Rund neunzig
Prozent der norwegischen Elektrizität stammen aus
Wasserkraftwerken. Dennoch werden zusätzliche
Holzöfen Pflicht.
Der Strom ist heimisch und meist zuverlässig. Trotzdem
verlässt sich Norwegen nicht blind darauf. Und gerade
deshalb denkt man trotzdem an einen möglichen Blackout.
Seit 2017 schreibt die norwegische Bauordnung vor,
dass neue Wohnhäuser für eine zweite Heizquelle
vorbereitet sein müssen, die ohne Strom funktioniert.
Diese Regel gilt seit 2017 und ist Teil der
Bauvorschrift TEK17. Sie ist also keine spontane
Reaktion auf aktuelle Krisen, sondern eine bewusste
Entscheidung aus Erfahrung.
Auch in Norwegen fällt der Strom gelegentlich aus.
Stürme, Eisregen und beschädigte Leitungen gehören
zum Alltag, vor allem außerhalb der Städte. Im Winter
kann ein Haus ohne Heizung sehr schnell auskühlen.
Genau das will der Staat verhindern. Ein Neubau ohne
Heizungsreserve gilt deshalb als unvollständig.
Der Gedanke ist nicht theoretisch, sondern praktisch.
Häuser sollen nicht nur im Normalbetrieb
funktionieren, sondern auch dann, wenn es ernst wird.
Die zweite Heizquelle lautet: Holzofen
Niemand ist verpflichtet, sofort einen Ofen
einzubauen. Aber der Schornstein muss vorhanden sein.
Er muss so geplant sein, dass später ohne großen
Aufwand ein Holzofen angeschlossen werden kann. Holz
wurde nicht zufällig gewählt. Es ist verfügbar,
lagerfähig und unabhängig vom Stromnetz. Vor allem
aber funktioniert es auch dann noch, wenn nichts
anderes mehr läuft. Feuer braucht keine Leitung
und keine Steuerung. Es brennt einfach, ein
Streichholz genügt.
Wer später einen Holzofen einbauen möchte, kann das
tun, ohne Umbauten und ohne neue Genehmigung, denn
der Schornstein wurde bereits beim Bau installiert.
Norwegen baut Häuser nicht nur für schöne Tage. Es
baut sie für lange Winter. Vorsorge gilt als Pflicht
gegenüber den Bewohnern.
Warum das in Deutschland irritiert
In Deutschland wird das Thema Holz fast
ausschließlich über Feinstaub und Grenzwerte geführt.
Sie verdecken oft den Blick auf etwas anderes.
Nämlich auf die Frage, wie ein Haus warm bleibt,
wenn der Strom weg ist. Ein Land, das fast seinen
gesamten Strom aus Wasserkraft gewinnt, plant
trotzdem den Ausfall ein. Es setzt nicht alles auf
eine Karte, es sorgt vor.
Holz vor der Hütte ist Pflicht. Und vielleicht
genau deshalb reiben sich deutsche Leser die Augen,
nicht wegen Feinstaub.
[Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.]
Meinrad Müller, Unternehmer im Ruhestand,
kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der
Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für Blogs
in Deutschland. Seine humorvollen und satirischen
Taschenbücher sind auf
Amazon zu finden.
Zuvor veröffentlicht in
MMnews.de,
mit freundlicher Genehmigung von Meinrad Müller übernommen.
Nachdem
„das System“ öffentlich-rechtliche
Medien, den Großteil der Privaten, NGOs und
Geldflüsse in der Hand hat, will es nun die
ungesteuerte Kommunikation eliminieren. Die EU
konstruiert ein Regime, in dem
Wahlkampf-Öffentlichkeit durch
Prozessdruck manipuliert wird. Das ist die Logik
einer parasitären Klasse: Sie lebt nicht vom
beendbaren Mandat, sondern vom unendlichen Verfahren.
Es ist ein erstaunlicher Befund, der sich wie ein
roter Faden durch die aktuelle
US-Kongressanhörung
und dessen Interim-Report zieht: Nicht Parlamente,
nicht Wähler, nicht Gerichte sind die Taktgeber
der digitalen Öffentlichkeit – sondern eine
nicht gewählte Regulierungsklasse, die sich das
Recht nimmt, Wahlkampf als „Risiko“ der Herrschenden
zu definieren und Plattformen zu Entfernung,
Herabstufung und algorithmischer „Korrektur“
unerwünschter Beiträge der Konkurrenz anzuhalten.
Mit anderen Worten: Du darfst vielleicht posten –
aber niemand sieht es mehr!
Die EU-Bürokraten nennen das „Schutz“ vor
Desinformation. Kritiker nennen es zu Recht den
weiteren Aufstieg einer parasitären Klasse, die
auf Kosten demokratischer Kontrolle ihre Macht
in Informationsflüsse frisst: Nicht über bessere
Argumente, sondern über Prozesse, Drohkulissen
und Compliance-Maschinen.
Der eigentliche Skandal ist nicht der große
Zensur-Befehl.
Der eigentliche Skandal ist die Verwaltungsroutine,
die sich über Wahlkämpfe legt wie eine zweite,
unsichtbare Regierung.
Nachdem „das System“ öffentlich-rechtliche Medien,
den Großteil der Privaten, NGOs und Geldflüsse in
der Hand hat, will es nun die ungesteuerte
Kommunikation eliminieren.
Der US-Report beschreibt ein Muster: Die EU-Kommission
und kooperierende Behörden nutzen den Digital
Services Act (DSA), „Codes of Conduct“, „Risk
Assessments“, „Mitigation Measures“ und dauerhafte
Abstimmungsformate -
Roundtables, Q&As, vertrauliche Reports - um
Plattformen vor Wahlen in einen Modus zu zwingen,
in dem politische Rede nicht mehr Rede, sondern
definiertes „Systemrisiko“ ist. Wer ständig
risiko-auditiert wird, moderiert
irgendwann so, wie der Prüfer es
erwartet – und nicht so, wie es
demokratischer Streit verlangt.
Der Bericht erklärt “ahead of nearly every major
European election since 2023 - at least twelve
in total - the Commission has met with platforms…”
(Vor fast jeder größeren europäischen Wahl seit
2023 – insgesamt mindestens zwölf – hat
sich die Kommission mit Plattformen getroffen…) Damit
verschiebt sich die demokratische Realität: Der
Wahlkampf darf nur noch verwaltet, nicht geführt
werden.
Besonders brisant ist der Hebel der „Trusted
Flaggers“ und der staatlich priorisierten Meldungen.
Der Report kritisiert, dass staatliche Stellen als
priorisierte Melder fungieren – faktisch ein
Schnellzugang zur Inhaltsentfernung, gerade im
Wahlkampf. Nicht zu reden von linkspolitischen NGOs.
Das ist die moderne SA der digitalen Straße.
Hinzu kommt das Prinzip der Globalisierung: Die
Amerikaner legen dar, dass die EU-Kommission
Plattformen erfolgreich dazu gedrängt hat, ihre
globalen Moderationsregeln zu verändern („has
successfully pressured social media platforms
to change their global content moderation rules“).
Das bedeutet: EU-Compliance wird
zur weltweiten Debattenmanipulation.
Der US-Report verweist auf Election Guidelines,
die „mandatory censorship steps for platforms
during election periods“ enthalten. Der operative
Kern ist eine Formulierung, die demokratisch
brandgefährlich ist: „measures to reduce the
prominence of disinformation…“ (Maßnahmen zur
Verringerung der Verbreitung von Desinformation).
Wer „Prominenz“ reduziert, reduziert Reichweite,
Auffindbarkeit, Empfehlung, Algorithmus –
also die Infrastruktur dessen, was Bürger digital
wahrnehmen können.
Als greifbares Beispiel nennt der Report zur
Europawahl-Periode, TikTok habe der US-Kommission
berichtet, es wurden über 45.000 mutmaßliche Fälle
zensiert. „misinformation”. Und er benennt
Themenfelder, die wahlentscheidend sind: migrations,
climate change, security and defence and LGBTQ
rights. Das ist demokratischer Sprengsatz: Wenn
Kernfragen des Wahlkampfs als „Narrative“ in
Lösch- und Downranking-Logiken
fallen, ist die Öffentlichkeit nicht offen –
sie wird von der EU-Kommission am Nasenring geführt.
Rumänien ist das Menetekel. Die erste Runde der
Präsidentschaftswahl 2024 wurde annulliert; der
Vorgang ist breit berichtet:
Niederlande – Treffen / Koordination
im Wahlkontext, inkl. Kritik an staatlicher
Rolle als „trusted flagger“.
Moldau – kein EU-Mitglied, aber
EU-Einflussraum: „EU Support Hub“
und DSA-artige Wahl-Summits – Ausdehnung
des Ansatzes.
Der US-Report stellt politisch explosiv
proto-faschistische Vorgehensweise
fest: Interne TikTok-Darstellungen
haben zentrale EU-Lügen (angeblich großes
russisches Koordinationsnetz) nicht bestätigt;
TikTok habe der Kommission erklärt, man habe
„not found, nor been presented with, any evidence…“
Es seien „keine Beweise gefunden oder vorgelegt
worden…“
Sobald Wahlkampfkommunikation zum Risikoobjekt erklärt
wird, entscheidet nicht mehr der Bürger durch seine
Wahl, sondern der Steuerungskreislauf aus Behörden,
Plattform-Compliance und angeblicher
Fakteninstanz über die Sichtbarkeit von Beiträgen.
Rumänische Maßnahmen gegen Social-Media der „spätere
Phase“ findet sich in der internationalen
Berichterstattung.
Der US-Kongress sagt nicht: Die EU zählt Stimmen um.
Er legt dar: Die EU konstruiert ein Regime, in dem
Wahlkampf-Öffentlichkeit durch Prozessdruck
manipuliert wird. Das ist die Logik einer parasitären
Klasse: Sie lebt nicht vom beendbaren Mandat, sondern
vom unendlichen Verfahren. Sie nährt sich nicht aus
Zustimmung, sondern aus Zuständigkeit. Und wenn die
Zuständigkeit erst einmal bis in den Wahlkampf
hineinreicht, bleibt Demokratie als DDR-Ritual übrig,
während die eigentliche Macht in der Verwaltung der
(Un-)Sichtbarkeit liegt.
Die EU bestreitet. Die USA erklären das Thema zu
ihrem Machtkampf freier Meinungsäußerung gegen
EU-Bevorzugung bestehender Parteien
und Mehrheiten.
Auch wenn Trump durchaus verdächtig erscheint. Ansatz
und Analyse sind zutreffend.
Zuerst erschienen auf
Alexander Wallasch, mit
freundlicher Genehmigung von Dirk Schmitz übernommen.
„Der
Ukrainekrieg ist vom Westen provoziert“. „Die
Europäische Union verhindert jeden
realistischen
FriedensDeal“. „An der Ukraine wird die Union
zerbrechen“. Das sind Sätze, die Deine Existenz
vernichten können, wenn Du sie öffentlich aussprichst.
Kein Scherz.
Ohne Gerichtsurteil, ohne Verfahren – für die
„falsche“ Meinung kannst Du in der EU nun für quasi
vogelfrei erklärt werden, Deine Existenz wird
vernichtet, Du kannst nicht mehr reisen oder aus
der Europäischen Sowjetunion flüchten, und jegliche
Art von Hilfe gegen diesen staatlichen Terror wird
zum Schwerverbrechen erklärt und mit absurden Strafen
bedroht.
Die Europäische Union wurde zu einem wahren Monster.
Auf nationaler Ebene ist es noch schlimmer.
Und das ist keine Übertreibung.
Quod erat demonstrandum.
Wie definiert man „die Personen unterstützen durch
ihre Texte Handlungen der russischen Regierung und
untergraben die Stabilität und Sicherheit in der EU“?
Reicht es aus, die Wahrheit zu schreiben und zu sagen,
um dafür vom Staat ökonomisch und existenziell
vernichtet zu werden?
Die erschütternde Antwort lautet:
JA.
Wie wir an den Beispielen des in Belgien lebenden
Schweizers Jaques Baud oder des in Deutschland
lebenden Türken Hüseyin Doğru sehen, ist die
Meinungsdiktatur der Europäischen Union Realität.
Die Existenz dieser beiden Männer und ihrer Familien
ist vernichtet.
Ohne Gerichtsurteil, ohne Verfahren, ohne Anklage
oder Anhörung.
„Unterstützung der Handlungen der russischen Regierung“.
„Untergrabung der Stabilität der EU“.
Diese Vorwürfe reichen, um Menschen zu vernichten.
Und wer dachte, die Europäische Union sei zu einem
Monster mutiert, der kennt Deutschland noch nicht.
Denn Deutschland setzt noch einen drauf.
Der deutsche Bundestag hat völlig unbemerkt von der
Öffentlichkeit letzte Woche ein Gesetz verabschiedet,
das die Bestrafung von Verstößen gegen
EU-Sanktionen verschärft!
Wer in Zukunft künftig sanktionierten Personen
hilft, ihnen Arbeit oder Spenden gibt oder ihnen bei
der Flucht aus der EU hilft, wird in Deutschland zum
Schwerverbrecher erklärt!
Alle Honorare oder Spenden, alle Zuwendungen von Geld
oder wirtschaftliche Ressourcen an sanktionierte
Personen sind nun strafbar, ebenso die Beihilfe zur
Einreise von Sanktionierten in ein anderes EU-Land(!).
Wer dagegen als Privatperson verstößt, wird mit bis
zu fünf Jahren Gefängnis bestraft – in schweren
Fällen drohen sogar zehn Jahre Haft!!
Für Unternehmen drohen Geldbußen von mindestens acht
Millionen Euro(!) oder einem Prozent des weltweiten
Jahresumsatzes, bei schweren Verstößen sogar 40
Millionen Euro oder fünf Prozent!
Nochmal zum Mitschreiben:
Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass der
Ukrainekrieg vom Westen seit 2014 geplant und
provoziert wurde.
Diese meine freie Meinung kann ich zumindest mit
stichhaltigen Argumenten unterstützen. Aber weil
dieselbe Aussage auch von der russischen
Regierung geäußert wird, könnte man mich morgen nach
den EU-Beschlüssen unter Sanktionen stellen.
Ohne Gerichtsurteil.
Ohne Verfahren.
Einfach so.
Ich wäre existenziell vernichtet.
Meine Familie wäre existenziell vernichtet, da
Sanktionen auch für Familienmitglieder gelten –
kein Scherz!
Und jeder Mensch, der mir beim Überleben oder der
Ausreise hilft, wäre mit FÜNF Jahren Gefängnis
bedroht!
Jede Firma, die mir Arbeit geben würde oder mit mir
Geschäfte macht, müsste MINDESTENS ACHT Millionen
Euro Strafe zahlen!
Und das alles ist – zumindest in
Deutschland – bereits gesetzlich vom Parlament
beschlossen und bestätigt!!
Es ist völlig unfassbar.
Die Europäische Union ist in einer unfassbaren
Geschwindigkeit zu einem Monster mutiert, und die
Staaten ziehen mit:
Social-Media-Verbot für Jugendliche.
Klarnamenpflicht und staatliche Erfassung der
politischen Meinung.
Offener Krieg der EU-Staaten gegen 𝕏 und andere
nicht kontrollierbare Plattformen.
Der Digital Services Act als Realisierung der
Meinungsdiktatur.
Und „Russlandunterstützung“ als ökonomisches
Todesurteil.
Die Wahrheit
über die Situation der Uiguren kann man nicht in den
gängigen Vorurteilen finden. Replik auf die
Artikelserie „Das verschwindende Volk“ von Roland
Rottenfußer.
Foto: YUNG TAO CHANG/Shutterstock.com
Es ist das Lieblingsnarrativ westlicher
China-Kritiker: In der
Uiguren-Region Xinjiang, heißt
es, sei eine totalitäre Diktatur errichtet worden.
Schuldlos Inhaftierte seien der Gehirnwäsche, der Folter,
vielfach gar der Vergewaltigung unterzogen worden.
Manova-Chefredakteur Roland
Rottenfußer folgte in seinem dreiteiligen Artikel
(1) über die Uiguren im Wesentlichen dieser
Erzählung — obwohl er an manchen Stellen
Zweifeln Raum lässt. Er beruft sich dabei vor allem
auf zwei Erlebnisberichte uigurischer Exilanten,
die heute in den USA leben. Robert Fitzthum,
der selbst in China lebt und Xinjiang bereist hat,
wollte das nicht unwidersprochen lassen. Er stellt
unbequeme Fragen. Etwa: Kann man den uigurischen
„Zeugen“ glauben oder sind sie
Vorzeige-Opfer, die westlichen
Machtinteressen dienen? Hat Rottenfußer den
islamistischen Terrorismus in Xinjiang nicht
ausreichend gewichtet? Kann man über die Situation
in fernen Ländern überhaupt seriös berichten, wenn
man nie dort gewesen ist? Und: Kann es überhaupt
zu sinnvollen Ergebnissen führen, wenn man China
an westlichen Moral- und Demokratievorstellungen
misst?
Ich war im September 2024 zwei Wochen in Xinjiang
und habe einige Teile dieses großen Gebietes bereist.
Mit Reisebüro? Nein, einfach ein Flugticket gekauft
und aus Südchina hingeflogen. Xinjiang ist völlig
frei zugänglich, Millionen Touristen genießen jedes
Jahr dieses abwechslungsreiche und pulsierende Land.
Westler versuchen immer, irgendwelchen Geheimnissen
auf der Spur zu sein, aber es gibt keine, wie auch
in Tibet nicht. Es gibt Reisemöglichkeiten mit
Flugzeug, Bahn, Buslinien, Taxi, viele chinesische
Touristen fahren mit Mietautos durch das Land. Wie
sollte da etwas geheim bleiben?
Xinjiang erlebt einen rasanten Wirtschaftsaufschwung,
die Menschen jeglicher Ethnie wirken gelöst und frei,
Restaurantbesuch, Musik und Tanz sind nicht nur für
Touristen ein Vergnügen, sondern Teil des abendlichen
Lebens, vor allem in Urumqi. Uiguren reden uigurisch
untereinander und auch, wie ich beobachtete, mit
Polizisten und Grenzbehörden,, viele der Beamten sind
ja Uiguren. Alle offiziellen Schilder sind zweisprachig,
viele Geschäfte auch, je nach Kundschaft. Ich hatte
lange Gespräche mit einem meiner zwei uigurischen
Reisebegleiter; er zeichnete ein zufriedenes Leben der
Bevölkerung. Er war glücklich und stolz, dass seine
Tochter aufgrund guter schulischer Leistungen an einer
berühmten Uni in Schanghai studieren darf, eine
Garantie für einen guten Job nach Studienabschluss.
Ich kann jedem nur empfehlen: Fliegen Sie nach Xinjiang
und sehen Sie sich das tolle Land selbst an! Es ist
eine vergnügliche Abwechslung zur depressiven Stimmung
in Europa, die sich auch in der Artikelserie widerspiegelt.
Nun zur Artikelserie: Der reißerische Titel ist sachlich falsch
Die Überschrift „Das verschwindende Volk“ ist ein
typischer Clickbait-Titel, könnte der Bild-Zeitung
entstammen und vor allem: ist falsch. Die Ethnie der
Uiguren nimmt von der Bevölkerungsanzahl her zu und
ist nicht im Verschwinden begriffen! Während in der 6.
Volkszählung in China 2010 in der „Autonomen Region
der Uiguren Xinjiang“ 10,1 Millionen Uiguren gezählt
wurden, zählte man 2020 in der 7. Volkszählung 12,8
Millionen Uiguren — ein Wachstum um knapp
27 Prozent in 10 Jahren, das damit über der Wachstumsrate
der chinesischen Gesamtbevölkerung liegt. Da in der
gesamten Artikelserie keine Belege dafür geliefert werden,
dass die Anzahl der Uiguren sich reduziert, kann man
davon ausgehen, dass der Titel gegen besseres Wissen
absichtlich so gewählt wurde, um schon im ersten Blick
auf den Artikel ein negatives China-Bild zu erzeugen,
also manipulative Propaganda.
Dem Autor fehlt ein Grundverständnis, worum es in Xinjiang
geht und was passiert ist. Islamistischen Terror in den
Jahren bis 2017 nimmt er auf die leichte Schulter; er
setzt sich zwar für inhaftierte Separatisten und
Islamisten ein, die chinesische Gesetze verletzt haben,
nicht aber dafür, dass die Bevölkerung davor bewahrt
wird, abgeschlachtet oder in die Luft gesprengt zu
werden.
Was ist passiert? Ab 2007 häuften sich schwere
terroristische Anschläge:
5. Juli 2009: Bei Terror in Urumqi werden 197
Personen ungeachtet ihrer Ethnie zu Tode gehackt,
erschlagen und verbrannt, über 1.700 werden
verletzt.
22. März 2014: Zwei Autobomben in Urumqi mit 43
Toten und 94 Verletzten.
Bei Dutzenden Angriffen auf Behörden entlang des
Grenzgebiets gab es laufend zahlreiche Opfer.
2013 verüben 3 Uiguren mit einem SUV ein
Selbstmordattentat im Zentrum Pekings, fünf tote
Zivilisten.
2014: Vor dem Bahnhof von Kunming, Provinz
Yunnan, verüben acht schwarz gekleidete,
Schwerter und Messer schwingende Uiguren einen
apokalyptischen Überfall; es bleiben 31 Reisende
tot und 141 verletzt zurück.
All das waren keine „Unruhen“, wie es der Autor
beschönigend beschreibt, es war eine ständige
Gefährdung des Lebens der Bevölkerung durch
islamistische und separatistische Terroristen.
Im Westen, auch in der Artikelserie, wird die
chinesische Erfahrung mit dem Terrorismus de facto
ignoriert oder gar geleugnet und die Lesart der
extremistischen Uiguren vom „Befreiungskampf der
Turk-Völker“ übernommen. „Ost-Turkestan“,
ein Gürtel von 150 Millionen zugehörigen Bewohnern,
hat es nie gegeben, und es existiert auch heute
nur in der Blut- und Boden-Ideologie
der rechtsradikalen türkischen Parteien wie die
Grauen Wölfe und ihre exiluigurischen
Gesinnungsfreunde.
Für die chinesische Bevölkerung jeder Ethnie aber
war der Terrorismus keine weniger traumatisierende
Erfahrung als für Menschen in den USA oder
Westeuropa. Für die Bevölkerung war der Terror
kein wie für den Autor „moralisch“ einzuordnendes
intellektuelles Thema, sondern es war klar, dass
dem Terror schlicht ein Ende gesetzt werden muss.
China arbeitete schon in den 2010ern eben nicht
primär wie andere Länder mit extrajustiziellen
Hinrichtungen für Terroristen, sondern neben der
gerichtlichen Verfolgung von Attentätern mit dem
Aufbau von Vocational Training Centers und
Ausbildungszentren. Man versuchte, eine rückständige
islamistische Tradition in den Dörfern mit
neuen Ideen aufzubrechen. So war es zum Beispiel
in vielen Dörfern verpönt, dass Mädchen zur
Schule gehen; sie wurden von Islamisten aktiv
abgehalten, wie in Afghanistan. Mit einem groß
angelegten sozialökonomischen
Modernisierungsprogramm und der Beseitigung der
absoluten Armut versuchte man den Menschen eine
Zukunftsperspektive zu geben. Dazu gehört bis
heute das ökonomische Wachstumsprogramm für
Xinjiang: Die Region wächst nun schon seit Jahren
schneller als selbst die Boomregionen der Ostküste,
sie ist zum entscheidenden Korridor der Neuen
Seidenstraße geworden und Urumqi zu einem der
größten Hubs der
Seidenstraßen-Bahnlinien
nach Westen, eine Boomcity.
Uiguren wurden nicht verfolgt, weil sie Muslime
waren oder einfach der uigurischen Ethnie angehörten,
sondern wenn sie politisch islamistische Positionen
oder Terrorismus vertraten oder Separatismus. Es ist
übrigens auch in China unbestritten, dass manche
Parteivorsitzenden oder Dorfkomiteevorsitzenden bei
der Eruierung von „Gefährdern“ übers Ziel
hinausgeschossen haben dürften; das war aber nicht
die intendierte Politik Beijings.
Die islamistische Bedrohung ist noch nicht zu Ende
Die Rolle der Terroristen der Turkestan Islamic
Party (TIP), der East Turkestan Islamic Movement
(ETIM) sowie des eher noch halblegalen World Uyghur
Congress (WUC) bei alledem wird von den westlichen
Mainstreammedien konsequent verheimlicht. Während
die ETIM-Islamisten sogar von den USA
bis zum Ende der ersten Trump-Regierung
als Terroristen klassifiziert, verfolgt und
eingesperrt wurden — einige von ihnen
sitzen immer noch in Guantanamo —,
werden sie in den Konzernmedien konsequent zu
„Freiheitshelden“ umdefiniert, geliebt und verehrt,
sobald sie in China wüten. Ihr Ziel ist, ein
Turk-Kalifat zu errichten; man kann sich
das wie in Afghanistan vorstellen. Unterstützung
erhielten die ETIM-Kräfte aus dem türkischen
Geheimdienst und von den rechtsradikalen
Nationalisten (MHP und ihre paramilitärischen
Grauen Wölfe), die für die rassistische Vorstellung
einer Turk-Gemeinschaft, die von der
Türkei bis „Ost-Turkestan“ reichen soll,
stehen.
Uigurische Kämpfer wurden in den letzten Jahren im
syrischen Idlib ausgebildet, die Zahl wurde auf
10.000 bis 20.000 geschätzt. Uigurische Einheiten
wurden von der neuen islamistischen syrischen
Regierung der neuen Armee eingegliedert und haben
Zugang zu modernen Waffen. Die Gefahr besteht,
dass Einzelne oder Gruppen mit veränderter
Identität und neuen Pässen per Flugzeug und Schiff
oder über die Landesgrenzen Chinas mit Kirgisistan,
Kasachstan, Pakistan und Tadschikistan einsickern.
Deshalb sieht man auch in Xinjiang in gewissen
Gebieten mehr Polizei als sonst in China üblich.
Auswahl der Quellen der Artikelserie
„Im Mainstream ist es vielfach geradezu Pflicht,
die chinesische Führung zu kritisieren und die
Betrachtung dieses facettenreichen Landes
ausschließlich am Thema ‚Menschenrechte‘
aufzuhängen”, schreibt der Autor. Wie wahr,
wenn man betrachtet welche zwei Bücher er für
seine manipulativen Artikel verwendet.
Der erste Geschichtenschreiber, Thahir Hamut Izgil,
gilt als ein Dichter mit sufistischem Hintergrund
und uigurischem Nationalismus. Er hatte in den USA
Asyl beantragt, aber sein Antrag war jahrelang
nicht positiv entschieden. Eine öffentliche
Veranstaltung mit der Teilnahme des früheren
US-Außenministers Mike Pompeo
und des früheren US-Vizepräsidenten Mike Pence,
auf denen er wie gewünscht über die angebliche
Unterdrückung der Uiguren erzählte, und vielleicht
auch sein Buch dürften dann sein Visum erleichtert
haben. Izgil ist jetzt unter anderem Filmproduzent
beim US-Propagandasender
Radio Free Asia und Führer der islamischen
nationalistischen „World Uygur Writers' Union“.
In seinem in Teil 1 der Artikelserie seitenlang
exzerpierten Buch bringt er auf den Wahrheitsgehalt
nicht überprüfbare Anekdoten, die der Autor
Rottenfußer selbst als „unglaublich anmutend”
bezeichnet. Trotzdem formuliert er: „Entscheidend
ist aber, welche absurden Formen der chinesische
Staatsterror in den Jahren bis 2017 offenbar angenommen
hatte.“ Aus „unglaublich anmutenden“ Storys, unter
Ignorierung des islamistischen Terrors, leitet er
aus der Ferne eine Einschätzung der chinesischen
Politik ab. Eine unseriöse Methode. Ein guter Autor
überprüft auch die Glaubwürdigkeit seiner Quellen.
Der zweite Teil der Artikelserie ist ein Exzerpt
der uigurischen Schriftstellerin Mihrigul Tursin,
deren Glaubwürdigkeit überhaupt zu wünschen übrig
lässt. So schildert sie lebhaft Geschichten über
ihre angebliche Zeit in einem chinesischen Lager,
die sie auch einen US-Kongressausschuss wissen ließ.
Sie schildert, dass eines ihrer drei Kinder von
der chinesischen Regierung bei der Behandlung in
einem Spital in Urumqi getötet wurde. Recherchen
chinesischer Journalisten im Spital und bei der
Familie Tursins ergaben, dass ihr Sohn am 8. November
2016 von ihrer Mutter geheilt abgeholt wurde.
Die Behauptung Rottenfußers, dass Tursin „für die
‚Behandlung‘ ihrer Kinder (…) eine satte Rechnung
über umgerechnet etwa 10.000 Euro zugeschickt“
bekam, ist genauso absurd, wenn man die geringen
Gebühren in chinesischen Krankenhäusern kennt.
Ihr angeblich getöteter Sohn lebt nach von
Journalisten recherchierter Aussage der Mutter
Tursins in Ägypten.
Noch schlimmer ihre Lager-Story: Ihr Bruder
informierte die Journalisten, dass sie nie in einem
Lager war, er sagte wörtlich: „Sie hat sich das
ausgedacht. Es war eine Lüge.“
Für den Autor der Artikelserie ist die Aussage der
Familie unglaubwürdig, da man davon ausgehen müsse,
dass „ihre Aussagen zur Lage im Land von der Angst
vor Repressionen diktiert sind“. Dass die
US-Geheimdienste Druck auf Exilanten
ausüben, um die politisch gewünschten Storys zu
produzieren — sonst ist Schluss
mit Visum oder Einkommen —, auf die
Idee kommt der Autor gar nicht. Seine Vorurteile
gegen China gehen in alle Bereiche.
Dass eine Mitschülerin Tursins bei ihrem aufgrund
guter Leistungen möglichen Schulbesuch in Guangzhou
sich wunderte, dass Tursin an Gott glaubt, wird vom
Artikelautor interpretiert als „faktisch die
Ausübung von Druck mit dem Ziel der vollkommenen
Assimilation”. Ein Gespräch zwischen Schülerinnen!
Man greift sich ja an den Kopf.
Totalitär regierte Region?
„Neuere Erfahrungsberichte über den Umgang der
chinesischen Regierung mit den Uiguren zeichnen
das Bild einer totalitär regierten Region“, schreibt
der Autor. Unberücksichtigt bleiben in seinen
Einschätzungen die Struktur des Aufbaus der
Gesellschaft und basisdemokratische Rechte. Das
vielschichtige Volkskongresssystem dient als
grundlegende institutionelle Säule demokratischer
Mitbestimmung. Ab 2024 dienten insgesamt 74.412
Personen als Delegierte von Volkskongressen auf
allen Verwaltungsebenen in Xinjiang. Unter ihnen
waren 78,69 Prozent auf der Grassroot-Ebene,
69,21 Prozent stammten von ethnischen Minderheiten.
Diese Aufstellung zeigt, dass die Menschen in
Xinjiang unabhängig von ethnischem oder sozialem
Hintergrund einen gleichberechtigten Status in
politischen Angelegenheiten genießen. Ich weiß,
die westliche Propaganda hat China als autoritären
Unterdrückungsstaat gegeißelt. Es wird aber Zeit,
dass man auch diese angeführten Fakten akzeptiert.
„Lernen’s Geschichte, Herr Reporter“
… sagte der legendäre österreichische Bundeskanzler
Kreisky einem Journalisten. Wie recht er doch hat.
Laut dem Artikelautor wurde „Xinjiang (…) 1949 zu
einem Teil des chinesischen Territoriums“. Wie ist
es wirklich? Die zumindest teilweise Kontrolle des
heutigen Gebiets Xinjiang durch das chinesische
Kaiserreich reicht weit zurück, bis fast zum Anfang
unserer Zeitrechnung. Die endgültige Eingliederung
des gesamten Gebiets unter die zentrale Verwaltung
des Reichs erfolgte 1759 nach der Niederlage des
Dzungar-Kanats, eines Rests des alten
Mongolenreichs. Die Zeit nach dem Ende des
Kaiserreichs und der Gründung der Republik (1911)
bis zur Gründung der Volksrepublik (VR) China
(1949) war in Xinjiang eine Zeit von großer Unruhe
und bewaffneten Kämpfen zwischen den Armeen der
chinesischen Gouverneure oder Warlords und
aufständischen Uiguren sowie auch zwischen
verschiedenen Teilen der lokalen Bevölkerung.
Mitgespielt haben japanische und deutsche Versuche,
in der Region gegen die Sowjetunion Fuß zu fassen.
Wie man als Reisender an den vielen Festungsresten
der Seidenstraße feststellen kann, war das Gebiet
schon lange chinesisch kontrolliert.
„Tibet wurde erst 1950 chinesisch” will sich der
Autor mit seinen Geschichtskenntnissen noch
profilieren. Auch weit daneben. Schon seit dem
13. Jahrhundert, der Zeit der mongolischstämmigen
Yuan-Dynastie, war Tibet Teil des
chinesischen Reiches. Seit der Gründung des
Reinkarnationssystems im 13. Jahrhundert mussten
Führer verschiedener religiöser Sekten des
tibetischen Buddhismus und „große lebende Buddhas“
die Zustimmung der Zentralregierungen verschiedener
Dynastien einholen. Genauso war es auch mit dem
jetzigen Dalai Lama 1940. An seiner Einweihung
nahmen chinesische Truppen teil, wie es sich
traditionell gehörte.
Der zweitälteste Bruder des derzeitigen Dalai
Lama, Gyalo Döndrub, war übrigens 1942 im Alter
von vierzehn Jahren nach Nanjing geschickt worden,
der damaligen Hauptstadt der Republik China.
Er lernte Tschiang Kai-schek kennen; von 1947
bis 1949 nahm er am Familientisch der Tschiangs
seine Speisen ein. Von Tschiang ausgewählte
Lehrer lehrten ihn Chinesisch und chinesische
Geschichte. 1948 heiratete Döndrub Zhu Dan, die
Tochter eines Guomindang-Generals.
Döndrub eignete sich also bestens zum
Kollaborateur mit der antikommunistischen
Guomindang sowie mit den
US-Geheimdiensten.
Schlechte deutsche Tradition in Xinjiang
Kaum bekannt ist, dass Hitler-Deutschland
und seine Verbündeten während des Krieges gegen
die Sowjetunion auf die Möglichkeit einer Rebellion
der Turkvölker gesetzt haben. Es kam zur Bildung
einer eigenen Turkistan-Division
mit Hauptquartier in München, die schließlich in
Oberitalien zum Einsatz kam. Einer der Anführer
war Ruzi Nazar, der auch nach dem Krieg noch eine
Rolle in US-Diensten und als Verbindungsmann
in der Szene der Turk-Nationalisten
und Exiluiguren gespielt hat. In München sind wohl
Reste der Truppe nach dem Krieg hängen geblieben.
Dass sich heute dort die Zentrale des World Uyghur
Congress (WUC) befindet, wird kein Zufall sein.
Der WUC verehrt als Mann der ersten Stunde im Kampf
gegen die Kommunisten Yusuf Alptekin, einen Uiguren,
der auf der Seite der Guomindang stand und nach dem
verlorenen Krieg ins indisch kontrollierte Kaschmir
und später in die Türkei übersiedelte. Er bewegte
sich in den antikemalistischen, rechtsradikalen
Kreisen um Alparslan Turkes (MHP, Graue Wölfe).
Alptekin blieb bis zu seinem Tod 1995 eine wichtige
Autorität in der Bewegung für ein unabhängiges
„Ost-Turkestan“. Sein Sohn Erkin war
Mitarbeiter von Radio Liberty, gründete 1994 in
München die „Ostturkestanische Union in Europa“
und war der erste Vorsitzende des ebenfalls in
München gegründeten „Weltkongresses der Uiguren“
(WUC; alle Angaben zu den Personen aus Wikipedia,
Mai 2021).
Der Artikelautor bezeichnet übrigens China als eine
„Besatzungsmacht“ in Xinjiang. Was bedeutet das,
wie kann man das interpretieren? Er ist
offensichtlich der Meinung, dass Xinjiang
unrechtmäßig ein Teil Chinas und einfach besetztes
Gebiet ist. Man könnte daraus schließen, er
unterstütze die rechte islamistische Bewegung der
Loslösung eines „Ost-Turkestan“ als
unabhängiger Staat. Wie kann die Aussage, China
sei eine „Besatzungsmacht“, anders zu verstehen
sein? Eine schlechte deutsche Tradition.
Einschätzung
„Es ist ungewiss, was in Xinjiang tatsächlich
passiert und passiert ist”, schreibt der Autor.
Es trifft auf ihn sicherlich zu. Des Weiteren:
„Gern versuche ich in solchen Fällen, der Wahrheit
mit einer Mischung aus Recherchen,
Einfühlungsvermögen und Logik auf die Spur zu
kommen.“ Das ist leider gründlich misslungen,
da der Autor sich auf islamistische Quellen
verlässt, jede Kleinigkeit chinafeindlich
interpretiert und ideologisch voller Vorurteile
gegen China ist.
Es fällt auch negativ auf, dass der Autor über
China schreibt, aber keine chinesischen Quellen
verwendet. Warum das so ist, darüber kann man nur
spekulieren. Ist er der Meinung, dass alle
chinesischen Journalisten und Experten lügen, hat
es rassistische Hintergründe? Ist es
Antikommunismus? Seine im dritten Teil der Serie
formulierten scheinbar objektiven Relativierungen
sind lächerlich und unglaubwürdig, wenn schon
vorher in zwei Artikeln Schmutzkübel über China
ausgegossen wurden. Die Struktur der Artikelserie
ist schon darauf angelegt, dass Negatives beim
Leser hängenbliebt.
Deutsche Intellektuelle wissen vom Schreibtisch
aus meist vieles besser als Menschen, die schon
lange in China leben oder zumindest sich auf
Reisen vor Ort die Gegebenheiten anschauen.
Europäische Intellektuelle sind oft gefangen in
ihrem eurozentristischen Wertesystem und damit
„Frösche auf dem Grund des Brunnens“.
Die Artikelserie „Das verschwindende Volk“ von
Roland Rottenfußer kann hier nachgelesen werden:
Robert Fitzthum, Jahrgang 1951, studierte
Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der
Universität Wien und arbeitete als IT-Manager
in österreichischen Banken sowie als selbstständiger
Unternehmensberater. Er lebt seit 2013 als
Schriftsteller in China. Er schrieb „China verstehen“
(Promedia-Verlag, 2018) und „Erfolgreiches China“
(Goldegg- Verlag, 2021). „Chinas ‚Neue Reise‘:
Sozialistische Modernisierung und die Bedeutung der
Volksdemokratie“ erscheint 2025.
Zuerst veröffentlicht in
Manova, mit
freundlicher Genehmigung von Manova und Robert Fitzthum übernommen.
Ich habe
unseren Außenminister, den Herrn Wadephul, doch
gewiss richtig verstanden, als er meinte, man
könne Syrer nicht in ihr Land zurückschicken,
das sei nämlich ziemlich zerstört. Besser, sie
bleiben in Deutschland und erhalten Bürgergeld,
an zweiter Stelle, direkt hinter den Ukrainern.
Vorbildlich. Nein, wir knausern nicht.
Im Unterschied zum ungarischen Ministerpräsidenten
Viktor Orbán. Der hat sich geschockt darüber gezeigt,
dass die Staats- und Regierungschefs der EU offenbar
stillschweigend einer ukrainischen Forderung nach
Finanzhilfen in Höhe von 800 Milliarden Dollar für
die kommenden zehn Jahre zugestimmt haben. Zuzüglich
700 Milliarden für Militärausgaben. Zuzüglich
EU-Beitritt bis 2027. Das, immerhin, würde das
Ende der EU beschleunigen. Hat Viktor Orbán sich das
ausgedacht? Oder stimmt das etwa? Dann hätte
Deutschland als größter Nettobeitragszahler der EU
ein weiteres Problem. Und wir verstehen jetzt erst
recht, warum Bundeskanzler Friedrich Merz seine
Untertanen als faule Säcke beschimpft, die zu wenig
arbeiten und zu früh verrentet werden wollen. Ob ihm
schon mal die Idee gekommen ist, das könne auch daran
liegen, dass Arbeit sich immer weniger lohnt, wenn
man den Zugriff eines hochverschuldeten Staates
fürchten muss, der nicht nur bei den Reichen hinlangt,
die längst die Flucht ergriffen haben, sondern auch
auf Oma ihr klein Häuschen schielt?
Und ist ihm nicht aufgefallen, dass mehr und mehr
Menschen arbeitslos werden, weil Unternehmen vor
steigenden Kosten und wachsender Bürokratie
kapitulieren, den Laden dichtmachen oder ihn in ein
anderes Land transferieren? Sollen die „Freigesetzten“,
wie es euphemistisch heißt, doch Pfandflaschen sammeln!
Tja. Doch die könnten bald ein knappes Gut sein. Und
das Bürgergeld wird ja für Ukrainer, Syrer und Afghanen
gebraucht. Allein die Zahlungsansprüche für
Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem Ukrainer
belaufen sich bis Ende 2025 übrigens auf rund 21,4
Milliarden Euro. Es ist Wahnsinn mit Methode. Immer
weiter Geld in ein korruptes System wie die Ukraine
pumpen? Und was heißt hier überhaupt Wiederaufbau? Das
umkämpfte Gebiet ist im Vergleich zur restlichen
Ukraine relativ klein, und wer zu Beginn nicht, wie
viele, nach Russland fliehen wollte, hätte in der
Ukraine selbst Platz gefunden, vielleicht nicht gerade
im luxuriösen Skigebiet, aber immerhin. Und wieso
sollten Syrer nicht in der Lage sein, ihr Land selbst
wiederaufzubauen? Ist nicht womöglich Rassist, wer
ihnen das nicht zutraut?
Die Allzuständigkeit für Wohl und Wehe anderer Völker
und Länder bekommt Deutschland nicht. Die Milliarden
für die Ukraine könnten allerdings das System
vollständig zum Einsturz bringen. Doch halt! Hilft
Alice Weidels Idee weiter? Sie forderte auf einer
Wahlkampfveranstaltung in Heilbronn Schadensersatz
für die Sprengung der Nord-Stream-Pipeline. „Ein Land,
das so etwas tut, ist nicht unser Freund.“ Dass die
Ukraine hinter der Sabotage steckt, vermutet auch der
Bundesgerichtshof: Dort spricht man von „dringendem
Tatverdacht“, von „hochwahrscheinlicher Beteiligung“
und von Indizien, die „eine staatliche Steuerung
des Geschehens“ nahelegen. „Alice Weidel is right“,
postet Viktor Orbán dazu. Doch selbst ein
Schadensersatz und die Rückzahlung von Hilfsgeldern
in Höhe von 70 Milliarden wären nur ein Tropfen auf
dem heißen Stein. Und ob das Umrubeln der vergoldeten
Klos in den Badezimmern von Selenskis Freunden genug
abwirft? Ein Ergebnis jedenfalls könnte all das
haben: dass die Deutschen und ihre Kollegen mit
Migrationshintergrund, die arbeiten, sich das
Gekläffe von oben nicht mehr gefallen lassen.
Cora Stephan ist Publizistin und Schriftstellerin,
geboren 1951 in Niedersachsen, wohnt im hessischen
Vogelsberg und in Südfrankreich. Ihr bislang letztes
Sachbuch heißt „Lob des Normalen“ (2021). Ihre
zeithistorischen Romane „Ab heute heiße ich Margo“ und
“Margos Töchter” erscheinen bei Kiepenheuer & Witsch
(2017 und 2020).
Zuerst veröffentlicht in
Kontrafunk, mit
freundlicher Genehmigung von Cora Stephan
übernommen.
Man sitzt
im Kino, es ist 1940. Gleich beginnt
der Hauptfilm, davor läuft noch ein kurzer
Streifen, mal drei, mal fünf Minuten.
Zwei Männer reden miteinander, ganz normal. Einer etwas
begriffsstutzig, der andere geschniegelt, überlegen,
auf der richtigen Seite stehend. Niemand schreit,
niemand droht, kein Verbot, kein erhobener
Zeigefinger.
So funktionierte Propaganda im Dritten Reich, wenn
sie besonders wirksam sein wollte.
Die beiden kurzen Filme „Tran und Helle“ sowie
„Feindbücher“ wurden damals im Vorprogramm deutscher
Kinos gezeigt. Heute sind diese Clips über das
GermanWWIIArchive zugänglich, ein von amerikanischen
Historikern betriebenes Archiv, das Originalmaterial
sammelt, um aufzuklären, nicht um zu verherrlichen.
Man sieht die Filme unverändert, so wie sie damals
liefen.
Was sofort auffällt: In diesen Filmen wird nichts
verboten.
Niemand sagt: „Diese ausländischen Bücher darfst
du nicht lesen.“ Stattdessen wird der Zweifel
vorgeführt. Der Kritiker wirkt einfältig. Wer
fremde Bücher liest, erscheint naiv. Wer von
Meinungsfreiheit spricht, redet sich um Kopf
und Kragen. Am Ende weiß der Zuschauer ganz von
selbst, was man besser für sich behält.
Das ist der eigentliche Trick:
Nicht der Staat greift ein – der Bürger
erledigt es selbst.
Die Parallele zur Gegenwart drängt sich auf. Auch
heute lautet die Botschaft selten: „Das ist
verboten.“ Stattdessen heißt es: problematisch,
irreführend, gefährlich, Fake News. Besonders
deutlich wird das dort, wo die EU offen gegen Elon
Musk und die Plattform X vorgeht. Nicht einzelne
Meinungen stehen im Zentrum, sondern das Medium
an sich.
Damals sprach man von „Feindsendern“ und „Gerüchten“.
Heute spricht man von „Fake News“ und
„problematischen Plattformen“. Der Ton ist
höflicher geworden. Das Prinzip ist erstaunlich
vertraut.
Wer sich ein eigenes Bild machen will, kann die
Kurzfilme Tran und Helle ansehen:
Es reicht, genau zuzusehen. Der Vergleich ergibt
sich dann fast von selbst. Als ob man Elon Musk wie
damals Winston Churchill ansieht. Oder wie es
Historiker gerne formulieren: Geschichte wiederholt
sich nicht. Aber sie reimt sich heute besser.
[Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.]
Meinrad Müller, Unternehmer im Ruhestand,
kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der
Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für Blogs
in Deutschland. Seine humorvollen und satirischen
Taschenbücher sind auf
Amazon zu finden.
Zuvor veröffentlicht in
MMnews.de,
mit freundlicher Genehmigung von Meinrad Müller übernommen.
Der
US-Wirtschaftsminister Howard
Lutnick ist ein Mann der klaren Worte, der mit seiner
Meinung auch dann nicht hinter den Berg hält, wenn er
sich in feindlichem Gelände z. B. während eines
Abendessens, ausgerichtet von Larry Fink im Rahmen der
Jahresversammlung des WEF in Davos, befindet. Auch
dann spricht Lutnick Tacheles:
“Globalization has failed the West and the United
States of America. It’s a failed policy. It is
what the WEF has stood for, which is export,
offshore, far-shore, find the cheapest labor in the
world and the world is a better place for it.”
„Die Globalisierung ist im Westen und in den
Vereinigten Staaten gescheitert. Es ist eine
gescheiterte Politik. Es ist, wofür das WEF stand,
Export, Offshoring, billigste Arbeitskräfte weltweit,
und die Welt ist nach dem Scheitern des Globalismus
eine bessere Welt.“
“Why would Europe agree to be net zero by 2030
when they don’t make a battery? They don’t make a battery.
So if they go 2030, they are deciding to be subservient
to China, who makes the batteries.”
„Warum hat man sich in Europa auf Net Zero im Jahre 2030
geeinigt, wenn niemand in Europa Batterien herstellt. Wenn
man also entscheidet, 2030 Net Zero zu sein, dann bedeutet
dies die Entscheidung zur Unterwürfigkeit gegenüber
China ab 2030.“
“Sovereignty is your borders. You’re entitled
to have borders. You shouldn’t offshore your medicine. You
shouldn’t offshore your semiconductors. You shouldn’t
offshore your entire industrial base and have it be
hollowed out beneath you. You should not be dependent
for that which is fundamental to your sovereignty on any
other nation. And if you’re going to be dependent on
someone, it darn well better be your best allies.”
„Souveränität ist Eure Grenze. Ihr seid berechtigt,
Grenzen zu haben. Ihr solltet die Produktion
medizinischer Produkte oder von Halbleitern nicht in
andere Länder auslagern. Ihr solltet Eure gesamte
industrielle Basis nicht auslagern und Wirtschaft nicht
aushöhlen. Ihr solltet bei den Dingen, ohne die es keine
Souveränität gibt, nicht von anderen Ländern abhängig
sein. Und wenn Ihr Euch entscheidet, von anderen
Ländern abhängig zu sein, dann sollten das verdammt
noch mal Eure besten Verbündeten sein.“
“When America shines, the world shines.
Close your eyes and think of a world without America
in it. It becomes pretty dark pretty darn quickly.”
„Wenn Amerika glänzt, dann glänzt die Welt. Schließt
Eure Augen und stellt Euch eine Welt ohne Amerika vor.
Eine solche Welt wird verdammt schnell ziemlich dunkel.“
Können Sie sich einen erwachsenen Menschen vorstellen,
der bei diesen Worten die Fassung verliert und
davonrennt? Können Sie sich einen Hans-Dietrich
Genscher, einen Franz-Joseph Strauss, eine Margaret
Thatcher, einen Ronald Reagan, selbst einen Helmut Kohl
vorstellen, die davonlaufen, wenn sie mit kritischen
Stimmen in klarer Sprache vorgetragen konfrontiert sind?
Nein.
Wir auch nicht.
Wir können uns die Angesprochenen vorstellen, wie sie
den verbalen Fehdehandschuh aufnehmen und ihre
Argumente, ihre Meinungen, ihre Überzeugungen in
ebenso klarer Sprache dagegen stellen, den Sprecher
in eine Diskussion verwickeln, mit ihm streiten.
Aber dazu muss man natürlich ein bestimmtes Niveau von
Reife und Kompetenz, von Selbstsicherheit und
Argumentationsfähigkeit mitbringen. Voraussetzungen, die
es heute nur noch selten zu geben scheint.
Heute führen klare Worte wie die von Lutnick dazu, dass
Popanze wie Al Gore denken, sie müssten die Rede mit
Zwischenrufen mehr oder minder geringer Qualität würzen,
und sie führen dazu, dass mental instabile und im Hinblick
auf den Reifegrad zurückgebliebene kleine Persönchen wie
Christine Lagarde, die auf Basis unbekannter
Qualifikationen zum EZB-Chef gemacht wurde, das
Abendessen verlassen und davonrennen, vermutlich, um im
stillen Kämmerlein abwechselnd vor Wut zu weinen, zu
schreien und Gegenstände zu zerstören.
Wann hat es angefangen, dass sich im Westen eine Gruppe
infantiler Personen, die weder über das psychologische,
noch das kognitive Make-up verfügen, das notwendig ist,
um politische Positionen zu bekleiden, in genau diesen
Positionen, für die sie vollkommen ungeeignet sind,
gehievt wurden und nun von aller Welt erwarten, dass
sie auf ihre psychologischen Befindlichkeiten Rücksicht
nehmen?
Die Vorstellung, dass Leute wie Lagarde mit einem
chinesischen Gegenüber verhandeln, zementiert Sorgenfalten
in der Stirn derjenigen, die sie haben, macht die Bedenken
zu einem steten Begleiter, wohlwissend, dass Personen wie
Lagarde einem Pan Gongshen (Chef der Chinesischen
Zentralbank) oder einem Lan Fo’an (Chinesischer
Finanzminister) absolut nichts, überhaupt nichts
entgegenzusetzen haben. Was will Lagarde, die vor
deutlichen Worten eines VERBÜNDETEN davonläuft, tun, wenn
ihr die beiden Chinesen mit vermutlich freundlicher, aber
ebenso klarer Verhandlungsposition, die Lagarde nicht mag,
gegenübersitzen? Mit dem Bleistift werfen? Rot anlaufen?
Davonlaufen und im Aufzug gegen das Panel schlagen?
Dass das politische Personal des Westens eher unter dem
Durchschnitt liegt, den man in Hinblick auf Kompetenz,
Fähigkeit, Intelligenz über die jeweiligen Bevölkerungen
bilden kann, ist vermutlich ein offenes Geheimnis, indes,
dass die Infantilität, die Unfähigkeit, anderer deutliche
Meinung zu ertragen, in diesen Kreisen so weit verbreitet
ist, dass es manche für normal halten, die Göre
heraushängen zu lassen, und erwarten, ein entsprechendes
Verhalten habe keine Sanktionen oder Konsequenzen zur
Folge, und vermutlich noch Beifall für ihren
Kleinkinder-Regress erwarten, das ist
erschreckend, denn es sagt einiges über das Umfeld aus,
in dem sich diese Kindlein bewegen…
Michael Klein studierte
Politikwissenschaft, Wissenschaftstheorie und
Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim,
seit 1994 ist er selbständig. Zunächst arbeitete er als
freiberuflicher Wissenschaftsjournalist, seit 1998 als
scientific consultant. Michael Klein ist nach
Großbritannien ausgewandert und lebt nun in Wales.
Seit 2011 betreibt er gemeinsam mit Dr. habil. Heike
Diefenbach das Wissenschaftsblog
SciFi – ScienceFiles.
[Kleinere redaktionelle Korrekturen. Red.]
Mit freundlicher Genehmigung von Michael Klein
übernommen aus
ScienceFiles.
Von Julius
Caesar, der am 15. März 44 v. Chr. ermordet
wurde, ist dieses Zitat überliefert. Und
Donald J. Trump handelt offenbar genau in
dieser Tradition.
Wo DJT in seiner Größe und Herrlichkeit den Raum
betritt, verstummen selbst die Privatjetflieger,
die sich zu einem kleinen Reparaturtreffen im kalten
Davos versammelt hatten, um die besten Hacks an ihren
Geräten zu diskutieren. Und dann kam ER. Plauderte
über eine Stunde, verließ das Manuskript und tat,
was er immer sonst auch tut: Er wurde zu Donald,
dem Meisterunterhalter, der die Kunst des Deals
beherrscht wie kein Zweiter.
Trump rechnete mit dem Klimabetrug ab
Green Scam, Klima-Betrug, ideologischer Selbstmord:
Die Begriffe flogen den andächtig lauschenden
Zuhörern entgegen wie Ohrfeigen, die sich nur ein
Cäsar erlauben kann, weil niemand wagt,
zurückzuschlagen. Was hier jahrelang als Heilslehre
gehandelt wurde, fiel in sich zusammen wie gläserne
Christbaumkugeln: klirrend, endgültig, unwiderruflich.
Das war kein Tabubruch, das war ein Sieg.
Ein Sieg über eine Erzählung, das längst mehr
Glaubenssatz als Wirtschaftspolitik ist. Ein Sieg
über die Diplomatensprache von Davos, in der
Zweifel als Ketzerei gelten und Realität als
Zumutung. An DJT perlt das ab.
Der nächste Triumph folgte leise – eine
neue UNO
Niemand widersprach, man schwieg, man lächelte,
man notierte. Nicht aus Höflichkeit, sondern aus
Einsicht. Denn Trump tat etwas, das sich vor ihm
keiner getraut hatte: Er kündigte die bestehende
Ordnung der Vereinten Nationen nicht. Er umging sie.
Eine alternative UNO müsse her – das traut
sich nur einer zu sagen, der den Sieg voraussieht
und nicht zaudert.
Der neue Friedensrat wurde in Davos feierlich
unterzeichnet.
Ein triumphaler Sieg für Trump: Am 22. Januar 2026
unterschrieb ER als Chairman die Charta, umgeben
von 17+ Nationen (u. a. Bahrain, Marokko,
Ägypten, Ungarn, Argentinien, Pakistan, VAE,
Saudi-Arabien). Eine Milliarde
Dollar für einen permanenten Sitz – wer zahlt,
profitiert. Deutschland fehlte: Friedrich Merz
musste dringend nach Brüssel zu Ursula, um die
alte Ordnung zu verwalten, während Trump die neue
gründet. Europa schweigt, die Weltordnung wechselt
den Besitzer.
Wer wagt so etwas?
Nicht Europa. Nicht Brüssel. Nicht jene, die seit
Jahren an Reformen glauben, die nie kommen. Nur
einer, der weiß, dass Systeme nicht sterben,
sondern ersetzt werden.
Veni, vidi, trumpi.
Er kam. Er sah. Und gründete einfach neu.
Meinrad Müller, Unternehmer im Ruhestand,
kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der
Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für Blogs
in Deutschland. Seine humorvollen und satirischen
Taschenbücher sind auf
Amazon zu finden.
Zuvor veröffentlicht in
MMnews.de,
mit freundlicher Genehmigung von Meinrad Müller übernommen.
Der
Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel
Günther, findet es gar nicht gut, was da in einer
großen deutschen Tageszeitung
über ihn geschrieben wurde. Er erklärt:
„Und wenn man dann wie die Chefredakteurin der BILD
allen Ernstes in einem Kommentar schreibt, dass sie
findet, dass ich als achteinhalb Jahre tätiger
Ministerpräsident in Schleswig-Holstein eine größere
Gefahr für die Demokratie darstelle als die AfD,
dann sage ich sehr, sehr klar: Dann muss die sich
mal hinterfragen, ob ihr Koordinatensystem verrutscht
ist. Ich werde mir die Frage definitiv nicht stellen.“
Was redet der Mann da?
Selbstverständlich
stellt der acht Jahre amtierende Ministerpräsident von
Schleswig-Holstein, Daniel Günther, eine
größere Gefahr für die Demokratie dar als die AfD,
allein schon wegen der Macht, die er innehat.
Gefährlich für die Demokratie ist nicht eine Meinung,
sondern Macht. Demokratie wird nicht durch die
bloße Existenz von Opposition ausgehöhlt, sondern
durch den Missbrauch staatlicher
Handlungsmöglichkeiten. Eine Partei, die sich in der
Opposition befindet und in keinem Bundesland
Regierungsverantwortung trägt, verfügt über diese
Möglichkeiten gerade nicht. Sie kann reden,
provozieren, polarisieren, aber sie kann nicht
entscheiden, nicht anordnen, nicht durchsetzen.
Ein Ministerpräsident hingegen führt eine Regierung,
kontrolliert Verwaltungsapparate, prägt
Institutionen, beeinflusst Gesetzgebung, Haushalte,
Personalentscheidungen und politische Kultur. Ihm
stehen reale Instrumente der Macht zur Verfügung.
Genau dieser Tatsache trägt das Grundgesetz
Rechnung. Das Grundgesetz ist kein Misstrauensvotum
gegen Bürger oder Parteien, sondern ein Abwehrrecht
gegen die Mächtigen. Es sagt nicht: „Oppositionen
dürfen dies und jenes nicht“, sondern: Mächtige
dürfen die Meinungsfreiheit nicht einschränken,
die Pressefreiheit nicht beschneiden und staatliche
Ressourcen nicht nutzen, um unliebsame politische
Konkurrenz zu delegitimieren.
Historisch zeigt sich immer wieder: Die größte
Versuchung entsteht dort, wo Macht bereits vorhanden
ist. Nicht selten waren es Regierende, die
öffentlich über Einschränkungen der Pressefreiheit
nachgedacht haben, über Parteiverbote fabulierten
oder staatlich geförderte Strukturen indirekt nutzten,
um zivilgesellschaftliche Organisationen gegen
politische Gegner in Stellung zu bringen.
Opposition hingegen agiert immer unter den
Bedingungen, die die Regierenden hinterlassen.
Sollte sie eines Tages an die Macht kommen, findet
sie genau jene Institutionen, Regeln und kulturellen
Standards vor, die ihre Vorgänger geschaffen oder
geduldet haben. Die eigentliche demokratische
Bewährungsprobe liegt daher immer bei denen, die
gerade regieren.
Wenn ein amtierender Ministerpräsident erklärt oder
suggeriert, die Opposition sei die größere Gefahr
für die Demokratie, stellt sich zwangsläufig eine
unangenehme Frage: Welche Strukturen hat er selbst
geschaffen, wenn er fürchtet, dass diese von
politischen Gegnern missbraucht werden könnten?
Es stellt sich aber eine noch unangenehmere Frage:
Wie wurden diese Strukturen bislang von dem
Ministerpräsidenten genutzt?
Wer Angst davor hat, abgewählt zu werden,
offenbart weniger Sorge um die Demokratie als
vielmehr Zweifel an der eigenen Amtsführung.
Gerd Buurmann schreibt und inszeniert als
Theatermensch in diversen freien Theatern von Köln
bis Berlin. Er ist Schauspieler, Stand-Up Comedian
und Kabarettist. Im Jahr 2007 erfand er die
mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow
„Kunst gegen Bares“. Mit seinen Vorträgen über
Heinrich Heine, Hedwig Dohm und den von ihm
entwickelten Begriffen des „Nathan-Komplex“
und des „Loreley-Komplex“ ist er in
ganz Deutschland unterwegs. Seit April 2022 moderiert
er den Podcast „Indubio“ der Achse des Guten. Sein
Lebensmotto hat er von Kermit, dem Frosch: „Nimm,
was Du hast und flieg damit!“
Veröffentlicht in
X.com, mit
freundlicher Genehmigung von Gerd Buurmann übernommen.
Wir wissen
Stand heute nicht, wie es ausgehen wird im Iran,
ob es dem verbrecherischen Regime gelingen wird,
die Proteste in einem Blutbad niederzuschlagen.
Doch die Geschichte der Okkupation Persiens durch
den Islam hält eine Botschaft bereit, die man
endlich zur Kenntnis nehmen muss: Es war die
europäische Linke, welche die Mullahs an die Macht
gebracht hat.
Das Bündnis zwischen Linken und dem Islam –
französisch „Islamogauchisme“ –
war und ist nichts anderes als beschämend. Die
Älteren, „Alt-68er“, werden sich erinnern, wie
es am 2. Juni 1967 zu heftigen Protesten gegen
den Besuch des persischen Operettenkönigs Schah
mit seiner Farah Diba in Berlin kam, ein
glamouröses Paar, stets schwärmerisch präsent
in den bunten Blättern, Repräsentanten eines
autoritären Regimes. Viele waren beeindruckt und
beeinflusst von den Erzählungen der eloquenten
Perser, die vor dem Schah nach Deutschland
geflohen waren. Doch viele von ihnen, was dem
damaligen Zeitgeist auch in Deutschland entsprach,
waren links bis sehr links. Und so hatten etwa
die Kommunisten der Tudeh-Partei Hand in Hand
mit den Anhängern der Theokratie gegen den Schah
demonstriert, der das Land modernisiert und zu
einer festen Stütze westlicher Vorherrschaft
gemacht hatte. Genau das war der Punkt, weshalb
die Linken ihn nicht mochten.
Die linke intellektuelle Elite Europas
applaudierte vielmehr den Mullahs – Michel
Foucault etwa, aber auch Jean-Paul Sartre.
Während man das zweifellos autoritäre Regime
des Schahs bekämpfte, sah man über die autoritäre
(maoistische) Linke hinweg, die ganz gewiss
keine Alternative bot. In Deutschland war das
Beschweigen der Verbrechen unter der Herrschaft
Stalins oder Maos auch eine Folge des sogenannten
Historikerstreits der 1980er-Jahre mit der
Betonung der Singularität der
nationalsozialistischen Verbrechen als das absolut
Böse. Der Verrat der Linken am Volk, das sie
zu befreien behaupteten, geriet aus dem Blick.
Wie um Himmels willen konnte man sich mit dem
alten Bärtigen zusammentun, mit Ruhollah
Khomeini, der mit einem Jumbo aus seinem
französischen Exil in den Iran gebracht wurde?
Mit Gandhi verglich manch einer ihn, er genoss
nicht nur die Unterstützung der französischen
Regierung, sondern auch irritierende Lobpreisung
im linken Teil der Öffentlichkeit. Nur die
italienische Journalistin und Schriftstellerin
Oriana Fallaci zeigte sich wenig andachtsvoll,
sie interviewte den alten Herrn und fragte ihn:
„Warum zwingen Sie die Frauen, sich wie ein
Bündel unter einem unbequemen und absurden
Kleidungsstück zu verstecken, in dem man weder
arbeiten noch sich bewegen kann?“ Doch aus
der Spontiszene in Frankfurt gab es eine
feministische Gegenstimme: Die Burka sei doch
irgendwie eine feine Sache, weil sie die
Konkurrenz unter Frauen abschaffe. Was waren
das nur für bizarre Bündnisse.
Die Aufstandsbewegung von 1978 und der Sturz
von Schah Mohammad Reza Pahlavi 1979 wurde dank
Frankreichs Unterstützung von Khomeini zur
„islamischen Revolution“, dabei war nirgendwo
im Nahen Osten die Zivilbevölkerung so säkular
wie im Iran. Im Übrigen machte die
Mullahherrschaft umgehend kurzen Prozess mit
den linken Iranern. Möglicherweise, hoffentlich
ist der „Islamogauchisme“ nachdenklichen Linken
heute peinlich. Doch auch Jüngere haben bereits
wieder Antworten auf das, was die Menschen
meinen, die unter Lebensgefahr in den iranischen
Städten demonstrieren. Denn siehe: Sie rufen
doch tatsächlich nach dem Sohn des Schahs, nach
Reza Pahlavi! Also ein reaktionärer Wunsch nach
der Rückkehr zur Monarchie – und ist
nicht Pahlavi eine Marionette der USA und
Israels? Nun: Wir wissen nicht, was jeder
einzelne der Demonstranten sich wünscht –
außer dem Verschwinden der Mullahs und ihrer
Schergen. Doch Pahlavi scheint eine verbindende
Figur zu sein, auf die viele sich einigen
können – das galt und gilt noch heute für
einige europäische Monarchien. Und warum
sollten sich Menschen, die unter Lebensgefahr
gegen das Regime protestieren, hernach
plötzlich einer „Marionette“ unterwerfen?
Doch da ist er wieder, der Gegner, der Linke
auf pittoreske Allianzen eingehen lässt: der
Westen. Dem zieht man offenbar noch immer
steinzeitliche Verhältnisse vor. Währenddessen
geht das Regime im Iran weiterhin brutal
gegen die Demonstranten vor. Doch Mitgefühl
ist nichts, was man von Linken erwarten kann,
denen der Kampf gegen „den Westen“ in Gestalt
von Israel und den USA das größere
Herzensanliegen ist. Es kommen einem die Tränen.
Nicht nur, wenn man sieht, wie todesmutig
Tausende Tag für Tag gegen das verkommene Regime
protestieren. Die Zahl der Toten wird steigen,
je mehr das Regime in Panik gerät. Die
jüngsten Signale aus Teheran lassen eine
Eskalation befürchten. Derweil fordert Donald
Trump die Iraner zum Durchhalten auf. Er
schreibt: „Protestiert weiter – übernehmt
eure Institutionen.“ Hilfe sei unterwegs.
Wirklich? Und doch: Es bleibt die Hoffnung,
dass die Perser sich befreien können und dass
mit dem islamischen Gottesstaat Iran auch die
Geldquelle für sämtliche Terrororganisationen
im Nahen Osten verschwindet.
Cora Stephan ist Publizistin und Schriftstellerin,
geboren 1951 in Niedersachsen, wohnt im hessischen
Vogelsberg und in Südfrankreich. Ihr bislang letztes
Sachbuch heißt „Lob des Normalen“ (2021). Ihre
zeithistorischen Romane „Ab heute heiße ich Margo“ und
“Margos Töchter” erscheinen bei Kiepenheuer & Witsch
(2017 und 2020).
Zuerst veröffentlicht in
Kontrafunk, mit
freundlicher Genehmigung von Cora Stephan
übernommen.
Freisprüche trotz untergeschobener Drogen und
gefälschter Briefe. Deutschlands Justiz auf
Abwegen: Zunehmend Lachnummer und Ärgernis zugleich
Alexander Schwarz
Welche
Pervertierungen der deutsche Rechtsstaat durchläuft, zeigt
sich nur in den zahllosen „kultursensiblen“ Urteilen
gegen kriminelle Migranten, sondern auch einer
zunehmenden Anzahl von ideologisch bedingter
Rechtsbeugung, die im Namen des Volkes gezielt gegen
jedes Gerechtigkeitsgefühl und menschennatürliches
Normalempfinden eben dieses Volkes begangen werden –
durch gesellschaftspolitisch motivierte Urteile,
die für keinen Menschen mehr nachvollziehbar sind.
Zwei aktuelle Beispiele der jüngsten Zeit zeigten
diese gefährliche Entwicklung wie unter dem Brennglas.
So befand das
Mannheimer Amtsgericht etwa
letzten Monat
allen Ernstes, dass es keine Straftat sei, wenn
Polizisten einem Verdächtigen ein Drogenpäckchen
unterschieben, um eine Handhabe für dessen Verhaftung
zu haben. Die Beamten hatten einen vorbestraften
Kleindealer dabei beobachtet, wie er ein Tütchen übergab,
hatten dieses aber aus „ermittlungstaktischen Gründen“
nicht kontrolliert. Bei dem Man wurde eine größere
Menge Bargeld gefunden, dessen Herkunft er nicht erklären
konnte, aber keine Drogen. Da man sonst nicht wusste,
wie man den Mann festnehmen sollte, schob einer der
Polizisten ihm einfach fünf Marihuana-Tütchen
unter und übernahm es auch selbst, das entsprechende
Protokoll zu schreiben, weil ein Kollege sich weigerte,
dies zu tun. Als er von anderen Kollegen damit
konfrontiert wurde, soll er einen von ihnen abgebrüht
gefragt haben, was „sein Problem” sei, ob er „nachts
nicht mehr schlafen“ könne, ob er moralisch oder seelisch
„ein Problem damit“ habe?
Kreative Urteilsbegründungen
Bei der Mannheimer Justiz jedoch stieß dieses klar
rechts- und amtswidrige Verhalten auf volles Verständnis:
Das Gericht wollte eine Straftat nicht erkennen –
und lieferte dafür abenteuerlichste Begründungen, die
Rechtsgeschichte schreiben dürften. Der Vorwurf der
Verfolgung Unschuldiger (Paragraph 344 Strafgesetzbuch)
komme hier nicht Betracht, da man diese Straftat ja
„nur an einem Unschuldigen“ verüben könne, was der
mutmaßliche Dealer aber nicht sei. „Auch grobe
Verfahrensverstöße zulasten des Beschuldigten, etwa
Beweismanipulationen, sind nicht tatbestandsmäßig“,
hieß es ausdrücklich. Subjektiv sei „das voluntative
Element der absichtlichen Verfolgung klar nicht erfüllt“,
weil der Polizist Beweise gegen einen seiner Meinung
nach Schuldigen fälschen wollte – aber eben nicht gegen
einen seiner Meinung nach völlig Unschuldigen. Nach
dieser Logik könnte man allerdings einen Verdächtigen
auch einfach erschießen, wenn man felsenfest davon
überzeugt ist, dass dieser selbst eine Waffe hat und
sie gleich einsetzen wird, erst recht, wenn er
einschlägig vorbestraft ist; es genügte dann, wenn
man jemandem nicht aus niedrigen persönlichen Motiven,
sondern in der festen Überzeugung von dessen Schuld
falsche Beweise unterschiebt.
Auch den Vorwurf des Vortäuschens einer Straftat
(nach Paragraph 145d StGB) verwarf das Mannheimer
Gericht: Dieses Delikt könne man nämlich als
Behördenmitarbeiter gar nicht verwirklichen, sondern
nur als „Externer“. Zudem habe der Polizist
seine Kollegen überhaupt nicht täuschen wollen, da er
hat ja offen gesagt habe, dass er die Beweismittel
unterschieben wolle. Andere naheliegende Vorwürfe,
wie Urkundenfälschung, wurden gar nicht geprüft, und
auch die Frage, woher der Polizist das
untergeschobene Marihuana überhaupt hatte,
interessierte nicht. Soweit die haarsträubende
Urteilsbegründung. Die Staatsanwaltschaft will zwar
Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen; da sich
dessen juristische Rabulistik sich aber tatsächlich
im Einklang mit geltender Rechtsprechung zu befinden
scheint (derartige Untiefen des deutschen
Rechtsstaates sind den meisten Menschen gar nicht
bewusst), obwohl das Unterschieben falscher Beweise
ein natürlich klassisches Verbrechen unter korrupten
oder „faulen“ Polizisten seit jeher ist und allein
in unzähligen Fällen thematisiert wird, ist es
zumindest fraglich, ob die Folgeinstanzen diese
Entscheidung wirklich aufheben, zumal auch bei den
dortigen Robenträgern die subversive Tendenz zur
Umkehr von jedem gewachsenen Rechtsempfindens
verinnerlicht ist.
Klarer politischer Kampfaktivismus mit kriminellen
Methoden
Ein weiteres andere atemberaubend Skandalurteil war
der Freispruch des sich als „Künstler“
inszenierenden
linksradikalen Aktivisten
Philipp Ruch vom „Zentrum für Politische Schönheit“
(ZPS) durch das Amtsgericht Berlin-Tiergarten von
Vorwurf der Urkundenfälschung –
obwohl die Kammer diesen Tatbestand als erfüllt ansah!
Allerdings überwiege in der Abwägung, na was wohl,
die „Kunstfreiheit“. Diese „Kunst“ bestand im
inkriminierten Fall darin, dass Ruch 2023 gefälschte
AfD-Briefe mit den Namen und Unterschriften der
„Bundesgeschäftsstelle“ an neun
AfD-Mitglieder versendet hatte, in denen
dazu aufgefordert wurde, „sämtliche Sachverhalte
[zu] sammeln, die für ein Verbot missbraucht werden
könnten“, da es eine angebliche Sichtungskommission
für ein mögliches Parteiverbotsverfahren gebe. Für
„relevante Hinweise“ gebe es als Dankeschön die
Teilnahme an einem Gewinnspiel, bei dem Tankgutscheine
und drei Wochenendreisen verlost werden. Die
Staatsanwaltschaft erkannte darin – völlig zu Recht –
den Versuch, die Partei und deren Mitglieder
„gezielt bloßzustellen“, und forderte eine
(leider eher als symbolisch anzusetzende) Geldstrafe
von 7.200 Euro.
Doch nicht einmal diese wird nun fällig. Denn Ruch
behauptete im Prozess frech, der Absatz über ein
„absurdes Gewinnspiel“ sei eingefügt worden,
damit niemand das Schreiben für echt halte – obwohl
gerade diese Passage am wenigsten stutzig machen ließ.
Er habe in dem Brief dazu aufgefordert, „alles zu
liefern, was es an rechtsextremen Umtrieben gibt“.
Die Unterschriften der Parteivorsitzenden habe er aus
dem Internet entnommen und eingefügt – so wie bei
früheren „Aktionen“. Die Vorsitzende
Richterin – wenig überraschend in Zeiten
einer linkspolitisierten Richterschaft –
schloss sich dieser perfiden Argumentation an. Zwar
sei der Tatbestand der Urkundenfälschung erfüllt,
die Aktion aber angeblich „klar als Kunstaktion“
erkennbar gewesen – und das, obwohl
natürlich außer Frage steht, dass die von Ruch
erhofften Einsendungen an von der AfD selbst
zusammengetragenem Belastungsmaterial unverzüglich
den politischen Gegnern der AfD zugeleitet worden
wären, die im Rahmen des angestrebten und auch vom
ZPS geforderten AfD-Parteiverbotsverfahrens als
„Beweise“ eingebracht worden wären.
Die falschen Romanfiguren
Denn ausgerechnet das ZPS betreibt seit letztem
Jahr die
verhetzende Webseite „AfD-Verbot“,
auf der eben angebliche Beweise für die
Verfassungswidrigkeit der AfD gesammelt und im
Stil einer Petition Unterstützer aggregiert werden;
weil diese „Beweise“ aber praktisch ausnahmslos
legitime Meinungsäußerungen unter der
Strafbarkeitsgrenze darstellen und sich allesamt auf
dem Niveau der berüchtigten
„Verfassungsschutz-Gutachten“
bewegen, mithin keine wirklichen Beweise sind (die
gibt es auch schlichtweg nicht), erhoffte sich Ruch
mit seiner Fake-Rundbriefaktion
offensichtlich, dass die AfD dann womöglich selbst in
die gestellte Falle tappt und ihm solche liefert.
Alleine der eindeutige Bezug der gefälschten Briefe
zu einer klaren politischen Forderung, die eben nicht
als „Kunstprojekt“, sondern als reale politische
Kampfaktion durchgeführt wird, hätte die letzten Zweifel
für das Gericht ausräumen müssen, dass Ruchs Verhalten
eben nicht von einer – ohnehin hier fast schon
grotesk überstrapazierten –
Kunstfreiheit gedeckt sein kann.
Wieder einmal wird dieses Rechtsgut nach arbiträren
politischen Kriterien bewertet – und mit
zweierlei Maß geurteilt: Letztes Jahr war dem
Juristen John Hoewer vom
Verwaltungsgericht Koblenz
der Zugang zum Rechtsreferendariat in Rheinland-Pfalz
unter anderem deshalb verweigert worden, weil dieser
in einem Roman schwarze Menschen durch die Verwendung
„menschenverachtender Bezeichnungen“ pauschal
herabgewürdigt habe. Hoewer lasse den „Erzähler eine
angestrebte ethnische Segregation damit erklären, dass
Nudeln und Kartoffeln für sich genommen köstlich seien,
man sie aber nicht zusammen in einer Pfanne zubereiten
möge“, hielten ihm die Richter, die sich kurzerhand
zu Literaturkritikern aufwarfen, vor. Zudem vertrete
er die These, „Maghrebiner“ seien keine
„richtigen Franzosen“, der Fußballspieler David
Alaba könne wegen seiner Hautfarbe kein Deutscher
oder Österreicher sein, und es werde auch ausgeführt,
„ein ‚Affenjunge‘ oder ‚Schimpanse‘ solle keine
deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Insbesondere
schwarze Menschen werden durchgehend als ‚Neger‘,
‚Erdnussköpfe […] oder Erdnuss-Louies‘ oder mit
Affenvergleichen pauschal herabgewürdigt“.
Zunehmende politische Vereinnahmung der Justiz
Dass es sich bei Hoewers überzeichneten Darstellungen
um Charaktere seines Buches handelte, ließen die
richterlichen Gesinnungswächter nicht gelten. Sie
tadelten ebenfalls, dass eine Romanfigur geäußert
habe, dass der Staat dafür sorgen solle, „dass wir nicht
zu Fremden im eigenen Land werden“. Auch und gerade
wegen dieser Passagen sah das Gericht, das eine
akribische Exegese des Romans betrieben hatte,
mangelnde Verfassungstreue. Diese unglaubliche
Skandalentscheidung missachtete einen selbsterklärenden
und über jeden Zweifel erhabenen Fall von
tatsächlicher Meinungs- und Kunstfreiheit (es
handelte sich um einen Roman!) und behauptete, diese
spielten hier keine Rolle. Willkürlich setzte die
Kammer den Autor mit seinen Romanfiguren gleich und
attestierte auch gleich noch
Verfassungsfeindlichkeit –
um aus dem Buchinhalt einen Grund zu konstruieren,
einem jungen Juristen die Möglichkeit zu verweigern,
seine Laufbahn fortzusetzen. „Diese Aussagen sprechen
für sich. Sie verdeutlichen, dass der Antragsteller
ein mit Art. 1 Abs. 1 GG unvereinbares Menschenbild
vertritt, welches er durch die Verwendung
menschenverachtender Bezeichnungen zum Ausdruck bringt“,
hieß es in dem Urteil. Immerhin entschied im November
dann das Oberverwaltungsgericht in Sachsen dass Hoewer
im Freistaat zum Referendariat zugelassen werden muss.
Dennoch: Es sind Fälle wie diese, die die zunehmende
politische Vereinnahmung der Justiz durch ideologische
Selbstgleichschaltung belegen und eine den
Rechtsfriedens zunehmend gefährdende, teilweise bizarre
Willkür offenbaren, die an vielen Gerichten herrscht.
Das Vertrauen in den deutschen Rechtsstaat wird durch
solche Urteile nachhaltig erschüttert.
Zuerst veröffentlicht in
ANSAGE!,
mit freundlicher Genehmigung übernommen.
Wenn wir
in die Geschichtsbücher schauen, erfahren wir
zumeist nur das, was wir erfahren dürfen und
wissen sollen. Ein jüngeres Beispiel dafür ist
die Darstellung des Ukraine-Konflikts. Angeblich
hat er im Februar 2022 begonnen, als die
russische Armee in das Nachbarland einmarschierte.
Die Vorgeschichte wird verschwiegen, nach
vorherrschender Meinung handelt es sich um einen
unprovozierten „brutalen Angriffskrieg“, einen
Überfall auf ein souveränes, demokratisch
regiertes Land.
Nur beiläufig wird ein „Regierungswechsel“ erwähnt,
der 2014 stattfand. In Wikipedia heißt es dazu:
„Im Februar 2014 brach infolge der Annexion der Krim
durch Russland und des Krieges im Donbas ein bis
heute andauernder Konflikt zwischen beiden Ländern
aus. Die Krim und Teile des Donbas befinden sich
seither unter russischer Kontrolle. (…) Am 24.
Februar 2022 begann der Überfall auf die Ukraine…“[1]
Dass es sich 2014 in Wirklichkeit um einen von
ausländischen Kräften organisierten, lange vorbereiteten
blutigen Putsch gehandelt hat, erfährt der
Geschichtsbeflissene bestenfalls aus geächteten
Büchern sowie den sogenannten alternativen Medien und
deren Berichterstattung im Internet und bei YouTube,
soweit das nicht als „Desinformation“ oder „Fakenews“
gelöscht wird. KI wird in erheblichem Maße dazu
beitragen, die Weltgeschichte im Sinne fanatisch
vertretener Meinungen und Ideologien zu fälschen.
Die imperiale Langzeitstrategie der USA
Fast überall, wo Kriege ausbrechen, so auch in der
Ukraine, lassen sich bei näherem Hinschauen die USA
mit ihren Diensten, insbesondere der CIA, als Urheber
identifizieren. Seit etwa 200 Jahren ging und geht
es letztlich immer um die globale Vorherrschaft der
USA und um deren Ausbeutung anderer Länder. Wenn man
das weiß, lassen sich fast alle Krisen und Kriege
der letzten Zeit erklären, auch der Ukraine-Krieg
und die Bedrohungslage für Deutschland und Europa,
die nicht nur von den USA, sondern paradoxerweise
auch von den Staaten der Europäischen Union,
allerdings unter der Ägide der USA, herbeigeführt
worden ist.[2] Nichts daran ist zufällig, alles ist
geplant, oft über lange Zeiträume.
An den Prinzipien dieser Imperialpolitik hielten
alle Präsidenten der Vergangenheit bis in die
Gegenwart fest, und zwar entsprechend den
Instruktionen der im Hintergrund agierenden
jeweiligen Schattenregierung (auch »Tiefer Staat«
genannt), also insbesondere der Wirtschafts- und
Finanzeliten sowie des Militärisch-industriellen
Komplexes. Das gilt auch für Donald Trump mit
seinem Anspruch „America first“. Mit seiner
unberechenbaren Zoll- und Sanktionspolitik, seinen
„Deals“ und Interventionen versucht er offenbar,
einen drohenden Zusammenbruch des US-amerikanischen
Wirtschafts- und Finanzsystems zu verschleiern
beziehungsweise zu verhindern. In diesem
Zusammenhang ist auch der völkerrechtswidrige
Angriff vom 3. Januar 2026 auf Venezuela zu sehen,
bei dem es um den Zugriff auf Öl, Gas und andere
Ressourcen des Landes geht.
Die Ära des US-Imperiums neigt sich deutlich sichtbar
ihrem Ende zu. Seit die USA um die vorletzte
Jahrhundertwende die britische Weltherrschaft abgelöst
haben, beanspruchen sie für sich, eine „exzeptionelle
und unverzichtbare“ Nation zu sein, ein auserwähltes
Volk: „God’s own Country“. Und nach Auffassung ihrer
Machteliten sind die Vereinigten Staaten von Amerika,
„the land of the free and the home of the brave“,
wie es auch die Nationalhymne verkündet, dazu berufen,
die Welt zu beherrschen.
Zu diesem Selbstverständnis trägt wesentlich bei,
dass die US-amerikanische Gesellschaft in weiten Teilen
und bis in den Kongress hinein
religiös-fundamentalistisch
fanatisiert ist. Bis in die Gegenwart ist hier die
Wahlverwandtschaft zwischen Puritanismus und
Kapitalismus, eine „ökonomische Prädestinationslehre“ –
wen Gott liebt, den lässt er reich werden – tief
verwurzelt. Zur Durchsetzung ihres unipolaren Anspruchs
haben die USA seit dem 19. Jahrhundert eine
Langzeitstrategie entwickelt, wozu die
Aufrechterhaltung einer übermäßig hochgerüsteten Armee
und die Einrichtung von etwa 1.000 Militärstützpunkten
in aller Welt gehören.
Außerdem haben sie die ganze Welt mit einem Netz ihrer
Thinktanks und „Nichtregierungsorganisationen“ überzogen,
die im Interesse der USA hinter den Kulissen wirksam
sind. Hinzu kommt eine der US-Gesellschaft
inhärente kulturelle Dimension, ein Charakteristikum,
dem allgemein zu wenig Bedeutung beigemessen wird.
Während sich die europäische Kultur seit der Epoche
der Aufklärung in ihren Grundzügen in der Vernunft
(Ratio), Selbstfindung und Entwicklung des Individuums
in einer humanen Gesellschaft verortet, spricht eine
in den USA entwickelte „Unterhaltungs-Kultur“ mehr die
Instinkte und Begierden an und ist insofern in ihrer
Oberflächlichkeit leichter zu konsumieren. Hollywood
und Disneyland haben sich über die ganze Welt
ausgebreitet. Sie sind in die Wohnzimmer eingedrungen,
haben die Jugend geprägt und in den Köpfen der
Erwachsenen Fuß gefasst.
Diese Hauptströmung in der US-amerikanischen
Gesellschaft gründet sich auf dem Selbstbewusstsein
einer Eroberer-„Kultur“, die seit jeher
über Leichen ging, und sich skrupellos an allem
bediente, was andere Nationen zu bieten hatten.
Bezeichnend, dass sie ihre Raketen nach einem
griechischen Gott (Apollo) nannten, und ihre Autos
nach einem Indianerhäuptling (Pontiac), den sie
ermordet haben. Es entstand ein Kulturimperium, in
dem es um Äußerlichkeiten und Profit geht. Der Ausweg
wäre das Verlassen dieses Irrwegs, der in die Sackgasse
eines inneren Infantilismus führt.
Die anderen USA
Dwight D. Eisenhower sagte 1953: „Jede produzierte
Waffe, jedes auslaufende Kriegsschiff, jede abgefeuerte
Rakete bedeutet letztendlich einen Diebstahl an denen,
die hungern und man gibt ihnen kein Essen, an denen,
die frieren und keine Kleidung erhalten. Diese
waffenstarrende Welt verschwendet nicht nur Geld,
sie opfert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, das Genie
ihrer Wissenschaftler, die Hoffnungen ihrer Kinder.“
Das sagte ein nicht unkritisch zu sehender US-Präsident
im Ruhestand im Stadium vielleicht der Altersweisheit.
Dass aber die Politik der USA seit etwa zweihundert
Jahren die „waffenstarrende Welt“, von der Eisenhower
sprach, repräsentierte, geht aus den Stellungnahmen
zweier berühmter amerikanischer Schriftsteller hervor.
James Fenimore Cooper, Autor der
Lederstrumpf-Geschichten und
bedeutender historischer Romane, schrieb vor fast
zweihundert Jahren über die puritanischen Yankees, die
er „Heuschrecken des Westens“ nannte: „Sie schicken
ihre Schiffe in alle Welt, um für ihre Ziele Krieg zu
führen“. Und Herman Melville (1819-1891), weltbekannt
geworden durch seinen Roman „Moby Dick“, war der Meinung:
„Piraten sind’s, der Erdball ihre Beute, / Grau und
verlogen, Mammons Leute ...“
Ihre Kritik bezahlten Cooper und Melville mit Boykott
und Isolation. Coopers Werke wurden in seiner
Heimatstadt Cooperstown, die sein Vater gegründet hatte,
öffentlich verbrannt; Melville musste später seinen
Lebensunterhalt als Zollinspektor im New Yorker Hafen
verdienen, nachdem niemand mehr seine Bücher kaufen
wollte. Das „Imperium“ strafte sie ab. Die
Diskreditierung Andersdenkender ist also keine
Neuerscheinung, das hat es immer schon gegeben, ebenso
wie Militarismus und Kriege. Eisenhower stellte die
Frage, die sich gerade heute jeder Politiker stellen
sollte: „Gibt es keine andere Art zu leben?“
Ja, die gibt es selbstverständlich. Es könnte schön
und gut und friedlich sein, die materiellen und
mentalen Voraussetzungen sind seit Langem vorhanden.
Stattdessen herrschen Chaos, Konflikte und Krieg. Aber
es gibt kaum Widerstand. Unbehelligt forcieren die
britische, französische und deutsche Regierung den
Krieg in der Ukraine unter Aufgabe des Wohlstands
ihrer Bevölkerungen ohne Rückendeckung der
Trump-Regierung, die weiter ihren
imperialistischen Kurs verfolgt. Russland soll besiegt
werden, und viele der Politiker und Politikerinnen,
die durch Patronage der US-Vorgängerregierungen
und deren einflussreiche Organisationen
Führungspositionen erlangt haben, betreiben diese
existenzgefährdende Politik rücksichtslos weiter.
Deutschland vor wirtschaftlichem Ruin und Dekadenz
Deutschland rüstet gegen Russland auf, und
Bundeskanzler Friedrich Merz nennt Wladimir Putin,
den Präsidenten der Atommacht Russland, „den vielleicht
schwersten Kriegsverbrecher unserer Zeit“.
Nachgiebigkeit sei deshalb fehl am Platz, sagt Merz.
Er habe „keine Veranlassung, Putin an irgendeiner Stelle
Glauben zu schenken“.[3] Was ist das für eine Politik?
Kann denn Putin den westlichen Politikern Glauben
schenken, nachdem die Friedensvereinbarungen von Minsk
lediglich dazu dienten, Russland zu täuschen und die
Ukraine auf den Krieg gegen Russland vorzubereiten?
Angela Merkel, François Hollande und Petro Poroschenko
haben das öffentlich zugegeben.[4]
Diese brandgefährliche Verlogenheit, die hier zu Tage
tritt, die mit einer Täuschung und Indoktrination der
Bevölkerung einhergeht, an der die Medien maßgeblich
beteiligt sind, kennt keine Grenzen mehr. Sie sticht
auch ins Auge, wenn im Sozialetat Deutschlands um jede
Position gefeilscht wird, aber zum Beispiel Friedrich
Merz beim Bürgergeld fünf Milliarden einsparen
wollte,[5] während zugleich Lars Klingbeil der Ukraine
7,2 Milliarden zusagte[6].
Deutschland soll „kriegstüchtig“ werden, und die
Berliner Regierung hat astronomische Ausgaben für die
Aufrüstung bereitgestellt. Warum dieser Aderlass?
Angeblich will Russland nach der Ukraine Westeuropa
erobern. Aber dafür gibt es keinerlei Belege. Putin
hat solche Absichten niemals geäußert, obwohl er
ständig provoziert wird. Trotzdem wird in einem Maße
hochgerüstet, dass inzwischen ein dritter Weltkrieg
nicht mehr auszuschließen ist. Die Frage, was zu
dieser gegenwärtigen hochbrisanten Lage geführt hat,
bleibt offen. Hat denn Russland durch den Einmarsch
in die Ukraine tatsächlich die „friedliche europäische
Sicherheitsarchitektur“ zerstört, wie behauptet wird?
Unterstellungen, Verschleierung und Lügen,
Verletzungen des Völkerrechts, Missachtung jeglicher
Humanität. Um in diese auf den ersten Blick völlig
undurchsichtige Politik Licht zu bringen, ist der
Blick auf die geopolitischen Zusammenhänge zu richten,
mit denen wir es zu tun haben. Ein großer Teil der
Menschheit leidet unter den gegenwärtigen Verhältnissen,
ohne zu begreifen, was sich wirklich abspielt.
Zwei Systeme und die Chance für Europa
Global gesehen, stehen wir vor dem Ende der imperialen
regelbasierten Ordnung und vor der Realisierung neuer
gesellschaftspolitischer Vorstellungen, die auf
Humanität und der Gleichberechtigung von Menschen
und Völkern beruhen, mit anderen Worten: auf den
in der Charta der Vereinten Nationen festgeschriebenen
Grundsätzen. Wie auch immer die Politik der
US-Regierung unter Trump weitergeht: Viele
Staaten des Globalen Südens einschließlich China und
Indien, aber auch Russland, lassen sich – unabhängig
von der jeweiligen Präsidentschaft –
eine Bevormundung und Unterdrückung durch die USA nicht
mehr gefallen, und das ist die große Mehrheit der
Weltbevölkerung. Es kristallisiert sich immer mehr
heraus, dass die Zukunft bei BRICS und der
Belt-and-Road-Initiative liegt.[7]
Die Präsidenten Obama und Biden trieben die militärische
Konfrontation mit Russland in der Ukraine auf die
Spitze. Trump dagegen will Deals mit denselben
Intentionen, nämlich Russland wirtschaftlich und
strategisch zu vereinnahmen und damit eine zweite Front
gegen China zu bilden. Europa ist dadurch ins Abseits
geraten, es ist wirtschaftlich, militärisch und kulturell
im Niedergang begriffen.
Aber gerade in dieser Situation bestünde die Chance,
sich aus der Vasallenschaft sowie der militärischen
und kulturellen Umklammerung der USA zu lösen und zu
den eigenen kulturellen Wurzeln zurückzufinden. Insofern
stellt sich die Ukraine-Krise im weitesten
Sinne auch als Auseinandersetzung zwischen zwei
Kulturkreisen dar: der in die Dekadenz abgleitenden
US-amerikanisch dominierten westlichen
Kultur und einer historisch gewachsenen konservativen
europäisch Kultur.[8] Das im Krieg befindliche Russland
mag zwar nicht das Vorzeigeland für Bürgerrechte sein,
und in den USA gibt es natürlich nicht nur minderwertige
Unterhaltung; aber ausgehend von der Überzeugung, dass
Kultur die Grundlage einer Gesellschaft ist, kommt dem
Kulturimperialismus der USA eine wesentliche Bedeutung
zu. Es ist nicht zu übersehen, dass sie sich mit
Hollywood und Disneyland neben ihrem militärischen
Vorgehen den Einfluss auf Milliarden Menschen geschaffen
haben.
Es scheint so, dass in Russland, dem größten Land
Europas, trotz der Aggressions- und
Kriegspolitik des Westens und trotz vieler Probleme
versucht wird, eine europäische Kultur der Bewusstheit,
Spiritualität und Humanität zu bewahren, wie immer
man dazu stehen mag. Darauf deutet eine Äußerung
des russischen Präsidenten Wladimir Putin hin. Bei
einem Treffen mit Kulturschaffenden im März 2024 sagte
er: „Dort, in der europäischen Kultur, gibt es heute
viel Gutes, aber auch viele Probleme. So haben wir die
einmalige Gelegenheit zu sehen, was in der
postindustriellen Gesellschaft und in der Welt
geschieht, und angemessen sowie rechtzeitig darauf zu
reagieren.“[9]
Was sich an Hass und Hetze gegen Russland abspielt und
von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung hingenommen
und von Teilen der Gesellschaft sogar mitgetragen
wird,[10] ist ungeheuerlich. Es wird unter diesen
Bedingungen schwierig sein, mit Russland in absehbarer
Zeit wieder zu einem vertrauensvollen Miteinander
zurückzufinden, was aber erforderlich wäre, um
wirtschaftlich wieder zu gesunden und die europäische
Kultur vor den destruktiven, politisch zu bewertenden
US-amerikanischen Einflüssen zu
bewahren.
Doch in Deutschland, dessen Bevölkerung sich in eine
Vorkriegssituation treiben lässt, wird vieles, was mit
Verbindungen nach Russland und mit russischer Kultur
zu tun hat, eliminiert. Und Staatsanwaltschaft und
Gerichte gehen gegen alles vor, was als Kritik an den
Verantwortlichen für die unhaltbaren Zustände angesehen
wird. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, bedürfte
es einer starken und bewussten Zivilgesellschaft.
Daher muss Aufklärung der Bevölkerung abseits der
Systemmedien ein Hauptanliegen aller Friedenskräfte
sein.
Ausblick
Wie könnten Deutschland und Europa dastehen, wenn die
vielfältigen Verbindungen zu Russland nicht unterbrochen
worden wären. Gerade für Deutschland hatten sich mit
Russland für beide Seiten besonders vorteilhafte
wirtschaftliche Beziehungen entwickelt. Daran gälte es
wieder anzuknüpfen, und zwar solange Wladimir Putin
noch Präsident ist. Er hat bekanntlich eine
deutschfreundliche Einstellung und trotz der massiven
persönlichen Anfeindungen bis in die jüngste Zeit
mehrmals ein freundliches Miteinander angeboten.
Zur Herbeiführung eines solchen Politikwechsels bedürfte
es einer grundlegenden Neuorientierung. Dabei kann es
nicht darum gehen, die transatlantischen Beziehungen
aufzugeben. Vielmehr müsste sich ein neutrales
Deutschland sowohl nach Übersee als auch nach Osten
offenhalten. Zudem gälte es, die von Donald Trump in
die Wege geleitete Annäherung an Russland sowie die
zentrifugalen Tendenzen in der EU zu nutzen, solange
dieses Fenster noch offen steht, um die Anmaßungen
der Vertragsorganisation EU zu beenden und zu einem
Europa souveräner Staaten, dem sogenannten Europa
der Vaterländer, zurückzukehren, ohne dabei die
Kooperation untereinander in Frage zu stellen.
Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur.
Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. Zuletzt
erschien im Verlag Hintergrund sein Buch „Geopolitik
im Überblick. Deutschland-USA-EU-Russland“,
Berlin 2025.
Manchmal schreibt
die Realität Satiren, die so plump sind, dass man sie
jedem Drehbuchautor als „zu dick aufgetragen“ zurückgeben
würde. Da steht
Daniel Günther
(wegen seiner auffälligen Affinität zur Linkspartei auch
„Genosse Günther“ genannt),
CDU-Ministerpräsident und
personifizierter „liberaler Flügel“ seiner Partei, auf
einer Bühne und schmettert mit einer Inbrunst, die man
dem biederen Eckernförder kaum zugetraut hätte, den
Ballermann-Gassenhauer „Layla“.
„Ich hab ’n Puff und meine Puffmama heißt Layla /
Sie ist schöner, jünger, geiler.“ Beim Grölen
sexistischer Zeilen ist Günther ganz bei sich. Es ist
seine ganz persönliche Interpretation von Freiheit und
der Würde des Amtes eines Ministerpräsidenten.
Im Sessel bei Markus Lanz wird Daniel Günther ganz
anders
Doch diese alkoholschwangere Freiheit endet exakt dort,
wo das Zeltfest-Mikrofon aus- und das
öffentlich-rechtliche Studio-Mikro
angestellt wird. Sobald der politische Ernst beginnt,
mutiert „Günni“ aus Kiel zum bleiernen Paternalisten.
Kaum sitzt er bei
Markus Lanz
weicht die liberale „Puffmutter-Attitüde“ dem
Kontrollzwang eines Mannes, dem das Monopol über das
Narrativ entglitten ist.
Was wir am
7. Januar 2026 im ZDF erleben durften,
war nichts weniger als Günthers Frontalangriff auf das
Grundgesetz. Auf die schlichte Frage, ob er unliebsame
Medien – namentlich Portale wie Nius –
„regulieren, zensieren oder gar verbieten“ wolle,
antwortete Günther mit einem trockenen: „Ja.“ Zuvor
hatte er noch eitel betont, er spreche in der Sendung
„nicht als Bürger“, sondern als Ministerpräsident.
Daniel Günther überraschte mit seinen Argumenten
für eine Social-Media-Zensur Moderator Markus Lanz.
(Cornelia Lehmann, ZDF)
Ein amtierender Regierungschef bedroht die freie
Presse
Hier spricht also die Staatsmacht: Ein amtierender
Regierungschef bedroht die freie Presse und brandmarkt
ein Nachrichtenportal als „Feind der Demokratie“. Ein
Bekenntnis zur Zensur vor einem Millionenpublikum. Die
Begründung ist dabei von einer intellektuellen
Dürftigkeit, die jedem Mittelschüler, der den Begriff
„Pressefreiheit“ gerade erst bei Wikipedia
nachgeschlagen hat, die Schweißperlen auf die Stirn
treibt: Diese Medien würden die „Regierungsarbeit
stören“.
Herr Günther, Artikel 5 des Grundgesetzes ist ein
Abwehrrecht des Bürgers gegen den Staat – kein
Ermächtigungsgesetz für beleidigte Politiker, denen die
Presse zusetzt. Die Presse ist nicht dazu da,
ungestörte „Regierungsabläufe“ zu gewährleisten.
Ihre vornehmste Aufgabe ist es, diese Abläufe zu stören,
zu prüfen und – wenn sie es für richtig hält – ihre
Bewertung auch scharf zuzuspitzen. Wer die „Störung“
durch die Presse verbieten will, hat den Kern unseres
freiheitlichen Staates nicht nur nicht verstanden, er
verachtet ihn.
Günther forderte ein Social-Media-Verbot für unter
16-Jährige
Doch Günther legte nach. Er schwadronierte von der
„Infiltration“ unserer Kinder durch Tech-Konzerne und
forderte ein Social-Media-Verbot für unter
16-Jährige. „Infiltration“ –
ein Begriff aus den giftigsten Archiven der
Stasi-Unterlagenbehörde, bislang ein
Fremdkörper im Diskurs einer angeblich
christlich-demokratischen Partei.
Wer Bürger als wehrlose Opfer fremder „Infiltration“
betrachtet, dem fehlt das Zutrauen in den mündigen Bürger,
der das Fundament unserer Demokratie bildet.
Besonders grotesk wird es, wenn Günther fordert, die
Politik müsse über „Qualitätskriterien“ für den
Journalismus entscheiden. Das ist die ultimative Anmaßung:
Der Kontrollierte will den Kontrolleur kontrollieren.
Eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte
Presse ist ein „Wesenselement des freiheitlichen Staates“.
Günthers Vorstoß ist kein Schutz der Demokratie, es ist
der Schutz seiner Macht mit der Brechstange der Repression.
Aber Daniel Günther ist mit seinem autoritären
Sehnsuchtsrausch nicht allein. Wenn es darum geht,
kritische Stimmen mundtot zu machen, findet sich
schnell ein treuer Vasall. Andreas Bovenschulte
( SPD),
dessen Namen viele vielleicht noch nie gehört haben, ist
der Bürgermeister von Bremen. Seine politische Erfolgsbilanz
ist ernüchternd: Sein Bundesland ist Letzter in der Bildung,
Erster bei der Verschuldung und Spitze in der Kinderarmut.
Andreas Bovenschulte (SPD) ist Bürgermeister von Bremen.
(Sebastian Gollnow/dpa)
Bürgermeister verwendet Wortschatz der Stasi
Und ausgerechnet dieser politische Verlierer fabulierte
nun auf X davon, dass Medien, die angeblich an der
„Zersetzung des politischen Diskurses“ mitwirken, eine
Gefahr seien. „Zersetzung“, der offizielle Fachterminus
des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR, um
Oppositionelle psychisch und schließlich physisch zu
vernichten. Dass ausgerechnet ein SPD-Politiker
dieses dunkle Kapitel deutscher Überwachungsgeschichte
sprachlich reaktiviert, um Günthers Zensur-Fantasien zu adeln,
ist ein Triumph politischer Instinktlosigkeit.
Wenn die „Puffmutter-Fraktion“ der Union sich mit den
„Zersetzungs-Experten“ der SPD
zusammentut, um das Grundgesetz auszuhebeln, dann ist die
Demokratie tatsächlich in Gefahr. Aber nicht durch
kritische Medien, sondern durch Politiker, die ihre
eigene Fehlbarkeit durch das Verbot von Kritik
kaschieren wollen.
„Badischer Beobachter auf 8 Tage verboten –
Wegen böswilliger Verächtlichmachung der Regierung“, meldete
das NSDAP-Blatt „Der Führer“ am 08.04.1933. Daniel Günther
ist den „Scheiß Nazis“ (Originalton Günther auf der
Zeltfest-Bühne) in der Wahl seiner Methoden näher, als
er es mit seinem Selbstbewusstsein eines mittelmäßigen
Mannes zu erkennen vermag.
Anmerkung: Der Autor vertritt Nius und deren Chefredakteur Julian Reichelt anwaltlich.
Mit freundlicher Genehmigung von Joachim Steinhöfel
übernommen aus
BERLINER KURIER.
Joachim Nikolaus Steinhöfel, geboren 1962 in Hamburg,
ist einer der profiliertesten deutschen Wettbewerbsrechtler.
Sein prozessuales Wirken trug wesentlich zur Liberalisierung
des bundesdeutschen Wettbewerbsrechts bei. Schon 2004 stellte
das Handelsblatt fest: „Fast 200 Fälle hat er zum BGH
hochprozessiert, rund 70 Prozent davon gewonnen“. Seit 2007
betreibt Steinhöfel ein politisches Blog. Seit 2008
erscheinen seine Beiträge auf „Die Achse des Guten“.
Parallel zu seinem Studium der Rechtswissenschaften an
der Unversität Hamburg war Steinhöfel für den ersten
landesweit ausstrahlenden, privaten Rundfunksender
(Radio Schleswig-Holstein) tätig, um der
monopolistischen akustischen Notversorgung durch die
öffentlich-rechtlichen Anstalten ein Ende zu bereiten.
Später moderierte er Sendungen für RTL und RTL 2 und
trat als Werbe-Testimonial für Europas grössten
Anbieter von Unterhaltungselektronik, den er auch anwaltlich
vertrat, auf. 1999 gewann er den Werbepreis „Effie“
in Silber für die Kampagne „Gut, dass wir verglichen
haben“. Der Effie gilt als wichtigster deutscher
Marketingpreis.
Sehr geehrte
Damen und Herren, die
globale Temperatur
hat sich im Dezember 2025
weiter deutlich verringert. Sie beträgt nur noch
um 0,3 Grad Celsius höher als das langjährige
Mittel. Das Jahr 2025 war insgesamt deutlich
kühler als 2024. Der Abkühlungstrend wird fortgesetzt.
Eine grundsätzliche Lehre aus dem
Terroranschlag auf das Berliner Stromnetz
Die Stilllegung der Stromversorgung im Süden
Berlins hat uns die Fragilität der Politik der
Energiewende vor Augen geführt. Ziel der
Energiewende ist es ja, nicht nur die
Stromversorgung auf Wind- und Sonnenenergie
umzustellen, sondern auch die beiden anderen
Säulen der Energieversorgung, nämlich die
Wärmeversorgung und den Verkehrssektor auf Strom
umzustellen. Alles auf Strom heißt, auf Gas und
Öl im Wärmesektor und Öl (Benzin/Diesel) im
Kraftfahrzeugsektor zu verzichten.
Sektorkopplung nannte man diese Verengung der
Energieversorgung auf einen Energieträger. Diese
Sektorkopplung wurde von den grünen Hohepriestern
als nachhaltiges Zukunftsmodell verbreitet und
gefeiert. In seinem Ursprung war es ein Versuch,
die Schwäche der Erneuerbaren Energien zu
korrigieren, die in wind- und solarstarken Zeiten
zu nicht verwertbaren Überschüssen führen. Diese
nutzlosen Überschüsse sollten nach Speicherung in
den Wärmesektor und den Kraftfahrzeugsektor
gedrückt werden. Dass diese Sektorkopplung zu
einer exorbitanten Kostensteigerung führt, ist
oft genug an dieser Stelle beschrieben worden.
Die Gesamtkosten der Energiewende bis 2045
beziffert Frontier economics mit unbezahlbaren
4800 bis 5400 Milliarden Euro.
Aber nun führt uns der Anschlag von Berlin vor
Augen, dass ein solches, allein auf Strom
basierendes Energiesystem höchst anfällig ist.
Wir erfahren, dass beim Stromausfall auch die
Wärmeversorgung ausfällt, jedenfalls dann, wenn
sie durch Wärmepumpen erzeugt werden soll.
Und zu allem Überfluss lernen wir, dass bei
Minusgraden den Wärmepumpen durch platzende
Rohre der Totalverlust droht. Diesen Beipackzettel
gab es jedenfalls bislang nicht beim Habeckschen
Heizungsgesetz, das die schwarz-rote
Bundesregierung nahtlos weiterführen will. Der
Inhalt des Gesetzes wird gleichbleiben, damit
die Bürger das aber nicht so richtig mitbekommen,
soll der Name des Gesetzes geändert werden.
Wir lernen auch, dass bei einem großflächigen
Stromausfall auch die E-Fahrzeuge nur dann
weiterhelfen können, wenn sie zufällig vor dem
Knall aufgeladen worden sind. Anderenfalls
fällt auch diese Nutzung aus. Es war bislang
eine große Resilienz (Widerstandsfähigkeit) damit
verbunden, auf zwei speicherfähige Systeme für
75 % der Energieversorgung zurückgreifen zu
können, nämlich die Gasversorgung für die Wärme
und die Kraftstoffversorgung für die Mobilität.
Dass die dritte Säule, die Stromversorgung,
die bislang 25 % des Energieverbrauchs
leistet, nun auch noch wetterabhängig gemacht
wird und dann alle drei Säulen bedienen soll,
entpuppt sich seit den Berliner Ereignissen noch
deutlicher als links-grüner ideologischer
Wunschtraum, der den Realitätstest nicht
überstehen wird.
Der Text des
ersten Bekennerschreibens
bedient sich des Begründungszusammenhangs grüner und
linker Ideologien der Klimaangst:
„In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt,
ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt,
vergewaltigt, zerstört. Ganze Regionen werden
unter der Hitze unbewohnbar gemacht. Sie
verbrennen einfach. Oder Lebensräume verschwinden
unter den Fluten bei Überschwemmungen oder
aufgrund des steigenden Meeresspiegels. Fossile
Kraftwerke abschalten ist Handarbeit.“
Bis auf den letzten Satz könnte man ähnliche
Formulierungen in Parteitagsbeschlüssen von Grünen,
Linken und SPD lesen. Der Satz „Ganze Regionen
werden unter der Hitze unbewohnbar“
stammt sogar aus einem
UN-Bericht von 2022.
Die ideologische Begründung der Energiewende
stammt aus dem gleichen Kontext des
Klimaalarmismus, aus dem sich die Vulkangruppe
zur Rechtfertigung ihrer verbrecherischen
Aktionen bedient.
Fritz Vahrenholt ist Honorarprofessor
an der Universität Hamburg im Fachbereich Chemie
und war bis 1997 Umweltsenator der Freien und
Hansestadt Hamburg. Von 1998 bis 2013 war er in
Vorstandsfunktionen im Bereich der Erneuerbaren
Energien bei der Deutschen Shell AG, der Repower
Systems AG und der RWE Innogy. Er war bis Ende
2019 Alleinvorstand der Deutschen
Wildtier-Stiftung. Zuletzt ist von ihm
bei Langen-Müller der Spiegel Bestseller
„Die große Energiekrise“
erschienen.
Mit freundlicher Genehmigung von Fritz Vahrenholt
aus den
Klimanachrichten
übernommen.
Die größte
Gefahr für unsere Zukunft sind nicht die Terroristen,
sondern die herrschenden Ideologen in Politik und
Medien und ihre Helfershelfer in den mit Steuergeld
gefütterten NGOs.
Was der Süden Berlins erlebt, ist nicht der erste,
sondern nur der größte und wirkmächtigste Anschlag
der linksextremistischen „Vulkan“-Terroristen.
Seit über 14 Jahren gibt es öffentliche Bekenntnisse
dieser Terroristen. Sie erklärten sich verantwortlich
für Brandanschläge auf Autos, Firmenwagen und
Baufahrzeuge. In den Jahren 2018, 2020 und 2022 gab
es Anschläge auf Stromkabel und Hochspannungsmasten.
Das Tesla-Werk in Grünheide wurde 2024 angegriffen.
Die Produktion stoppte tagelang, 50.000 Haushalte in
Brandenburg und in Berlin-Köpenick waren ebenso lange
ohne Strom. Der Schaden betrug über 100 Millionen Euro.
Schweigen im Medienwald, abgesehen von ein paar
Randnotizen.
Wenn ein paar Betrunkene auf Sylt „unwoke“ Sätze
grölen, gibt es einen tagelangen medialen
Empörungssturm. Hier handelt es sich um schwere
Verbrechen, die durch Schweigen verharmlost werden.
Ein dem linksradikalen Milieu entstammender
Top-Journalist verstieg sich sogar zu der
Behauptung, die Angst vor Stromausfällen würde von
„rechts“ geschürt. Ich konnte keinen Kommentar von
ihm zu den Taten seiner Gesinnungsgenossen finden.
Die Berliner Politik hätte gewarnt sein müssen. Im
September 2025 gab es in Berlin-Johannisthal einen
Anschlag auf das Stromnetz, der 50.000 Haushalte
ohne Strom ließ. Wieder kein großes Problem für
Politik und Medien. Im August kündigten die
Terroristen an, sie wollten „Villenviertel
lahmlegen“. Außer der „Berliner Zeitung“ regte
das niemanden auf. Auch als der Rechnungshof im
November 2025 in einer Presserklärung eindrücklich
darauf hinwies, dass Berlin in einem Katastrophenfall
nicht handlungsfähig wäre, war keine Reaktion bei
Politik und Medien zu erkennen. Angeblich soll es
in Berlin 37 Katastrophenschutzbehörden geben.
Viele wussten anscheinend nichts davon oder fühlten
sich nicht zuständig.
Die gute Nachricht ist, dass auch in Berlin der Kern
unserer Gesellschaft noch intakt und handlungsfähig
ist. Die meisten Betroffenen waren in der Lage, sich
selbst zu helfen, dank eines intakten Netzwerks von
Familie, Freunden und Bekannten. Auch die Behörden
arbeiteten weitgehend zuverlässig, auch ohne#
politische Präsenz. Der Regierende Bürgermeister
Kai Wegner hat durch seine Abwesenheit am ersten
Tag deutlich gemacht, wie überflüssig er ist. Er
hätte lieber zu Hause bleiben sollen, statt sich
am nächsten Tag über eine 97-jährige Frau
zu beugen, die auf einem Feldbett mitten in einer
zugigen Turnhalle lag. Statt ausgerechnet von dieser
hilflosen Frau ein Pressefoto machen zu lassen,
hätte er unverzüglich anordnen müssen, dass die
Dame in ein Hotel gebracht werden soll. Dass ihm
dies anscheinend nicht in den Sinn gekommen ist,
sagt alles über den Charakter von Wegner.
Übertroffen wird der Regierende an Frechheit nur
vom SED-Linke-Chef von Aken, der links motivierte
Straftaten gegenüber der NZZ rechtfertigte.
Diese könnten dem
Allgemeinwohl dienen.
“Manchmal muss man Grenzen übertreten, um die
Allgemeinheit zu schützen.”
Kulturstaatsminister Weimer scheint das ähnlich
zu sehen. Er hat vor wenigen Wochen auf der
Frankfurter Buchmesse den Deutschen Verlagspreis,
der mit 50.000 € dotiert ist, an den linksradikalen
Unrast-Verlag verliehen, der ein Buch „Tipps und Tricks
für Antifas und Antras“ herausgegeben hat. In dieser
Broschüre beschreiben anonyme Autoren wie man
Bekennerschreiben verfasst,
ohne DNA Spuren zu
hinterlassen.
Die Rote Armee Fraktion musste noch mühsam Banken
überfallen, um an Geld für ihre Aktionen zu kommen.
Heute müssen die Terroristen nur noch Förderanträge
stellen – oder nicht mal das –, denn
die Steuermillionen fließen den NGOs zu, ohne dass es
Kontrollen gäbe, wo das Geld am Ende der
Umverteilungskette landet.
Die Feinde unserer Gesellschaft werden von der Politik
mit unserem Geld finanziert! Auch Strafverfolgung
müssen sie nicht wirklich fürchten. Nach fast 14
Jahren ist immer noch kein einziger Täter gefasst.
Die richtigen Fragen dazu hat Hans-Georg Maaßen
gestellt:
Der Generalbundesanwalt übernimmt Verfahren gegen
Terrorverdächtige nur dann, wenn die gesetzlichen
Voraussetzungen für eine Bundeszuständigkeit
vorliegen, insbesondere bei einer besonderen
Bedeutung für die innere Sicherheit der
Bundesrepublik Deutschland. Ist diese Schwelle
nicht erreicht, verbleiben die Verfahren bei
den zuständigen Staatsanwaltschaften der Länder,
und das Bundeskriminalamt wird nicht mit den
Ermittlungen betraut.
Beim Bundeskriminalamt existiert keine Besondere
Aufbauorganisation mit der Bezeichnung „Vulkan“.
Eine solche BAO ist weder öffentlich dokumentiert
noch durch offizielle Verlautbarungen bestätigt.
Offenbar bestand kein Anlass oder Bedarf, eine
formalisierte Aufbauorganisation unter diesem
Namen einzurichten.
Im Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum ist keine
Task Force mit dem Namen „Vulkan“ eingerichtet
worden. Das GETZ fungiert als
Koordinierungs- und
Analyseplattform beteiligter Sicherheitsbehörden
und arbeitet mit thematischen Arbeitsgruppen,
nicht mit dauerhaft benannten Task Forces dieser
Art.
Wir dürfen es nicht bei diesen Fragen belassen,
sondern müssen politischen Druck aufbauen, damit
die Ermittlungen gegen die Terroristen endlich
aufgenommen werden. Davon hängt unsere Zukunft ab!
Mit freundlicher Genehmigung von Vera Lengsfeld
übernommen aus
Vera Lengsfeld.
Der
Klimaalarmismus ist in Hochform. Er erfreut sich
großer öffentlicher Aufmerksamkeit und Sympathisanten
in Politik und Medien. Die „Aktivisten“ fühlen sich
zur Radikalisierung ermuntert. Es drohen Terrorakte
gegen die kritische Infrastruktur. Wenn nicht mehr.
Seit einigen Jahren herrscht politmedial ein mittlerweile
kaum noch steigerungsfähiger Klima-Alarmismus.
Das Klima soll gar, wie das von einer NDR-Jury zum
Sachbuch des Jahres
gekürte Werk im Titel behauptet,
„außer Kontrolle“ sein. Für diese apokalyptische
Sichtweise bedurfte es allerdings des inzwischen in
einschlägigen Kreisen breit
akzeptierten – wenngleich ganz
überwiegend jenseits wissenschaftlicher Evidenz
angesiedelten – Propagandatricks, sämtliche
„Extremwetter“-Varianten dem
Klimawandel anzulasten, um dieses erschreckende
Szenario dann noch mit den düstersten, in der
Vergangenheit gleichwohl systematisch danebenliegenden
Modellierungsprognosen zu kombinieren. Deutsche Städte,
so die geradezu irrsinnige Prognose der beiden
Autorinnen – von denen eine in Südfrankreich
lebt –, werden in heißen Sommern unbewohnbar. Nur
der Ordnung halber sei in diesem Zusammenhang erwähnt,
dass bekanntlich in den letzten gut 40 Jahren der
globale Temperaturanstieg pro Dekade 0,13 Grad betrug,
weit entfernt von einer katastrophalen Entwicklung.
Dass die große Mehrheit der Erdbevölkerung unter
wesentlich wärmeren Bedingungen lebt und sich dort
auch noch vermehrt, wird souverän ignoriert. Wenn
jemand über heiße Sommer klagen könnte, dann doch
vielleicht die Bevölkerung von beispielsweise Neu
Delhi, wo in den Sommermonaten Juni, Juli und August
die durchschnittliche Tagestemperatur 36 Grad beträgt
und die durchschnittliche Nachttemperatur immerhin
noch 27 Grad. Die entsprechenden Vergleichswerte für
Freiburg, auf das der Hamburger bei der Wetterkarte
oft etwas neidisch blickt, liegen bei 24 und 13 Grad.
Eine eher skurril anmutende Gruppe
Angesichts der propagandistischen Dauerbeschallung
kann es nicht wirklich verwundern, dass eine doch
eher skurril anmutende Aktivistentruppe wie die
Letzte Generation im Orchester der Klimakämpfer
derzeit die Tonart vorzugeben scheint. Und zwar so
schrill, dass vereinzelt Befürchtungen laut werden,
hier könne eine neue Variante der RAF (Rote Armee
Fraktion) entstehen, was allerdings vom Kommentariat
ziemlich unisono sofort als Nonsens abgetan wurde.
Der Autor dieser Zeilen hält dagegen ein solches
Szenario für zumindest nicht unwahrscheinlich.
Allerdings darf dabei weder der prognostische Blick
auf die Letzte Generation verengt noch die im
Vergleich zu damaligen RAF-Zeiten stark veränderte
politisch-gesellschaftliche Lage übersehen werden.
Eigentlich – und das ist durchaus
ernst gemeint – sind diese überwiegend
jungen Aktivisten auch Opfer. Wer das, was zum
Thema Klimawandel beziehungsweise „Klimakatastrophe“
von fast allen Medien, einer überwältigenden
Mehrheit der Politiker und scheinbar auch nahezu
allen Wissenschaftlern gesagt wird, in seine grauen
Zellen aufnimmt, um es dann ohne jeden kritischen
Filter 1:1 in tiefere Hirnstrukturen einsickern zu
lassen, kann durchaus ernsten Schaden an seiner
seelischen Stabilität nehmen. Ganz besonders gilt
das natürlich für diejenigen, deren
Primärpersönlichkeit ohnehin eher ängstlich oder
depressiv grundiert ist. Mittlerweile scheint das
Narrativ einer bereits vorhandenen Klimakatastrophe
samt daraus dräuenden Untergangsszenarien so
unangefochten zu sein, dass es auch für
Trittbrettfahrer, die also eigentlich mit diesem
Thema nichts oder kaum etwas zu tun haben,
verlockend ist, billig ein paar Haltungspunkte
sammeln zu können.
Politische Instrumentalisierung von Patienten
So ließ beispielsweise einer der ranghöchsten
deutschen Psychiater, der Schizophrenie-Experte
und Direktor des (Mannheimer) Zentralinstituts für
Seelische Gesundheit, Professor Meyer-Lindenberg,
zum Tag der psychischen Gesundheit es sich kürzlich
nicht nehmen, ein bisschen an der
Eskalationsschraube zu drehen– und das auch
noch ohne tragfähige wissenschaftliche Grundlage.
Die dpa zitiert ihn mit den folgenden Worten: „Auch in
noch nicht so gravierend betroffenen Regionen wie
Deutschland sei eine tiefe Trauer und Hilflosigkeit
angesichts der Vernichtung (!) unserer
Lebensgrundlagen zu beobachten“. Bei der Behandlung
junger Menschen mit „Zukunftsängsten“ „verweise er
darauf, dass jeder durch sein Verhalten etwas zum
Klimaschutz beitragen könne“.
Solche Politparolen im Zusammenhang mit
psychiatrischen Patienten wecken bei mir
Erinnerungen an das Jahr 1970, in dem ich mein
Psychologiestudium aufnahm. Damals gründete sich in
Heidelberg unter Führung des behandelnden Arztes
das Sozialistische Patientenkollektiv unter dem
Motto: „Aus der Krankheit eine Waffe machen“. Ziel
war eine klassenlose Gesellschaft beziehungsweise
„die Abschaffung der krankmachenden
privatwirtschaftlich-patriarchalischen
Gesellschaft“. Ebenfalls in dieser Zeit entstand die
RAF, die am Ende verantwortlich war für über 30
Morde, mehrere Geiselnahmen und Banküberfälle sowie
Sprengstoffattentate mit über 200 Verletzten. Ihre
linksextremen Ziele blieben diffus, es vereinte sie
der Hass auf das „Schweinesystem“ und seine
Repräsentanten, durchaus auch auf die in den unteren
Ebenen, wie etwa Polizisten und Chauffeure.
Die damalige RAF
…blieb bis zu ihrem Ende isoliert von relevanten
gesellschaftlichen Strömungen oder Organisationen.
Sie wurde von Beginn an von allen Politikern und
Parteien – einschließlich der
DDR-hörigen DKP – sowie den
Gewerkschaften und Kirchen verurteilt oder auch
bekämpft. Besonders anfänglich gab es allerdings
oft noch eine Teilsolidarität, zum Beispiel von
einzelnen kommunistischen Sekten, deren Mitglieder
aber ganz überwiegend die Strategie des bewaffneten
Kampfes – in der damaligen gesellschaftlichen
Situation – als sektiererisch ablehnten.
Eine gewisse, punktuelle Solidarität von
Einzelpersonen oder Medien bezog sich überwiegend auf
die vermeintlich zu repressiven oder auch für totalitär
oder undemokratisch gehaltenen Verfolgungsmaßnahmen des
Staates und den damit zusammenhängenden gesetzlichen
Verschärfungen. Ein Minister, Staatssekretär oder
Abgeordneter, auf Bundes- oder Landesebene, der
sich mit den Zielen und Methoden der RAF gemein gemacht
hätte, wäre spätestens am nächsten Tag abgewählt,
entlassen oder aus der Fraktion ausgeschlossen worden.
Und kein relevantes Medium hätte daran etwas
auszusetzen gehabt, abgesehen vielleicht von der
damals noch recht verbreiteten Frankfurter Rundschau,
die, wie später bekannt wurde, finanziell und
personell eng mit DDR und Stasi verbandelt war.
Die Klima-RAF
Im Vergleich zur damaligen Situation würde heutzutage
eine Organisation oder Vereinigung, die sich als
Klima-RAF den gewalttätigen Kampf gegen den Klimawandel
beziehungsweise dessen irdische Helfer und Helfershelfer
auf die Fahne geschrieben hat, doch wohl auf ein ganz
überwiegend verständnisvolles, relativierendes oder gar
sympathisierendes politmediales Umfeld treffen. Denn:
Müssen wir nicht unsere Anstrengungen und das Tempo
zur CO₂-Reduktion vervielfachen? Wenn die Politik aber
nicht liefert und legale oder halblegale Proteste nicht
fruchten, darf man sich doch bitteschön nicht wundern,
wenn verzweifelte junge Menschen Gewalt als einzigen
Ausweg sehen. Auch würde bedeutungsschwer diskutiert
werden, ob diese Aktivisten sich nicht vielleicht sogar
auf eine Art Notwehrrecht berufen können, geht es doch
um nicht mehr und nicht weniger als das Überleben der
Menschheit!
Solche idealisierenden und verharmlosenden Reaktionen
würden zudem dadurch erleichtert werden, dass
kaltblütiger Mord, zumindest in der Anfangsphase einer
Klima-RAF, keine Rolle spielen dürfte. Aber zu sicher
sollten sich Repräsentanten und Investoren fossiler
Energieunternehmen, bestimmte Maßnahmen genehmigende
oder blockierende Politiker oder auch die letzte Kohorte
sich kritisch zu Wort meldender Journalisten und
Wissenschaftler besser nicht fühlen. Wahrscheinlich
wird es aber zunächst um Gewalt gegen Sachen gehen.
Solche Sabotageakte finden ja bereits durchaus statt.
Genannt seien hier die Manipulationen von Mitgliedern
der Letzten Generation an Pumpen der Raffinerie in
Schwedt oder auch die durch das
Demonstrations- und Versammlungsrecht
nicht gedeckten Versuche von (u.a.) Ende
Gelände-Aktivisten, den Ausbau
der Braunkohleförderung in Lützerath in NRW zu
verhindern. Eine Schlacht, die wahrscheinlich der
Staat gewinnen wird, wobei man sich mittlerweile auch
da nicht mehr so ganz sicher sein kann, nicht zuletzt
wegen der dortigen Regierungsbeteiligung der Grünen.
Zumindest bei einem Teil der radikalen Klima-Aktivisten
dürfte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass die fossile
Energie-Infrastruktur oder auch die industrielle
Produktion mit besonders hoher CO₂-Emission leichter
und effektiver durch punktuelle Terrorakte wie Sprengungen
oder Brandstiftungen zerstört oder signifikant
beeinträchtigt werden können als durch teils
langwierige Blockadeaktionen. Außerdem ebnet eine
radikale Art der Energie- oder
Industrie-Demontage den ohnehin
von nicht wenigen besorgten Klimabürgern für zwingend
notwendig erachteten Weg zurück zum
Lebensstandard der 70er Jahre.
„Ökologischer Klassenkampf“
Der Autor möchte hier nicht den Eindruck erwecken, als
sei er ein intimer Kenner aller politischen Verästelungen
im Milieu der Klimaaktivisten. Aber ein Thema hat im
vergangenen Jahr dort zweifellos breit an Unterstützung
gewonnen: die Verbindung des Klimakampfes mit einer
grundsätzlich kapitalismuskritischen Haltung. Einhergehend
damit wird – wie in jeder sich radikalisierenden
linken Bewegung – zunehmend über die „richtige“
Strategie und Taktik diskutiert und dabei nicht zuletzt
auch über die Gewaltfrage.
Die linksgrüne Aktivistin und Kapitänin (zur See) Carola
Rackete etwa hält die Aktionen der Letzten Generation
zwar für radikal, aber nicht für intelligent, verprellten
sie doch viele Menschen, die es gelte mitzunehmen. Das
ist natürlich nicht ganz falsch. Aber
welche Strategie
hält sie nun für sinnvoll? Es komme darauf an, ökologische
und marxistische soziale Ideen in Form eines
„ökologischen Klassenkampfes“ zu verbinden. Bestimmte
Ideen sind eben einfach resistent gegenüber der historischen
und aktuellen Wirklichkeit.
Ein verleugnetes Risiko
Das größte Risiko von Terrorakten an kritischer
Infrastruktur sind zweifelsohne Auswirkungen auf die
Sicherheit der ohnehin schon fragilen Energieversorgung,
ob als Kollateralschaden oder primär angestrebtes Ziel.
Es sollen hier nicht die katastrophalen Auswirkungen eines
großflächigen Blackouts thematisiert werden. Es reicht
schon eine regionale Unterbrechung der Gasversorgung
für wenige Wochen im Winter, um tausende oder auch
zehntausende von Kältetoten beklagen zu müssen. Auch wenn
in den einschlägigen Kreisen samt der politmedialen
Klimakämpfer zweifellos der Glaube vorherrscht,
ausschließlich Hitze fungiere bei den
temperaturabhängigen Todesfällen als Ursache, verhält
es sich tatsächlich genau anders herum. So fiel in
England und Wales nach einer ganz aktuellen, detaillierten
Studie –
für den Zeitraum von 2000 bis 2019 –
die Todeshäufigkeit in Folge von Kälte sage und schreibe
78-mal höher aus als die durch Hitze. Vor diesem
Hintergrund ist zu befürchten, dass am Ende eine
Klima-RAF unvergleichlich viel mehr Opfer zu verantworten
haben wird als die Ur-RAF.
Vielleicht erübrigen sich aber auch solche Terrorakte an
der kritischen Infrastruktur, weil die Energiepolitik der
Ampel-Koalition längst auf anderen, ganz
legalen Wegen dazu geführt hat, dass in Deutschland die
Lichter ausgehen – abrupt, langsam schleichend
oder auch als Mischform. Für viele, besonders Ältere und
sozial Schwache, würde das allerdings verbunden sein mit
dem vorzeitigen Erlöschen auch des Lebenslichts.
Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Wolfgang Meins ist
Neuropsychologe, Arzt für Psychiatrie und Neurologie,
Geriater und apl. Professor für Psychiatrie. In den
letzten Jahren überwiegend tätig als gerichtlicher
Sachverständiger im sozial- und zivilrechtlichen
Bereich.
Mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Meins
übernommen aus
Achgut.com.
Unsere fshh-Treffen finden zurzeit als
Videokonferenz jeweils montags ab 18:00
Uhr statt. Wenn Sie an einer Teilnahme
interessiert sind, dann bitten wir Sie,
mit uns per
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