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„Vorreiter internationaler Klimapsychose!“ (Bundesregierung, Sandwirt)

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2026-09-07 20:00

Vernunft und Wahlfreiheit

Das Ideal des mündigen Bürgers

Über die Gefahr, politische Fehlentscheidungen als Naturgesetze zu tarnen.

Thomas Hartung

Unbequemer Wahlbürger

Thomas Hartung widerspricht der Vorstellung, der Wähler selbst trage die Verantwortung für den Vertrauensverlust in Politik und Staat. Er fragt, ob nicht politische Entscheidungen, unerfüllte Versprechen und der Ausschluss bestimmter Mehrheiten aus dem demokratischen Wettbewerb die Entfremdung verursacht haben.


Thomas Schmid hat in der „Welt“ eine bemerkenswerte Volte vollzogen. Jahrzehntelang galt der mündige Bürger als Ideal der Demokratie: informiert, kritisch, selbstbewusst und bereit, Regierungen abzuwählen. Nun, da ein beträchtlicher Teil dieser Bürger davon Gebrauch gemacht und AfD wählt, verwandelt sich der mündige Bürger plötzlich in einen „rücksichtslosen“. Schmid macht ausdrücklich „die Wähler, viele Wähler“ für den Aufstieg der AfD verantwortlich. Sie hätten den Respekt vor Politik und Institutionen verloren. Doch vielleicht stellt sich die Frage genau andersherum: Was, wenn nicht der Bürger rücksichtsloser geworden ist, sondern der Staat? Was, wenn der Vertrauensverlust keine psychologische Fehlentwicklung des Souveräns ist, sondern eine rationale Reaktion auf politische Entscheidungen, deren Folgen er beobachten, ertragen und bezahlen muss? Denn vieles von dem, was heute als unvermeidliche „Zumutung“ präsentiert wird, ist keineswegs naturgegeben. Der gleichzeitige Ausstieg aus Kernenergie und fossiler Energie ist eine politische Entscheidung. Die Migrationspolitik seit 2015 ist eine politische Entscheidung. Ebenso Milliarden für die Ukraine, für Entwicklungshilfe oder die regulatorische Transformation von Heizung, Verkehr und Industrie.

Der Wähler fand sich in einer politischen Parallelwelt wieder, in der die Voraussetzungen bestimmter Entscheidungen zunehmend selbst dem legitimen Streit entzogen wurden. Aus einer wissenschaftlichen Erkenntnis folgt nämlich noch lange keine bestimmte politische Maßnahme. Wenn die Weltbevölkerung nicht mehr acht Millionen, sondern acht Milliarden Menschen beträgt, beeinflusst das natürlich die Erde. Die politische Frage beginnt aber erst danach: Aus meteorologischen Behauptungen folgt weder der deutsche Atomausstieg noch eine CO₂-Bepreisung noch das Gebäudeenergiegesetz noch Unmengen von Windrädern und Solaranlagen. Zwischen Diagnose und Therapie liegt – die Politik! Dasselbe gilt für Migration. Ein rationaler Staat muss zwischen echter Erwerbsmigration – damit sind nicht Niedriglöhner ge­meint –, Asyl, Flucht, Familiennachzug, irregulärer Einreise, Integrationsfähigkeit und Kriminalitätsbelastung unterscheiden. Wo Politik solche Differenzierungen moralisch verdächtig macht, produziert sie gerade jene Radikalisierung, die sie anschließend beim Wähler diagnostiziert. Hinzu kommt ein eigentümlicher Kreislauf. Politik erzeugt Probleme, erklärt diese anschließend zu Sachzwängen und präsentiert deren Reparatur schließlich als Beweis ihrer eigenen Unentbehrlichkeit. Funktionierende Kernkraftwerke wurden stillgelegt. Danach verschärften sich die Probleme einer ohnehin teuren Energieversorgung. Eine expansive Migrationspolitik erzeugt kommunale Unterbringungsprobleme, für deren Bewältigung anschließend Milliarden benötigt werden. Regulierung verteuert das Bauen, danach beklagt man Wohnungsmangel. Ener­gie- und Klimapolitik belasten die Industrie, anschließend braucht man Subventionen, damit Unternehmen bleiben.

Besonders schön zeigt sich das bei der Kernenergie. Friedrich Merz nennt den Atomausstieg einen schweren strategischen Fehler, zugleich aber „irreversibel“. Das ist die Wiederkehr von Merkels „alternativlos“ mit anderem Vokabular. Politik trifft eine Entscheidung, schafft Tatsachen und erklärt die selbst geschaffenen Tatsachen anschließend zum Naturgesetz. Eine lernfähige Demokratie aber muss Fehler nicht nur eingestehen, sondern auch korrigieren können. Und dann ist da noch die Behauptung, der Wähler habe sich seine gegenwärtige Regierung selbst eingebrockt. Bei der letzten Bundestagswahl erhielten Union und AfD zusammen 360 Mandate. Eine andere Mehrheit war also rechnerisch vorhanden. Dass sie wegen der „Brandmauer“ nicht genutzt wurde, ist eine Entscheidung der Par­tei­en – nicht des Wählers.

Der Bürger darf wählen, aber bestimmte Ergebnisse seiner Wahl sollen politisch nicht verwertbar sein. Und für den daraus entstehenden Frust soll wiederum der Bürger verantwortlich sein? Nein, der Bürger darf sehr wohl zu dem Schluss kommen, dass eine Zumutung nicht notwendig, sondern falsch ist. Dass eine Regierung nicht zaghaft das Richtige, sondern entschlossen das Falsche tut. Und er darf daraus die demokratische Konsequenz ziehen: anders wählen. Vertrauen ist sedimentierte Erfahrung. Es entsteht nicht durch Leitartikel und nicht durch Appelle an den Respekt. Wer Vertrauen zurückgewinnen will, muss bessere Ergebnisse liefern und Fehler korrigieren. Denn der Bürger schuldet dem demokratischen Verfahren Loyalität. Einer Regierung schuldet er nichts. Parteien schuldet er keine Dankbarkeit. Politikern schuldet er keinen Vorschuss an Respekt. Sie schulden ihm Rechenschaft. Und wenn der Souverän daraufhin anders wählt, ist das kein Symptom einer kranken Demokratie, sondern das Gegenteil: Es ist ihre Therapie.

Zuvor erschienen im Kontrafunk, mit freundlicher Genehmigung von Thomas Hartung übernommen.

Thomas Hartung, geb. 1962 in Erfurt; promovierte nach seinem Lehramtsstudium in Magdeburg 1992 zur deutschen Gegenwartsliteratur und war danach als Radio- und Fernseh-Journalist in Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie als freiberuflicher Dozent für Medienproduktion und Medienwissenschaft an vielen Hochschulen Deutschlands tätig. Der bekennende „Erzliberalkonservative“ trat als Student in die LDPD ein und 1990 aus der FDP aus: von „misslungener Einheit“ nicht nur mit Blick auf die Parteienfusion spricht er bis heute. Hartung war im April 2013 Mitbegründer der AfD Sachsen und wurde zweimal zum Landesvize gewählt. Seit März 2020 ist er Pressesprecher der AfD-Fraktion Baden-Württemberg. Aktueller Buchtitel: Umerziehungsrepublik Buntland. Wider die Demontage des Eigenen. Gerhard Hess Verlag: Uhingen 2025.

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2026-09-04 15:00

Realismus als Fundament des Humanismus

Elon Musk warnt G20: Deutsche Energiepolitik ist „extrem verrückt“

Wirtschaftliche Vernunft statt des ideologischen Wahns: Musks Appell an die G20

Meinrad Müller

Elon Musk ermahnt G20-Minister

Weltweit beginnt der Wettlauf um genau jene Industrien, die immer mehr Elektrizität benötigen. Wirtschaftlich bekommt die deutsche Energiewende Züge von Partisanentätigkeit im eigenen Land, Musk bezeichnet sie als „extrem verrückt“.

Früher sprengten Partisanen Eisenbahnbrücken, heute sprengt die Regierung funktionierende Kernkraftwerke in die Luft.

Ein Unternehmer belehrt die Mächtigen

Anfang der Woche trafen sich im US-Bundesstaat North Carolina Minister und Regierungsvertreter der G20-Staaten, um über KI und die Wirtschaft der Zukunft zu beraten. Als einen der ersten Gesprächspartner schalteten sie Elon Musk per Videokonferenz dazu. Der SpaceX-Chef hielt den G20-Ministern vor, dass Regulierung Wachstum bremst. Insbesondere seine Warnung vor Stromknappheit traf Deutschland hart.

Ein Privatmann, größer als 21 Staaten

Bemerkenswert genug. Vertreter der mächtigsten Volkswirtschaften holen sich Rat bei einem Privatunternehmer. Musk kennt Wirtschaft nicht aus Ministerialakten. Allein Tesla und SpaceX beschäftigen zusammen mehr als 157.000 Menschen. Musks geschätztes Privatvermögen von rund 770 Milliarden Euro übertrifft die jährliche Wirtschaftsleistung von 21 der 27 EU-Staaten.

Erst erlauben, dann regulieren

Musks Botschaft war einfach. Neue Dinge müssten zunächst erlaubt sein. In der EU sei es oft umgekehrt. Das hohe Regulierungsniveau verlangsame neue Technologien erheblich. Ein Unternehmer hat eine Idee, baut eine Fabrik, stellt Leute ein und zahlt Steuern. Wartet er jahrelang auf Genehmigungen, entstehen Fabrik, Arbeitsplätze und Steuern eben anderswo.

Musk verglich junge Unternehmen mit kleinen Bäumen. Regierungen gießen oft die alten, großen Bäume. Dabei können aus den Setzlingen Weltkonzerne wachsen.

Europas Ersparnisse finanzieren Amerika

Auch Kapital sucht das Weite. Anleger gehen dorthin, wo Firmen weniger gegängelt werden und höhere Renditen möglich sind. Dass amerikanische Aktien seit Jahren mehr abwerfen, bestätigt sogar die EZB. Rund 300 Milliarden Euro europäischer Ersparnisse werden jährlich außerhalb der EU angelegt. So finanziert europäisches Geld jene amerikanischen Unternehmen, die Europa fehlen.

Oben arbeiten sie zusammen

Die von 15 Ländern gemeinsam betriebene Internationale Raumstation ISS braucht einen Taxiservice. Astronauten müssen hinaufgebracht und wieder abgeholt werden. Einen Teil dieses Fahrdienstes hat die NASA bei Musks Firma bestellt und das Privatunternehmen liefert. Auf der ISS arbeiten derzeit sogar drei russische Kosmonauten neben Amerikanern und Europäern. Unten streiten die Regierungen, oben arbeiten sie zusammen. Und inzwischen reden sogar die Regierungen wieder miteinander. Russlands Finanzminister Anton Siluanow saß erstmals seit 2022 wieder persönlich bei einem G20-Fi­nanz­mi­nis­ter­tref­fen.

Die neue Industrie, um die sich Staaten reißen müssen

Musk erwartet durch KI weltweit 20 bis 30 Billionen Dollar zusätzliche Wirtschaftsleistung pro Jahr. Danach kommen seine menschenähnlichen Roboter: zwei Beine, zwei Arme, zwei Hände. Sie sollen in Fabriken, Lagern und später sogar im Haushalt arbeiten. In zehn Jahren erwartet Musk mehr als eine Milliarde solcher Roboter. Selbst wenn er sich bei der Anzahl kräftig verschätzt, entsteht hier eine Industrie, um deren Arbeitsplätze und Steuereinnahmen sich Staaten eigentlich reißen müssten.

Ohne Strom keine künstliche Intelligenz

Doch KI braucht Rechenzentren und die brauchen Strom. Musk erwartet 2027 außerhalb Chinas rund 15 Gigawatt fehlende Leistung für KI-Rech­ner. Für Deutschland bekommt die Warnung eine besondere Note. Musk bezeichnete schon 2022 das Abschalten deutscher Kernkraftwerke als extrem verrückt. Im April 2023 gingen die letzten drei vom Netz.

Partisanentätigkeit im eigenen Land

Nun beginnt aber weltweit der Wettlauf um genau jene Industrien, die immer mehr Elektrizität benötigen. Wirtschaftlich bekommt das Züge von Partisanentätigkeit im eigenen Land. Früher sprengten Partisanen Eisenbahnbrücken. Heute legt man funktionierende Kernkraftwerke still und bombt sie anschließend zu Staub.

Musks Lektion war einfach: Bevor der Staat Geld verteilen kann, muss irgendwo jemand stehen, der es verdient. Die G20-Mi­nis­ter hörten wohl diesmal die Signale.

Zuvor erschienen auf Achgut.com, mit freundlicher Genehmigung von Meinrad Müller übernommen.

Meinrad Müller, Unternehmer im Ruhestand, kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der Innen-, Wirts­chafts- und Außenpolitik für Blogs in Deutschland. Seine humorvollen und satirischen Taschenbücher sind auf Amazon zu finden.

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2026-09-03 22:00

Feinde des Humanismus

Von Campact zur Camporra: Eine Methode der moralischen Erpressung

Die Kampagne des Vereins Campact offenbart, wie aus zivilgesellschaftlichem Anspruch antidemokratische Praxis wird

Andrea Seaman

Demokratiezerstörung

Mitte August schrieb der Verein Campact rund neunzig Unternehmen an. Zuvor hatten etwa 15.000 [Cam­pact-] Unterstützer erfasst, welche Firmen zu bestimmten You­tube-Vide­os Werbung schalten. Das Ergebnis war eine Liste mit 62 Kanälen, die den Unternehmen als „Grundlage für eine Sperrliste“ übermittelt wurde.


Darauf standen Kanäle von rechten Aktivisten und AfD-Po­li­ti­kern, aber auch von Medien wie Apollo News, Nius, Tichys Einblick und Weltwoche. Die Firmen sollten erklären, ob sie diese Kanäle künftig von ihrer Werbung ausschließen würden. Zahlreiche Unternehmen kündigten daraufhin an, ihre Sperrlisten anzupassen oder Campacts Forderung zu prüfen.

Campact weiß, dass You­tube-Wer­bung automatisch ausgespielt wird. Eine Anzeige ist deshalb kein politisches Bekenntnis des werbenden Unternehmens. Trotzdem schrieb die Organisation: „Dennoch liegt es in Ihrer Verantwortung, Hetzkanäle als Werbepartner auszuschließen.“ Wer nicht handle, unterstütze mit seinem „guten Ruf“ und womöglich seinem Geld „Desinformationen und Hass gegen Minderheiten“.

Damit machte Campact aus einer zufälligen Anzeigenplatzierung einen Schuldbeweis und aus den angeschriebenen Unternehmen die Angeklagten eines selbst erfundenen Vergehens. Wer die schwarze Liste übernahm, erhielt Absolution. Wer sie ablehnte, sollte als bewusster Finanzier von „Hass und Hetze“ gelten. Campact erzeugte den Makel selbst und bot Gehorsam als einziges Mittel an, ihn abzuwenden.

Mit dieser Kampagne hat sich die Kam­pag­nen-Or­ga­ni­sa­ti­on Campact einen neuen Namen verdient, der ihr bleiben sollte: Camporra. Das Wort verschmilzt Campact mit der Camorra, der neapolitanischen Mafia, denn deren Methode liefert das Vorbild für den ausgeübten Druck. Die Camorra muss einem Geschäftsinhaber nicht ausdrücklich ankündigen, seine Scheiben einzuschlagen. Es genügt, ihn auf das Unglück hinzuweisen, das ihn ohne ihre Gunst treffen könnte.

Die Camporra verfährt ähnlich, nur zerschlägt der Verein keine Scheiben, sondern bedroht den Ruf eines Unternehmens. Er sagt nicht offen, dass er widerspenstige Firmen öffentlich anprangern werde. Die Botschaft bleibt unausgesprochen und ist doch unmissverständlich: „Schöne Marke haben Sie da. Wäre doch schade, wenn sie plötzlich jeder mit Hass und Hetze verbände. Übernehmen Sie besser unsere Liste.“ Campact erzeugt die Gefahr und bietet Fügsamkeit als Schutz vor sich selbst sowie vor dem weit größeren linksgrünen Kampagnenmilieu an, dessen Empörung es jederzeit mobilisieren kann. Den Rest erledigen die verängstigten Unternehmen selbst.

Das ist Can­cel-Cul­tu­re in ihrer feigsten und zugleich wirksamsten Form. Niemand verbietet eine Sendung. Kein Zensor unterschreibt eine Verfügung. Campact wendet sich einfach an diejenigen, die den Gegner finanzieren, und setzt sie so lange unter Druck, bis dessen wirtschaftliche Grundlage brüchig wird. Eine Rechtsverletzung muss Campact nicht nachweisen. Es genügt, ganze Medien mit dem Makel politischer Kontaktschuld zu versehen.

Die schwarze Liste offenbart die intellektuelle Verkommenheit der Camporra. Radikale Aktivisten, Parteikanäle und journalistische Medien werden dort gemeinsam aufgeführt, damit der Makel des Anrüchigsten auf alle anderen übergeht. Die Bezeichnungen wechseln zwischen „rechtsextrem“, „rechtspopulistisch“, „AfD-nah“, „verschwörungsideologisch“ und „Hetzkanal“.

Wie die Welt anhand der Liste zeigt, dient als „Beleg“ gegen Tichys Einblick unter anderem ein Interview mit dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. Apollo News wird dem „AfD-Vorfeld“ zugerechnet, wobei ein Text der Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung als Beleg herhalten muss. Eine linke Organisation zitiert eine andere linke Organisation, um einem nichtlinken Medium die wirtschaftliche Anständigkeit abzusprechen. Ankläger, Zeugen und Richter stammen aus demselben politischen Vereinsheim.

Was geschieht eigentlich, wenn ein angeschriebenes Unternehmen den Gehorsam verweigert? Campact müsste sich an dessen Zulieferer wenden und fragen, ob er wirklich eine Firma beliefern wolle, deren Werbung Tichys Einblick finanziert. Bleibt auch der Zulieferer standhaft, erhielte seine Bank die nächste Nachricht. Sie müsste erklären, warum sie einem Unternehmen Konten führt, das ein Unternehmen beliefert, dessen Werbung Tichys Einblick finanziert. Weigert sich auch die Bank, käme ihr IT-Dienst­leis­ter an die Reihe. Er müsste verantworten, dass er die Systeme einer Bank betreut, die einem Zulieferer Konten führt, der ein Unternehmen beliefert, dessen Werbung Tichys Einblick finanziert.

Doch damit wäre die Fahndung nach den Mitschuldigen keineswegs beendet. Als Nächstes käme die Reinigungsfirma des IT-Dienst­leis­ters an die Reihe. Schließlich müsste der Hersteller ihres Toilettenpapiers erklären, ob er es wirklich verantworten könne, eine Reinigungsfirma zu beliefern, die die Büros eines IT-Dienst­leis­ters säubert, der die Systeme einer Bank betreut, die einem Zulieferer Konten führt, der ein Unternehmen beliefert, dessen automatisch ausgespielte Werbung Tichys Einblick finanziert.

Spätestens an diesem Punkt hätte selbst der deutsche Schachtelsatz Insolvenz anmelden müssen, weil ihm die Relativpronomen für die Kette der moralisch belasteten Geschäftsbeziehungen ausgegangen wären. Die Camporra dagegen wäre gerade erst warm geworden. Ihre Logik kennt keinen Endpunkt und hat den unschätzbaren Vorteil, dass ihr niemals die Schuldigen ausgehen.

Wie wenig neutral Campact im Kampf gegen angebliche Desinformation agiert, legt die NZZ mit ihrem Bericht über den Eingriff des Vereins in den Landtagswahlkampf von Sach­sen-An­halt offen. Für seinen „NoAfD-Fonds“ sammelte der Verein nach eigenen Angaben drei Millionen Euro, um einen Ministerpräsidenten der AfD zu verhindern. Eine daraus finanzierte Kampagne ruft dazu auf, strategisch SPD und Grüne zu wählen, damit beide Parteien die 5-Pro­zent-Hür­de überwinden und eine absolute Mehrheit der AfD über die Sitzverteilung vereitelt wird.

Postwurfsendungen, Plakate, Anzeigen und Agenturleistungen im Gesamtwert von 620.000 Euro kamen SPD und Grünen zugute. Beide Parteien meldeten jeweils 310.000 Euro als Wahlkampfhilfe. Campact nennt dies eine „Parallelaktion“, als könne ein solch bürokratisches Wort offene Parteilichkeit in neutrale Demokratiefürsorge verwandeln.

Gerade die Grünen haben jedoch die Angstmacherei mit dem Klimawandel zur Perfektion gebracht. Aus Bandbreiten werden Gewissheiten, aus Risiken werden letzte Fristen, aus Modellen werden Prophezeiungen des Weltuntergangs. Die alte Religion kannte einen Gott, der die Menschen für ihre Sünden bestrafte. Die grüne Ersatzreligion hat Gott entlassen und der Natur seine Strafgewalt übertragen. Wohlstand wird zur Schuld, Kohlendioxid zu deren unsichtbarem Zeichen, die Verarmung der Bevölkerung zum Weg der Buße. Campact unterstützt diese politische Produktion von Angst und Untergangshysterie, während es seinen Gegnern vorwirft, komplexe Tatsachen zu verzerren und Gefühle an die Stelle nüchterner Beurteilung zu setzen.

Alles, was Campact seinen Gegnern vorwirft, findet sich bei Campact selbst. Der Verein erzeugt Angst, verachtet den politischen Gegner und wählt Tatsachen nach ihrer politischen Brauchbarkeit aus. Was Campact als Kampf gegen Desinformation ausgibt, ist selbst Desinformation. Es erweckt den falschen Eindruck, 62 höchst unterschiedliche Kanäle seien nach klaren Kriterien als Verbreiter von Hass und Falschinformationen überführt, obwohl es weder ein nachvollziehbares Prüfverfahren noch für jeden Kanal konkrete Belege vorlegt. Campact verfügt über das Geld, die Kontakte und die Unverfrorenheit, seine eigenen Laster als öffentliche Tugenden zu verkaufen.

Wer Wahrheit besitzt, braucht aber keine schwarze Liste. Wer Beweise hat, muss keine Unternehmen einschüchtern. Wer an Demokratie glaubt, versucht nicht, seine politischen Gegner wirtschaftlich auszutrocknen. Dass Campact diesen Angriff auf die offene Auseinandersetzung als Dienst an der Demokratie verkauft, ist die letzte und größte Unverschämtheit. Der Verein schützt nicht die Wahrheit vor der Macht. Er benutzt seine Macht, um zu bestimmen, wer sich öffentliches Gehör noch leisten kann.

[Kleinere redaktionelle Änderungen. Red.]

Zuvor veröffentlicht in DIE WELTWOCHE, mit freundlicher Genehmigung von Andrea Seaman und Roman Zeller übernommen.

Andrea Seaman ist Geschäftsführer von Bündnis Redefreiheit. Er ist auch Präsident des Debattierclubs Zurich Salon. Er ist Redaktor des deutschen On­line-Ma­ga­zins Novo­Argu­men­te und hat als Redaktor für den Schweizer Monat gearbeitet. Er hat einen Mas­ter-Ab­schluss in Philosophie und Geschichte der Universität Freiburg (Schweiz).

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2026-09-02 18:45

Demokratiezersetzung

„Es wird keine Wahl geben“

Ein Ministerpräsident kündigt an, ein missliebiges Wahlergebnis zu ignorieren. Ein Vorgehen, das an die verschwundene Democratia Christiana erinnert – eine Partei, deren Methoden jenen der Mafia glichen

David Berger

Ministerpräsidentenwahlverhinderung

Was geschieht, wenn die Bürger wäh­len – aber das Ergebnis den Regierenden nicht gefällt? Sach­sen-An­halts CDU-Mi­nis­ter­prä­si­dent Sven Schulze hat darauf eine unverblümte Antwort gegeben: Dann gibt es möglicherweise einfach keine Wahl eines neuen Ministerpräsidenten. Die alte Regierung könnte geschäftsführend im Amt bleiben, notfalls bis zu den nächsten Wahlen. Ausgerechnet im Namen der „Brandmauer“ droht damit ein demokratiepolitischer Vorgang, der seinesgleichen sucht.


Seit Jahren erklären uns die etablierten Parteien, die Demokratie müsse gegen ihre Feinde verteidigt werden. Kaum eine politische Auseinandersetzung kommt noch ohne Beschwörungen unserer „Demokratie“ aus. In Sachsen-Anhalt könnte sich nun zeigen, was damit praktisch gemeint ist, wenn die Bürger anders abstimmen als erwünscht. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat bereits Anfang Juli bei „Markus Lanz“ ausgesprochen, was nach der Landtagswahl am 6. September geschehen könnte. Auf die Frage nach seiner Wiederwahl erklärte er: „Ich bin sicher, es wird erst mal gar keine Wahl geben.“ Als Lanz nachhakte, wiederholte Schulze: „Es würde keine Wahl geben, Herr Lanz!“

Man sollte diesen Satz nicht überlesen. Ein amtierender Ministerpräsident spricht wenige Wochen vor einer Landtagswahl öffentlich über die Möglichkeit, nach dieser Wahl überhaupt keine neue Wahl des Regierungschefs stattfinden zu lassen. Schulze begründete das ausdrücklich damit, weder bei der AfD noch bei der Linkspartei um Stimmen werben zu wollen. Seine Äußerungen sind inzwischen auch überregional zum Gegenstand einer Debatte geworden.

Wenn das Wahlergebnis nicht zur Brandmauer passt

Der Hintergrund ist die politische Lage in Sach­sen-An­halt. Sollte die AfD stärkste Kraft werden, aber die absolute Mehrheit verfehlen, während zugleich keine der von der CDU akzeptierten Koalitionen eine Mehrheit erreicht, gerät die Brandmauer in Konflikt mit der parlamentarischen Wirklichkeit. Die demokratisch naheliegende Konsequenz wäre eigentlich klar: Der neu gewählte Landtag muss neue Mehrheiten suchen und einen Regierungschef wählen.

Doch es gibt noch eine andere Möglichkeit: Man wählt einfach nicht. Und genau diese Möglichkeit eröffnet die Landesverfassung. Bis 2020 musste die Ministerpräsidentenwahl innerhalb von 14 Tagen nach der konstituierenden Sitzung stattfinden. Diese Frist wurde gestrichen. Heute existiert keine entsprechende Frist mehr für den ersten Wahlgang. Erst wenn dieser stattgefunden hat und kein Kandidat die erforderliche Mehrheit erhält, beginnt das weitere, zeitlich geregelte Verfahren. Das ist keine Interpretation von AfD-Po­li­ti­kern, sondern entspricht auch der Darstellung des Landtags selbst. Die politische Konsequenz ist erstaunlich: Findet der erste Wahlgang nicht statt, kann die bisherige Landesregierung zunächst geschäftsführend weitermachen.

Damit könnte eine geradezu absurde Situation entstehen. Die Bürger wählen einen neuen Landtag. Die bisherigen Regierungsparteien verlieren ihre Mehrheit. Einzelne Koalitionspartner könnten sogar an der Fünf-Pro­zent-Hür­de scheitern. Die AfD könnte mit großem Abstand stärkste Partei werden. Und anschließend? Bleiben möglicherweise dieselben Minister in ihren Sesseln. Nicht weil der neue Landtag ihnen das Vertrauen ausgesprochen hätte. Nicht weil eine neue parlamentarische Mehrheit zustande gekommen wäre. Sondern weil gar keine Wahl des Ministerpräsidenten stattfindet. Selbst Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bezeichnete es Mitte Juli bereits als „sehr wahrscheinliches Szenario“, dass die bisherige Landesregierung einfach im Amt bleibt.

Unsere Demokratie – solange das Ergebnis stimmt?

Genau hier bekommt die Angelegenheit eine Dimension, die weit über Sach­sen-An­halt hinausgeht. Seit Jahren wird insbesondere der AfD vorgeworfen, sie gefährde parlamentarische Institutionen und demokratische Gepflogenheiten. Noch im April begründeten CDU, Linke, SPD, FDP und Grüne ihre gemeinsam beschlossene Parlamentsreform ausdrücklich mit dem „Schutz unserer Demokratie“. Ein CDU-Ab­ge­ord­ne­ter erklärte damals sogar, die Demokratie dürfe nicht „Machtmissbrauch und Willkür“ überlassen werden. Nun könnte ausgerechnet die Brandmauer dazu führen, dass ein eindeutiges Wählervotum politisch weitgehend folgenlos bleibt.

Man stelle sich die umgekehrte Situation vor. Ein AfD-Mi­nis­ter­prä­si­dent verliert seine bisherige parlamentarische Mehrheit. Eine andere Partei gewinnt die Wahl deutlich. Anschließend erklärt der AfD-Re­gie­rungs­chef im Fernsehen: Es werde eben keine Ministerpräsidentenwahl geben. Seine Minister würden geschäftsführend weiterregieren. Deutschland würde vermutlich innerhalb weniger Stunden über einen Angriff auf die Demokratie diskutieren. Bei der CDU soll dasselbe Verfahren dagegen offenbar als legitime Konsequenz der Brandmauer gelten.

Natürlich muss man juristisch sauber bleiben: Nach gegenwärtiger Rechtslage spricht viel dafür, dass ein solches Vorgehen zunächst möglich wäre. Gerade darin liegt jedoch der eigentliche Skandal. Denn Demokratie besteht nicht allein darin, sämtliche Schlupflöcher einer Verfassung auszunutzen. Sie lebt davon, dass politische Macht nach einer Wahl neu legitimiert wird und die Regierenden die Entscheidung des Souveräns respektieren. Eine geschäftsführende Regierung ist deshalb ihrem Sinn nach eine Übergangslösung. Sie ist keine Methode, eine politisch unerwünschte parlamentarische Mehrheit auf unbestimmte Zeit zu neutralisieren.

Sollte Schulze tatsächlich diesen Weg beschreiten, wäre die Botschaft an die Bürger Sachsen-Anhalts fatal: Ihr dürft wählen. Ihr dürft der bisherigen Regierung die Mehrheit entziehen. Ihr dürft sogar eine von den etablierten Parteien verfemte Opposition zur mit Abstand stärksten Kraft machen. Aber wenn uns das Ergebnis nicht gefällt, bleiben wir trotzdem. Vielleicht sollte man künftig etwas vorsichtiger mit dem großen Wort von der „Demokratieverteidigung“ umgehen. Denn eine Demokratie, die den Wähler nur dann ernst nimmt, wenn er das Richtige wählt, hat ein Problem, das weit über die AfD hinausgeht.

[Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.]

Zuvor veröffentlicht in PHILOSOPHIA PERRENIS, mit freundlicher Genehmigung von David Berger übernommen.

David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch „Der heilige Schein“. Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Ma­ga­zins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (phi­lo­so­phia-pe­ren­nis) und freier Journalist (u. a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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2026-09-01 21:00

Angriff auf die Menschenwürde

Die Politisierung der Games mit Steuermitteln

Massenpsychologische Beeinflussung durch Unterhaltungssendungen ist im ÖRR seit Jahren gang und gäbe – nun auch in der Games-Branche.

Ekaterina Quehl

Massensuggestion mit Games

250 Millionen Euro, 701 geförderte Game-Projekte. Klimaschutz, Diversität, Demokratie und der Kampf gegen Hass: Öffentliche Gelder fließen zunehmend in eine Branche, die richtige Haltung spielerisch erlebbar machen soll.


Auf der gamescom, der weltweit größten Messe für Com­pu­ter- und Videospiele, die dieses Jahr zwischen dem 26. und dem 30. August 2026 in Köln stattfindet, sind zahlreiche Behörden, Stiftungen und andere staatsnahe Organisationen präsent. Stände auf der gamescom haben beispielsweise der Bundesnachrichtendienst, das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, die Amadeu Antonio Stiftung, die Bundeszentrale für politische Bildung, die Bundesnetzagentur, die Bundespolizei, zahlreiche Landespolizei-Vertretungen, Hochschulen, die Bundeswehr, das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie Saarland, Justiz NRW sowie Akteure des ÖRR wie die Medienförderung Rhein­land-Pfalz. Das wirft nicht nur die Frage auf, was sie mit der Gaming-Bran­che zu tun haben, sondern auch die grundsätzliche Frage: Fördert der Staat die Gaming-Branche und wenn ja, was genau und warum?

Dass die Gaming-Branche ein sehr nahrhafter Boden für die Förderung bestimmter Agenden sein kann, liegt auf der Hand. Es ist eine ganze Branche mit ihrer Zielgruppe. Und der Zugang zu ihr in ihrer Sprache zu finden, bietet sich geradezu. Spieler leben in ihrer eigenen Welt mit vorgegebenen Helden, Schuldigen und richtigen Lösungen. Haltung kommt da als Unterhaltung an und nicht als Belehrung oder Zwang.

Der offizielle Rahmen ist schon lange da: Der Bund stellt allein für 2026 125 Millionen Euro für die Games-Ent­wick­lung be­reit – größtes Budget seit je und eh. Die Voraussetzung ist unter anderem ein Kulturtest. Das Strategie-Papier des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur für den Games-Standort Deutschland hat das politische Potenzial der Gaming-Branche bereits erkannt. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang der Bereich der sogenannten Serious Games, der dazu dienen soll, Fähigkeiten, Wissen und Informationen zu vermitteln. Der primäre Zweck „dient damit nicht ausschließlich der Unterhaltung, sie (Serious Games) nutzen aber unterhaltende Elemente.“

„Hervorzuheben ist das Potenzial, politische Bildung zu stärken, Themen wie Erinnerungskultur, Demokratie oder Diversität zu fördern sowie Bewusstsein und Verständnis für weitere aktuelle gesellschaftliche Themen zu schaffen.“

„Wir erkennen das Genre der Serious Games als wirksames Hilfsmittel zur Vermittlung von Inhalten, Techniken und Systematiken in allen Bildungsbereichen und über alle Altersklassen an. Wir setzen uns im Besonderen für Computerspiele im schulischen Bereich, zur Förderung der politischen Bildung, zur Erhaltung der Erinnerungskultur und zur Schaffung von Bewusstsein und Verständnis für aktuelle gesellschaftliche Themen ein.“

Hier beispielsweise einige Themenfelder, die im Strategiepapier in diesem Zusammenhang angeführt sind:

Klimaschutz: Smartcitysimulation Game.

„In ‚Skillpolis‘ (skilltree GmbH, Trier) wird das Zusammenwirken von städtischen Netzen mit besonderem Fokus auf Umwelt- und Energiebilanz veranschaulicht und verbessert. Spielende verstehen durch dieses Spiel, was getan werden kann, um eine Stadt zu einer CO₂-neutralen und energieautarken Stadt zu entwickeln und weitere Kennzahlen des Umweltschutzes zu beeinflussen.“

Hatespeech: GAMEOVER vor Hatespeech.

„ ‚Hate Rebel‘ (iRights.Lab GmbH, Berlin) ist ein Strategiespiel, das sich des Themas „Hass im Netz“ annimmt. Die Aufgabe der Spielerinnen und Spieler ist es, den Hass mit Technologie, der Kraft des Gesetzes und der Zivilgesellschaft einzudämmen.“

Ungenutztes Potential der Demokratiebildung

Im Rahmen des berühmten Förderprogramms „Demokratie leben!“ wird das Projekt „Com­mu­ni­ty-Man­age­ment – Prävention und Care-Struk­turen für sichere Gaming-Communities“ gefördert, das zum Ziel hat, toxischer Kommunikation und problematischem Verhalten frühzeitig vorzubeugen. „Zudem werden aus den teilnehmenden Gaming-Communitys ‚Care Captains‘ (Schutzkapitäne) gewonnen, die als niedrigschwellige Peer-Ansprechpersonen in den Communitys agieren.“ Fördervolumen für 2026: 247.340,27 Euro.

Ein weiteres Projekt von „Demokratie leben!“ ist das Projekt „Good Gaming Support“ (Fördervolumen für zwei Jahre: 500.000 Euro), das von der Amadeu Antonio Stiftung ausgeführt wird und zum Ziel hat, das „noch ungenutztes Potential der Demokratiebildung“ zu nutzen und durch neuartige Ansätze Jugendliche, junge Erwachsene sowie pädagogische Fachkräfte dabei zu unterstützen, „handlungssicher im Umgang mit Hass und Desinformation in Gaming-Kontexten zu sein“.

Die Stiftung Digitale Spielekultur fördert zusammen mit zahlreichen Akteuren wie der Bertelsmann Stiftung, dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Amadeu Antonio Stiftung und sogar dem Auswärtigen Amt die Initiative „Gaming for Demokracy“. Die Initiative hat sich bis 2029 zum Ziel gesetzt, „Gaming als selbstverständlichen Ort für Demokratie“ zu etablieren, „Demokratische Werte und Engagement für Demokratie in Gaming-Communitys stärken“ und „Die Potenziale von Games für die Demokratiebildung im schulischen und außerschulischen Kontext“ auszuloten.

Insgesamt summiert sich die Bundesförderung laut gamewirtschaft.de auf über 250 Millionen Euro (Stand Juli 2026) mit 701 Game-Projekten. Und allein dieser kleine Überblick reicht schon aus, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie attraktiv die Gaming-Branche für die Durchsetzung politisch relevanter Ziele ist. Der Staat nutzt dafür nicht den erhobenen Zeigefinger, sondern das Format, das ohnehin sehr beliebt ist: interaktiv, unterhaltsam, scheinbar freiwillig. Ob in Communitys, Einrichtungen, zu Hause, in der Schule oder als Serious Game für jedermann – vermittelt wird, wie Klima zu retten ist, welche Sprache erlaubt ist und welche Haltung als demokratisch durchgeht. Und wer bezahlt, der bestellt auch die Musik – wie man schön auf Russisch sagt.

[Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.]

Zuvor veröffentlicht in EKATERINA QUEHL, mit freundlicher Genehmigung von Ekaterina Quehl übernommen.

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2026-08-29 18:00

Islam gegen Humanismus

Das Tor, durch das Ideologie eindringt

Cora Stephan über Susanne Schröters Analyse der wahren Feinde der Demokratie

Cora Stephan

Islaminvasion

Die Ethnologin Susanne Schröter analysiert in ihrem neuen Buch, wie Islamisten und linke Identitätspolitiker die liberale Demokratie systematisch untergraben. Rechte Kräfte untersucht sie ebenfalls, kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass deren Einfluss lokal begrenzt und numerisch unbedeutend bleibt. Cora Stephan zeigt in ihrer Besprechung, warum der Islamismus die bei weitem größte Gefahr darstellt und weshalb westliche Selbstzweifel sowie Naivität ihm den Weg bereiten.


Ihr jüngstes Buch geht in die Breite: Wer gefährdet unsere Art zu leben? Wer schadet „unserer Demokratie“, wie man sagen würde, wäre der Begriff nicht durch Beschlagnahme verbrannt? Die Rechten, wie uns seit Jahren eingeredet wird, beliebtes Ziel von Massendemonstrationen, die gern von links orchestriert werden? Nicht immer mag man Schröter folgen, etwa, wenn sie sagt, es habe in Ostdeutschland Gruppen gegeben, die die Tradition des Nationalsozialismus hätten wiederbeleben wollen. Oder wenn sie den schwerkranken Schützen von Hanau aufgrund des Hintergrunds seiner Zufallsopfer zum Rechtsextremismus zählt.

Abgesehen davon, analysiert sie links wie rechts in der Tiefe: etwa, wie der Feminismus, einst eine erfolgreiche Frauenrechtsbewegung, „im Hinblick auf Gewalt gegen Frauen“ durch antiweißen Rassismus „vollständig versagt“ habe. Überhaupt hätten demonstrative Schuldbekenntnisse von Weißen, rassistisch und damit minderwertig zu sein, einen „Prozess der Retribalisierung“ in Gang gesetzt. Der blinde Fleck der 68er sei im Übrigen stets ihr Antisemitismus gewesen. Wie gefährlich ist nun also der Rechtsradikalismus, von den Skinheads bis zu den Identitären? Schröter geht allen Spuren nach, hält jedoch den Einfluss von Rechtsextremisten für lokal begrenzt, sie seien auch numerisch unbedeutend.

Ramadan statt Osterfest

Dafür seien Islamisten am gefährlichsten, weil sie ihre Ziele erfolgreich verschleiern. „Mal erscheinen sie als harmlose Schüler frommer Gebetskreise, mal als waffenstarrende Milizionäre“. Der Islam gefährlich? Diese These passt nicht in den bundesdeutschen Mainstream, wo man den Ramadan mittlerweile für wichtiger hält als das Osterfest. Vertreter von Politik, Kirchen und Zivilgesellschaft haben allzu lange am Bild einer vermeintlichen Religion des Friedens mitgemalt und wollen nun daran festhalten.

Muslime tun doch Gutes, finanzieren Moscheen und Kulturzentren und soziale Projekte, füllen die Lücken, die ein untätiger Staat offenlässt. Und sie können die Straße einnehmen, durch Demonstrationen oder öffentliche Massengebete, das macht ihnen keiner nach. Links hielt man überdies den Islam stets für eine „antiimperialistische Kraft“, siehe den Is­la­mo-Gau­chisme in Frankreich, der Ajatollah Chomeini im Iran zur Macht verhalf. Dass Islamismus eine Gefahr darstelle, sei der nichtmuslimischen Welt erst mit dem 11. September 2001 bewusstgeworden.

Der Schock währte nicht lange, insbesondere in Deutschland hält man fromm an der These von den „Einzelfällen“ fest und findet es weit schlimmer, dass der Rechtspopulismus von den Anschlägen profitieren könnte. Man verwechselt Religion mit einer Eroberungsagenda, die dem Islam innewohnt. Muslime bildeten in der Vergangenheit „Eroberungsgemeinschaften“, die auf dem Schwert basierten. Man war kriegsgewohnt, verfügte über eine gemeinsame Identität und eine religiös begründete Kriegsethik. Das gilt bis heute: Europa ist längst als Operationsgebiet gebucht, es gibt Pläne einer Unterwanderung, die nachzulesen sind. Was tun? Vielleicht auf einfältige Parolen wie „bunt statt braun“ oder auf die Einführung eines Tages zur Bekämpfung der Islamfeindlichkeit verzichten? Das Gerede von „antimuslimischem“ Rassismus einstellen?

Die Grenzen endlich effektiv schließen gegen die islamische Einwanderung? Damit aufhören, die einheimische Bevölkerung zu kujonieren und freiheitsfeindliche Strukturen zu fördern? Zurück zur Nation, zur klassischen Familie und zum Christentum? Endlich deutlich machen, was es zu verteidigen gilt – vielleicht die Nation, die allerdings stets im Verdacht steht, ein rechtes Konstrukt zu sein?

„Ein Westen, der Diplomatie mit moralischer Belehrung verwechselt, gleichzeitig seine eigene Kultur als rassistisch delegitimiert und die Meinungsfreiheit einschränkt, ist für niemanden ein Vorbild. Nicht einmal für die eigene Bevölkerung.“ Vor allem nicht für die, möchte man hinzufügen. Diese Schwäche ist das Tor, durch das eine Ideologie eindringt, die nicht an Selbstzweifeln oder an Selbsthass leidet. Allein die Demografie spricht für einen wachsenden Einfluss des Islam. Die vorauseilende Unterwerfung ist längst weit fortgeschritten.

Susanne Schröter empfiehlt, Position zu beziehen und streitbar zu werden. Ob es dafür nicht längst zu spät ist?

Dr. Cora Stephan ist Publizistin und Schriftstellerin, geboren 1951 in Niedersachsen, wohnt im hessischen Vogelsberg und in Südfrankreich. Ihr bislang letztes Sachbuch heißt „Lob des Normalen“ (2021). Ihre zeithistorischen Romane „Ab heute heiße ich Margo“ und “Margos Töchter” erscheinen bei Kiepenheuer & Witsch (2017 und 2020).

[Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.]

Zuvor veröffentlicht in DIE WELTWOCHE, mit freundlicher Genehmigung von Cora Stephan übernommen.

Susanne Schröter, Links, rechts, islamistisch Die wahren Feinde der Demokratie. HERDER

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2026-08-27 18:00

Humanismus und freie Bildung

Schulzwang versus Bildungspflicht

Warum der Staat den Zugriff auf Kinder so verbissen ver­tei­digt – und was das für die Souveränität der Familie bedeutet

Oliver Gorus

Kindesmissbrauch

In Deutschland gilt nicht Bildungspflicht, sondern Schulpflicht. Eltern, die ihre Kinder selbst unterrichten wollen, riskieren Bußgelder und Sorgerechtsentzug. Der Autor führt die Tradition auf preußische Edikte zurück und stellt klar, dass es weniger um Wissensvermittlung als um staatliche Kontrolle geht.


Der Staat will nicht einfach nur, dass Ihr Kind oder Enkel etwas Nützliches lernt. Das wäre euphemistisch ausgedrückt. Außerdem kann die Fiktion „Staat“ in Wahrheit nichts wollen, er ist ja kein Mensch. Nur Gruppen von einzelnen Individuen können etwas wollen. Die Politiker und Bürokraten sind es hier ganz konkret, die wollen, dass Ihr Kind oder Enkel an einem ganz bestimmten Ort, unter ganz bestimmten Menschen, zu ganz bestimmten Zeiten in einem ganz bestimmten 45‑Minuten‑Takt (seit dem Jahr 1911) und mit ganz bestimmten staatlich vorgegebenen Inhalten von ganz bestimmten staatlich ausgebildeten Lehrern etwas für den Staat Nützliches lernt. Die erzwungene Anwesenheit hat den Charakter eines Befehls.

Ulrich Siegmund hat im Wahlkampf in Sachsen‑Anhalt genau diesen Punkt präzise getroffen: Bildungspflicht statt Schulzwang. Nicht die Pflicht zur Bildung soll fallen, sondern der Zwang, jeden Tag in einem staatlichen oder staatlich genehmigten Gebäude zu sitzen.

Die Reaktionen waren bezeichnend: Gegenkandidaten, Bundesrat, Bildungsminister und die üblichen etatistischen Kommentatoren verteidigten den Anwesenheitszwang, als stehe die Zivilisation auf dem Spiel. „Chancengerechtigkeit“, „Integration“, „Zu­sam­men­halt“ – die Standardvokabeln, mit denen der Zugriff auf die Kinder gerechtfertigt wird.

Deutschland gehört zu den wenigen Ländern der Welt, die Homeschooling faktisch verbieten. Die Schulpflicht ist hier keine Bildungspflicht wie zum Beispiel in der Schweiz, in Italien oder in England, sondern ein Anwesenheitszwang. Eltern, die ihre Kinder selbst unterrichten wollen, riskieren Bußgelder, Zwangsgelder und im Extremfall den Entzug des Sorgerechts. Das Bundesverfassungsgericht hat das mehrfach abgesegnet.

Die Traditionslinie für dieses zwanghafte Gebaren führt geradewegs nach Preußen. Am 28. September 1717 erließ König Friedrich Wil­helm I., der Soldatenkönig, ein Edikt, das die allgemeine Schulpflicht für Kinder von fünf bis zwölf Jahren an­ord­ne­te – zunächst vor allem auf den königlichen Domänen. Sein Sohn Fried­rich II. verschärfte und erweiterte dies mit dem Generallandschulreglement vom 12. August 1763. Darin wurde der Schulbesuch für das gesamte Preußen verbindlicher formuliert und mit Sanktionen bewehrt. Ziel war die Heranbildung zuverlässiger Untertanen. Die Weimarer Verfassung von 1919 machte daraus dann die reichsweite allgemeine Schulpflicht. Der obrigkeitliche Kern blieb: Der Staat formt die Kinder dort, wo er sie täglich sehen und lenken kann.

Neben Deutschland praktizieren in Europa vor allem Schweden (seit dem Bildungsgesetz von 2010 nur noch in „außergewöhnlichen Umständen“), Griechenland und in der Praxis auch die Niederlande einen strengen Schulanwesenheitszwang. In den führenden Industrieländern der angelsächsischen Tradition dagegen gehört Homeschooling seit jeher zur normalen Freiheit der Eltern. In den Vereinigten Staaten ist es in allen 50 Bundesstaaten legal und historisch die ältere Form der Bildung; der Supreme Court hat 1925 in Pierce v. Society of Sisters klargestellt, dass der Staat die Kinder nicht standardisieren darf, indem er sie zwingt, nur öffentlichen Lehrern zu folgen. In Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland ist Hausunterricht ebenfalls seit langem anerkannt und weit ver­brei­tet – jeweils unter der Formel einer Bildungspflicht, nicht eines Anwesenheitszwangs.

Warum die deutsche Härte? Weil Schule hier nie nur Wissensvermittlung war. Sie ist der Ort, an dem der Staat die Kinder der Familie entzieht und in ein kollektives Erfahrungsfeld stellt. Den Anwesenheitszwang zu lockern, hieße, den staatlichen Zugriff zu lockern. Der damit verbundene Kontrollverlust löst bei den Verteidigern des Systems Ängste aus. Ohne Erziehung zum Untertan könnte sich ja in der Bevölkerung der unangenehme Zug des Freiheitsdrangs und eine antietatistische Kultur der Souveränität des Individuums herausbilden. „Parallelgesellschaften“, heißt der negativ gemeinte, aber in freiheitlichen Ohren eigentlich ganz vernünftig klingende Vorwurf. Und die wirklichen Parallelgesellschaften entstehen ja längst anderswo.

Die Zahlen legen die stille, schleichende Sezession bereits offen: Rund zwölf Prozent der allgemeinbildenden Schulen sind in freier Trägerschaft, der Anteil der Privatschüler liegt bei etwa neun Prozent und steigt überall dort, wo Eltern die staatliche Schule als Zumutung empfinden, weil sie nicht mehr funktioniert. Freie Schulen, christliche Träger und andere Konzepte wachsen, weil sie etwas anbieten, das der Staat nicht liefern will oder kann: unterschiedliche Werte, strengere Leistungsanforderungen oder die Abwesenheit neomarxistischer, globalistischer, grüner und woker Ideologie.

Gleichzeitig entstehen weitere Gegenstrukturen. Eltern gründen Lernkooperativen, organisieren private Tutorennetzwerke und nutzen Online‑Angebote. Manche ziehen in Länder, in denen die Regeln freier sind. Das ist konstruktiver Widerstand: dem staatlichen Monopol die Kinder entziehen und parallel etwas Besseres aufbauen.

Im Land bleibt es eine Art Tauziehen zwischen Eltern und Politikern: Wächst die Macht des Apparats über die nächste Ge­ne­ra­ti­on – oder die Souveränität der Familie? Der Anwesenheitszwang ist die wichtigste Bastion der Politiker und Bürokraten für den Zugriff auf die Köpfe der Kinder und die Kontrolle über die widerspenstigen Familien. Dabei ist klar, dass der Staat die von den Familien verantwortete Persönlichkeitsbildung nicht ersetzen kann. Es geht nie um Bildungsqualität, sondern immer um Macht. Genau deshalb halten die Politiker, ihre Bürokraten und ihre brotgelehrten Bildungsexperten so verbissen am Schulzwang fest.

Zuvor veröffentlicht in Freiheitsfunken, mit freundlicher Genehmigung von Oliver Gorus und André Lichtschlag übernommen.

Oliver Gorus, schwäbischer Jahrgang 1970, lebt und arbeitet am Bodensee und ist seit 20 Jahren Multikleinunternehmer. Der gelernte Buchhändler sorgt mit drei seiner fünf Unternehmen dafür, dass seine Kli­en­ten – Autoren, Politiker, Schauspieler, Sportler, Professoren, Profiredner, Unternehmer, Berater oder einfach Win­zer – in der Öffentlichkeit gehört, gesehen und gelesen werden: gorus.media. Seine wöchentliche Kolumne erscheint bei Freiheitsfunken mittwochs um 6 Uhr.

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2026-08-26 18:00

Humanismus und Kindeswürde

Transgender-Ideologie an Schulen ist Kindesmissbrauch!

Öffentliche Schulen in den USA erhalten klare Ansage: Wer Kindern einredet, sie seien im falschen Körper geboren, begeht Kin­de­smiss­brauch – ein Fall in Maryland zwingt einen Schulbezirk zur Rückkehr der Elternrechte

David Berger

Kindesmissbrauch

Donald Trump verschärft seinen Kampf gegen die Transgender-Ideologie an amerikanischen Schulen. Wer Kindern einrede, sie seien im „falschen Körper“ geboren, begehe Kindesmissbrauch, erklärte der US-Präsident jetzt unmissverständlich. Dass es nicht bei Worten bleibt, zeigt ein aktueller Fall aus Maryland: Nach massivem Druck aus Washington musste ein Schulbezirk seine umstrittenen Regeln ändern.


WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat am Montag eine bemerkenswert deutliche Grenze gezogen. Bei einer Rede zur Bildungspolitik erklärte er: „Every public school in America is now on notice that if they tell a child that they’re trapped in the wrong body, they are committing child abuse.“ – Jede öffentliche Schule in Amerika sei nun gewarnt: Wenn sie einem Kind sage, es sei im falschen Körper gefangen, begehe sie Kindesmissbrauch.

Damit erreicht der Kampf der Trump-Regierung gegen die Trans­gen­der-Ide­olo­gie an Schulen eine neue Stufe. Der Präsident behandelt die Frage nicht mehr lediglich als kulturpolitischen Streit um Lehrpläne, Pronomen und Toiletten, sondern stellt sie ausdrücklich in den Zusammenhang des Schutzes von Kindern.

Trump: „Eine der verbreitetsten Formen des Kindesmissbrauchs“

Ganz neu ist diese Wortwahl allerdings nicht. Bereits im April 2025 hatte Trump in seiner Proklamation zum „National Child Abuse Prevention Month“ die Gen­der-Ide­olo­gie als „one of the most prevalent forms of child abuse facing our country today“ be­zeich­net – als eine der verbreitetsten Formen von Kindesmissbrauch, mit denen Amerika heute konfrontiert sei.

Besonders scharf wandte sich Trump damals gegen die Vorstellung, Kinder könnten im falschen Körper geboren worden sein. Kinder würden mit der Behauptung indoktriniert, sie müssten ihren Körper durch Hormone, Pubertätsblocker oder Operationen verändern, um glücklich werden zu können. Seine Gegenbotschaft lautete: „You are perfect exactly the way God made you“ – ihr seid vollkommen so, wie Gott euch geschaffen hat. Diese Position wird inzwischen nicht nur rhetorisch vertreten. Die Regierung setzt Bundesbehörden ein, um gegen Schulen und Schulbezirke vorzugehen, die nach ihrer Auffassung Elternrechte verletzen oder das biologische Geschlecht durch eine frei gewählte „Geschlechtsidentität“ ersetzen.

Schulen sollen Geschlechtswechsel vor Eltern verheimlicht haben

Besonders brisant ist der Fall der Anne Arundel County Public Schools im US-Bundesstaat Maryland. Das US-Bildungsministerium teilte Ende Juli mit, gemeinsam mit dem Justizministerium gegen den Schulbezirk vorzugehen. Ausgangspunkt waren Beschwerden von Eltern. Nach Darstellung des Ministeriums erfuhren sie durch Zufall, dass ihre Tochter in der Schule mit männlichen Pronomen angesprochen wurde. Als sie Unterlagen zu der Angelegenheit verlangten, seien ihnen entsprechende Informationen verweigert worden. Die Behörden werfen dem Schulbezirk deshalb einen Verstoß gegen den „Family Educational Rights and Privacy Act“ (FERPA) vor. Dieses Bundesgesetz schützt unter anderem das Recht der Eltern, die Bildungsunterlagen ihrer minderjährigen Kinder einzusehen.

Der Fall zeigt exemplarisch, worum sich der Konflikt inzwischen dreht: Darf eine staatliche Schule die sogenannte soziale Transition eines Min­der­jäh­ri­gen – also etwa die Verwendung eines anderen Namens und anderer Pro­no­men – unterstützen und diese Entwicklung gleichzeitig vor dessen Eltern geheim halten? Für die Trump-Re­gie­rung lautet die Antwort eindeutig: nein. Bildungsministerin Linda McMahon erklärte, es sei „unconscionable“, also gewissenlos beziehungsweise unentschuldbar, wenn ein Schulbezirk Eltern gerade die sensibelsten Informationen über ihre Kinder vorenthalte. Das sei nicht nur ein Verstoß gegen elementare moralische Grundsätze, sondern auch gegen bundesrechtlich geschützte Elternrechte.

Washington droht mit Klagen und Geldentzug

Dabei besitzt Washington ein durchaus wirksames Druckmittel. Verstöße gegen FERPA können im äußersten Fall zum Verlust von Bundesmitteln führen. Das Bildungsministerium arbeitet zudem seit Juni 2026 enger mit dem Justizministerium zusammen, um entsprechende Verfahren schneller durchsetzen zu können. Und der Konflikt beschränkt sich keineswegs auf einen einzelnen Schulbezirk. Die Trump-Regierung hat unter anderem auch in Maryland Untersuchungen wegen möglicher Verstöße gegen Title IX eingeleitet. Dabei geht es beispielsweise um die Teilnahme biologisch männlicher Schüler am Mädchensport sowie deren Zugang zu Umkleideräumen und anderen nach Geschlecht getrennten Bereichen.

Damit kehrt die Regierung die politische Stoßrichtung der Biden-Jahre um. Nach ihrer Interpretation schützt Title IX vor Benachteiligung aufgrund des Ge­schlechts – nicht aufgrund einer davon losgelösten subjektiven „Geschlechtsidentität“. Das Bildungsministerium hat deshalb bereits frühere Vorgaben zurückgenommen, durch die Schulen etwa wegen der Nichtverwendung gewünschter Pronomen unter Druck geraten konnten.

Dass dieser Kurs praktische Folgen hat, zeigt nun ausgerechnet Anne Arundel County. Noch im Juli hatte die Trump-Re­gie­rung dem Schulbezirk rechtliche Schritte und den möglichen Verlust von Bundesmitteln angedroht. Wenige Wochen später änderte der Bezirk seine Richtlinien. Eltern haben nun ausdrücklich das Recht, die vollständigen Bildungsunterlagen ihrer Kinder einzusehen. Keine schulische Richtlinie darf dieses Recht bei Informationen über „gender identity“, „transgender status“, sexuelle Orientierung, bevorzugte Namen oder Pronomen einschränken. Das ist mehr als eine bürokratische Detailkorrektur. Dahinter steht eine Grundsatzfrage, die inzwischen weit über Amerika hinausreicht: Wem gehören Erziehung und Sorge für ein Kind – den Eltern oder staatlichen Institutionen und deren Ideologen?

Die Rückkehr des Elternrechts

Kritiker der Trump-Po­li­tik sehen darin einen Angriff auf Trans­gen­der-Schü­ler und warnen vor Diskriminierung. Tatsächlich werden Trumps Maßnahmen auch juristisch angefochten; nicht jede Vorgabe seiner Regierung hat vor Gericht Bestand. Erst vor wenigen Tagen blockierte ein Bundesrichter beispielsweise Teile einer anderen Regierungspolitik zur Sexualerziehung. Doch beim Konflikt um die Elternrechte hat Trump einen Punkt getroffen, der auch unabhängig von der grundsätzlichen Bewertung der Trans­gen­der-Frage schwer wegzudiskutieren ist: Eine Schule, die gegenüber Vater und Mutter bewusst eine zweite Identität ihres minderjährigen Kindes pflegt und Informationen darüber geheim hält, überschreitet eine Grenze zwischen staatlichem Bildungsauftrag und elterlichem Erziehungsrecht.

Genau diese Grenze zieht Trump jetzt wieder mit aller Schärfe. Und das zurecht. Die Botschaft aus Washington lautet: Schulen sind keine Labore für gesellschaftspolitische Experimente mit Kindern. Sie sollen Wissen ver­mit­teln – und nicht hinter dem Rücken der Eltern darüber entscheiden, ob deren Sohn plötzlich als Tochter oder deren Tochter als Sohn behandelt wird. Trump hat dafür ein drastisches, aber leider zutreffendes Wort gewählt: Kindesmissbrauch.

Für die Transgender-Lobby dürfte schon diese Bezeichnung eine Provokation sein. Für viele Eltern hingegen könnte sie ausdrücken, was sie seit Jahren empfinden: Dass ausgerechnet diejenigen Institutionen, denen sie ihre Kinder täglich anvertrauen, sich ein Recht anmaßen, das ihnen nicht zusteht. Und der Fall Maryland zeigt: Diesmal bleibt es nicht bei einem Kulturkampf in Talkshows und sozialen Netzwerken. Die Trump-Re­gie­rung setzt das Elternrecht mit der Macht der Bundesbehörden durch – und die ersten Schulbezirke beginnen bereits, ihre Politik zu ändern.

Zuvor veröffentlicht in PHILOSOPHIA PERRENIS, mit freundlicher Genehmigung von David Berger übernommen.

David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch „Der heilige Schein“. Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Ma­ga­zins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (phi­lo­so­phia-pe­ren­nis) und freier Journalist (u. a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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2026-08-24 14:30

Humanisten gegen den Rufmord

Die Flachzange – unentbehrlich im Regierungsbetrieb

Warum man Meinungen biegen, Abgeordnete einhängen und Posten löten kann

Meinrad Müller

Flachzangen

Alice Weidel bezeichnete die Bundesregierung im ZDF-Som­merin­ter­view als Ansammlung von Flachzangen. Damit hat sie nützliche Werkzeuge ohne Not in Verruf gebracht. Das wird der AfD Prozentpunkte kosten!


Flachzangen werden gerade im politischen Betrieb dringend benötigt. Ohne sie käme die Regierungsarbeit vermutlich noch am selben Vormittag vollständig zum Erliegen. Bereits 2015 ließen sich Grenzdrähte mit einem Handgriff öffnen. Seit jenem Jahr werden Papiere der Opposition nur noch mit der Flachzange angefasst. Das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Spezies hat sich auch auf meinen Hobbykeller ausgedehnt. Sie kommen in verschiedenen Größen und Farben vor und verbringen ihre Tage meist hängend an der Wand. Es sei denn, ich müsste am PC Wartungsarbeiten durchführen und weitere RAM-Böcke einbauen.

Erfunden wurde die Flachzange lange vor ihrer natürlichen Ausbreitung im Regierungsviertel. Ein gewisser Balthasar Winkelmann soll sie im Jahre 1616 im närrischen Köln beim Bau des Doms entwickelt haben. Belegt wird dies durch eine Innungsurkunde, die bislang leider nicht gefunden werden konnte.

Mit der Beißzange werden Nägel aus dicken Brettern gezogen und zuweilen auch störrische Personen bezeichnet. „Flachzange“ hingegen ist geradezu ein liebevoller Begriff, weil keine Aggression im Namen steckt. Dafür kommt sie überall dorthin, wo eine Beißzange nicht mehr hinkommt. Wenn etwas in einem tiefen Loch versteckt ist, kann die Flachzange hineinschlüpfen, weil sie ebenso flach ist wie mancher Gedanke.

Hervorragend eignet sich die Flachzange im politischen Betrieb, um Meinungen so hinzubiegen, dass sie auf Regierungslinie kommen. Selbst widerborstige Abgeordnete lassen sich damit zu Ösen und Schlaufen formen. Anschließend werden sie in die Fraktionsdisziplin eingehängt und zur Zierde des Fraktionssaals flach an die Wand gestellt.

Mit einer Flachzange lässt sich eine Bierflasche öffnen

Manche Menschen möchte man nicht einmal mit der Beißzange anfassen, heißt es. Mit einer Flachzange hingegen kann man sie auf Abstand halten und so lange festhalten, bis der politische Dampfhammer den betreffenden Mann auf einer auskömmlichen Stelle richtig positioniert hat. Auch bei der Besetzung wichtiger Ämter ist die Flachzange unentbehrlich. Der kompetenteste Mann muss schließlich auf den richtigen Platz, auch wenn er selbst noch nichts von seiner Kompetenz weiß. Man greift ihn mit dem Flachzänglein wie einen Transistor, schiebt ihn vorsichtig in das vorgesehene Loch und lötet ihn dort bis zur Pension fest.

Im politischen Betrieb werden täglich dünne Bleche von Flachzangen zurechtgebogen, bis sie von vorn wie deutscher Kruppstahl aussehen. Es ist nicht alles Gold, was glänzt, und nicht alles Metallene ist stabil. Auch kleine Muttern müssen festgehalten werden, damit sie von der anderen Seite angezogen werden können. Das funktioniert ebenso bei echten Müttern, die ihre Kinder festhalten, um mit Spucke einen Klecks von der Wange zu wischen. Heute hält der politische Betrieb die deutschen Mütter fest, damit sie nach seinen Vorstellungen richtig für ihre eigene Rente blechen.

Mit einer Flachzange lässt sich außerdem während der Sitzung eine Bierflasche öffnen, wobei man dies als Demonstration des Industriestandorts werten kann. Sie kann auch einen Kugelschreiber reparieren, bevor damit das nächste Sondervermögen unterschrieben wird. Das sind alles wichtige Arbeiten, um den politischen Betrieb aufrechtzuerhalten. Fällt einer in den Graben, fressen ihn die Raben. Damit das nicht passiert, können politische Talente selbst aus den tiefsten Gräben und Kellern noch an den Ohren herausgezogen werden. Auch dafür eignet sich die Flachzange bestens. Gerade wenn so etwas einem Männchen am Tor passiert.

Die Qualität der Flachzangen hat sich vermindert

Viele Flachzangen sind an ihren Griffen isoliert. So kann man damit beim Abschalten eines Atomkraftwerks auch gerne eine 380-Volt-Leitung anfassen, ohne gleich einen Schlag zu bekommen. Das ist im politischen Betrieb ausgesprochen nützlich, obwohl manchem Benutzer ein Blitz ins Oberstübchen durchaus guttäte. Die Qualität der Flachzangen hat sich in den vergangenen Jahren allerdings vermindert. Wegen der hohen Energiekosten werden sie nicht mehr in Deutschland hergestellt, sondern aus China eingeführt. Damit ergeht die dringende Warnung, unsere Versorgung mit Flachzangen nicht von ausländischen Mächten abhängig zu machen. Ohne sie wäre Deutschland politisch handlungsunfähig.

Auf traditionellen Innungstafeln erkennt man den Beruf bereits am Werkzeug. Der Schuster führt seinen Hammer, der Bäcker seine Brezel und der Hufschmied sein Hufeisen. Hier ergeht daher die Anregung, die Flachzange als Innungszeichen der Politiker einzuführen. Schließlich steht sie für alles, was zur Ausübung dieses Berufes benötigt wird. Sie kann festhalten, hinbiegen, abklemmen und dünnes Blech wie Kruppstahl erscheinen lassen.

Der Antrag muss diesmal ausnahmsweise nach unten weitergereicht werden, und zwar an die Handwerkskammer. Dort wird man prüfen, ob Politiker überhaupt als Handwerker anerkannt werden können. Zweifel sind angebracht. Ein Handwerker haftet schließlich für das, was er anrichtet.

Der Begriff „Flachzange“ darf daher nicht in Verruf geraten. Ohne dieses Werkzeug könnten keine Meinungen hingebogen, keine Abgeordneten eingehängt und keine ungeeigneten Männer auf geeignete Posten gelötet werden. Alice Weidel hat die Bundesregierung daher nicht beleidigt. Sie hat lediglich deren künftiges Innungszeichen angeregt.

Zuvor erschienen auf Achgut.com, mit freundlicher Genehmigung von Meinrad Müller übernommen.

Meinrad Müller, Unternehmer im Ruhestand, kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der Innen-, Wirts­chafts- und Außenpolitik für Blogs in Deutschland. Seine humorvollen und satirischen Taschenbücher sind auf Amazon zu finden.

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2026-08-22 20:00

Humanismus ohne Überheblichkeit

Moralischer Chauvinismus: Die wahren Diskriminierer

Die wahren Diskriminierer und der Anspruch auf gleiche Behandlung aller Menschen

Ekaterina Quehl

Moralischer Chauvinismus

Die ständige Hervorhebung bestimmter Gruppen gilt als Ausdruck von Antidiskriminierung. Doch dahinter steckt etwas anderes. Meine These: Eine tief sitzende moralische Überlegenheit, die sich selbst als großzügig und fortschrittlich in­szeniert – und dabei den eigenen Chauvinismus nicht einmal mehr erkennt.


Schon lange wollte ich über ein Thema schreiben, das mich – als Ausländerin, die sehr viele Jahre in Deutschland lebt – interessiert. Über Diskriminierung. Aber nicht in dem Sinne, wie es linksgrünrote Moralisten mei­nen – sondern in dem Sinne, wie sie es tun.

Vorweg muss ich sagen, dass einige meiner Familienangehörigen Deutsche sind und dass ich sehr viele Deutsche als Freunde, Kollegen und Bekannte habe. Und niemals wurde ich von diesen Menschen wegen meiner Herkunft, Besonderheiten meiner Mentalität oder kulturellen Gewohnheiten beleidigt. Und das, worüber ich hier schreibe, hat nichts damit zu tun, dass ich als „Russin“ oder „Ausländerin“ bezeichnet werde, mit der Frage „Woher kommst Du?“ oder mit Komplimenten für meine Deutschkenntnisse. Nein – entgegen den unzähligen Behauptungen beleidigen uns, also viele (nicht alle) Ausländer, die in Deutschland leben, solche Dinge überhaupt nicht. Warum auch?

Das, was ich meine, ist ein Wer­te-Kom­pen­dium aus dem linksgrünroten Spektrum der letzten Jahre, das sich in meinen Augen regelrecht zu einer Neurose entwickelt hat. Und ich halte es nicht für Angst, zu beleidigen, und auch nicht für den Drang nach politischer Korrektheit oder Diversity … ich halte es für selbstzufriedene Moralität, die sich für fortschrittlich hält, und für den Chauvinismus selbst, aus dem solche Aktivitäten resultieren.

Du bist zwar nicht wie wir aber wir kümmern uns um Dich

Du bist zwar nicht wie wir, die politisch-kulturelle Elite, aber schau, wie großzügig und moralisch fortschrittlich wir sind. Wir heben Dich als benachteiligte Gruppe hervor, wir schaffen NGOs und fördern Antidiskriminierungsprojekte mit Millionen Euro, finanziert durch die Steuern derjenigen, die wir der Diffamierung und Hetze beschuldigen, weil sie nicht mitmachen wollen. Wir tragen eine Regenbogen-Binde und hissen Regenbogen-Fahnen an unseren Parlamentshäusern. Wir nennen Ausländer „migrantisch gelesene Menschen“ und Frauen „Menschen mit Uterus“. Wir benennen Straßen um und schreiben überall in den Stellenausschreibungen m/w/d/x/i.

Und Ihr seid die Abweichung, die besonderen Schutz und eine besondere Bühne verdient. Und falls Ihr Euch nicht als Opfer fühlt oder Euch gar als unseresgleichen betrachtet, erklären wir Euch, dass Ausdrücke wie „Hauptfarbener Stift“ oder „Kulturelle Unterschiede“ rassistisch sind. Und dann positionieren wir Euch als Opfergruppen und füttern Euch mit Projekten, Quoten, Gendersternchen und Antidiskriminierungsstellen. Aber nicht, weil die Mehrheit Euch schlecht behandelt und wir Euch davor schützen wollen. Wir machen das, weil wir uns dadurch besser fühlen.

Moralischer Chauvinismus

Meine These ist: Diese Menschen meinen es nicht einmal gut. Die eigene moralische Überheblichkeit sitzt so tief, dass sie gar nicht merken, wie bevormundend und herablassend ihre Haltung gegenüber denjenigen ist, die sie vorgeben, zu beschützen. Und das ist eben eine Art moralischer Chau­vinis­mus – man braucht die „Verletzlichen“, um sich selbst als die Guten zu fühlen. Und die „Opfer“ spielen oft mit, weil die Rolle mit Aufmerksamkeit, moralischem Status und materiellen Vorteilen belohnt wird.

Doch die wahre Gleichbehandlung beginnt in meinen Augen erst dann, wenn Menschen andere als Individuen und nicht als Angehörige bestimmter Gruppen behandeln. Und wenn Unterscheidungsmerkmale erst gar nicht hervorgehoben und kategorisiert werden. Wenn Gesetze für alle gleich gelten, wenn Projekte nicht extra für bestimmte Gruppen ausgeschrieben werden, sondern nach Inhalt und Qualität vergeben werden. Wenn keine Geschlechter oder sexuelle Vorlieben bei Stellenausschreibungen hervorgehoben werden. Wenn bei Filmen, im Theater oder bei Festivals nicht darauf geachtet wird, dass „alle Identitäten vertreten“ sind, sondern die Chance den besten oder passendsten Leuten gegeben wird. Und wenn Menschen nicht gendern und keine Ausdrücke wie weiblich oder asiatisch „gelesene Menschen“ benutzen.

Wir sind keine Besserwisser, sondern Eure Beschützer

Versucht man das psychologisch zu erklären, kommt man zu dem Schluss, dass so eine „normale“ Gleichbehandlung in der absehbarer Zeit gar nicht kommen wird. Es ist ein viel zu lukratives Modell für die Stabilisierung des eigenen Selbstbildes, stets zu den „Guten“ zu gehören. Wenn die eigenen moralischen Rituale wie das Achten auf Wörter wie „Student­Innen“, Straßenumbenennungen, Regenbogenbinden etc. nachlassen, könnte dieses Selbstbild ins Wanken kommen. Und das möchte niemand. Deshalb wird vielleicht ständig über „Haltung zeigen“ gesprochen. Weil sie erlaubt, sich über andere zu stellen, ohne dass es nach Arroganz aussieht.

Wir sind dann keine Besserwisser, sondern Eure Beschützer. Und wenn Ihr Euch nicht als Verletzliche fühlt oder gar die Spielregeln ablehnt, fühlen wir uns Euch überlegen.

Woran liegt diese moralische Überheblichkeit? Ich weiß es nicht. Aber meine Vermutung ist, dass sie mit tiefsitzenden eigenen Unsicherheiten einhergeht. Und dass es viel einfacher ist, sich mit den (vermeintlichen) Unsicherheiten anderer auseinanderzusetzen, als mit den eigenen. Das Schlimme ist, dass diese Entwicklung inzwischen enorme gesellschaftliche und institutionell abgesicherte Ausmaße angenommen hat. Ist dieses Gedankengut in Teilen der Gesellschaft wirklich so tief verankert, dass die ganzen Regierungsprogramme daraus entwickelt werden?

Zuvor veröffentlicht in EKATERINA QUEHL, mit freundlicher Genehmigung von Ekaterina Quehl übernommen.

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12 säkulare Thesen religionsfreier Menschen


Wofür ich gelebt habe
Bertrand Russell


Berliner Erklärung zur
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Brandmauermafia
Die Furcht vor Verlust von Macht und Geld ist die wahre Brandmauer
Frank Wahlig
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„Demokratieretter“
Die Rettung „unserer Demokratie“ rechtfertigt: Gewalt der Antifa, Politik gegen Bürger, Despotie gegen Opposition.
Norbert Bolz
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Gewaltpolitiker
Musikalische Gewalt
Markus Vahlefeld
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Die USGL marschiert!
Gewalt auf den Straßen
Frank Wahlig
(Audio, 5¾ min. | Kopie | Text)


Überwachte Menschheit
Digital-ID – die Menschheit als digitalisierte Herde
Michael Andrick
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  1. Akerma, Karim: „Außer­irdi­sche Ein­leitung in die Phi­lo­so­phie: Extra­terres­trier im Denken von Epikur bis Hans Jonas“, 2024 (Weitere Publi­kati­onen)
  2. Ekhou, Yahya: „Freie Menschen kann man nicht zähmen“, 2022 (Weitere Publikationen)
  3. Fleck, Dirk C.: „HEROES“, 2024 (Weitere Publi­kati­onen)
  4. Harde, Hermann: „Was trägt CO₂ wirklich zur globalen Erwärmung bei? Spek­tros­ko­pische Un­ter­su­chun­gen und Mo­dell­rech­nun­gen zum Einfluss von H₂O, CO₂, CH₄ und O₃ auf unser Klima“, 2011 (Weitere Publi­kati­onen)
  5. Hof­mann, Burk­hard: „Und Gott schuf die Angst: Ein Psy­cho­gramm der ara­bi­schen Seele“, 2018
  6. Lührs, Chris­tian: „Gut sein ohne Gott: Ethik und Welt­an­schau­ung für Kinder und andere aufgeklärte Men­schen“, 2007
  7. Nos­sack, Hans Er­ich: „Das Tes­ta­ment des Lu­ci­us Eu­ri­nus“, 1981
  8. Politycki, Matthias: „Mein Abschied von Deutschland“, 2022 (Weitere Publi­kati­onen)
  9. Ru­dolph, Holger F.: „De­ter­mi­nis­mus oder Rückkehr des De­ter­mi­nis­mus“, 2019
  10. Schulz, Paul: „Co­dex Athe­os: Die Kraft des Athe­is­mus“, 2006 (Weitere Publikationen)
  11. Steinhöfel, Joachim: „Der Staat gegen Steinhöfel“, 2026; „Die digitale Bevormundung“, 2024
  12. Vahrenholt, Fritz: „Die große Energiekrise“, 2023; „Unanfechtbar?“, 2021; „Unerwünschte Wahrheiten“, 2020; „Die kalte Sonne. Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“, 2012
  13. Voss, Burger: „Aus­ge­glaubt!: Warum Athe­isten für die Ge­sell­schaft wertvoll sind“, 2018; „Vom Anfang und Ende aller Dinge: Eine Ent­de­ckungs­rei­se durch die Ge­schich­te der Wis­sen­schaften“, 2015

Kennt jemand weitere „rationale, aufgeklärte, humanistische, ideologiekritische“ Hamburger Autoren?


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SÄKULARES RADIO

Zur Zeit gibt es in Hamburg im TIDE.radio säkulare Radiosendungen weltweit als Live­stream zu hören oder über:

  • UKW: 96,0 MHz,
  • DAB+: Kanal 11C,
  • Digitales Kabel: Vodafone auf 122 MHz, willy.tel / wilhelm.tel auf 666 MHz,
  • Analoges Kabel: willy.tel & wilhelm.tel auf 95,45 MHz.

Sie können die Sendung „Die fröhlichen Gottlosen“ meist jeden 2. Montag im Monat um 20:00 Uhr hören, sie ist 7 Tage zum Nachhören auf TIDE.radio zu finden.

Hier zur Seite der Fröhlichen Gottlosen, auf der Sie auch ALLE bisherigen Sendungen zum Nachhören verlinkt finden:

„Die fröhlichen Gottlosen“


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KARIKATUR, GRAPHIK etc.

(Originalgröße: Bild klicken)


2026-06-02 Globaltemperaturen 1979-01 – 2026-08

Globaltemperaturen 1979-01 - 2026-06

(Quelle: Dr. Roy Spencer)


2026-09-01 Im Gesinnungsstaat

Im  Gesinnungsstaat

(Quelle: Bernd Zeller)


2026-07-30 SPD-Vorwahl

Wahlausschluss Konservativer

(Quelle: Bernd Zeller)


2026-05-27 Richard Dawkins über FDP-GRÜN-Verblödete

Richard Dawkins Twitter Ecke 188

Es fehlt (noch) eine entsprechende Aussage zur „Klima“-Verblödung


2026-05-25 Staatsstreichnarrativ

CDU-Aufarbeitung

(Quelle: Bernd Zeller)


2026-05-25 CDU-Aufarbeitung

CDU-Aufarbeitung

(Quelle: Zeller Zeitung)


2026-04-29 Der unbeschränkten Auftrag

Zivilgesellschaft

(Quelle: Publico/Zeller)


2026-04-27 Weisheit durch Erfahrung

April-Klimakatastrophe

(Quelle: X)


2026-04-25 April-Klimakatastrophe

April-Klimakatastrophe

(Quelle: ZellerZeitung.de)


2026-04-20 Merz als Sozialist

Merz - Sozialisten

(Quelle: ZellerZeitung.de)


2026-04-07 Im Namen der Zivilgesellschaft

Im Namen der Zivilgesellschaft

(Quelle: ZellerZeitung.de)


2026-03-20 „Demokratie leben“ mit Omas

Propaganda mit Omas

(Quelle: Bille Wochenblatt)


2026-03-05 Religionsförderung

Mörderförderung

(Quelle: Netzfund, modifiziert)


2026-02-20 Problem mit Klarnamen

Merzpolitik

(Quelle: ZellerZeitung.de)


2026-01-31 Oh Google, ist das dein Shadowbanning?:

fshh: Klicks, Impressionen

2025-11-24 Das deutsche Zensurnetzwerk

Deutsches Zensurnetzwerk

Siehe auch liber-net.org.


2025-11-10 Richard Dawkins zu „Gender“

Richard Dawkins Twitter Ecke 188

Es fehlt (noch) eine entsprechende Aussage zur „Klima“-Lobby…



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(2025-04-08)

Willkommen beim Verein
Freie Säkulare Humanisten Hamburg!

fshh-Kennbild

Der Verein Freie Säk­ul­are Hu­ma­nis­ten Ham­burg – fshh – dient dem freien Meinungsaustausch säkularer Humanisten. Er pflegt eine kritische Ra­tio­nali­tät aufbauend auf den Erkenntnissen der Nat­ur­wis­sen­schaf­ten und anderer evidenzbasierter Wissenschaften.

Es gibt keinerlei ideologische Mei­nungs- oder Sprachregelungen, und es gibt auch keine politischen Vorgaben, solange nur die Prinzipien und Gesetze eines demokratischen Rechtsstaats und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte anerkannt werden.


Der Verein tritt insbesondere ein:

  • für Aufklärung und Vernunft und gegen Dogmatismus und Ideologie,
  • für Meinungsfreiheit und gegen Sprachregelung und Zensur,
  • gegen gesellschaftliche Diffamierung und Ausgrenzung von Mitmenschen,
  • für Mitarbeit in gesellschaftlichen und staatlichen Gremien,
  • für Unterstützung von Initiativen und Aktionen säkular-humanistischer Organisationen.
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Der Verein Freie Säkulare Humanisten Hamburg – fshh – wurde im Mai 2020 gegründet. Hier die sieben Punkte der Satzung:

  1. Hauptzweck des Vereins ist der Meinungsaustausch freier säkularer Humanisten. Grundlage aller Diskussionen sind Realismus und Humanismus, Naturwissenschaften und sonstige evidenzbasierte Wissenschaften. Auch über Themen außerhalb dieses Rahmens wird diskutiert oder spekuliert – in dem Sinne, wie Bertrand Russell Philosophie versteht*.
  2. Voraussetzung einer Mitgliedschaft ist die Anerkennung und Achtung der Prinzipien und Gesetze eines demokratischen Rechtsstaats sowie die Anerkennung und Achtung der Menschenrechte.
  3. Jedes Mitglied achtet die anderen Mitglieder als Mitmenschen, welche Meinung sie auch immer vertreten. Es gibt also keine Mei­nungs- oder Sprachregelungen, und es gibt auch keine politischen Vor­ga­ben – kein Mensch wird ausgeschlossen.
  4. Jeder ist herzlich willkommen, solange er die in Punkt 1. bis 3. genannten Leitlinien anerkennt.
  5. Die Mitgliedschaft wird formlos beim Vorstand beantragt, ebenso der Austritt. Der Vorstand kann ohne Anspruch auf Begründung Mitglieder aufnehmen oder ausschließen.
  6. Der Vorstand besteht aus mindestens zwei Personen. Fällt ein Vorstandsmitglied aus (Rücktritt, Tod), so bestimmt der verbleibende Vorstand einen Nachfolger aus den Mitgliedern. Die Mitglieder beraten gemeinsam über die Belange des Vereins. Wird keine Einigung erzielt, so entscheidet der Vorstand.
  7. Der Verein ist beitragsfrei.

* https://fshh.rschr.de/pdf/Bertrand_Russell_Einfuehrung.pdf

Hier die Satzung als pdf-File.

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Impressum (2020-12-05)

Freie Säkulare Humanisten Hamburg
c/o Dr. Rolf Schröder
Möörkenweg 37
21029 Hamburg

Telefon: +49-40-724-4650
Mobil   : +49-176-4337-0362
Kontakt per

V.i.S.d.P.: Dr. Rolf Schröder, für namentlich gezeichnete Beiträge der jeweilige Autor.

Vorstand

  1. Rolf Schröder
  2. Jörg Elbe
  3. Rudolf Carnap
  4. Bertrand Russell
  5. Friedrich Nietzsche
  6. Ludwig Feuerbach
  7. Epikur (Ἐπίκουρος)
  8. Demokrit (Δημόκριτος)
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Webseiten, Links

Ganz im Sinne einer Offenen Ge­sell­schaft (Kopie 1, Kopie 2) verlinken die Freien Säkularen Humanisten Hamburg auch auf Webseiten, deren Inhalte nicht zwangsläufig die Meinung des fshh-Vor­stands widerspiegeln.

Die Freien Säkularen Humanisten Hamburg übernehmen keine Haftung für verlinkte Webseiten.

Bei Fragen zu diesen Webseiten wenden Sie sich bitte an den .


fshh-Mailingliste

Über unsere Mailinglisten machen wir gelegentlich auf neue Beiträge oder spezielle Termine aufmerksam. Sie können eine der beiden E-Mail-Vorlagen benutzen, um sich für oder von Mailinglisten an- oder abzumelden (bitte nicht Betreff | Subject ändern!):
 

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