch als Teaser benutzen könnte, wurde
mir sogar unerlaubter Waffenbesitz vorgeworfen.
Insbesondere das Framing, anders kann ich es nicht
nennen, ich sei rechtsradikaler Reichsbürger, zog
sich durch die gesamte Verhandlung und diente
scheinbar nur dazu, mich zu diskreditieren. Aber
dies schreibe ich Ihnen nur informationshalber. Ich
möchte auf die Atteste, die ich ausgestellt habe,
zurückkommen. In meiner beruflichen Tätigkeit konnte
ich mir Wissen aneignen, welches mich dazu befähigt,
selbstbestimmt zu denken.
FFP2 Masken sind nicht geeignet – und dafür können
Sie sehr gern jedes x-beliebige Datenblatt, welches
uch schon vor Corona erstellt wurde, zurate
ziehen –, Viren abzuwehren und bieten auch
keinen Schutz vor gegenseitiger Ansteckung.
Im Gegenteil, da sie als Staubschutz gedacht sind,
sind sie sehr luftundurchlässig. FFP2 Masken sind
keine medizinischen Produkte und unterlagen auch
keinen entsprechenden Prüfungen.
Es handelt sich um sogenannte Staubmasken, deren
Tragen nur unter bestimmten Bedingungen möglich ist:
Das Tragen der Maske führt zu:
Rückatmung, dadurch erhöhten CO2-Gehalt im Blut,
was bei jedem Menschen, ob krank, gesund, jung
oder alt, zu einer Azidose führt, die sich in
erster Linie im Gehirn bemerkbar macht.
Durch die Feuchtigkeit und das warme Milieu unter den
Masken sind die Mundschleimhäute extrem gefährdet,
was zu Infektionen der Atemwege und zu Dermatosen
führt.
Für Brillenträger besteht eine zusätzliche Gefahr
durch das Beschlagen der Brillengläser, wodurch
neben den o.g. Konzentrationsschwierigkeiten
zusätzliche Unfallgefahren eintreten.
Auch psychische Belastungen sind nicht außer Acht
zu lassen, weil viele Menschen gegen ihren Willen
gezwungen wurden, Masken zu tragen.
Bei Kleinkindern entstand durch die Tatsache, dass
sie, wenn die Mutter eine Maske trug, nicht mehr
die Möglichkeit hatten, sich an der Mimik der
Mutter zu orientieren. Das war für Mutter und
Kind zusätzlich belastend und der Gesamtentwicklung
des Kindes keinesfalls dienlich.
Jeder dieser oben genannten Punkte ist, meiner
Meinung als Ärztin nach, eine Indikation für das
Erstellen eines Masken-Attestes, auch bei
vermeintlich gesunden Personen, um gesundheitliche
Beeinträchtigungen bzw. Schäden zu vermeiden.
Die Bescheinigungen, die SARS-CoV-2-Testungen
nur über Speichel zu erlauben, sind genauso
rechtmäßig, da eine Testung von Speichel die
gleichen Ergebnisse bringt und damit auch
verhindert wird, dass Verletzungen durch die
Teststäbchen entstehen können.
Zu guter Letzt, die Impfunfähigkeitsbescheinigungen,
die ich ausstellte, haben sicher sehr viele Menschen
vor den inzwischen bereits nachgewiesenen
Nebenwirkungen der nicht ausreichend getesteten
Injektionen („Impfungen“) bewahrt.
Auch dies galt gleichermaßen für kranke und gesunde
Menschen.
Mir wurde auch vorgeworfen, dass ich mir durch diese
Bescheinigungen Geld erschlichen hätte; Patienten,
die zu mir kamen, in Massen abgefertigt hätte; ja
sogar die Bescheinigungen vorher zu Hause ausgestellt
zu haben.
Neben der Tatsache, dass ich diese behaupteten
überhöhten Honorare nicht angenommen habe, kann ich
nicht verstehen, was daran ungesetzlich ist, wenn
ich in Ermangelung einer Sprechstundenhilfe
Bescheinigungen selbst und zuvor in meiner Praxis
am Computer ausdrucke. Mir lagen ja entsprechende
Anmeldungen vor, und ich habe diese Schriftstücke
erst nach dem o.g. Procedere dem Patienten persönlich
übergeben.
Dass ich die Patienten mit einem
Bio-Resonanzgerät getestet habe, ist
ebenfalls schwer zu bemängeln, da für derartige
Atteste gar keine Untersuchungen, geschweige
bestimmte Methoden, vorgeschrieben/verlangt werden.
Ich habe keine Gesundheitszeugnisse ausgestellt.
Bio-Resonanzgeräte sind bei
Alternativen Ärzten eine gängige und gut geeignete
Untersuchungsmethode und sicher viel aussagefähiger
als die – wenn überhaupt er folgt –
sogenannten Untersuchungen (um Gefahren vorzubeugen),
die Ärzte in den Impfzentren durchgeführt haben.
Ich habe als Ärztin immer im Sinne meiner Patienten
gehandelt und entschieden, denn ich habe einen Eid
geleistet, an den ich mich halte. Zur Sicherheit
hier der Wortlaut:
Genfer Ärztegelöbnis
Als Mitglied der ärztlichen Profession gelobe ich
feierlich:
Mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu
stellen;
die Gesundheit und das Wohlergehen meiner Patienten
zu meinem obersten Anliegen zu machen;
die Autonomie und die Würde meiner Patienten zu
respektieren;
die Geheimnisse, die mir anvertraut werden, auch
über den Tod des Patienten hinaus zu wahren;
mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln die
Ehre und die edlen Traditionen des ärztlichen
Berufes aufrechtzuerhalten;
meinen Lehrern, Kollegen und Schülern die ihnen
gebührende Achtung und Dankbarkeit zu erweisen;
medizinisches Wissen zum Wohle des Patienten und
zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung
einzusetzen;
nicht zuzulassen, dass Erwägungen von Alter,
Krankheit oder Behinderung, Glauben, ethnischer
Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit,
politischer Zugehörigkeit, Rasse, sexueller
Orientierung, sozialer Stellung oder jeglicher
anderer Faktoren zwischen meine Pflichten und
meinen Patienten treten;
größtmöglichen Respekt vor menschlichem Leben
zu wahren;
meine ärztliche Tätigkeit nicht zur Verletzung
der Menschenrechte und bürgerlichen Freiheiten
zu missbrauchen, auch nicht unter Bedrohung;
Dies gelobe ich feierlich, frei und auf meine Ehre.
Der zentrale Grundsatz der medizinischen Ethik
lautet: Primum non nocere – zuerst einmal
nicht schaden!
Sehr geehrte Frau Warken,
ich bin in der DDR aufgewachsen und habe ein
Unrechtsregime kennengelernt. Es schmerzt mich
unendlich, dass ich mich im Augenblick so fühle,
als würde die Bundesrepublik Deutschland den
gleichen Weg gehen, wie die DDR. Eines möchte
ich Ihnen jedoch sagen, wir Ossis haben nicht
vergessen, wie wichtig es ist, zu seiner Meinung
zu stehen und diese auch zu vertreten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Bianca Sabine Witzschel
Dr. med. Gunter Frank, geb. 1963 in
Buchen im Odenwald, ist niedergelassener
Allgemeinarzt in Heidelberg und Dozent an der
Business School St. Gallen. Er ist Autor mehrerer
erfolgreicher Bücher wie: Unternehmensressource
Gesundheit, Lizenz zum Essen, Die
Mañana-Kompetenz,
Schlechte Medizin oder zuletzt Karotten lieben
Butter. Er engagiert sich in Fachgesellschaften
und publizistisch für eine Medizin, die abseits
von Ideologien und Wissenschaftsmissbrauch das
Wesentliche nicht aus den Augen verliert, den
relevanten Nutzen für den Patienten.
[Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.]
Zuvor erschienen in
Achgut.com,
mit freundlicher Genehmigung von Gunter Frank übernommen.
Am 13.
Februar 2026 wurde im roten Thalia-Theater
unter dem Titel „Prozess gegen Deutschland“
ein politisches Tribunal über ein mögliches
AfD-Verbot inszeniert.
Als Sachverständiger trat der Kolumnist Harald
Martenstein auf und stellte nicht die Partei,
sondern das Verbotsverfahren selbst infrage.
Seine Rede muss die versammelten Gutmenschen
wie ein Schauer Pfeile vorgekommen sein, die
tief in das linksrote Fleisch eindrangen. Jede
Sekunde der 16-minütigen Rede
war eine Ohrfeige für jeden, der ins Hamburger
Thalia gepilgert war, um die Hinrichtung der
AfD live und mit viel Blut zu erleben. Der
Schuss ging nach hinten los. Martenstein,
Jahrzehnte beim Berliner Tagesspiegel, heute
bei der Bild, schmetterte seine Worte scharf
wie Schwerter in die behäbigen Hamburger
Salon-Sozialisten.
Hier sind Zitate und Passagen aus seiner
Rede – Martenstein nimmt die AfD klug in
Schutz und argumentiert pro Demokratie.
Wir sprechen hier also in einer Art Schauprozess
über das Verbot einer Partei, die im Westen
Deutschlands von 20 Prozent der Menschen gewählt
wird und im Osten von 35 bis 40 Prozent. Mit
anderen Worten: Wir reden über das Ende der
Demokratie und ihre Ersetzung durch etwas
anderes. Die Meinung großer und immer noch
wachsender Teile der Bevölkerung soll für die
Politik in Zukunft keine Rolle mehr spielen.
Dann sind Sie ein Gegner der Demokratie.
Sind die Begriffe „rechts“ und „rechtsradikal“
wirklich mehr oder weniger bedeutungsgleich? In
linken Debattenräumen werden sie meist wie
Synonyme verwendet. „Kampf gegen Rechts“ –
so soll also ein Kampf für die Demokratie heißen.
Es ist ein Kampf gegen die Demokratie. Rechts
und links sind seit 1789 die beiden
Grundrichtungen aller demokratischen Staaten.
Rechte lehnen ein sozialistisches Wirtschaftssystem
ab, verteidigen Unternehmertum, Traditionen,
Familie und mögen ihr Land. Eindeutig rechte
Politiker wie De Gaulle, Adenauer, Churchill
kämpften gegen die Nazis. Thatcher und Reagan
waren typisch rechts. Wollen Sie solche Haltungen
verbieten? Dann sind Sie ein Gegner der
Demokratie.
Populismus als legitime Reaktion – nicht
verbotswürdig
Sie meinen nicht die Altrechten, sondern den
Populismus. Diese neue Spielart findet Zulauf
bei früheren Wählern von Union, SPD oder FDP,
die sich nicht mehr repräsentiert fühlen.
„Populismus“ suggeriert, es sei ein Fehler, auf
die Zustimmung der Bevölkerung Wert zu legen.
Doch genau das ist die Grundlage unserer
Verfassung: Alle Macht muss durch den Willen
der Mehrheit gerechtfertigt sein. Ein Verbot
mehrheitsfähiger Parteien entzieht dem Staat
seine Legitimation und macht ihn autoritär.
Dafür braucht es Notwehr: Der Gegner muss die
Demokratie selbst abschaffen wollen.
Historische Warnungen – vom Mao-Kampf
bis Europa
Illegitime Ziele wären Meinungsfreiheit abschaffen
oder Grundrechte entziehen – genau das,
was ein Verbot bewirkt. Historisch war „Wir
retten die Demokratie“ eine beliebte Begründung
für Diktatoren. Denken Sie an Maos
Anti-Rechts-Bewegung 1957: Fast zwei
Millionen verhaftet, viele ermordet, um China
in einen Einparteienstaat zu verwandeln.
Ähnliche Parteien wie die AfD regieren oder
stützen bereits in Skandinavien, bald vielleicht
Frankreich oder Großbritannien. Deutschland
beschreitet wieder einen Sonderweg.
Legitime Positionen –
von Migration bis Patriotismus
Ist es legitim, Verfassungsänderungen zu fordern?
Ja, das GG wurde über 50-mal geändert.
Restriktive Migration? Dänemark und Australien
tun es. EU-Austritt? Großbritannien hat es
getan. Patriotismus? Willy Brandt war Patriot.
In Demokratien muss das politisch Erlaubte breit
sein. Sie müssen akzeptieren, dass es nicht immer
nach Ihrem Willen läuft – sonst liegt das
Problem bei Ihnen.
Kein Beweis für
Demokratie-Abschaffung –
und Godwin’s Law
Die AfD fordert kein Verbot der Konkurrenz.
Einzelne rechtsextreme Aussagen reichen nicht
für ein Verbot. Skandalöse Zitate? Hier welche
von Franz Josef Strauß: „Rote Ratten in ihre
Löcher jagen“, „keine ständige Erinnerung an
die Vergangenheit“, „keine Opposition nötig“,
„bedingungsloser Gehorsam“. Strauß war kein
Nazi, saß mit Brandt im Kabinett. „Nazi“ ist
heute Sammelbegriff für Nicht-Linke –
Godwin’s Law bestätigt das. Nazis hatten SA,
wollten Krieg, Antisemitismus, Führerstaat.
Die AfD-Wähler wollen keinen Hitler,
sondern einen neuen Helmut Schmidt.
Lösungen statt Verbote – für echte
Demokratie
Die AfD kleinzuhalten wäre einfach: Migration
anpassen, Sicherheit wie 2010, funktionierende
Schulen, konkurrenzfähige Wirtschaft. Ist das
Faschismus? Links hat Millionen Opfer
verursacht – Sowjetunion, Mao, Pol Pot,
Venezuela. Die Trennlinie verläuft zwischen
Autoritärem und Staaten, in denen alle gleichen
Rechte haben, egal ob sie die Regierung lieben
oder hassen. Wer Gesetze hält und keine Gewalt
will, ist sicher.
Meinrad Müller, Unternehmer im Ruhestand,
kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der
Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für Blogs
in Deutschland. Seine humorvollen und satirischen
Taschenbücher sind auf
Amazon zu finden.
Zuvor veröffentlicht in
MMnews.de,
mit freundlicher Genehmigung von Meinrad Müller übernommen.
Mit ungewöhnlicher
Klarheit und scharfen Worten hat US-Außenminister Marco
Rubio heute auf der Münchner Sicherheitskonferenz den
politischen Kurs der vergangenen Jahre dies- und jenseits
des Atlantiks infrage gestellt – und dabei nicht nur
Energie- und Migrationspolitik kritisiert, sondern
einen zivilisatorischen Weckruf an Europa und besonders
an Deutschland gerichtet. Bei Merz & Co droht dieser
freilich auf taube Ohren zu stoßen.
„Um den Klimakult zu besänftigen, haben wir uns
Energiegesetze auferlegt, die unsere Bevölkerung
verarmen lassen, während unsere Konkurrenten Öl,
Kohle, Erdgas und alles andere nutzen“, so
US-Außenminister Rubio in seiner
heutigen Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz.
Katastrophe Massenmigration
„Und im Streben nach einer Welt ohne Grenzen
öffneten wir unsere Türen für eine beispiellose
Welle massenhafter Migration, die den Zusammenhalt
unserer Gesellschaften, die Kontinuität unserer
Kultur und die Zukunft unseres Volkes bedroht.
Diese Fehler haben wir gemeinsam gemacht. Und nun
schulden wir es gemeinsam unseren Menschen, diesen
Tatsachen ins Auge zu sehen und nach vorn zu
gehen – um wieder aufzubauen.“
„Kinder desselben Hauses“
Dieses „Gemeinsam“ sollte getragen sein, vom tiefen
historischen, kulturellen und zivilisatorischen
Verwobensein Europas und der Vereinigten Staaten:
„Unser Schicksal ist und bleibt untrennbar mit
Ihrem verbunden“, sagte Rubio.
Im
Unterschied zu Bundeskanzler Merz,
der zuvor die USA heftig angegriffen und auf
erschreckende Weise sein totalitäres
Staatsverständnis gegen Trump und Vance in Stellung
gebracht hat, rief Rubio in Erinnerung, dass
Amerika und Europa nicht nur strategische Partner
sind, sondern „Kinder desselben Hauses“: „Für uns
Amerikaner mag unsere Heimat zwar in der westlichen
Hemisphäre liegen, aber wir werden immer Kinder
Europas bleiben.“
Dieser Satz besitzt nicht nur geopolitische Bedeutung,
sondern spricht das an, worauf jede zukunftsfähige
Politik gründen muss – auf einem gemeinsamen,
zivilisatorischen Fundament. Rubios Worte, „Wir
wollen, dass Europa stark ist. Wir glauben, dass
Europa überleben muss“, sind dabei keine bloße
Wunschformel, sondern ein existenzieller Appell an
die europäische Verantwortung gegenüber sich
selbst und der Welt.
Unverdientes Angebot
Im Unterschied zu Merz ist Rubios Kritik nicht
auf Spaltung ausgerichtet, sondern Ausdruck
gemeinsamer Sorge: Dass er – wie eingangs
zitiert – mit Nachdruck politische
Entscheidungen nannte, die markante Fehler der
vergangenen Jahre darstellen – etwa eine
Politik, die nationale Souveränität zugunsten
supranationaler Strukturen aufgab, oder das
Öffnen der Tore für unkontrollierte
Massenmigration, die die sozialen und
kulturellen Grundlagen gefährde –
war keine einseitige Schuldzuweisung.
Das „Wir haben diese Fehler zusammen gemacht“
Rubios ist ein großzügiges, angesichts der
Anti-Trump-Hetze aus der EU ein unverdientes
Angebot, diese gemeinsam zu korrigieren. Dieses
„gemeinsam“ ist der Kern des Appells: Kritik,
so verstanden, richtet sich nicht gegen Europa
als solches, sondern die Politik der Merkels,
Macrons, von der Leyens und Merzens, die
langfristiges Überleben und Stärke untergräbt.
Taube Ohren
„Wir wollen ein wiederbelebtes Bündnis“, so
Rubio. „Wir brauchen ein wiederbelebtes Bündnis“,
müsste es Trump und Rubio jetzt aus Deutschland
entgegenschallen. Dieser Ruf wird nicht oder
nur mit – mit deutscher Übermenschenattitüde –
vorgetragenen Forderungen kommen.
Ein solches überlebenswichtiges Bündnis wird mit
geradezu dümmlich-arrogant
auftretenden Politikern wie Merz oder von
der Leyen kaum kommen. Sie spüren instinktiv,
dass Rubio ihnen in seiner Rede gezeigt hat,
von welchen „geschichtsfernen, dummdreisten
und gefährlichen Narren (West)Europa regiert
wird“ (Frank W. Haubold). Im Unterschied zu
Vance hat er allerdings die Rute in
diplomatisches Zuckerrohr verpackt. Seit der
Rede Rubios ist klarer als jemals: Europa
hat Chancen auf eine gute Zukunft, aber nicht
mit Merz & Co. Die stehenden Ovationen
am Ende der Rede Rubios, müssten dem letzten
deutlich gemacht haben: Die Politiker, die
Haubold treffend charakterisiert hat,
müssen weg!
Zuerst veröffentlicht in
PHILOSOPHIA PERRENIS,
mit freundlicher Genehmigung von David Berger übernommen.
[Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.]
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion
(Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre
Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das
zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein".
Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines
Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener
Islamkritik. Seit 2016 Blogger
(philosophia-perennis) und
freier Journalist (u. a. für die Die Zeit, Junge
Freiheit, The European).
Am 13.
Februar 1945, also vor 81 Jahren, begann der
Luftangriff britischer und amerikanischer Bomber
auf Dresden mit 400.000 Brand- und 4500 Sprengbomben.
Der Feuersturm, der das Venedig des Ostens in
Schutt und Asche legte, erreichte eine
Temperatur von mehreren Hundert Grad. Nicht nur
viele der 630.000 Einwohner Dresdens, sondern
auch eine große Anzahl schutzloser Flüchtlinge
aus Schlesien kamen im zwei Tage andauernden
Bombardement um, möglicherweise um die 25.000.
Groteskerweise streitet man sich noch heute über die
Zahl der Toten, die Jahr um Jahr niedriger angesetzt
wird, als ob es darauf ankomme, das britische Vorgehen
unter Bomberkommandeur Arthur Harris zu verharmlosen.
Und überhaupt: Eine Historikerkommission erklärte 2008
lapidar, Dresden sei „als Konsequenz eines von
Deutschland ausgegangenen Krieges“ zerstört
worden – als lasse sich aus der Kriegsschuld
eines Landes die Massentötung seiner Zivilbevölkerung
ableiten. Mitleidlosigkeit gegenüber deutschen
Opfern ist in unserem Land üblich – es waren ja
alle irgendwie Nazis.
Und so wird Jahr um Jahr in Dresden um die korrekte
Interpretation des Geschehens gerungen. Von links soll
das traditionelle Trauergedenken abgeschafft werden,
dahinter habe stets die Absicht gesteckt, „die
Geschichte Dresdens als Ort nationalsozialistischer
Gewaltverbrechen, massenhafter Zwangsarbeit und
allgegenwärtiger Verfolgung auszublenden“. Auch von
Seiten der Stadt wurde immer wieder versucht, den
Blick von den Dresdner Toten weg auf die Opfer der
Nazis zu lenken. Eine auch von Gewerkschaftern, SPD-
und Linkenpolitikern unterstützte Gruppe möchte den
Dresdnern ihren „Opfermythos“ endgültig austreiben.
Also gab es eigentlich gar keine Opfer, weil den
Deutschen ja irgendwie recht geschah? Das ist
wahrlich erschütternd. Britische Brand- und
Sprengbomben zerstörten nahezu jede Stadt in
Deutschland mit mehr als 50.000 Einwohnern. Noch in
den letzten Kriegsmonaten, zwischen Januar und Mai
1945, als die Niederlage Deutschlands bereits
ausgemacht war, wurden im Tagesschnitt mehr als
1000 Zivilisten getötet, darunter Frauen, Kinder,
Greise. Das Inferno war keine irgendwie
gerechtfertigte Vergeltungsmaßnahme. Bereits im Mai
1940, also weit vor dem deutschen Angriff auf
Coventry im November 1940, flog die Royal Airforce
Angriffe auf das Ruhrgebiet und Norddeutschland.
Churchill erklärte, man werde Deutschland zu einer
Wüste machen – mit einem „absolut
vernichtenden, auf Ausrottung zielenden Angriff …
auf das Vaterland der Nazis.“ Nicht etwa auf die
Kriegsmaschinerie, sondern auf die Zivilbevölkerung,
deren Moral man damit untergraben wollte.
Das hatte das britische Empire bereits bei der
Niederschlagung von Rebellionen in den britischen
Kolonialgebieten geübt, genannt „Air-Policing“,
also Befriedung aus der Luft, auch schon mal mit
Giftgas. Das sollte auch dem deutschen Hunnen zuteil
werden, der ja ebenso unterentwickelt sei wie die
aufsässigen Völker im Empire. Merke: Wenn die
Deutschen als Barbaren bezeichnet wurden, hieß das
nicht, dass sie welche waren, sondern dass man sie
als solche zu behandeln gedachte. Dem Sieg über
Deutschland dienten die Angriffe ab dem Sommer
1944 nicht mehr, man besaß längst die Lufthoheit.
Jetzt ging es um die Beruhigung Stalins, aber vor
allem um die Bestrafung und Einschüchterung der
deutschen Bevölkerung in Hinblick auf die
Nachkriegszeit. Die Operation „Thunderclap“ sollte
einen lang andauernden kollektiven Schock auslösen,
als Lehre von bleibendem Wert. Und das hat ja
geklappt: Noch heute sehen viele Deutsche die
alliierte Vernichtungsaktion als gerechte Strafe an
und versagen sich Gesten der Trauer. Die Haager
Luftkriegsregeln von 1923 verbieten explizit das
Luftbombardement der Zivilbevölkerung, auch wenn
sie von keinem Staat anerkannt wurden. Doch heute
wie damals ist das Bombardieren der Zivilbevölkerung
eine Verletzung geltender Kriegsgepflogenheiten,
wonach Nichtkombattanten zu schonen sind. Und das
gilt sowohl für Deutsche als auch für „Nazis“.
Doch in Deutschland pflegt man offensive
Mitleidlosigkeit mit den eigenen Vorfahren. Man
steht nicht auf den Schultern von Riesen, sondern
von Schurken. Auf Selbsthass aber kann man keine
Kathedralen bauen.
Cora Stephan ist Publizistin und Schriftstellerin,
geboren 1951 in Niedersachsen, wohnt im hessischen
Vogelsberg und in Südfrankreich. Ihr bislang letztes
Sachbuch heißt „Lob des Normalen“ (2021). Ihre
zeithistorischen Romane „Ab heute heiße ich Margo“ und
“Margos Töchter” erscheinen bei Kiepenheuer & Witsch
(2017 und 2020).
Zuerst veröffentlicht in
Kontrafunk, mit
freundlicher Genehmigung von Cora Stephan
übernommen.
Möchtegern-Menschenrechtler und „psychisch
kranke Gefährder“
Wolfgang Meins
Das Deutsche
Institut für Menschenrechte will Zwangsmaßnahmen
bei psychischen Erkrankungen „weitgehend hinfällig
machen“. Die größenwahnsinnigen Behauptungen und
Forderungen des DIMR, sind bar jeder einschlägigen
Kenntnis und Erfahrung.
Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) und
seine
122 Mitarbeiter
werden, natürlich, überwiegend bis ausschließlich
alimentiert vom Steuerzahler. Dass dieses Institut
es mit diesem Geld – nach Beurteilung des
Bundesrechnungshofes –
nicht immer sonderlich genau nimmt, geschenkt. Hier
und im Folgenden interessiert vielmehr die Frage:
Geht das DIMR vielleicht ähnlich lax auch mit
wissenschaftlichen Erkenntnissen um, wenn es
Argumente zur Stützung seiner Positionen benötigt?
Zum Beispiel in einem Positionspapier, in dem es um
ein recht gewichtiges Problem geht, nämlich:
„Zur aktuellen Debatte um
psychisch kranke Gefährder“.
Die Kernaufgabe des DIMR besteht
nach eigener Darstellung
darin, sich dafür einzusetzen, dass „Deutschland die
Menschenrechte im In- und Ausland einhält und
fördert“. Außerdem nimmt das Institut
(u. a.) – mit immerhin zwölf
wissenschaftlichen Mitarbeitern –
das hiesige sog. Monitoring der
UN-Behindertenrechtskonvention
wahr. Und genau darum soll es im Folgenden gehen,
also um die, wie es das DIMR formuliert, kritische
Begleitung der Umsetzung dieser Konvention, die im
Übrigen von 192 (!) Staaten ratifiziert wurde.
Wir befinden uns damit also auch in Gesellschaft mit
allen Schurkenstaaten dieser Erde, die natürlich,
sozusagen Ehrensache, mit ihren psychisch Kranken
und v. a. den darunter befindlichen Gefährdern
gesichert streng menschenrechtskonform umgehen.
Was erwartet das DIMR nun von der Bundesregierung
in puncto Behindertenrechtskonvention? Ganz einfach:
„eine aktive und engagierte
Inklusionspolitik,
die die Rechte von Menschen mit Behinderungen und
ihre Gleichstellung in den Fokus stellt“. Zu dem
hier interessierenden Kreis gehören also, neben
den körperlich und geistig behinderten Personen,
v. a. auch diejenigen, die an schweren
psychischen Störungen leiden, als da vorrangig sind:
Schizophrenien, vergleichsweise deutlich seltener
auch schwere wahnhafte Störungen und
Manien – jeweils mit oder ohne
zusätzliche Alkohol- oder Drogenproblematik.
Kollateralschäden der Willkommenskultur
Wichtig hervorzuheben ist, dass v. a. die
Schizophrenien bzw. die davon Betroffenen in den
letzten Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit
gerückt sind, weil besonders von ihnen eine nicht
unerhebliche Gefährdung der Öffentlichkeit ausgeht,
die nicht selten tödlich endet, meist für Angehörige
oder für solche, die bloß zur falschen Zeit am
falschen Ort waren. Diese Gewaltproblematik ist
seit jeher mit dem Thema Schizophrenie assoziiert,
hat sich aber im Zuge der Willkommenskultur
zweifelsohne akzentuiert, um es zurückhaltend zu
formulieren. Das spiegelt sich auch in den Zahlen
derjenigen wider, die von Strafgerichten jährlich
wegen Schuldunfähigkeit in Folge einer schweren
psychischen Störung in den sogenannten
Maßregelvollzug bzw. die forensische Psychiatrie
eingewiesen wurden: Hier kam es von 2017 bis 2023
zu einem
Anstieg von 50 Prozent,
nämlich von 804 auf 1202.
Das DIMR wäre nicht das DIMR, wenn es auch die
Belange der Opfer, die sich ja immer hinter
solchen Zahlen verbergen, im Auge hätte. Aber die
interessieren dort nicht wirklich. Zwar wird
konzediert, dass der „politische Wunsch zu handeln
(…) aufgrund der tragischen Vorfälle“ – z. B.
in
Aschaffenburg –
„nachvollziehbar“
sei, aber natürlich keinesfalls zu Lasten der vom
DIMR grundsätzlich immer extrem großzügig und absolut
ausgelegten menschenrechtlichen Standards. Eines sorgt das DIMR dabei besonders, nämlich die Zunahme „politische(r) Stimmen, die einen Datenaustausch zwischen Sicherheits- und Gesundheitsbehörden zur präventiven Risikobewertung von Menschen mit psychosozialen Behinderungen befürworten“.
Hessen startet einen Versuch
Kurz nach diesem DIMR-Warnruf wurde im Dezember
letzten Jahres in Hessen tatsächlich das
„Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz“
(Deutsches Ärzteblatt)
entsprechend ergänzt. Psychiatrische Kliniken sind dort
jetzt verpflichtet, bei Patienten, die aufgrund einer
Fremdgefährdung zwangsweise untergebracht sind und
bei denen zum Zeitpunkt der Entlassung aus medizinischer
Sicht Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass von ihnen
in absehbarer Zeit ohne ärztliche Weiterbehandlung
eine erhebliche Gefahr für das Leben oder die
Gesundheit Anderer ausgehen könnte, die zuständige
örtliche Ordnungs- und Polizeibehörde von der
bevorstehenden Entlassung unverzüglich zu unterrichten.
Ein in der Tat nicht ganz unproblematisches Vorgehen,
da sensible persönliche Daten den Polizeibehörden
damit zugänglich gemacht werden.
Aber zu derartigen Reaktionen kommt es, wenn die
Herrschenden und ihre linken Hilfstruppen –
zu denen ja nicht zuletzt auch das DIMR gehört –
es für zielführend oder auch alternativlos halten,
Millionen von kulturfremden, vergleichsweise
gewaltaffinen und überzufällig häufig männlichen
Asylmigranten oder Flüchtlingen jüngeren Alters
innerhalb eines recht kurzen Zeitfensters in unser
Land zu lassen. Und damit eben auch einen Personenkreis,
der in Bezug auf die hier interessierenden
„psychosozialen Behinderungen“, v.a.
schizophrene Psychosen, ein, je nach Herkunftsregion,
zwei- bis fünffach erhöhtes
Erkrankungsrisiko
im Vergleich zur einheimischen hiesigen Bevölkerung
aufweist. Ein im Übrigen von der deutschen
Psychiatrie gerne beschwiegenes Faktum, von dem
sicherlich auch deshalb beim DIMR noch nie jemand
etwas gehört hat. Aber bevor andere Bundesländer
nun nachziehen mit ähnlichen Gesetzesänderungen
wie in Hessen, erscheint es mir sinnvoll, zunächst
einmal – vielleicht zwei Jahre lang –
abzuwarten, welche Erfahrungen mit diesem Gesetz
gemacht werden.
Ein absolutes No-Go
Für das DIMR ist ein solches Gesetz natürlich ein
absolutes No-Go und letztlich nur Ausdruck von
„eklatanten Missständen in der psychosozialen
Unterstützungslandschaft“, die es zu beheben gelte.
Insbesondere fehle es an ambulanten
Versorgungsstrukturen und niedrigschwelliger
Krisenhilfe. Das stellen Leute fest, von denen
keiner über eine psychiatrische Expertise verfügt
und die wahrscheinlich noch nie auch nur einen Fuß
in eine geschlossene psychiatrische Station gesetzt
haben. Und dass sie jemals einem akut Schizophrenen
oder gereizten Maniker Aug’ in Aug’
gegenüberstanden, kann auch als extrem
unwahrscheinlich gelten.
Dazu passt, sozusagen als bloße Simulation von
Wissenschaft, dass diese ja doch fundamentale
Psychiatriekritik des DIMR belegt wird mit einer
einzigen Quelle, nämlich dem
Abschlussbericht
eines recht großzügig dimensionierten mehrjährigen
psychiatrischen „Forschungs“-Projekts zur
Vermeidung von Zwangsmaßnahmen. Dieser Bericht liest
sich allerdings wie ein völlig aus dem Ruder
gelaufener endloser und unübersichtlicher
Besinnungsaufsatz mit der wenig überraschenden
Quintessenz: Mehr Personal, mehr Zeit, ruhigere
und großzügigere Räumlichkeiten sowie häufigeres
besinnliches Innehalten könnten Zwangsmaßnahmen
weitgehend überflüssig machen oder zumindest ganz
wesentlich reduzieren.
Wovon Linke träumen
Wie bei Linken üblich, träumt auch das DIMR von
den idealen oder gerechten Verhältnissen, die
dann Zwangsmaßnahmen „weitgehend hinfällig machen“.
Um dieses Wunschdenken halbwegs plausibel und
realistisch erscheinen zu lassen, wird bewusst
die Strategie der Bagatellisierung des hier
vorrangig interessierenden Problems eingesetzt.
So wird behauptet, dass die sog. „psychosozialen
Beeinträchtigungen“ – welch ein
verniedlichender Begriff! – einen
Risikofaktor für eine Gewalttat darstellen,
sei eine „seltene Konstellation“. Und selbst
die davon ausgehende Gefährdung wäre
„weitgehend hinfällig“, wenn nur ein
„adäquates Versorgungssystem“ vorgehalten
würde.
Diese zwischen größenwahnsinnig und nassforsch
changierenden Behauptungen und Forderungen des
DIMR sollte man sich besser noch einmal im Klartext
vergegenwärtigen: Irgendwelche durchideologisierten
DIMR-Sozialwissenschaftler
und -Juristen, bar jeder einschlägigen
Kenntnisse und Erfahrungen, maßen sich an zu
fordern, dass sich die deutsche Psychiatrie endlich
zu einem „adäquaten“, i. e. zwangsfreien,
personenzentrierten und gemeindenahen System
wandeln müsse. Doch damit nicht genug, denn, oh
Wunder, damit erledige sich auch die von bestimmten
Patientengruppen ausgehende Gefährdung. Und
das Beste: Endlich werde dann auch das
Selbstbestimmungsrecht von Menschen mit
Behinderungen geachtet. Diese Laientruppe glaubt also
tatsächlich, dass es nicht nur theoretisch
wünschenswert, sondern auch ganz praktisch umsetzbar
wäre, ein für allemal und so gut wie restlos das
mit bestimmten psychiatrischen Patientengruppen
assoziierte Gewaltproblem nicht bloß abzumildern,
sondern gleich ganz abzuschaffen.
Eine hochselektive Vorgehensweise
Wer solche Maximalforderungen propagiert, ist
natürlich gezwungen, bei der Suche nach stützenden
Forschungsergebnissen bzw. Literaturstellen nicht
nach einschlägigen wissenschaftlichen Standards,
sondern vielmehr hochselektiv vorzugehen. Anstatt
die aktuellste, umfassendste und zudem methodisch
besonders ausgefeilte und sauberste einschlägige
Übersichtsstudie heranzuziehen, nämlich
diese hier,
wird sich allen Ernstes auf einen, keinesfalls
schlechten, aber recht unspezifischen
Artikel
aus einer Zeitschrift bezogen, bei der es sich um
ein US-Pendant zur hiesigen „Psychologie Heute“
handelt, vielleicht einen Tick anspruchsvoller.
Nicht fehlen darf bei den insgesamt zwei
einschlägigen Quellenangaben des DIMR natürlich
auch ein sog.
Fact Sheet
der notorisch linksradikalen Deutschen Gesellschaft
für Soziale Psychiatrie zu „Gewaltrisiko und psychische
Erkrankung“ aus dem Jahr 2022. Dort ringt man sich
zu dem für dortige Verhältnisse äußerst gewagten
Resümee durch: „Ein erhöhtes Gewaltrisiko bei Menschen
mit psychischen Krankheiten kann nicht vollständig
verneint werden.“ Allerdings wurde im selben Jahr
eine große internationale Übersichtsstudie an
prominenter Stelle veröffentlicht, die hier von
mir bereits besprochen wurde und zu folgenden, doch
etwas anders gelagerten Ergebnissen kam: Für die
an Schizophrenie erkrankten Männer fand sich ein
4,5-fach erhöhtes Risiko für Gewaltdelikte, ein
5,1-fach erhöhtes für Sexualdelikte und ein –
allerdings nicht geschlechtsspezifisch berechnetes –
19,8-fach (!) erhöhtes Risiko für Totschlagdelikte.
Auch unseren Menschenrechtlern ist diese Studie bei
ihren Recherchen doch wohl aufgeploppt, aber sie
haben noch eine andere gefunden, deren Ergebnisse
ihnen besser gefielen: „Allerdings haben andere
Merkmale (Anm.: als die psychiatrische Diagnose)
wie Geschlecht oder Alter weitaus höheren Einfluss
auf das Gewaltrisiko“. Na, dann ist ja alles gut.
Gegen Alter und Geschlecht kannste nun mal nichts
machen. Also, warum die ganze Aufregung?
Das DIMR auf Missionierungskurs
Aber die DIMRler haben noch eine übergeordnete –
jenseits der psychiatrischen Untiefen
angesiedelte – Mission,
und deshalb mussten sie das Folgende einfach mal
loswerden: „Ein Großteil der Menschen mit
Fluchterfahrungen begehen keine Gewaltdelikte.
Ihr Anteil an Tatverdächtigen bei schweren Delikten
liegt bei unter einem Prozent.“ Berufen wird sich
dabei von unseren Menschenrechtlern allen Ernstes,
aber natürlich streng wissenschaftlich, auf ein
Pamphlet der aktivistischen
Baff.
Ist denn das DIMR finanziell tatsächlich so schlecht
aufgestellt, dass sie sich nicht einmal das im
letzten Jahr erschienene, einschlägige
Standardwerk
des forensischen Psychiaters Frank Urbaniok
leisten kann?
Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Wolfgang Meins ist
Neuropsychologe, Arzt für Psychiatrie und Neurologie,
Geriater und apl. Professor für Psychiatrie. In den
letzten Jahren überwiegend tätig als gerichtlicher
Sachverständiger im sozial- und zivilrechtlichen
Bereich.
Zuvor in
Achgut.com veröffentlicht, mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Meins
übernommen.
Rund neunzig
Prozent der norwegischen Elektrizität stammen aus
Wasserkraftwerken. Dennoch werden zusätzliche
Holzöfen Pflicht.
Der Strom ist heimisch und meist zuverlässig. Trotzdem
verlässt sich Norwegen nicht blind darauf. Und gerade
deshalb denkt man trotzdem an einen möglichen Blackout.
Seit 2017 schreibt die norwegische Bauordnung vor,
dass neue Wohnhäuser für eine zweite Heizquelle
vorbereitet sein müssen, die ohne Strom funktioniert.
Diese Regel gilt seit 2017 und ist Teil der
Bauvorschrift TEK17. Sie ist also keine spontane
Reaktion auf aktuelle Krisen, sondern eine bewusste
Entscheidung aus Erfahrung.
Auch in Norwegen fällt der Strom gelegentlich aus.
Stürme, Eisregen und beschädigte Leitungen gehören
zum Alltag, vor allem außerhalb der Städte. Im Winter
kann ein Haus ohne Heizung sehr schnell auskühlen.
Genau das will der Staat verhindern. Ein Neubau ohne
Heizungsreserve gilt deshalb als unvollständig.
Der Gedanke ist nicht theoretisch, sondern praktisch.
Häuser sollen nicht nur im Normalbetrieb
funktionieren, sondern auch dann, wenn es ernst wird.
Die zweite Heizquelle lautet: Holzofen
Niemand ist verpflichtet, sofort einen Ofen
einzubauen. Aber der Schornstein muss vorhanden sein.
Er muss so geplant sein, dass später ohne großen
Aufwand ein Holzofen angeschlossen werden kann. Holz
wurde nicht zufällig gewählt. Es ist verfügbar,
lagerfähig und unabhängig vom Stromnetz. Vor allem
aber funktioniert es auch dann noch, wenn nichts
anderes mehr läuft. Feuer braucht keine Leitung
und keine Steuerung. Es brennt einfach, ein
Streichholz genügt.
Wer später einen Holzofen einbauen möchte, kann das
tun, ohne Umbauten und ohne neue Genehmigung, denn
der Schornstein wurde bereits beim Bau installiert.
Norwegen baut Häuser nicht nur für schöne Tage. Es
baut sie für lange Winter. Vorsorge gilt als Pflicht
gegenüber den Bewohnern.
Warum das in Deutschland irritiert
In Deutschland wird das Thema Holz fast
ausschließlich über Feinstaub und Grenzwerte geführt.
Sie verdecken oft den Blick auf etwas anderes.
Nämlich auf die Frage, wie ein Haus warm bleibt,
wenn der Strom weg ist. Ein Land, das fast seinen
gesamten Strom aus Wasserkraft gewinnt, plant
trotzdem den Ausfall ein. Es setzt nicht alles auf
eine Karte, es sorgt vor.
Holz vor der Hütte ist Pflicht. Und vielleicht
genau deshalb reiben sich deutsche Leser die Augen,
nicht wegen Feinstaub.
[Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.]
Meinrad Müller, Unternehmer im Ruhestand,
kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der
Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für Blogs
in Deutschland. Seine humorvollen und satirischen
Taschenbücher sind auf
Amazon zu finden.
Zuvor veröffentlicht in
MMnews.de,
mit freundlicher Genehmigung von Meinrad Müller übernommen.
Nachdem
„das System“ öffentlich-rechtliche
Medien, den Großteil der Privaten, NGOs und
Geldflüsse in der Hand hat, will es nun die
ungesteuerte Kommunikation eliminieren. Die EU
konstruiert ein Regime, in dem
Wahlkampf-Öffentlichkeit durch
Prozessdruck manipuliert wird. Das ist die Logik
einer parasitären Klasse: Sie lebt nicht vom
beendbaren Mandat, sondern vom unendlichen Verfahren.
Es ist ein erstaunlicher Befund, der sich wie ein
roter Faden durch die aktuelle
US-Kongressanhörung
und dessen Interim-Report zieht: Nicht Parlamente,
nicht Wähler, nicht Gerichte sind die Taktgeber
der digitalen Öffentlichkeit – sondern eine
nicht gewählte Regulierungsklasse, die sich das
Recht nimmt, Wahlkampf als „Risiko“ der Herrschenden
zu definieren und Plattformen zu Entfernung,
Herabstufung und algorithmischer „Korrektur“
unerwünschter Beiträge der Konkurrenz anzuhalten.
Mit anderen Worten: Du darfst vielleicht posten –
aber niemand sieht es mehr!
Die EU-Bürokraten nennen das „Schutz“ vor
Desinformation. Kritiker nennen es zu Recht den
weiteren Aufstieg einer parasitären Klasse, die
auf Kosten demokratischer Kontrolle ihre Macht
in Informationsflüsse frisst: Nicht über bessere
Argumente, sondern über Prozesse, Drohkulissen
und Compliance-Maschinen.
Der eigentliche Skandal ist nicht der große
Zensur-Befehl.
Der eigentliche Skandal ist die Verwaltungsroutine,
die sich über Wahlkämpfe legt wie eine zweite,
unsichtbare Regierung.
Nachdem „das System“ öffentlich-rechtliche Medien,
den Großteil der Privaten, NGOs und Geldflüsse in
der Hand hat, will es nun die ungesteuerte
Kommunikation eliminieren.
Der US-Report beschreibt ein Muster: Die EU-Kommission
und kooperierende Behörden nutzen den Digital
Services Act (DSA), „Codes of Conduct“, „Risk
Assessments“, „Mitigation Measures“ und dauerhafte
Abstimmungsformate -
Roundtables, Q&As, vertrauliche Reports - um
Plattformen vor Wahlen in einen Modus zu zwingen,
in dem politische Rede nicht mehr Rede, sondern
definiertes „Systemrisiko“ ist. Wer ständig
risiko-auditiert wird, moderiert
irgendwann so, wie der Prüfer es
erwartet – und nicht so, wie es
demokratischer Streit verlangt.
Der Bericht erklärt “ahead of nearly every major
European election since 2023 - at least twelve
in total - the Commission has met with platforms…”
(Vor fast jeder größeren europäischen Wahl seit
2023 – insgesamt mindestens zwölf – hat
sich die Kommission mit Plattformen getroffen…) Damit
verschiebt sich die demokratische Realität: Der
Wahlkampf darf nur noch verwaltet, nicht geführt
werden.
Besonders brisant ist der Hebel der „Trusted
Flaggers“ und der staatlich priorisierten Meldungen.
Der Report kritisiert, dass staatliche Stellen als
priorisierte Melder fungieren – faktisch ein
Schnellzugang zur Inhaltsentfernung, gerade im
Wahlkampf. Nicht zu reden von linkspolitischen NGOs.
Das ist die moderne SA der digitalen Straße.
Hinzu kommt das Prinzip der Globalisierung: Die
Amerikaner legen dar, dass die EU-Kommission
Plattformen erfolgreich dazu gedrängt hat, ihre
globalen Moderationsregeln zu verändern („has
successfully pressured social media platforms
to change their global content moderation rules“).
Das bedeutet: EU-Compliance wird
zur weltweiten Debattenmanipulation.
Der US-Report verweist auf Election Guidelines,
die „mandatory censorship steps for platforms
during election periods“ enthalten. Der operative
Kern ist eine Formulierung, die demokratisch
brandgefährlich ist: „measures to reduce the
prominence of disinformation…“ (Maßnahmen zur
Verringerung der Verbreitung von Desinformation).
Wer „Prominenz“ reduziert, reduziert Reichweite,
Auffindbarkeit, Empfehlung, Algorithmus –
also die Infrastruktur dessen, was Bürger digital
wahrnehmen können.
Als greifbares Beispiel nennt der Report zur
Europawahl-Periode, TikTok habe der US-Kommission
berichtet, es wurden über 45.000 mutmaßliche Fälle
zensiert. „misinformation”. Und er benennt
Themenfelder, die wahlentscheidend sind: migrations,
climate change, security and defence and LGBTQ
rights. Das ist demokratischer Sprengsatz: Wenn
Kernfragen des Wahlkampfs als „Narrative“ in
Lösch- und Downranking-Logiken
fallen, ist die Öffentlichkeit nicht offen –
sie wird von der EU-Kommission am Nasenring geführt.
Rumänien ist das Menetekel. Die erste Runde der
Präsidentschaftswahl 2024 wurde annulliert; der
Vorgang ist breit berichtet:
Niederlande – Treffen / Koordination
im Wahlkontext, inkl. Kritik an staatlicher
Rolle als „trusted flagger“.
Moldau – kein EU-Mitglied, aber
EU-Einflussraum: „EU Support Hub“
und DSA-artige Wahl-Summits – Ausdehnung
des Ansatzes.
Der US-Report stellt politisch explosiv
proto-faschistische Vorgehensweise
fest: Interne TikTok-Darstellungen
haben zentrale EU-Lügen (angeblich großes
russisches Koordinationsnetz) nicht bestätigt;
TikTok habe der Kommission erklärt, man habe
„not found, nor been presented with, any evidence…“
Es seien „keine Beweise gefunden oder vorgelegt
worden…“
Sobald Wahlkampfkommunikation zum Risikoobjekt erklärt
wird, entscheidet nicht mehr der Bürger durch seine
Wahl, sondern der Steuerungskreislauf aus Behörden,
Plattform-Compliance und angeblicher
Fakteninstanz über die Sichtbarkeit von Beiträgen.
Rumänische Maßnahmen gegen Social-Media der „spätere
Phase“ findet sich in der internationalen
Berichterstattung.
Der US-Kongress sagt nicht: Die EU zählt Stimmen um.
Er legt dar: Die EU konstruiert ein Regime, in dem
Wahlkampf-Öffentlichkeit durch Prozessdruck
manipuliert wird. Das ist die Logik einer parasitären
Klasse: Sie lebt nicht vom beendbaren Mandat, sondern
vom unendlichen Verfahren. Sie nährt sich nicht aus
Zustimmung, sondern aus Zuständigkeit. Und wenn die
Zuständigkeit erst einmal bis in den Wahlkampf
hineinreicht, bleibt Demokratie als DDR-Ritual übrig,
während die eigentliche Macht in der Verwaltung der
(Un-)Sichtbarkeit liegt.
Die EU bestreitet. Die USA erklären das Thema zu
ihrem Machtkampf freier Meinungsäußerung gegen
EU-Bevorzugung bestehender Parteien
und Mehrheiten.
Auch wenn Trump durchaus verdächtig erscheint. Ansatz
und Analyse sind zutreffend.
Zuerst erschienen auf
Alexander Wallasch, mit
freundlicher Genehmigung von Dirk Schmitz übernommen.
„Der
Ukrainekrieg ist vom Westen provoziert“. „Die
Europäische Union verhindert jeden
realistischen
FriedensDeal“. „An der Ukraine wird die Union
zerbrechen“. Das sind Sätze, die Deine Existenz
vernichten können, wenn Du sie öffentlich aussprichst.
Kein Scherz.
Ohne Gerichtsurteil, ohne Verfahren – für die
„falsche“ Meinung kannst Du in der EU nun für quasi
vogelfrei erklärt werden, Deine Existenz wird
vernichtet, Du kannst nicht mehr reisen oder aus
der Europäischen Sowjetunion flüchten, und jegliche
Art von Hilfe gegen diesen staatlichen Terror wird
zum Schwerverbrechen erklärt und mit absurden Strafen
bedroht.
Die Europäische Union wurde zu einem wahren Monster.
Auf nationaler Ebene ist es noch schlimmer.
Und das ist keine Übertreibung.
Quod erat demonstrandum.
Wie definiert man „die Personen unterstützen durch
ihre Texte Handlungen der russischen Regierung und
untergraben die Stabilität und Sicherheit in der EU“?
Reicht es aus, die Wahrheit zu schreiben und zu sagen,
um dafür vom Staat ökonomisch und existenziell
vernichtet zu werden?
Die erschütternde Antwort lautet:
JA.
Wie wir an den Beispielen des in Belgien lebenden
Schweizers Jaques Baud oder des in Deutschland
lebenden Türken Hüseyin Doğru sehen, ist die
Meinungsdiktatur der Europäischen Union Realität.
Die Existenz dieser beiden Männer und ihrer Familien
ist vernichtet.
Ohne Gerichtsurteil, ohne Verfahren, ohne Anklage
oder Anhörung.
„Unterstützung der Handlungen der russischen Regierung“.
„Untergrabung der Stabilität der EU“.
Diese Vorwürfe reichen, um Menschen zu vernichten.
Und wer dachte, die Europäische Union sei zu einem
Monster mutiert, der kennt Deutschland noch nicht.
Denn Deutschland setzt noch einen drauf.
Der deutsche Bundestag hat völlig unbemerkt von der
Öffentlichkeit letzte Woche ein Gesetz verabschiedet,
das die Bestrafung von Verstößen gegen
EU-Sanktionen verschärft!
Wer in Zukunft künftig sanktionierten Personen
hilft, ihnen Arbeit oder Spenden gibt oder ihnen bei
der Flucht aus der EU hilft, wird in Deutschland zum
Schwerverbrecher erklärt!
Alle Honorare oder Spenden, alle Zuwendungen von Geld
oder wirtschaftliche Ressourcen an sanktionierte
Personen sind nun strafbar, ebenso die Beihilfe zur
Einreise von Sanktionierten in ein anderes EU-Land(!).
Wer dagegen als Privatperson verstößt, wird mit bis
zu fünf Jahren Gefängnis bestraft – in schweren
Fällen drohen sogar zehn Jahre Haft!!
Für Unternehmen drohen Geldbußen von mindestens acht
Millionen Euro(!) oder einem Prozent des weltweiten
Jahresumsatzes, bei schweren Verstößen sogar 40
Millionen Euro oder fünf Prozent!
Nochmal zum Mitschreiben:
Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass der
Ukrainekrieg vom Westen seit 2014 geplant und
provoziert wurde.
Diese meine freie Meinung kann ich zumindest mit
stichhaltigen Argumenten unterstützen. Aber weil
dieselbe Aussage auch von der russischen
Regierung geäußert wird, könnte man mich morgen nach
den EU-Beschlüssen unter Sanktionen stellen.
Ohne Gerichtsurteil.
Ohne Verfahren.
Einfach so.
Ich wäre existenziell vernichtet.
Meine Familie wäre existenziell vernichtet, da
Sanktionen auch für Familienmitglieder gelten –
kein Scherz!
Und jeder Mensch, der mir beim Überleben oder der
Ausreise hilft, wäre mit FÜNF Jahren Gefängnis
bedroht!
Jede Firma, die mir Arbeit geben würde oder mit mir
Geschäfte macht, müsste MINDESTENS ACHT Millionen
Euro Strafe zahlen!
Und das alles ist – zumindest in
Deutschland – bereits gesetzlich vom Parlament
beschlossen und bestätigt!!
Es ist völlig unfassbar.
Die Europäische Union ist in einer unfassbaren
Geschwindigkeit zu einem Monster mutiert, und die
Staaten ziehen mit:
Social-Media-Verbot für Jugendliche.
Klarnamenpflicht und staatliche Erfassung der
politischen Meinung.
Offener Krieg der EU-Staaten gegen 𝕏 und andere
nicht kontrollierbare Plattformen.
Der Digital Services Act als Realisierung der
Meinungsdiktatur.
Und „Russlandunterstützung“ als ökonomisches
Todesurteil.
Die Wahrheit
über die Situation der Uiguren kann man nicht in den
gängigen Vorurteilen finden. Replik auf die
Artikelserie „Das verschwindende Volk“ von Roland
Rottenfußer.
Foto: YUNG TAO CHANG/Shutterstock.com
Es ist das Lieblingsnarrativ westlicher
China-Kritiker: In der
Uiguren-Region Xinjiang, heißt
es, sei eine totalitäre Diktatur errichtet worden.
Schuldlos Inhaftierte seien der Gehirnwäsche, der Folter,
vielfach gar der Vergewaltigung unterzogen worden.
Manova-Chefredakteur Roland
Rottenfußer folgte in seinem dreiteiligen Artikel
(1) über die Uiguren im Wesentlichen dieser
Erzählung — obwohl er an manchen Stellen
Zweifeln Raum lässt. Er beruft sich dabei vor allem
auf zwei Erlebnisberichte uigurischer Exilanten,
die heute in den USA leben. Robert Fitzthum,
der selbst in China lebt und Xinjiang bereist hat,
wollte das nicht unwidersprochen lassen. Er stellt
unbequeme Fragen. Etwa: Kann man den uigurischen
„Zeugen“ glauben oder sind sie
Vorzeige-Opfer, die westlichen
Machtinteressen dienen? Hat Rottenfußer den
islamistischen Terrorismus in Xinjiang nicht
ausreichend gewichtet? Kann man über die Situation
in fernen Ländern überhaupt seriös berichten, wenn
man nie dort gewesen ist? Und: Kann es überhaupt
zu sinnvollen Ergebnissen führen, wenn man China
an westlichen Moral- und Demokratievorstellungen
misst?
Ich war im September 2024 zwei Wochen in Xinjiang
und habe einige Teile dieses großen Gebietes bereist.
Mit Reisebüro? Nein, einfach ein Flugticket gekauft
und aus Südchina hingeflogen. Xinjiang ist völlig
frei zugänglich, Millionen Touristen genießen jedes
Jahr dieses abwechslungsreiche und pulsierende Land.
Westler versuchen immer, irgendwelchen Geheimnissen
auf der Spur zu sein, aber es gibt keine, wie auch
in Tibet nicht. Es gibt Reisemöglichkeiten mit
Flugzeug, Bahn, Buslinien, Taxi, viele chinesische
Touristen fahren mit Mietautos durch das Land. Wie
sollte da etwas geheim bleiben?
Xinjiang erlebt einen rasanten Wirtschaftsaufschwung,
die Menschen jeglicher Ethnie wirken gelöst und frei,
Restaurantbesuch, Musik und Tanz sind nicht nur für
Touristen ein Vergnügen, sondern Teil des abendlichen
Lebens, vor allem in Urumqi. Uiguren reden uigurisch
untereinander und auch, wie ich beobachtete, mit
Polizisten und Grenzbehörden,, viele der Beamten sind
ja Uiguren. Alle offiziellen Schilder sind zweisprachig,
viele Geschäfte auch, je nach Kundschaft. Ich hatte
lange Gespräche mit einem meiner zwei uigurischen
Reisebegleiter; er zeichnete ein zufriedenes Leben der
Bevölkerung. Er war glücklich und stolz, dass seine
Tochter aufgrund guter schulischer Leistungen an einer
berühmten Uni in Schanghai studieren darf, eine
Garantie für einen guten Job nach Studienabschluss.
Ich kann jedem nur empfehlen: Fliegen Sie nach Xinjiang
und sehen Sie sich das tolle Land selbst an! Es ist
eine vergnügliche Abwechslung zur depressiven Stimmung
in Europa, die sich auch in der Artikelserie widerspiegelt.
Nun zur Artikelserie: Der reißerische Titel ist sachlich falsch
Die Überschrift „Das verschwindende Volk“ ist ein
typischer Clickbait-Titel, könnte der Bild-Zeitung
entstammen und vor allem: ist falsch. Die Ethnie der
Uiguren nimmt von der Bevölkerungsanzahl her zu und
ist nicht im Verschwinden begriffen! Während in der 6.
Volkszählung in China 2010 in der „Autonomen Region
der Uiguren Xinjiang“ 10,1 Millionen Uiguren gezählt
wurden, zählte man 2020 in der 7. Volkszählung 12,8
Millionen Uiguren — ein Wachstum um knapp
27 Prozent in 10 Jahren, das damit über der Wachstumsrate
der chinesischen Gesamtbevölkerung liegt. Da in der
gesamten Artikelserie keine Belege dafür geliefert werden,
dass die Anzahl der Uiguren sich reduziert, kann man
davon ausgehen, dass der Titel gegen besseres Wissen
absichtlich so gewählt wurde, um schon im ersten Blick
auf den Artikel ein negatives China-Bild zu erzeugen,
also manipulative Propaganda.
Dem Autor fehlt ein Grundverständnis, worum es in Xinjiang
geht und was passiert ist. Islamistischen Terror in den
Jahren bis 2017 nimmt er auf die leichte Schulter; er
setzt sich zwar für inhaftierte Separatisten und
Islamisten ein, die chinesische Gesetze verletzt haben,
nicht aber dafür, dass die Bevölkerung davor bewahrt
wird, abgeschlachtet oder in die Luft gesprengt zu
werden.
Was ist passiert? Ab 2007 häuften sich schwere
terroristische Anschläge:
5. Juli 2009: Bei Terror in Urumqi werden 197
Personen ungeachtet ihrer Ethnie zu Tode gehackt,
erschlagen und verbrannt, über 1.700 werden
verletzt.
22. März 2014: Zwei Autobomben in Urumqi mit 43
Toten und 94 Verletzten.
Bei Dutzenden Angriffen auf Behörden entlang des
Grenzgebiets gab es laufend zahlreiche Opfer.
2013 verüben 3 Uiguren mit einem SUV ein
Selbstmordattentat im Zentrum Pekings, fünf tote
Zivilisten.
2014: Vor dem Bahnhof von Kunming, Provinz
Yunnan, verüben acht schwarz gekleidete,
Schwerter und Messer schwingende Uiguren einen
apokalyptischen Überfall; es bleiben 31 Reisende
tot und 141 verletzt zurück.
All das waren keine „Unruhen“, wie es der Autor
beschönigend beschreibt, es war eine ständige
Gefährdung des Lebens der Bevölkerung durch
islamistische und separatistische Terroristen.
Im Westen, auch in der Artikelserie, wird die
chinesische Erfahrung mit dem Terrorismus de facto
ignoriert oder gar geleugnet und die Lesart der
extremistischen Uiguren vom „Befreiungskampf der
Turk-Völker“ übernommen. „Ost-Turkestan“,
ein Gürtel von 150 Millionen zugehörigen Bewohnern,
hat es nie gegeben, und es existiert auch heute
nur in der Blut- und Boden-Ideologie
der rechtsradikalen türkischen Parteien wie die
Grauen Wölfe und ihre exiluigurischen
Gesinnungsfreunde.
Für die chinesische Bevölkerung jeder Ethnie aber
war der Terrorismus keine weniger traumatisierende
Erfahrung als für Menschen in den USA oder
Westeuropa. Für die Bevölkerung war der Terror
kein wie für den Autor „moralisch“ einzuordnendes
intellektuelles Thema, sondern es war klar, dass
dem Terror schlicht ein Ende gesetzt werden muss.
China arbeitete schon in den 2010ern eben nicht
primär wie andere Länder mit extrajustiziellen
Hinrichtungen für Terroristen, sondern neben der
gerichtlichen Verfolgung von Attentätern mit dem
Aufbau von Vocational Training Centers und
Ausbildungszentren. Man versuchte, eine rückständige
islamistische Tradition in den Dörfern mit
neuen Ideen aufzubrechen. So war es zum Beispiel
in vielen Dörfern verpönt, dass Mädchen zur
Schule gehen; sie wurden von Islamisten aktiv
abgehalten, wie in Afghanistan. Mit einem groß
angelegten sozialökonomischen
Modernisierungsprogramm und der Beseitigung der
absoluten Armut versuchte man den Menschen eine
Zukunftsperspektive zu geben. Dazu gehört bis
heute das ökonomische Wachstumsprogramm für
Xinjiang: Die Region wächst nun schon seit Jahren
schneller als selbst die Boomregionen der Ostküste,
sie ist zum entscheidenden Korridor der Neuen
Seidenstraße geworden und Urumqi zu einem der
größten Hubs der
Seidenstraßen-Bahnlinien
nach Westen, eine Boomcity.
Uiguren wurden nicht verfolgt, weil sie Muslime
waren oder einfach der uigurischen Ethnie angehörten,
sondern wenn sie politisch islamistische Positionen
oder Terrorismus vertraten oder Separatismus. Es ist
übrigens auch in China unbestritten, dass manche
Parteivorsitzenden oder Dorfkomiteevorsitzenden bei
der Eruierung von „Gefährdern“ übers Ziel
hinausgeschossen haben dürften; das war aber nicht
die intendierte Politik Beijings.
Die islamistische Bedrohung ist noch nicht zu Ende
Die Rolle der Terroristen der Turkestan Islamic
Party (TIP), der East Turkestan Islamic Movement
(ETIM) sowie des eher noch halblegalen World Uyghur
Congress (WUC) bei alledem wird von den westlichen
Mainstreammedien konsequent verheimlicht. Während
die ETIM-Islamisten sogar von den USA
bis zum Ende der ersten Trump-Regierung
als Terroristen klassifiziert, verfolgt und
eingesperrt wurden — einige von ihnen
sitzen immer noch in Guantanamo —,
werden sie in den Konzernmedien konsequent zu
„Freiheitshelden“ umdefiniert, geliebt und verehrt,
sobald sie in China wüten. Ihr Ziel ist, ein
Turk-Kalifat zu errichten; man kann sich
das wie in Afghanistan vorstellen. Unterstützung
erhielten die ETIM-Kräfte aus dem türkischen
Geheimdienst und von den rechtsradikalen
Nationalisten (MHP und ihre paramilitärischen
Grauen Wölfe), die für die rassistische Vorstellung
einer Turk-Gemeinschaft, die von der
Türkei bis „Ost-Turkestan“ reichen soll,
stehen.
Uigurische Kämpfer wurden in den letzten Jahren im
syrischen Idlib ausgebildet, die Zahl wurde auf
10.000 bis 20.000 geschätzt. Uigurische Einheiten
wurden von der neuen islamistischen syrischen
Regierung der neuen Armee eingegliedert und haben
Zugang zu modernen Waffen. Die Gefahr besteht,
dass Einzelne oder Gruppen mit veränderter
Identität und neuen Pässen per Flugzeug und Schiff
oder über die Landesgrenzen Chinas mit Kirgisistan,
Kasachstan, Pakistan und Tadschikistan einsickern.
Deshalb sieht man auch in Xinjiang in gewissen
Gebieten mehr Polizei als sonst in China üblich.
Auswahl der Quellen der Artikelserie
„Im Mainstream ist es vielfach geradezu Pflicht,
die chinesische Führung zu kritisieren und die
Betrachtung dieses facettenreichen Landes
ausschließlich am Thema ‚Menschenrechte‘
aufzuhängen”, schreibt der Autor. Wie wahr,
wenn man betrachtet welche zwei Bücher er für
seine manipulativen Artikel verwendet.
Der erste Geschichtenschreiber, Thahir Hamut Izgil,
gilt als ein Dichter mit sufistischem Hintergrund
und uigurischem Nationalismus. Er hatte in den USA
Asyl beantragt, aber sein Antrag war jahrelang
nicht positiv entschieden. Eine öffentliche
Veranstaltung mit der Teilnahme des früheren
US-Außenministers Mike Pompeo
und des früheren US-Vizepräsidenten Mike Pence,
auf denen er wie gewünscht über die angebliche
Unterdrückung der Uiguren erzählte, und vielleicht
auch sein Buch dürften dann sein Visum erleichtert
haben. Izgil ist jetzt unter anderem Filmproduzent
beim US-Propagandasender
Radio Free Asia und Führer der islamischen
nationalistischen „World Uygur Writers' Union“.
In seinem in Teil 1 der Artikelserie seitenlang
exzerpierten Buch bringt er auf den Wahrheitsgehalt
nicht überprüfbare Anekdoten, die der Autor
Rottenfußer selbst als „unglaublich anmutend”
bezeichnet. Trotzdem formuliert er: „Entscheidend
ist aber, welche absurden Formen der chinesische
Staatsterror in den Jahren bis 2017 offenbar angenommen
hatte.“ Aus „unglaublich anmutenden“ Storys, unter
Ignorierung des islamistischen Terrors, leitet er
aus der Ferne eine Einschätzung der chinesischen
Politik ab. Eine unseriöse Methode. Ein guter Autor
überprüft auch die Glaubwürdigkeit seiner Quellen.
Der zweite Teil der Artikelserie ist ein Exzerpt
der uigurischen Schriftstellerin Mihrigul Tursin,
deren Glaubwürdigkeit überhaupt zu wünschen übrig
lässt. So schildert sie lebhaft Geschichten über
ihre angebliche Zeit in einem chinesischen Lager,
die sie auch einen US-Kongressausschuss wissen ließ.
Sie schildert, dass eines ihrer drei Kinder von
der chinesischen Regierung bei der Behandlung in
einem Spital in Urumqi getötet wurde. Recherchen
chinesischer Journalisten im Spital und bei der
Familie Tursins ergaben, dass ihr Sohn am 8. November
2016 von ihrer Mutter geheilt abgeholt wurde.
Die Behauptung Rottenfußers, dass Tursin „für die
‚Behandlung‘ ihrer Kinder (…) eine satte Rechnung
über umgerechnet etwa 10.000 Euro zugeschickt“
bekam, ist genauso absurd, wenn man die geringen
Gebühren in chinesischen Krankenhäusern kennt.
Ihr angeblich getöteter Sohn lebt nach von
Journalisten recherchierter Aussage der Mutter
Tursins in Ägypten.
Noch schlimmer ihre Lager-Story: Ihr Bruder
informierte die Journalisten, dass sie nie in einem
Lager war, er sagte wörtlich: „Sie hat sich das
ausgedacht. Es war eine Lüge.“
Für den Autor der Artikelserie ist die Aussage der
Familie unglaubwürdig, da man davon ausgehen müsse,
dass „ihre Aussagen zur Lage im Land von der Angst
vor Repressionen diktiert sind“. Dass die
US-Geheimdienste Druck auf Exilanten
ausüben, um die politisch gewünschten Storys zu
produzieren — sonst ist Schluss
mit Visum oder Einkommen —, auf die
Idee kommt der Autor gar nicht. Seine Vorurteile
gegen China gehen in alle Bereiche.
Dass eine Mitschülerin Tursins bei ihrem aufgrund
guter Leistungen möglichen Schulbesuch in Guangzhou
sich wunderte, dass Tursin an Gott glaubt, wird vom
Artikelautor interpretiert als „faktisch die
Ausübung von Druck mit dem Ziel der vollkommenen
Assimilation”. Ein Gespräch zwischen Schülerinnen!
Man greift sich ja an den Kopf.
Totalitär regierte Region?
„Neuere Erfahrungsberichte über den Umgang der
chinesischen Regierung mit den Uiguren zeichnen
das Bild einer totalitär regierten Region“, schreibt
der Autor. Unberücksichtigt bleiben in seinen
Einschätzungen die Struktur des Aufbaus der
Gesellschaft und basisdemokratische Rechte. Das
vielschichtige Volkskongresssystem dient als
grundlegende institutionelle Säule demokratischer
Mitbestimmung. Ab 2024 dienten insgesamt 74.412
Personen als Delegierte von Volkskongressen auf
allen Verwaltungsebenen in Xinjiang. Unter ihnen
waren 78,69 Prozent auf der Grassroot-Ebene,
69,21 Prozent stammten von ethnischen Minderheiten.
Diese Aufstellung zeigt, dass die Menschen in
Xinjiang unabhängig von ethnischem oder sozialem
Hintergrund einen gleichberechtigten Status in
politischen Angelegenheiten genießen. Ich weiß,
die westliche Propaganda hat China als autoritären
Unterdrückungsstaat gegeißelt. Es wird aber Zeit,
dass man auch diese angeführten Fakten akzeptiert.
„Lernen’s Geschichte, Herr Reporter“
… sagte der legendäre österreichische Bundeskanzler
Kreisky einem Journalisten. Wie recht er doch hat.
Laut dem Artikelautor wurde „Xinjiang (…) 1949 zu
einem Teil des chinesischen Territoriums“. Wie ist
es wirklich? Die zumindest teilweise Kontrolle des
heutigen Gebiets Xinjiang durch das chinesische
Kaiserreich reicht weit zurück, bis fast zum Anfang
unserer Zeitrechnung. Die endgültige Eingliederung
des gesamten Gebiets unter die zentrale Verwaltung
des Reichs erfolgte 1759 nach der Niederlage des
Dzungar-Kanats, eines Rests des alten
Mongolenreichs. Die Zeit nach dem Ende des
Kaiserreichs und der Gründung der Republik (1911)
bis zur Gründung der Volksrepublik (VR) China
(1949) war in Xinjiang eine Zeit von großer Unruhe
und bewaffneten Kämpfen zwischen den Armeen der
chinesischen Gouverneure oder Warlords und
aufständischen Uiguren sowie auch zwischen
verschiedenen Teilen der lokalen Bevölkerung.
Mitgespielt haben japanische und deutsche Versuche,
in der Region gegen die Sowjetunion Fuß zu fassen.
Wie man als Reisender an den vielen Festungsresten
der Seidenstraße feststellen kann, war das Gebiet
schon lange chinesisch kontrolliert.
„Tibet wurde erst 1950 chinesisch” will sich der
Autor mit seinen Geschichtskenntnissen noch
profilieren. Auch weit daneben. Schon seit dem
13. Jahrhundert, der Zeit der mongolischstämmigen
Yuan-Dynastie, war Tibet Teil des
chinesischen Reiches. Seit der Gründung des
Reinkarnationssystems im 13. Jahrhundert mussten
Führer verschiedener religiöser Sekten des
tibetischen Buddhismus und „große lebende Buddhas“
die Zustimmung der Zentralregierungen verschiedener
Dynastien einholen. Genauso war es auch mit dem
jetzigen Dalai Lama 1940. An seiner Einweihung
nahmen chinesische Truppen teil, wie es sich
traditionell gehörte.
Der zweitälteste Bruder des derzeitigen Dalai
Lama, Gyalo Döndrub, war übrigens 1942 im Alter
von vierzehn Jahren nach Nanjing geschickt worden,
der damaligen Hauptstadt der Republik China.
Er lernte Tschiang Kai-schek kennen; von 1947
bis 1949 nahm er am Familientisch der Tschiangs
seine Speisen ein. Von Tschiang ausgewählte
Lehrer lehrten ihn Chinesisch und chinesische
Geschichte. 1948 heiratete Döndrub Zhu Dan, die
Tochter eines Guomindang-Generals.
Döndrub eignete sich also bestens zum
Kollaborateur mit der antikommunistischen
Guomindang sowie mit den
US-Geheimdiensten.
Schlechte deutsche Tradition in Xinjiang
Kaum bekannt ist, dass Hitler-Deutschland
und seine Verbündeten während des Krieges gegen
die Sowjetunion auf die Möglichkeit einer Rebellion
der Turkvölker gesetzt haben. Es kam zur Bildung
einer eigenen Turkistan-Division
mit Hauptquartier in München, die schließlich in
Oberitalien zum Einsatz kam. Einer der Anführer
war Ruzi Nazar, der auch nach dem Krieg noch eine
Rolle in US-Diensten und als Verbindungsmann
in der Szene der Turk-Nationalisten
und Exiluiguren gespielt hat. In München sind wohl
Reste der Truppe nach dem Krieg hängen geblieben.
Dass sich heute dort die Zentrale des World Uyghur
Congress (WUC) befindet, wird kein Zufall sein.
Der WUC verehrt als Mann der ersten Stunde im Kampf
gegen die Kommunisten Yusuf Alptekin, einen Uiguren,
der auf der Seite der Guomindang stand und nach dem
verlorenen Krieg ins indisch kontrollierte Kaschmir
und später in die Türkei übersiedelte. Er bewegte
sich in den antikemalistischen, rechtsradikalen
Kreisen um Alparslan Turkes (MHP, Graue Wölfe).
Alptekin blieb bis zu seinem Tod 1995 eine wichtige
Autorität in der Bewegung für ein unabhängiges
„Ost-Turkestan“. Sein Sohn Erkin war
Mitarbeiter von Radio Liberty, gründete 1994 in
München die „Ostturkestanische Union in Europa“
und war der erste Vorsitzende des ebenfalls in
München gegründeten „Weltkongresses der Uiguren“
(WUC; alle Angaben zu den Personen aus Wikipedia,
Mai 2021).
Der Artikelautor bezeichnet übrigens China als eine
„Besatzungsmacht“ in Xinjiang. Was bedeutet das,
wie kann man das interpretieren? Er ist
offensichtlich der Meinung, dass Xinjiang
unrechtmäßig ein Teil Chinas und einfach besetztes
Gebiet ist. Man könnte daraus schließen, er
unterstütze die rechte islamistische Bewegung der
Loslösung eines „Ost-Turkestan“ als
unabhängiger Staat. Wie kann die Aussage, China
sei eine „Besatzungsmacht“, anders zu verstehen
sein? Eine schlechte deutsche Tradition.
Einschätzung
„Es ist ungewiss, was in Xinjiang tatsächlich
passiert und passiert ist”, schreibt der Autor.
Es trifft auf ihn sicherlich zu. Des Weiteren:
„Gern versuche ich in solchen Fällen, der Wahrheit
mit einer Mischung aus Recherchen,
Einfühlungsvermögen und Logik auf die Spur zu
kommen.“ Das ist leider gründlich misslungen,
da der Autor sich auf islamistische Quellen
verlässt, jede Kleinigkeit chinafeindlich
interpretiert und ideologisch voller Vorurteile
gegen China ist.
Es fällt auch negativ auf, dass der Autor über
China schreibt, aber keine chinesischen Quellen
verwendet. Warum das so ist, darüber kann man nur
spekulieren. Ist er der Meinung, dass alle
chinesischen Journalisten und Experten lügen, hat
es rassistische Hintergründe? Ist es
Antikommunismus? Seine im dritten Teil der Serie
formulierten scheinbar objektiven Relativierungen
sind lächerlich und unglaubwürdig, wenn schon
vorher in zwei Artikeln Schmutzkübel über China
ausgegossen wurden. Die Struktur der Artikelserie
ist schon darauf angelegt, dass Negatives beim
Leser hängenbliebt.
Deutsche Intellektuelle wissen vom Schreibtisch
aus meist vieles besser als Menschen, die schon
lange in China leben oder zumindest sich auf
Reisen vor Ort die Gegebenheiten anschauen.
Europäische Intellektuelle sind oft gefangen in
ihrem eurozentristischen Wertesystem und damit
„Frösche auf dem Grund des Brunnens“.
Die Artikelserie „Das verschwindende Volk“ von
Roland Rottenfußer kann hier nachgelesen werden:
Robert Fitzthum, Jahrgang 1951, studierte
Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der
Universität Wien und arbeitete als IT-Manager
in österreichischen Banken sowie als selbstständiger
Unternehmensberater. Er lebt seit 2013 als
Schriftsteller in China. Er schrieb „China verstehen“
(Promedia-Verlag, 2018) und „Erfolgreiches China“
(Goldegg- Verlag, 2021). „Chinas ‚Neue Reise‘:
Sozialistische Modernisierung und die Bedeutung der
Volksdemokratie“ erscheint 2025.
Zuerst veröffentlicht in
Manova, mit
freundlicher Genehmigung von Manova und Robert Fitzthum übernommen.
Ich habe
unseren Außenminister, den Herrn Wadephul, doch
gewiss richtig verstanden, als er meinte, man
könne Syrer nicht in ihr Land zurückschicken,
das sei nämlich ziemlich zerstört. Besser, sie
bleiben in Deutschland und erhalten Bürgergeld,
an zweiter Stelle, direkt hinter den Ukrainern.
Vorbildlich. Nein, wir knausern nicht.
Im Unterschied zum ungarischen Ministerpräsidenten
Viktor Orbán. Der hat sich geschockt darüber gezeigt,
dass die Staats- und Regierungschefs der EU offenbar
stillschweigend einer ukrainischen Forderung nach
Finanzhilfen in Höhe von 800 Milliarden Dollar für
die kommenden zehn Jahre zugestimmt haben. Zuzüglich
700 Milliarden für Militärausgaben. Zuzüglich
EU-Beitritt bis 2027. Das, immerhin, würde das
Ende der EU beschleunigen. Hat Viktor Orbán sich das
ausgedacht? Oder stimmt das etwa? Dann hätte
Deutschland als größter Nettobeitragszahler der EU
ein weiteres Problem. Und wir verstehen jetzt erst
recht, warum Bundeskanzler Friedrich Merz seine
Untertanen als faule Säcke beschimpft, die zu wenig
arbeiten und zu früh verrentet werden wollen. Ob ihm
schon mal die Idee gekommen ist, das könne auch daran
liegen, dass Arbeit sich immer weniger lohnt, wenn
man den Zugriff eines hochverschuldeten Staates
fürchten muss, der nicht nur bei den Reichen hinlangt,
die längst die Flucht ergriffen haben, sondern auch
auf Oma ihr klein Häuschen schielt?
Und ist ihm nicht aufgefallen, dass mehr und mehr
Menschen arbeitslos werden, weil Unternehmen vor
steigenden Kosten und wachsender Bürokratie
kapitulieren, den Laden dichtmachen oder ihn in ein
anderes Land transferieren? Sollen die „Freigesetzten“,
wie es euphemistisch heißt, doch Pfandflaschen sammeln!
Tja. Doch die könnten bald ein knappes Gut sein. Und
das Bürgergeld wird ja für Ukrainer, Syrer und Afghanen
gebraucht. Allein die Zahlungsansprüche für
Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem Ukrainer
belaufen sich bis Ende 2025 übrigens auf rund 21,4
Milliarden Euro. Es ist Wahnsinn mit Methode. Immer
weiter Geld in ein korruptes System wie die Ukraine
pumpen? Und was heißt hier überhaupt Wiederaufbau? Das
umkämpfte Gebiet ist im Vergleich zur restlichen
Ukraine relativ klein, und wer zu Beginn nicht, wie
viele, nach Russland fliehen wollte, hätte in der
Ukraine selbst Platz gefunden, vielleicht nicht gerade
im luxuriösen Skigebiet, aber immerhin. Und wieso
sollten Syrer nicht in der Lage sein, ihr Land selbst
wiederaufzubauen? Ist nicht womöglich Rassist, wer
ihnen das nicht zutraut?
Die Allzuständigkeit für Wohl und Wehe anderer Völker
und Länder bekommt Deutschland nicht. Die Milliarden
für die Ukraine könnten allerdings das System
vollständig zum Einsturz bringen. Doch halt! Hilft
Alice Weidels Idee weiter? Sie forderte auf einer
Wahlkampfveranstaltung in Heilbronn Schadensersatz
für die Sprengung der Nord-Stream-Pipeline. „Ein Land,
das so etwas tut, ist nicht unser Freund.“ Dass die
Ukraine hinter der Sabotage steckt, vermutet auch der
Bundesgerichtshof: Dort spricht man von „dringendem
Tatverdacht“, von „hochwahrscheinlicher Beteiligung“
und von Indizien, die „eine staatliche Steuerung
des Geschehens“ nahelegen. „Alice Weidel is right“,
postet Viktor Orbán dazu. Doch selbst ein
Schadensersatz und die Rückzahlung von Hilfsgeldern
in Höhe von 70 Milliarden wären nur ein Tropfen auf
dem heißen Stein. Und ob das Umrubeln der vergoldeten
Klos in den Badezimmern von Selenskis Freunden genug
abwirft? Ein Ergebnis jedenfalls könnte all das
haben: dass die Deutschen und ihre Kollegen mit
Migrationshintergrund, die arbeiten, sich das
Gekläffe von oben nicht mehr gefallen lassen.
Cora Stephan ist Publizistin und Schriftstellerin,
geboren 1951 in Niedersachsen, wohnt im hessischen
Vogelsberg und in Südfrankreich. Ihr bislang letztes
Sachbuch heißt „Lob des Normalen“ (2021). Ihre
zeithistorischen Romane „Ab heute heiße ich Margo“ und
“Margos Töchter” erscheinen bei Kiepenheuer & Witsch
(2017 und 2020).
Zuerst veröffentlicht in
Kontrafunk, mit
freundlicher Genehmigung von Cora Stephan
übernommen.
Man sitzt
im Kino, es ist 1940. Gleich beginnt
der Hauptfilm, davor läuft noch ein kurzer
Streifen, mal drei, mal fünf Minuten.
Zwei Männer reden miteinander, ganz normal. Einer etwas
begriffsstutzig, der andere geschniegelt, überlegen,
auf der richtigen Seite stehend. Niemand schreit,
niemand droht, kein Verbot, kein erhobener
Zeigefinger.
So funktionierte Propaganda im Dritten Reich, wenn
sie besonders wirksam sein wollte.
Die beiden kurzen Filme „Tran und Helle“ sowie
„Feindbücher“ wurden damals im Vorprogramm deutscher
Kinos gezeigt. Heute sind diese Clips über das
GermanWWIIArchive zugänglich, ein von amerikanischen
Historikern betriebenes Archiv, das Originalmaterial
sammelt, um aufzuklären, nicht um zu verherrlichen.
Man sieht die Filme unverändert, so wie sie damals
liefen.
Was sofort auffällt: In diesen Filmen wird nichts
verboten.
Niemand sagt: „Diese ausländischen Bücher darfst
du nicht lesen.“ Stattdessen wird der Zweifel
vorgeführt. Der Kritiker wirkt einfältig. Wer
fremde Bücher liest, erscheint naiv. Wer von
Meinungsfreiheit spricht, redet sich um Kopf
und Kragen. Am Ende weiß der Zuschauer ganz von
selbst, was man besser für sich behält.
Das ist der eigentliche Trick:
Nicht der Staat greift ein – der Bürger
erledigt es selbst.
Die Parallele zur Gegenwart drängt sich auf. Auch
heute lautet die Botschaft selten: „Das ist
verboten.“ Stattdessen heißt es: problematisch,
irreführend, gefährlich, Fake News. Besonders
deutlich wird das dort, wo die EU offen gegen Elon
Musk und die Plattform X vorgeht. Nicht einzelne
Meinungen stehen im Zentrum, sondern das Medium
an sich.
Damals sprach man von „Feindsendern“ und „Gerüchten“.
Heute spricht man von „Fake News“ und
„problematischen Plattformen“. Der Ton ist
höflicher geworden. Das Prinzip ist erstaunlich
vertraut.
Wer sich ein eigenes Bild machen will, kann die
Kurzfilme Tran und Helle ansehen:
Es reicht, genau zuzusehen. Der Vergleich ergibt
sich dann fast von selbst. Als ob man Elon Musk wie
damals Winston Churchill ansieht. Oder wie es
Historiker gerne formulieren: Geschichte wiederholt
sich nicht. Aber sie reimt sich heute besser.
[Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.]
Meinrad Müller, Unternehmer im Ruhestand,
kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der
Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für Blogs
in Deutschland. Seine humorvollen und satirischen
Taschenbücher sind auf
Amazon zu finden.
Zuvor veröffentlicht in
MMnews.de,
mit freundlicher Genehmigung von Meinrad Müller übernommen.
Feinbildpflege im ÖRR Gute Deutsche wählen CDU, SPD, Grüne, sie informieren sich bei ARD, ZDF, Deutschlandradio
Norbert Bolz
(Audio, 5 min. | Kopie | Text)
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